Konzernanhang

Erläuterungen zur Konzern-Bilanz

18. Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der finanziellen Vermögenswerte 2008




Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der finanziellen Vermögenswerte 2007




Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der finanziellen Vermögenswerte 2006




19. Immaterielle Vermögenswerte

Unter den Immateriellen Vermögenswerten werden hauptsächlich die durch die Kaufpreisallokation (PPA) aktivierten Programmwerte und programmunabhängigen Technologien sowie – überwiegend technische – Software und der erworbene Firmenwert ausgewiesen.

Programmwerte

Durch den Kooperationsvertrag vom 19. Dezember 2008 zwischen der General Electric Company und der MTU Aero Engines GmbH hat sich die MTU am Triebwerksprogramm GEnx (General Electric next generation) für die Boeing 787 und 747-8 mit einem Programmanteil von 6,65 % beteiligt. Die Investitionen in dieses neue Triebwerksprogramm wurden in Höhe von 126,1 Mio. € aktiviert.

Nutzungsrechte und Lizenzen

Das im Vorjahr initiierte neue Software- und Logistiksystem zur Optimierung der Betriebsabläufe und zur Senkung der Herstellungskosten für den Standort Hannover konnte im Januar 2008 produktiv geschaltet werden, so dass kumulierte Aufwendungen in Höhe von 27,0 Mio. € auf die Position „Nutzungsrechte und Lizenzen“ umgebucht wurden. Die Abgänge in Höhe von insgesamt 11,6 Mio. € betreffen eine Vielzahl nicht mehr genutzter Software aus dem Jahr 2004.

Firmenwerte

Der Firmenwert stellt den Überschuss des Kaufpreises über die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Netto-Vermögenswerte des Konzerns im Erwerbszeitpunkt dar und wird zum Zweck des Werthaltigkeitstests auf die Segmente verteilt. Im Geschäftsjahr 2008 endete die steuerliche Außenprüfung bis zum Verkaufszeitpunkt der MTU von der damaligen DaimlerChrysler AG. Die damit verbundene nachträgliche Kaufpreisanpassung erhöhte den Firmenwert in Höhe von 15,0 Mio. €. Der Werthaltigkeitstest wurde im Berichtsjahr für die Segmente durchgeführt. Es lagen keine Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor. Ausführliche Erläuterungen zu Bewertung und Ermittlung des Werthaltigkeitstests sind unter Abschnitt 40. aufgeführt.

Entwicklungsleistungen

In den Zugängen für das Geschäftsjahr 2008 zu den Immateriellen Vermögenswerten ist die Beteiligung an den Entwicklungskosten am militärischen Triebwerksprogramm GE38 für den Schwerlasthubschrauber CH-53K von Sikorsky Aircraft Corporation in Höhe von 45,2 Mio. € enthalten. Darüber hinaus wurden weitere 2,8 Mio. € originäre Entwicklungsleistungen aktiviert.

Weiterhin hat die Zivile Triebwerksinstandhaltung spezielle Reparaturverfahren für die wirtschaftlichere Instandsetzung von Triebwerken entwickelt. Die Voraussetzungen für die Aktivierung dieser neuen Technologien lagen vor, so dass insgesamt 3,4 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €) an immateriellen Vermögenswerten aktiviert wurden.

Die gesamte Entwicklung des Postens „Immaterielle Vermögenswerte“ ist der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der finanziellen Vermögenswerte (Abschnitt 18.) zu entnehmen.

20. Sachanlagen

Die Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsfeld OEM zielten darauf, die Position als führender Triebwerkshersteller zu sichern und weiter auszubauen, die Leistung zu verbessern sowie die Anlagen auf dem Stand der Technik zu halten.

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

Die von der Silkan Gewerbepark Nord Hannover-Langenhagen GmbH & Co. KG, München (ein Unternehmen der LHI Leasinggesellschaft), durch die MTU Maintenance Hannover geleasten Grundstücke und Gebäude sind aktiviert, da zum Ende der Leasingzeit dem Konzern eine günstige Kaufoption eingeräumt ist.

Technische Anlagen und Maschinen

Die Investitionen in Höhe von insgesamt 14,7 Mio. € (Vorjahr: 10,0 Mio. €) betreffen unter anderem die Anschaffung einer Schweißanlage, einer Laserbohr-Abtraganlage, einer US-Kugel-Strahlanlage, einer Werkzeugschleifmaschine, einer Nassstrahlanlage, einer Drahterodiermaschine, eines Vakuumofens sowie diverser CNC-Schleif- und Fräsmaschinen.

Weiterhin sind noch fünf geleaste Triebwerke und eine Gasturbine in den Sachanlagen des Konzerns ausgewiesen. Für diese Gegenstände besteht am Ende der Leasingzeit eine Nachschusspflicht für den Fall, dass der Verwertungserlös der Leasinggegenstände unter den Buchwert sinkt. Die Verbindlichkeiten sämtlicher Leasinggegenstände sind zum Barwert der Mindestleasingzahlungen passiviert und werden jährlich getilgt.

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

Die Zugänge im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von insgesamt 59,8 Mio. € (Vorjahr: 49,6 Mio. €) betreffen in Höhe von 21,6 Mio. € die noch fertig zu stellende Produktionsstätte der MTU Aero Engines Polska Sp. z.o.o., Rzeszów, Polen, im Inland noch nicht fertig gestellte technische Anlagen und Maschinen für neue Triebwerksprogramme in Höhe von 24,7 Mio. € sowie den voraussichtlich bis März 2009 fertig gestellten Triebwerksprüfstand in Hannover in Höhe von 13,5 Mio. €. Die bisherige Testzelle in Langenhagen war vollständig ausgelastet und konnte nicht mehr erweitert werden. Mit dem Bau des neuen Triebwerksprüfstands wurde im März 2007 begonnen. Auf ihm können in Zukunft auch große Triebwerke getestet werden - zum Beispiel Antriebe für den Airbus A380 (GP7000). Aufgrund technischer Probleme, ausgelöst durch den Prüfstandszulieferer, verzögerte sich die ursprünglich geplante Inbetriebnahme des Prüfstandes von Mitte 2008 um knapp ein Jahr.

Die gesamte Entwicklung des Postens „Sachanlagen“ ist der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der finanziellen Vermögenswerte (Abschnitt 18.) zu entnehmen.

Dem aktivierten Finanzierungsleasing liegen folgende Details zugrunde:


Für die aufgrund eines Finanzierungsleasing aktivierten Vermögenswerte ergeben sich zum Bilanzstichtag die folgenden Nettobuchwerte:


Die weitere Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Positionen der Sachanlagen sowie ihre Entwicklung im Berichtsjahr sind in der Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und finanziellen Vermögenswerte (Abschnitt 18.) aufgeführt.

21. Finanzielle Vermögenswerte

In der nachstehenden Aufstellung sind die Buchwerte der im Konzernabschluss enthaltenen finanziellen Vermögenswerte dargestellt:


Das Joint Venture, das nach der Equity-Methode bilanziert ist, betrifft das Pratt & Whitney Canada Customer Service Centre Europe GmbH, Ludwigsfelde. Joint Ventures und übrige finanzielle Vermögenswerte, die zu Anschaffungskosten bilanziert sind, betreffen hauptsächlich nicht wesentliche Anteile an nicht konsolidierten Tochterunternehmen, nicht konsolidierte Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sowie weitere nicht konsolidierte Beteiligungen an Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures). Nicht konsolidierte Tochterunternehmen sind für den Konzern Gesellschaften, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist.

Die übrigen Joint Ventures bzw. die assoziierten Unternehmen weisen in Summe folgende Vermögenswerte, Schulden sowie Aufwendungen und Erträge aus:


Die finanziellen Vermögenswerte aus derivativen Finanzinstrumenten wurden zu Sicherungszwecken eingesetzt und setzen sich wie folgt zusammen:


Die Devisenderivate enthalten Marktwerte von zu Sicherungszwecken abgeschlossenen Devisentermingeschäften. Die Marktwerte der Devisenoptionen betreffen überwiegend Optionsprämien für Devisenoptionsgeschäfte. Hierbei besteht für den Konzern die Möglichkeit, bestimmte US-Dollar-Volumina zu fest vereinbarten Wechselkursen in Euro zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu verkaufen. Weitere Erläuterungen zu derivativen Finanzinstrumenten sind unter Abschnitt 42. im Risikomanagement und Finanzderivate enthalten.

22. Vorräte

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Netto-Veräußerungswert bewertet. Die Kosten des Erwerbes von Vorräten umfassen den Kaufpreis, Einfuhrzölle und andere Steuern, Transport- und Abwicklungskosten sowie sonstige Kosten, die dem Erwerb von Fertigerzeugnissen, Materialien und Leistungen unmittelbar zugerechnet werden können.

Die Herstellungskosten unfertiger Erzeugnisse umfassen direkte Kosten für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Fertigungslöhne sowie fixe und variable Produktionsgemeinkosten (basierend auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen). Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten enthalten keine Fremdkapitalkosten. Rabatte, Boni und Skonti sind von den Anschaffungskosten abgezogen.


Der Gängigkeitsabschlag auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und auf die unfertigen Erzeugnisse hat sich wie folgt entwickelt:


Die am 31. Dezember 2008 angesetzten Vorräte in Höhe von 661,4 Mio. € (Vorjahr: 587,8 Mio. €) sind durch Gängigkeitsabschläge auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und auf unfertige Erzeugnisse mit ihrem Netto-Veräußerungswert bewertet. Dieses Gängigkeitsabschlagsverfahren stellt aufgrund des MTU-Geschäftsmodells das bestmögliche Schätzverfahren dar, um die Vorräte mit ihrem Netto-Veräußerungswert zu bewerten. Zur Ermittlung des Netto-Veräußerungswertes wurden im laufenden Geschäftsjahr die Wertminderungen in Höhe von 1,3 Mio. € ertragswirksam (Vorjahr: 7,1 Mio. € aufwandswirksam erhöht) reduziert.

23. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:


Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:


In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Erträge aus dem Eingang von ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dargestellt:


Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den Vertriebskosten ausgewiesen.

24. Forderungen aus Auftragsfertigung

Die Forderungen betreffen kundenspezifische Auftragsfertigung einzelner Triebwerksprogramme. Direkt dem Triebwerksprojekt zuordenbare unverzinsliche Anzahlungen werden mit den Forderungen aus der Auftragsfertigung verrechnet. Ein nach Verrechnung der Forderungen aus dem Fertigungsauftrag mit den direkt zuordenbaren Anzahlungen verbleibender passivischer Saldo wird unter den Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung ausgewiesen. Der Zinsvorteil aus der langfristig erhaltenen Vorfinanzierung von Fertigungsaufträgen wird über die Finanzierungsdauer als Verbindlichkeit abgegrenzt und bei der Komponentenauslieferung an den Kunden in die Umsatzerlöse einbezogen.


Im laufenden Geschäftsjahr wurden im Rahmen der Auftragsfertigung insgesamt 18,3 Mio. € Auftragserlöse (Vorjahr: 116,6 Mio. €) erfasst. Dem gegenüber standen 12,2 Mio. € angefallene Auftragskosten (Vorjahr: 101,1 Mio. €), so dass Gewinne aus der Auftragsfertigung in Höhe von 6,1 Mio. € (Vorjahr: 15,5 Mio. €) realisiert wurden. Auf den Forderungsbestand aus Auftragsfertigung zum 31. Dezember 2008 in Höhe von 386,2 Mio. € (Vorjahr: 367,5 Mio. €) entfallen 247,3 Mio. € erhaltene Anzahlungen (Vorjahr: 196,4 Mio. €). Einbehalte für Teilabrechnungen aus der Auftragsfertigung liegen nicht vor. Zur bilanziellen Behandlung, insbesondere zu den Methoden der Ermittlung der erfassten Auftragserlöse und zur Ermittlung des Fertigstellungsgrades laufender Auftragsfertigungsprojekte wird auf die Erläuterungen unter Abschnitt 5.8. verwiesen.

Zum Ausweis von Forderungen aus der Auftragsfertigung, die aufgrund direkter Zuordnung mit den erhaltenen Anzahlungen verrechnet wurden, wird auf Abschnitt 36. verwiesen.

Die folgende Aufstellung zeigt neben den Buchwerten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Forderungen aus Auftragsfertigung die Werthaltigkeit der noch nicht fälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Forderungen aus Auftragsfertigung sowie die nach Zeitbändern eingeteilten überfälligen Forderungen zum Bilanzstichtag:


25. Sonstige Vermögenswerte

Die Sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:


Die sonstigen Steuern in Höhe von 26,6 Mio. € (Vorjahr: 14,3 Mio. €) betreffen Vorsteuern in Höhe von 23,3 Mio. € (Vorjahr: 13,5 Mio. €) sowie Verkehrsteuerforderungen ausländischer Konzerngesellschaften in Höhe von 3,3 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €).

Die übrigen sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 8,2 Mio. € (Vorjahr: 7,9 Mio. €) beinhalten eine Vielzahl von Vermögenswerten. Unter anderem ist hier auch die Überdeckung des Planvermögens in Höhe von 1,9 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) der MTU Maintenance Canada Ltd., Kanada, enthalten. Zur Ermittlung und zu weiteren Erläuterungen der Überdeckung des Planvermögens wird auf Abschnitt 31. verwiesen.

Die folgende Aufstellung zeigt neben den Buchwerten der Sonstigen Vermögenswerte die Werthaltigkeit der noch nicht fälligen Sonstigen Vermögenswerte sowie die nach Zeitbändern eingeteilten überfälligen sonstigen Vermögenswerte zum Bilanzstichtag:


26. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 69,9 Mio. € (Vorjahr: 67,3 Mio. €) handelt es sich um Schecks, Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten ab dem Erwerbszeitpunkt. Zum Stichtag sind in dieser Position Fremdwährungsbestände in Höhe von umgerechnet 37,3 Mio. € (Vorjahr: 77,8 Mio. €) enthalten.

27. Ertragsteueransprüche

Die Ertragsteueransprüche in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €) betreffen vororganschaftliche Körperschaft- und Gewerbeertragsteuerforderungen in Höhe von 1,0 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €). Der Vorjahreswert beinhaltete darüber hinaus noch Kapitalertragsteuer in Höhe von 1,5 Mio. € sowie ausländische Steuern in Höhe von 0,2 Mio. €.

28. Latente Steuern

Zur Zusammensetzung der aktiven und passiven Ertragsteuerverpflichtungen wird auf die Erläuterungen unter Abschnitt 39. verwiesen.

29. Geleistete Vorauszahlungen

Die geleisteten Vorauszahlungen in Höhe von 3,3 Mio. € (Vorjahr: 5,0 Mio. €) ergeben sich im Wesentlichen durch Vorauszahlungen für Versicherungsprämien und Mieten.

30. Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

30.1. Gezeichnetes Kapital

Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt 52,0 Mio. € (Vorjahr: 55,0 Mio. €) und ist eingeteilt in 52 Mio. (Vorjahr: 55 Mio.) Stückaktien ohne Nennwert. Die Hauptversammlung hat den Vorstand am 27. April 2007 ermächtigt, die erworbenen Aktien mit Zustimmung des Aufsichtsrats ohne weiteren Hauptversammlungsbeschluss ganz oder teilweise einzuziehen. In Ausübung der Ermächtigung haben Vorstand und Aufsichtsrat mit Wirkung vom 18. März 2008 beschlossen, 3.000.000 Aktien einzuziehen und das Grundkapital der Gesellschaft von 55,0 Mio. € um 3,0 Mio. € auf 52,0 Mio. € herabzusetzen.

30.2. Genehmigtes Kapital

Genehmigtes Kapital I

Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 29. Mai 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 5,5 Mio. € zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital I 2005).

Genehmigtes Kapital II

Weiterhin ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital bis zum 29. Mai 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 19,25 Mio. € zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital II 2005).

30.3. Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 19,25 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 19,25 Mio. neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die gemäß der von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 30. Mai 2005 beschlossenen Ermächtigung begeben werden.

Die Ausgabe erfolgt zu dem gemäß dieser Ermächtigung jeweils festzulegenden Wandlungs- bzw. Optionspreis. Von der Möglichkeit der bedingten Kapitalerhöhung wurde am 23. Januar 2007 durch Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung im Gesamtbetrag von 180,0 Mio. € Gebrauch gemacht (siehe Abschnitt 34.). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandlungsrechten oder Optionsscheinen, die von der Gesellschaft oder von einer unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaft aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der außerordentlichen Hauptversammlung vom 30. Mai 2005 bis zum 29. Mai 2010 ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen beigefügt sind, von ihren Wandlungs- bzw. Optionsrechten Gebrauch machen oder die zur Wandlung verpflichteten Inhaber bzw. Gläubiger der von der Gesellschaft oder durch eine ihrer unmittelbaren oder mittelbaren Beteiligungsgesellschaften aufgrund des Ermächtigungsbeschlusses der außerordentlichen Hauptversammlung vom 30. Mai 2005 bis zum 29. Mai 2010 ausgegebenen Wandelschuldverschreibung ihre Pflicht zur Wandlung erfüllen und soweit nicht eigene Aktien zur Bedienung eingesetzt werden. Derart ausgegebene Aktien nehmen von Beginn des Geschäftsjahres an, indem sie durch Ausübung von Wandlungs- bzw. Optionsrechten oder durch die Erfüllung von Wandlungspflichten entstehen, am Gewinn teil.

30.4. Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage enthält Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien, den Eigenkapitalanteil nach Steuern und die anteiligen Transaktionskosten aus der emittierten Wandelschuldverschreibung sowie den beizulegenden Zeitwert aus dem Matching Stock Program (MSP) sowie den Erlös übersteigenden Betrag in Höhe von 3,3 Mio. € aus den verkauften Aktien im Rahmen des Mitarbeiter-Aktienprogramms (MAP). Die durchschnittlichen Anschaffungskosten für die 3.000.000 eingezogenen eigenen Aktien betrugen 104,4 Mio. €. Die Kapitalrücklage ist daher um das Aufgeld in Höhe von 101,4 Mio. € entsprechend reduziert. Zum Ausweis der Eigenkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibung und der in diesem Zusammenhang stehenden Steuerlatenzen, der Transaktionskosten und der damit verbundenen Ertragsteuervorteile wird auf die Ausführungen unter Abschnitt 34. verwiesen. Der Ausweis, die Bewertung und die Auswirkungen aus dem Matching Stock Program (MSP) sowie aus dem Mitarbeiter-Aktienprogramm (MAP) werden nachfolgend beschrieben.

Matching Stock Program (MSP)

Zur Verstärkung der wirtschaftlichen Zielerreichung hat der Konzern als langfristiges Vergütungsinstrument mit Anreiz- und Risikocharakter das Matching Stock Program (MSP) zur Beteiligung der Führungskräfte aufgelegt, das zum Bezug von Phantom Stocks berechtigt. Teilnehmer am MSP müssen im Zeitpunkt der Zeichnung des MSP in einem bestehenden Dienst- oder Anstellungsverhältnis mit der MTU Aero Engines Holding AG oder einer ihrer inländischen Konzerngesellschaften stehen.

Zu diesem Zweck hat der Konzern zum Programmstart am 6. Juni 2005 den Teilnehmern am Programm eine bestimmte Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten (Phantom Stocks) für die Dauer von fünf Jahren gewährt, die gleichmäßig verteilt über diesen Zeitraum zugeteilt werden. Die Gewährung der Phantom Stocks setzte zum Programmstart ein eigenes Investment in die Aktien des Unternehmens durch die MSP-Teilnehmer voraus. Jede aus dem Programm erworbene MSP-Aktie berechtigt zum Bezug von sechs Phantom Stocks je zugeteilter Tranche. Die MSP-Aktien unterliegen grundsätzlich keinerlei Verfügungsbeschränkungen. MSP-Aktien berechtigen zur Teilnahme an Dividenden und Bezugsrechten.

Jede Tranche der zugeteilten Phantom Stocks unterliegt einer Ausübungssperrfrist (Vesting Period) von 2 Jahren und kann in Abhängigkeit von der Erreichung des durchschnittlichen Ausübungspreises in steuerpflichtiges Entgelt umgewandelt werden. Dieses Entgelt ist verpflichtend zum Erwerb von Aktien der MTU Aero Engines Holding AG zu verwenden. Der Kauf der Aktien erfolgt im Ausübungszeitpunkt zum Börsenkurs. Die Aktien müssen nach dem Ausübungszeitpunkt weitere 2 Jahre gehalten werden (Verfügungszeitpunkt).

Ausübungsbedingungen

Eine im Rahmen des Matching Stock Program zugeteilte Tranche kann ausgeübt werden, wenn der durchschnittliche, nicht gewichtete Aktienschlusskurs im Xetra-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb der letzten 60 Handelstage vor dem Ausübungszeitpunkt der Phantom Stocks über dem durchschnittlichen, nicht gewichteten Aktienschlusskurs der letzten 60 Handelstage vor Zuteilung der Phantom Stocks zuzüglich eines Zuschlags in Höhe von 10% liegt (Basispreis). Die Zuteilungen von Phantom Stocks sind daran geknüpft, dass die Mitarbeiter im Unternehmen tätig sind.

Neufestsetzung des Ausübungspreises (Repricing)

Sofern der Konzern an seine Aktionäre in dem Zeitpunkt zwischen Zuteilung und Ausübung einer Phantom Stock-Tranche Dividenden ausschüttet, kann die MTU den jeweiligen Basispreis (Ausübungspreis) einer Tranche aus dem Matching Stock Program um diejenigen Dividendenzahlungen reduzieren, die auf die Laufzeit einer Tranche entfallen. Durch die Reduzierung des Basispreises erhöht sich der Ausübungsgewinn entsprechend. Von diesem Wahlrecht haben Vorstand und Aufsichtsrat durch Beschluss vom 23. Mai 2007 für alle noch auszuübenden Tranchen aus dem Matching Stock Program Gebrauch gemacht. Aufgrund dieser Änderung wurde der Basispreis für die jeweiligen Tranchen – um die Dividendenzahlung gemindert – neu festgesetzt (Repricing).

Bilanzielle Behandlung (Bewertung)

Der beizulegende Zeitwert der Phantom Stocks wird zeitanteilig als Personalaufwand und gleichzeitig im Eigenkapital (Kapitalrücklage) bis zum Ausübungszeitpunkt (Verfallbarkeit) erfasst. Der gesamte Aufwand, der über den Zeitraum bis zum Ausübungszeitpunkt der Phantom Stocks zu erfassen ist, ermittelt sich aus dem beizulegenden Zeitwert der gewährten Phantom Stocks. Das Eigenkapital erhöhte sich einerseits planmäßig um die Zuführungen aus der Bewertung des Matching Stock Program sowie um den zusätzlichen Personalaufwand der aus der Vertragsanpassung resultierenden Neufestsetzung der beizulegenden Zeitwerte für die noch nicht ausgeübten Tranchen.

Aufgrund der Änderung der Vertragsbedingungen (Repricing) wurden die ursprünglichen Planungsprämissen im Mai 2007 angepasst. Die zugrunde liegenden Annahmen setzen sich danach wie folgt zusammen:


Für die Bestimmung der erwarteten Volatilität wurde im Zeitpunkt der Auflegung des Programms im Juni 2005 wegen der damals noch nicht vorliegenden Kapitalmarkthistorie der MTU der Durchschnitt von vergleichbaren börsennotierten Unternehmen (Peer-Group) mit vergleichbaren Geschäftsmodellen verwendet. Im Zeitpunkt des Repricing im Mai 2007 wurde die Bewertung an die damaligen Kapitalmarktdaten der MTU angepasst.

Änderungen der Schätzwerte für nicht marktorientierte Ausübungshürden (z. B. wesentliche Personalfluktuationen) sind in den Annahmen bezüglich der zu erwartenden Anzahl ausübbarer Phantom Stocks berücksichtigt. Sofern zum Ende eines Geschäftsjahres von den zum Programmstart angenommenen Ausübungsbedingungen wesentliche Abweichungen bestehen, werden diese angepasst, so dass der beizulegende Zeitwert auf der Anzahl der letztendlich ausübbaren Eigenkapitalinstrumente beruht. Zu jedem Bilanzstichtag wird daher die Schätzung der Anzahl der ausübbaren Phantom Stocks bis zum Ende des jeweiligen Ausübungszeitraums einer zugeteilten Tranche überprüft. Daraus resultierende Änderungen früherer Schätzungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und durch eine entsprechende Anpassung im Eigenkapital über den verbleibenden Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit berücksichtigt. Nach dem Ausübungszeitpunkt erfolgen keine Bewertungsänderungen mehr. Zum Bilanzstichtag ergaben sich keine Bewertungsanpassungen.

Dagegen führen Änderungen der Marktbedingungen, wie z. B. Aktienkursentwicklung und Kursvolatilitäten, nicht zu einem anderen beizulegenden Zeitwert.

Erfolgt eine Neufestsetzung des Basispreises (Ausübungspreis) während des Erdienungszeitraums, ist zusätzlich zu dem Betrag, der als bisher erfasster beizulegender Zeitwert der Phantom Stocks über den gesamten Programmzeitraum erfasst und verteilt wurde, der Betrag zu berücksichtigen, der ab dem Tag der Änderung bis zum Tag der Ausübungsmöglichkeit ermittelt wird. Die im Geschäftsjahr 2007 erfolgte Reduzierung des ursprünglich festgesetzten Basispreises zugeteilter Tranchen führte aufgrund des höheren Ausübungsgewinns zu einem von den ursprünglichen Vertragsgrundlagen abweichenden, erhöhten Personalaufwand und wird ab dem Zeitpunkt der Neufestsetzung (date of repricing) erfolgswirksam erfasst.

Der Zusatzaufwand errechnete sich aus dem erhöhten Ausübungsgewinn (Differenz zwischen dem durchschnittlichen, nicht gewichteten Aktienschlusskurs 60 Handelstage vor dem Ausübungszeitpunkt und dem um die Dividendenzahlungen reduzierten ursprünglichen Basispreis) der noch nicht ausgeübten Phantom Stock Tranchen. Der Zusatzaufwand aus der Neufestsetzung der Planänderung hatte das Ergebnis im Geschäftsjahr 2007 in Höhe von 1,2 Mio. € belastet. Im Berichtszeitraum 2008 wurden im Personalaufwand 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) berücksichtigt.

Entwicklung der Phantom Stocks

Die im Geschäftsjahr 2006 gewährte zweite Tranche konnte nicht ausgeübt werden und verfiel, da der durchschnittliche Ausübungspreis (Basispreis) in Höhe von 28,89 € nicht erreicht wurde. Der tatsächliche Ausübungspreis am Tag der Ausübung der Phantom Stocks lag bei 27,40 €. Im Geschäftsjahr 2008 wurden den MSP-Teilnehmern mit Zuteilung der vierten Tranche weitere 399.966 Phantom Stocks mit einer Sperrfrist bis zum 5. Juni 2010 zugeteilt.

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Entwicklung der gewährten Eigenkapitalinstrumente und die am 31. Dezember 2008 noch nicht ausübbaren Phantom Stocks.


Die am Ende des Geschäftsjahres 2008 noch nicht ausübbaren 1.154.208 Phantom Stocks betreffen die im Rahmen des Matching Stock Program in den Geschäftsjahren 2007 und 2008 zugeteilte dritte und vierte Tranche. Die Bandbreite des durchschnittlichen Ausübungspreises für die im Geschäftsjahr 2007 zugeteilte dritte Tranche liegt in Abhängigkeit von der Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2008 zwischen 46,00 € und 46,50 €. Unter der Voraussetzung einer auf Basis der Geschäftsjahre 2007 und 2008 gleichbleibenden Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2009 liegt die Bandbreite für die im Geschäftsjahr 2008 zugeteilte vierte Tranche zwischen 28,00 € und 28,50 €. Bei den Prognosen der Bandbreiten der Ausübungspreise für die dritte und vierte Tranche können sich allerdings noch Abweichungen ergeben, da die Laufzeit einer Tranche zwei Jahre beträgt und jeweils eine Dividendenzahlung innerhalb dieses Zeitraumes daher geschätzt werden musste. Zum 31. Dezember 2008 betrug der gewichtete Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit des Matching Stock Program noch 1,5 Jahre (31. Dezember 2007: 2 Jahre). Ein Ausübungspreis oder eine Bandbreite möglicher Ausübungspreise für die im Geschäftsjahr 2009 zuzuteilende fünfte und letzte Tranche des Matching Stock Program existieren noch nicht, da sich dieser erst 60 Handelstage vor dem Zuteilungszeitpunkt aus dem durchschnittlichen Aktienschlusskurs (Xetra-Handel) ergibt.

Der durchschnittlich beizulegende Zeitwert eines gewährten Eigenkapitalinstruments betrug im Geschäftsjahr 2008 nach Neufestsetzung des Ausübungspreises 3,30 € (Vorjahr: 3,40 €) und wurde mittels des Black-Scholes Bewertungsmodells für die restliche Programmlaufzeit bestimmt. Die Neubewertung (Repricing) im Geschäftsjahr 2007 wirkte sich auf die Tranchen drei bis fünf des Matching Stock Program geringer aus als auf die Tranchen eins und zwei, die sich zum Zeitpunkt der Neubewertung entweder kurz vor dem Zuteilungs- bzw. dem Ausübungszeitpunkt befanden. Daher sank der durchschnittlich beizulegende Zeitwert um 0,10 € je Phantom Stock auf 3,30 €.

Mitarbeiter-Aktienprogramm (MAP)

Der Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG (MTU) hat im zweiten Quartal 2008 für Konzernbeschäftigte das neue Mitarbeiter-Aktienprogramm (MAP) mit einer Laufzeit von 2 Jahren bis Juni 2010 aufgelegt. Teilnahmeberechtigt sind alle tariflichen und außertariflichen Konzernmitarbeiter, die in Deutschland beschäftigt, vergütet und eingesetzt werden. Der Erwerbskurs für die Namensaktien der MTU Aero Engines Holding AG richtete sich nach dem tiefsten Kurs vom 18. April 2008 (Erwerbszeitpunkt) und betrug damit 25,19 € je Aktie. Die MTU gewährt im Rahmen dieses Mitarbeiter-Aktienprogramms jedem MAP-Teilnehmer nach Ablauf einer zweijährigen Sperre einen sogenannten „Match“, d.h. der MAP-Teilnehmer erhält am Ende der Programmlaufzeit eine zu versteuernde Geldzahlung in Höhe von 50 % seines zum Programmstart in MTU-Aktien investierten Betrages. Der Zufluss des Match stellt grundsätzlich eine steuer- und sozialversicherungspflichtige Entgeltzahlung dar. Anstelle der Netto-Auszahlung hat der MAP-Teilnehmer darüber hinaus die Möglichkeit, den Netto-Matchbetrag in MTU-Aktien zu wandeln. Der Erwerbspreis richtet sich in diesem Fall nach dem Aktienkurs der MTU-Aktie in der Schlussauktion des XETRA-Handels des ersten Börsentages nach Ablauf der zweijährigen Sperrfrist.

Im Rahmen des MAP erwarben die Mitarbeiter insgesamt 192.959 Aktien zum Preis von 25,19 € je Aktie von der MTU. Die Bewertung des Abgangs der Aktien an die Mitarbeiter erfolgte nach der FIFO-Methode (first-in-first-out) im Gesamtwert von 8,2 Mio. € und einem Durchschnittswert von 42,28 € je Aktie. Da der Zufluss aus dem Verkauf der Aktien an die Mitarbeiter 4,9 Mio. € betrug, war die Kapitalrücklage um die Differenz in Höhe von 3,3 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) zu mindern.

30.5. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden. Die Gewinnrücklagen sind gegenüber dem Vorjahr um 69,5 % auf 325,3 Mio. € (Vorjahr: 191,9 Mio. €) gestiegen. Sie erhöhten sich im Geschäftsjahr 2008 um den Jahresüberschuss in Höhe von 179,7 Mio. € (Vorjahr: 154,1 Mio. €) und verminderten sich durch die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2007 in Höhe von 46,3 Mio. € (Geschäftsjahr 2006: 43,6 Mio. €).

30.6. Eigene Anteile

Erwerb eigener Anteile aufgrund Ermächtigungen durch die Hauptversammlungen im Geschäftsjahr 2008

Der Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG ist wie nachfolgend dargestellt ermächtigt, Aktien zurückzukaufen. Der Erwerb kann sowohl über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Der Gegenwert für den Erwerb der zu erwerbenden Aktien darf den Börsenkurs um nicht mehr als 10% über- bzw. unterschreiten, wobei etwaige Erwerbsnebenkosten außer Ansatz bleiben.

Aktienrückkauf aufgrund Ermächtigung vom 27. April 2007

Die Hauptversammlung der MTU hat den Vorstand am 27. April 2007 ermächtigt, über die Börse eigene Aktien bis zu insgesamt 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und ohne weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Die Ermächtigung galt bis zum 27. Oktober 2008. Der Vorstand hat in Ausübung dieser Ermächtigung bis zum 18. März 2008 insgesamt 5.369.663 Aktien (9,8 % des Grundkapitals vor der Kapitalherabsetzung vom 18. März 2008) erworben.

Aktienrückkauf aufgrund Ermächtigung vom 30. April 2008

Die Hauptversammlung der MTU hat den Vorstand am 30. April 2008 ermächtigt, für die Zeit vom 2. Mai 2008 bis einschließlich zum 30. Oktober 2009 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz (AktG) eigene Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals bis zu 10% des bei der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Der Vorstand hat nach der Kapitalherabsetzung durch Einziehung von 3.000.000 Aktien in Ausübung der Ermächtigung vom 30. April 2008 im Zeitraum vom 2. Mai 2008 bis zum 31. Dezember 2008 weitere 1.164.963 Aktien zurückgekauft.

Aktienrückkaufsentwicklung


Aktienerwerb bis zum 31. Dezember 2008

In Ausübung der erteilten Ermächtigungen zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 Aktiengesetz hat der Vorstand bis zum 31. Dezember 2008 insgesamt 6.534.626 Aktien zum Gesamtpreis von 217,8 Mio. € über die Börse zurückgekauft. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten der insgesamt zurückgekauften Aktien seit Beginn der Aktienrückkäufe im Geschäftsjahr 2006 bis zum Ende des Geschäftsjahres 2008 betrugen 33,33 € je Aktie.

Die für den Aktienrückerwerb insgesamt aufgewendeten Beträge wurden jeweils im Jahr des Rückkaufs erfolgsneutral im Eigenkapital in der Position „Eigene Anteile“ ausgewiesen. Zum Bestand der eigenen Aktien am 31. Dezember 2008 wird auf die Entwicklung der eigenen Aktien und des Gezeichneten Kapitals unter diesem Abschnitt verwiesen.

Aktienerwerb im Geschäftsjahr

Im Geschäftsjahr 2008 wurden insgesamt 2.151.604 Aktien (Vorjahr: 2.732.139 Aktien) zum Gesamtpreis von 56,4 Mio. € (Vorjahr: 118,7 Mio. €) erworben. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten betrugen dabei 26,19 € je Aktie (Vorjahr: 43,46 € je Aktie).

Der Erwerb der Aktien erfolgte zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen aus der begebenen Wandelschuldverschreibung sowie zur Ausgabe von Aktien im Rahmen des Matching Stock Program (MSP) an Konzernbeschäftigte.

Ausgabe von Aktien im Rahmen von Mitarbeiter-Aktienprogrammen


Matching Stock Program (MSP)

Von den erworbenen Aktien wurden im Geschäftsjahr 2007 bereits 112.612 Aktien an Vorstand und Führungskräfte im Rahmen der ersten Tranche des Matching Stock Program (MSP) ausgegeben.

Mitarbeiter-Aktienprogramm (MAP)

Im Zuge des Mitarbeiter-Aktienprogramms (MAP) wurden im Mai 2008 insgesamt 192.959 Aktien zu einem Gesamtpreis in Höhe von 4,9 Mio. € (25,19 € je Aktie) an Konzernbeschäftigte verkauft. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten für die im Rahmen des MAP verkauften Aktien an Konzernbeschäftigte betrugen ursprünglich 8,2 Mio. € und wurden im Eigenkapital den eigenen Anteilen entnommen. Die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und den ursprünglichen Anschaffungskosten in Höhe von insgesamt 3,3 Mio. € wurde hingegen der Kapitalrücklage belastet. (Zu den Programmerläuterungen wird auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und auf Abschnitt 30.4., Kapitalrücklage, verwiesen).

Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien

Aufgrund des Beschlusses von Vorstand und Aufsichtsrat vom 18. März 2008, das Grundkapital durch Einziehung von 3.000.000 Aktien herabzusetzen, reduzierte sich der Bestand zum 31. Dezember 2008 auf 3.229.055 eigene Aktien. Die Position „Eigene Anteile“ in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung ist in Höhe des auf die eigenen Aktien entfallenden Rückkaufswerts gemindert. Die Transaktionskosten im Zusammenhang mit dem Rückkauf der eigenen Aktien wurden – gemindert um die damit verbundenen Ertragsteuervorteile - vom Eigenkapital abgezogen. Die auf die eingezogenen eigenen Aktien entfallenden durchschnittlichen Anschaffungskosten erhöhten in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung die Position „Eigene Anteile“ in Höhe von 104,4 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €).

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung des Aktienrückkaufs, die Ausgabe von Belegschaftsaktien im Rahmen von Mitarbeiterbeteiligungsmodellen, den Bestand der eigenen Aktien sowie die Entwicklung des Gezeichneten Kapitals.


Von den insgesamt 6.534.626 erworbenen eigenen Aktien hat der Konzern im Juni 2007 im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsmodells Matching Stock Program (MSP) an die Programmteilnehmer 112.612 Aktien ausgegeben, da die vertraglich vereinbarten Ausübungsbedingungen für die im Juni 2005 zugeteilte erste Tranche erreicht bzw. überschritten war.

Mit Wirkung vom 18. März 2008 erfolgte durch Beschluss von Vorstand und Aufsichtsrat eine Kapitalherabsetzung durch Einziehung von 3.000.000 Stückaktien. Dabei wurde das Grundkapital um 3,0 Mio. € herabgesetzt und die Aktien eingezogen.

Im Rahmen des im Mai 2008 neu aufgelegten Mitarbeiter-Aktienprogramms (MAP) wurden weitere 192.959 Aktien an Mitarbeiter verkauft. Der Verkauf der eigenen Aktien ist in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung separat ausgewiesen.

Überleitung zur gewichteten, durchschnittlichen und sich im Umlauf befindlichen Anzahl der Aktien

Insgesamt betrug der Bestand an eigenen Aktien nach der Ausgabe im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsmodells Matching Stock Program (MSP), dem Verkauf der eigenen Aktien im Zusammenhang mit dem Mitarbeiter-Aktienprogramm (MAP) und nach der Einziehung der Aktien durch die Kapitalherabsetzung zum 31. Dezember 2008 3.229.055 (Vorjahr: 4.270.410 Aktien). Das sind 6,2 % des Grundkapitals (Vorjahr: 7,8 % des Grundkapitals vor der Kapitalherabsetzung).

Aufgrund des Aktienrückkaufs ergab sich für das Geschäftsjahr 2008 eine durchschnittliche und im Umlauf befindliche Aktienanzahl von 49.353.648 Stück (Vorjahr: 52.295.450). Die Zahl der am 31. Dezember 2008 von der MTU Aero Engines Holding AG ausgegebenen und dividendenberechtigten Aktien im Nennwert von einem Euro betrug 48.770.945 Stück (Vorjahr: 50.729.590 Stück).

Die nachstehende Übersicht zeigt die Entwicklung der zurückgekauften Aktien, im Rahmen des MAP im Juni 2008 an die Konzernbelegschaft veräußerten Aktien, die jeweiligen Monatsstände ausgegebener Aktien sowie die durchschnittliche Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien:


30.7. Kumuliertes übriges Eigenkapital (OCI)

Das kumulierte übrige Eigenkapital hat sich im Geschäftsjahr 2008 überwiegend in Folge der negativen Entwicklung der Marktbewertung derivativer Finanzinstrumente um insgesamt 25,7 Mio. auf -14,3 Mio. € (Vorjahr: 11,4 Mio. €) reduziert.

Im kumulierten übrigen Eigenkapital sind die Veränderungen aus der erfolgsneutralen Bewertung derivativer Finanzinstrumente für das Geschäftsjahr 2008 in Höhe von insgesamt -29,1 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €) sowie die Differenzen aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Abschlüssen ausländischer Tochterunternehmen in Höhe von 3,4 Mio. € (Vorjahr: -3,6 Mio. €) enthalten. Die Veränderungen der derivativen Finanzinstrumente beinhalten erfolgsneutral erfasste latente Steuern in Höhe von 14,1 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €).

Veränderungen der Marktwerte derivativer Finanzinstrumente im OCI

Die folgende Grafik zeigt neben der Veränderung der Brutto-Cashflow-Hedges auch die Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern im kumulierten übrigen Eigenkapital (OCI) sowie die Netto-Veränderung nach Steuern der Cashflow-Hedges der letzten drei Jahre. Die Veränderung der Marktwerte der Cashflow-Hedges nach latenten Steuern ist in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung im kumulierten übrigen Eigenkapital enthalten.


Im Geschäftsjahr 2008 reduzierte sich der Brutto-Marktwert der Cashflow-Hedges im übrigen kumulierten Eigenkapital vor Steuern um insgesamt 43,2 Mio. € (Vorjahr: + 0,2 Mio. €). Nach Berücksichtigung latenter Steuern in Höhe von 14,1 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €) betrug die Netto-Veränderung der Marktwerte für die Cashflow-Hedges -29,1 Mio. € (Vorjahr: +2,1 Mio. €).

Damit sank der Marktwert der im übrigen kumulierten Eigenkapital (OCI) erfolgsneutral berücksichtigten derivativen Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2008 auf -17,1 Mio. € (Vorjahr: +26,1 Mio. €). Der Stand der auf die Cashflow-Hedges entfallenden latenten Steuern betrug zum Ende des Geschäftsjahres 2008 somit 5,6 Mio. € (Vorjahr: -8,5 Mio. €); vergleiche hierzu den Stand der im übrigen kumulierten Eigenkapital bilanzierten latenten Steuern unter Abschnitt 39.

30.8. Angaben zum Kapitalmanagement

Die MTU ist bestrebt, ein starkes Finanzprofil aufrechtzuerhalten, um die Unternehmensfortführung und finanzielle Flexibilität ebenso wie das Vertrauen der Aktionäre zu gewährleisten.

Eines der Ziele des Kapitalmanagements der MTU ist es, ihr starkes Kreditrating bei institutionellen Ratingagenturen beizubehalten. Neben anderen nicht finanziellen Parametern basiert das Kreditrating auf Kennzahlen wie Eigenkapitalquote, Rentabilität, Liquidität und relative Verschuldung.

Die MTU konzentriert sich darauf, diese in einer wünschenswerten Bandbreite zu halten. Das derzeitige langfristige MTU-Rating von Standard & Poor’s ist BB+ (Ausblick: stabil) beziehungsweise Ba1 von Moody’s (Ausblick: stabil).

Der Konzern konzentriert sich daher beim Kapitalmanagement auf die Optimierung des Verhältnisses zwischen bereinigtem EBITDA und den Brutto-Finanzverbindlichkeiten (Finanzverbindlichkeiten zuzüglich Pensionsverpflichtungen), auf das Verhältnis zwischen Eigenkapital und Netto-Finanzverbindlichkeiten (Brutto-Finanzverbindlichkeiten abzüglich Pensionsverpflichtungen, derivativen finanziellen Forderungen, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten) sowie auf die Verbesserung der Eigenkapitalquote.

Die verzinslichen Brutto-Finanzverbindlichkeiten, die Netto-Finanzverbindlichkeiten und das Eigenkapital betrugen zum 31. Dezember 2008:


Das Verhältnis der verzinslichen Brutto-Finanzverbindlichkeiten zum bereinigten operativen Ergebnis (EBITDA bereinigt) ist unverändert geblieben. Die Finanzverbindlichkeiten (vor bilanzierten Pensionsverpflichtungen) bestanden im Wesentlichen aus der emittierten Wandelschuldverschreibung in Höhe von 145,4 Mio. € (Vorjahr: 167,3 Mio. €) sowie dem beanspruchten Revolving-Credit-Facility-Kreditrahmen in Höhe von 61,2 Mio. € (Vorjahr: 69,6 Mio. €). Die im Geschäftsjahr 2007 begebene Wandelschuldverschreibung hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit einer gleichbleibenden Verzinsung von 2,75 % p. a. Die Effektivverzinsung der Fremdkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibung beträgt 5,425 % p. a. Die zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen aus dem Wandlungsrecht der Wandelschuldverschreibung erforderlichen Aktien waren zum Jahresende 2008 bereits vom Markt zurückgekauft (siehe Abschnitt 30.6.).

Das Eigenkapital ist um 55,4 Mio. € (9,9 %) auf 617,4 Mio. € angestiegen. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich um 1,1 Prozentpunkte auf 19,3 % (Vorjahr 18,2 %). Das Gearing verschlechterte sich trotz Anstieg des Eigenkapitals geringfügig, da sich die Netto-Finanzverbindlichkeiten aufgrund der Marktbewertung der derivativen Finanzinstrumente um 31,3 Mio. € (14,0 %) erhöhten.

31. Rückstellungen für Pensionen

Für die Mitarbeiter der MTU existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungspläne. Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) geht das Unternehmen durch fest definierte Beitragsleistungen über diese Beitragszahlungen hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen (Defined Benefit Plans) besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter zu erfüllen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein rückstellungsfinanziertes Versorgungssystem.

Die Unterscheidung zwischen beitragsorientierten und leistungsorientierten Plänen kann im Einzelfall schwierig sein. So ist in Deutschland bei Beitragszusagen in der Regel eine Mindestleistung garantiert, für die auch bei Einschaltung eines externen Versorgungsträgers oder einer Versicherungsgesellschaft letztendlich der Arbeitgeber haftet (sog. finale Haftung des Arbeitgebers nach § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAvG). Rein formal könnte daher die Auffassung vertreten werden, dass diese Formen der betrieblichen Altersversorgung leistungsorientierte Pläne darstellen. Für Rechnungslegungszwecke ist der Begriff der beitragsorientierten Zusage hingegen wirtschaftlich auszulegen. Unter Berücksichtigung der noch nicht verabschiedeten IFRIC D 9 Interpretation (Employee Benefit Plans with a Promised Return on Contributions or Notional Contributions) sagt die MTU derzeit die im MTU-Konzern vorkommenden Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung bei Abwicklung über eine Versicherungsgesellschaft oder eine analog operierende rückgedeckte überbetriebliche Unterstützungskasse sowohl wirtschaftlich betrachtet als auch formalrechtlich als beitragsorientierte Pläne zu. Erst im Fall einer Unterdeckung, d. h. wenn der Barwert der garantierten Leistungen bzw. Mindestleistungen nicht durch Vermögen des externen Versorgungsträgers gedeckt ist, wäre die Unterdeckung bei der MTU zu bilanzieren. Sollte der unwahrscheinliche Fall der Unterdeckung eintreten oder sich die Auffassung des IFRIC in Bezug auf die Klassifikation des bei der MTU vorkommenden Durchführungsweges der betrieblichen Altersvorsorge ändern, könnte dies ggf. zu Anpassungen in der Bilanzierung führen. Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der MTU wären aus heutiger Sicht von untergeordneter Bedeutung. Allerdings könnte sich eine erhebliche Ausweitung der geforderten Anhangsangaben nach IAS 19.120 ff. ergeben.

31.1. Beitragsorientierte Pläne

Die Mitarbeiter in Deutschland erhalten Leistungen aus der gesetzlich festgelegten Sozialversicherung, deren Beiträge als Teil des Einkommens eingezahlt werden. Ab dem 1. Januar 2007 zahlt die MTU für die Mitarbeiter, die ab 1. Januar 2007 in das Unternehmen eingetreten sind, Beiträge an einen überbetrieblichen Versorgungsträger. Dieser Versorgungsträger - eine Unterstützungskasse - ist eine mit Sondervermögen ausgestattete, rechtlich selbständige Versorgungseinrichtung. Die Leistungen aus der Unterstützungskasse sind insolvenzgeschützt. Daneben existieren bei der MTU weitere arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherungszusagen sowie Zusagen aus der MTU Unterstützungskasse München. Da nach Zahlung der Beiträge an die öffentlichen und privaten Versicherungsträger für die Gesellschaft keine weiteren Verpflichtungen bestehen, werden diese Pläne als beitragsorientierte Pläne behandelt. Laufende Beitragszahlungen wurden als Aufwendungen für den betreffenden Zeitraum ergebniswirksam angesetzt.

Im Geschäftsjahr 2008 betrug der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung 32,0 Mio. € (Vorjahr: 31,9 Mio. €). Darüber hinaus wurden Beiträge an die kongruent rückgedeckte überbetriebliche Unterstützungskasse in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) gezahlt.


31.2. Leistungsorientierte Pläne

Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für Leistungspläne entspricht dem Barwert des erdienten Anteils der Versorgungsleistung (Defined Benefit Obligation) der Begünstigten – unter Berücksichtigung künftiger Steigerungen des erdienten Anteils an der Versorgungsleistung – abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwertes der Planvermögen, angepasst um kumulierte nicht erfasste versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste. Die Defined Benefit Obligation wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachter unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) berechnet. Für alle Versorgungspläne werden umfassende versicherungsmathematische Untersuchungen und Berechnungen jährlich durchgeführt.

Aus Erhöhungen oder Verminderungen entweder des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen oder des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens können versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entstehen, deren Ursachen unter anderem Änderungen der Berechnungsparameter, Schätzungsänderungen bezüglich des Risikoverlaufs der Pensionsverpflichtungen und Abweichungen zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Ertrag aus dem Planvermögen sein können. Die Zinssätze zur Ermittlung der Barwerte entsprechen im Regelfall denen von laufzeitkongruenten erstrangigen, festverzinslichen Industrieanleihen.

Aufgelaufene versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit sie 10 % des höheren Betrags aus Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen oder beizulegendem Zeitwert des jeweiligen Planvermögens nicht übersteigen, nicht bilanziert. Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die außerhalb dieses 10%-Korridors liegen, werden ab dem Folgejahr über die erwartete durchschnittliche Restlebensarbeitszeit der vom jeweiligen Plan erfassten Belegschaft verteilt.

Die Pensionsverpflichtungen der MTU Aero Engines Holding AG und der inländischen Konzernunternehmen werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung zukünftiger Entgelt- und Rentensteigerungen sowie anderer Leistungsanpassungen bewertet. Seit dem Geschäftsjahr 2007 wurden im Inland keine Direktzusagen für Neueintritte mehr ausgesprochen (geschlossene leistungsorientierte Pensionspläne). Im Ausland bestehen fondsfinanzierte Pensionspläne, die ganz oder teilweise mit Planvermögen gedeckt sind.

Die leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern der MTU resultieren aus der arbeitgeberfinanzierten Versorgungsordnung VO97 (bis 31. Dezember 2005), dem mit Wirkung zum 1. Januar 2006 neu eingeführten Versorgungsplan MTU kapitalPlus (Basiskonto) sowie dem Pension Capital (Basiskonto).

Neben der Grundversorgung besteht für die Mitarbeiter der MTU die Möglichkeit der Bildung eines persönlichen Vorsorgekapitals, das durch Beiträge der Mitarbeiter aufgebaut wird (Pension Capital Aufbaukonto). Darüber hinaus wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2008 im Zuge der Versorgungssystemumstellung das freiwillige, durch Beiträge der Mitarbeiter selbstfinanzierte Versorgungskapital zur Wahl durch das neue MTU kapitalPlus Aufbaukonto ersetzt. Ergebnisauswirkungen hieraus ergaben sich keine. Die Verpflichtung zur Finanzierung der Leistungszusage liegt weiterhin bei der MTU. Daher werden Pläne zur Vorsorgekapitalbildung als leistungsorientierte Pläne behandelt.


Der Finanzierungsstatus der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen stellt sich wie folgt dar:


Bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen wurden die folgenden versicherungsmathematischen Parameter zu Grunde gelegt:




Die Renditen für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen sind gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt nochmals angestiegen. Aus diesem Grund wurden die Pensions- und Jubiläumsverpflichtungen zum 31. Dezember 2008 mit 5,75 % (Vorjahr: 5,25 %) diskontiert. Als biometrische Grundlagen wurden für die Bewertung der inländischen Versorgungsverpflichtungen die Richttafeln von Dr. Heubeck RT 2005G verwendet; bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Die verwendeten Fluktuationswahrscheinlichkeiten wurden alters- und geschlechtsspezifisch geschätzt. Die erwartete Einkommensentwicklung umfasst erwartete Entgelt- und Einkommenssteigerungen, die unter anderem in Abhängigkeit von der Inflation und der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen jährlich geschätzt werden.

In den nachfolgenden Tabellen werden die Überleitungen der Verpflichtung (Defined Benefit Obligation) und die Analyse der Planfinanzierung auf den bilanzierten Rückstellungsbetrag dargestellt:


Vom Verpflichtungsumfang für Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen (DBO) in Höhe von 434,2 Mio. € (Vorjahr: 423,9 Mio. €) entfallen 418,5 Mio. € (Vorjahr: 403,7 Mio. €) auf inländische Konzerngesellschaften; dies entspricht rund 96,4 % (Vorjahr: 95,2 %) des Gesamtbetrages.

Die sich nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ergebende Pensionsverpflichtung der MTU wird um den beizulegenden Zeitwert eines fondsfinanzierten und eines kapitalgedeckten Versorgungssystems in Höhe von 25,1 Mio. € (Vorjahr: 29,8 Mio. €) gekürzt.

Zum 31. Dezember 2008 betrugen die aufgelaufenen versicherungsmathematischen Verluste 20,8 Mio. € (Vorjahr: 18,5 Mio. €). Trotz der Erhöhung der Gehalts- und Rentendynamiken, geänderter biometrischer Grundlagen und niedrigerer Fluktuationsraten ergab sich für das Geschäftsjahr 2008 zunächst aufgrund der Erhöhung des Rechnungszinsfußes um 0,5 Prozentpunkte gegenüber den Planerwartungen ein versicherungsmathematischer Gewinn. Die versicherungsmathematischen Verluste der Planvermögen betrugen hingegen 3,5 Mio. €, so dass sich die ungetilgten versicherungsmathematischen Verluste zum 31. Dezember 2008 um 2,3 Mio. € (12,4 %) erhöhten.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens der MTU Maintenance Canada Ltd., Kanada, übersteigt deren Pensionsverpflichtungen. Die Überdeckung des Planvermögens wird nach IAS 19 als Aktivposten unter den sonstigen Vermögenswerten in Höhe von 1,9 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) ausgewiesen, da ein wirtschaftlicher Nutzen in Form von Rückerstattungen aus den Vermögenswerten wahrscheinlich ist.

Die Überleitung der Pensionsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:


Die in 2008 entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne ergaben sich im Wesentlichen aus der Änderung der Diskontierungssätze bei den Versorgungsplänen der ausländischen Konzerngesellschaften.

Die Umstellung des Versorgungssystems VO97 auf die Versorgungsordnung MTU kapitalPlus Basiskonto führte im Vorjahr durch unterschiedlich einfließende Zinssätze und durch Strukturänderungen der Bewertungsparameter der Versorgungssysteme auf unverfallbare Anwartschaften zu einer Absenkung der Pensionsverpflichtung durch negativ nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand in Höhe von 24,0 Mio. €, der ertragswirksam zu erfassen war.

Der Gesamtaufwand der Pensionsverpflichtungen setzt sich wie folgt zusammen:


Die Zinsaufwendungen und die erwarteten Erträge aus fonds- und kapitalgedeckten Planvermögen werden im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens lässt sich wie folgt herleiten:


Fondsfinanziertes Planvermögen

Das fondsfinanzierte Planvermögen betrifft die MTU Maintenance Canada Ltd., Kanada, und enthält weder Wertpapiere von Konzernunternehmen noch seitens des MTU-Konzerns genutztes Vermögen. Im Geschäftsjahr 2008 erfolgte eine geringe Umschichtung des Planvermögens von Aktien zu festverzinslichen Wertpapieren. Das Planvermögen setzt sich folgendermaßen zusammen:


Die erwartete Rendite für jede Kategorie der Vermögenswerte wurde unter Berücksichtigung allgemein zugänglicher Kapitalmarktprognosen ermittelt. Der erwartete Ertrag der festverzinslichen Wertpapiere orientiert sich an der Fristigkeit des gehaltenen Wertpapierportfolios und der hierfür erzielbaren Rendite am Bilanzstichtag. Der erwartete Ertrag aus Aktien spiegelt die langfristige Renditeerwartung am Aktienmarkt wider. Bei der Bewertung des fondsfinanzierten Planvermögens wurde daher insgesamt wie im Vorjahr eine erwartete Rendite von 7,25 % angesetzt. Das fondsfinanzierte Planvermögen ist zweckgebunden und besteht überwiegend aus Aktien und festverzinslichen Wertpapieren.

Kapitalgedecktes Planvermögen

Kapitalgedecktes Planvermögen betrifft eine Darlehensforderung der MTU München Unterstützungskasse gegenüber dem Konzernträgerunternehmen, der MTU München GmbH, und betrug zum 31. Dezember 2008 insgesamt 11,4 Mio. € (Vorjahr: 10,8 Mio. €). Die MTU München Unterstützungskasse GmbH erfüllt ab dem Geschäftsjahr 2007 die Voraussetzungen für das Vorliegen von Planvermögen gemäß IAS 19.7.


Finanzierungsstand und erfahrungsbasierte Anpassungen

Die erfahrungsbedingte Anpassung der Pensionsverpflichtung (DBO) entspricht der Differenz der DBO zum Bilanzstichtag, berechnet mit den zu Periodenbeginn getroffenen Annahmen, und der DBO zum Bilanzstichtag berechnet mit den aktuellen Annahmen, aber dem alten, zu Periodenbeginn geltenden Diskontierungszinssatz.

Die erfahrungsbedingte Anpassung des Planvermögens entspricht den im Geschäftsjahr entstandenen versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus dem Planvermögen.


Die Arbeitgeberbeiträge zum fondsfinanzierten Planvermögen für das Geschäftsjahr 2009 werden voraussichtlich zwischen 1,0 und 1,2 Mio. € betragen.

32. Ertragsteuerschulden

Die Ertragsteuerschulden in Höhe von 23,0 Mio. € (Vorjahr: 38,8 Mio. €) für die Kalenderjahre 2007 und 2008 betreffen die Körperschaftsteuer in Höhe von 15,5 Mio. € (Vorjahr: 25,7 Mio. €), die Gewerbeertragsteuer in Höhe von 7,3 Mio. € (Vorjahr: 13,0 Mio. €) sowie Steuern vom Einkommen und Ertrag ausländischer Konzerngesellschaften in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €).


Die Ertragsteuerschulden haben sich wie folgt entwickelt:


33. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen für sonstige Steuern, Verpflichtungen aus dem Personalbereich, Verpflichtungen wegen drohender Verluste aus schwebenden Geschäften vertraglicher Natur, und Gewährleistungen sowie identifizierte und bewertete Eventualschulden aus der Kaufpreisallokation.

Nachfolgend sind die wesentlichen Rückstellungsinhalte aufgeführt:


Mit Ausnahme der in den anderen Verpflichtungen enthaltenen im Rahmen des Unternehmenserwerbs identifizierten und bewerteten Eventualschulden für Triebwerksprogramme erwartet die MTU für die Mehrheit der Rückstellungen, dass sie in der Regel innerhalb der nächsten ein bis fünf Jahre fällig werden.

Sonstige Steuerverpflichtungen

Steuerrückstellungen betreffen wahrscheinliche Verpflichtungen für Verkehrssteuern und sonstige betriebliche Steuern, die für das Geschäftsjahr sowie für Vorjahre gebildet wurden.

Verpflichtungen aus dem Personalbereich

In den Rückstellungen für Personalaufwendungen sind Verpflichtungen für Erfolgsbeteiligungen und Tantiemen in Höhe von 32,2 Mio. € (Vorjahr: 32,3 Mio. €), für Altersteilzeit in Höhe von 1,7 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €), für Jubiläumszahlungen in Höhe von 5,6 Mio. € (Vorjahr: 5,7 Mio. €) sowie für Strukturanpassungsmaßnahmen im Zuge der ERA-Einführung in Höhe von 15,5 Mio. € (Vorjahr: 16,4 Mio. €) enthalten. Die Rückstellungen für Jubiläen und für die Altersteilzeit werden abgezinst mit ihrem Barwert passiviert.

Verpflichtungen wegen drohender Verluste, vertraglicher Verpflichtungen und Gewährleistungen

Die Risiken aus Gewährleistungen, vertraglichen Verpflichtungen und für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften betreffen gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich und deren voraussichtliche Höhe zuverlässig schätzbar ist. Die Rückstellungen wurden ausgehend von den Erfahrungswerten der Vergangenheit unter Berücksichtigung der Verhältnisse am Bilanzstichtag bewertet.

Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften bestanden bei der MTU für zu erwartende Verluste in der Zivilen Triebwerksinstandhaltung für Instandhaltungsaufträge in Höhe von 9,9 Mio. € (Vorjahr: 14,2 Mio. €).

Neben den generellen Geschäftsrisiken sieht die MTU insbesondere Risiken beim Triebwerksprogramm TP400-D6 für den neuen Airbus-Militärtransporter A400M. Die MTU ist in ein Konsortium eingebunden, das von vier europäischen Unternehmen gebildet wird. Entsprechend ihres Programmanteils müssen die Partner Mehrkosten für Entwicklung und Fertigung selbst tragen. Ein Teil dieser möglichen künftigen Belastungen ist durch eine Rückstellung für mögliche vertragliche Verpflichtungen abgedeckt.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen für Inbetriebnahmen, bereits abgerechnete Aufträge veräußerter Produkte und andere verschiedene Dienstleistungen.

Andere Verpflichtungen

Die Rückstellungen für andere Verpflichtungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verbindlichkeiten.

Der kurzfristige Teil der Rückstellungen für Andere Verpflichtungen beinhaltet Verpflichtungen für nachlaufende Kosten in Höhe von 53,5 Mio. € (Vorjahr: 48,5 Mio. €), Erlösschmälerungen in Höhe von 79,1 Mio. € (Vorjahr: 63,1 Mio. €) sowie Haftungsverhältnisse aus Absatzfinanzierungen im Rahmen bestehender Risk- and Revenue-Vertragsverhältnisse (Abschnitt 43.1.). Der kurzfristige Teil der Verpflichtungen erhöhte sich insgesamt um 12,5 Mio. € (9,5 %).

Der langfristige Teil der anderen Verpflichtungen betrifft fortgeführte Bewertungen der im Rahmen des Unternehmenserwerbs durch Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) von der damaligen DaimlerChrysler AG identifizierten und bewerteten Eventualschulden für Triebwerksprogramme. Die Bewertung der Eventualschulden erfolgte gemäß IFRS 3.48. Dabei sind Zahlungsmittelzu- und -abflüsse berücksichtigt. Bei der Bewertung der Verpflichtungen aus Eventualschulden wird für Verpflichtungen unverändert von Laufzeiten zwischen 9 und 15 Jahren ausgegangen. Die Eventualschulden reduzierten sich insgesamt um 27,5 Mio. € (-11,6 %).

Im Folgenden ist jeweils separat die Entwicklung der kurzfristigen und langfristigen Rückstellungen sowohl für das laufende Geschäftsjahr als auch für die Vergleichsperioden dargestellt:












34. Finanzverbindlichkeiten

Unter den Finanzverbindlichkeiten wurden alle originären und derivativen finanziellen Verpflichtungen im Konzern der MTU Aero Engines Holding AG ausgewiesen, die zum jeweiligen Bilanzstichtag bestanden. Sie setzen sich wie folgt zusammen:


Anleihen

Die MTU Aero Engines Finance B.V., Amsterdam, Niederlande, hat am 23. Januar 2007 mit Wirkung zum 1. Februar 2007 eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von nominal 180,0 Mio. € unter der Garantie der MTU Aero Engines Holding AG begeben. Die Wandelschuldverschreibung wurde mit einer Stückelung zu je 100.000 € und einer Laufzeit bis zum 1. Februar 2012 emittiert.

Die Anleihe ist mit einem Wandlungsrecht in nennwertlose Stückaktien der MTU Aero Engines Holding AG ausgestattet, das nach Ermessen des jeweiligen Inhabers ab dem 13. März 2007 bis zum 18. Januar 2012 gemäß den „Anleihebedingungen“ zu einem bei Ausgabe festgelegten Wandlungskurs in Höhe von 49,50 € (vor etwaiger Verwässerung des Grundkapitals durch Kapitalerhöhung aufgrund Umwandlung der Kapitalrücklage oder Gewinnrücklagen, Aktiensplit oder Zusammenlegung von Aktien und Kapitalherabsetzung sowie Kontrolländerung) ausgeübt werden kann. Der Zinskupon beträgt 2,75 % p. a. und ist jährlich, erstmals am 1. Februar 2008, fällig. Ab dem 15. Februar 2010 ist die MTU Aero Engines Holding AG bei entsprechender Kursentwicklung der Aktien – mit einer entsprechenden Ankündigungsfrist – berechtigt, gemäß den Anleihebedingungen die Wandelschuldverschreibung vorzeitig zum Nennbetrag zuzüglich der darauf bis zum Tag der Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen zurückzuzahlen.

Des Weiteren ist die MTU Aero Engines Holding AG berechtigt, noch ausstehende Wandelschuldverschreibungen insgesamt zu kündigen und vorzeitig zum Nennbetrag zuzüglich der darauf bis zum Tag der Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen zurückzuzahlen, falls der Gesamtnennbetrag der ausstehenden Wandelschuldverschreibungen zu irgendeinem Zeitpunkt unter 10% des Gesamtnennbetrags der ursprünglich begebenen Schuldverschreibungen fällt.

Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 19,25 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 19,25 Mio. neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die gemäß der von der Hauptversammlung der Gesellschaft am 30. Mai 2005 beschlossenen Ermächtigung begeben werden.

Die Wandelschuldverschreibung wurde beim erstmaligen Ansatz entsprechend der wirtschaftlichen Substanz der vertraglichen Vereinbarung und der Definitionen des IAS 32.11 in einen Fremdkapital- und in einen Eigenkapitalanteil klassifiziert. Der Fremdkapitalanteil wurde zum beizulegenden Zeitwert unter Einschluss der direkt der Emission zuzurechnenden Transaktionskosten bewertet. Hierzu wurde der Barwert der künftigen Zahlungsströme aus den vertraglichen Verpflichtungen (Convertible Bonds Underwriting Agreement vom 23. Januar 2007) durch Diskontierung mit dem Marktzinssatz von 5,425 % p. a., den die MTU bei Emission einer Schuldverschreibung ohne Wandlungsrecht hätte zahlen müssen, ermittelt.

In der Folgezeit wurde die Fremdkapitalkomponente mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendungen der Effektivzinsmethode bewertet, so dass der Aufwand über die vertragliche Laufzeit der Wandelschuldverschreibung aus der Aufzinsung mit dem angewandten Zinssatz besteht.

Der ursprüngliche Eigenkapitalanteil aus der emittierten Wandelschuldverschreibung in Höhe von 17,6 Mio. € wurde, unter Berücksichtigung latenter Steuern, direkt im Eigenkapital berücksichtigt. Die auf die Eigenkapitalkomponente entfallenden Transaktionskosten wurden, gemindert um damit verbundene Ertragsteuervorteile, vom Eigenkapitalanteil abgezogen.

Rückkauf von Wandelanleihen vor Endfälligkeit in 2008

Die MTU hat im Zeitraum vom 17. September bis 31. Oktober 2008 eigene Wandelanleihen im Nominalvolumen von 27,2 Mio. € (ca. 15,1 % des ursprünglich emittierten Nominalvolumens von 180,0 Mio. €) vor Endfälligkeit vom Markt zurückgekauft. Der Rückkaufpreis belief sich (inkl. Transaktionskosten, aber ohne Stückzinsen) auf insgesamt 21,9 Mio. €, was einem durchschnittlichen Rückkaufpreis von 80,7 % entsprach.

Der aufgewendete Rückkaufbetrag wurde nach IAS 32.AG 33 – wie bei der Emission – in einen Eigenkapital- und einen Fremdkapitalanteil aufgeteilt, wobei die Methodik der Aufteilung derjenigen, welche bei der Emission nach IAS 32.28-32 angewendet wurde, entspricht. Aus Vereinfachungs- und Wesentlichkeitsgründen wurde nicht jeder einzelne Rückkauf separat in einen Eigenkapital- und einen Fremdkapitalanteil aufgeteilt, sondern es wurde jeweils eine Aufteilung für die kumulierten Rückkäufe im September 2008 und die kumulierten Rückkäufe im Oktober 2008 vorgenommen. Der durchschnittliche Rückkaufpreis für die Rückkäufe in Höhe von nominal 7,0 Mio. € im September 2008 belief sich auf 81,9 % und der durchschnittliche Rückkaufpreis für die Rückkäufe in Höhe von nominal 20,2 Mio. € im Oktober 2008 belief sich auf 80,3 %.

Bei den Rückkäufen im September 2008 wurden vom Rückkaufbetrag von effektiv 5,7 Mio. € der Fremdkapitalkomponente insgesamt 5,2 Mio. € und der Eigenkapitalkomponente 0,5 Mio. € zugeordnet. Die Differenz des Fair Values der Fremdkapitalkomponente zu den fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 1,2 Mio. € wurde nach IAS 32.AG34 (a) erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Die Eigenkapitalkomponente (nach Steuern) hat nach IAS 32.AG34 (b) erfolgsneutral das Eigenkapital (Kapitalrücklage) gemindert.

Bei den Rückkäufen im Oktober 2008 wurden vom Rückkaufbetrag von effektiv 16,2 Mio. € der Fremdkapitalkomponente insgesamt 14,8 Mio. € und der Eigenkapitalkomponente 1,4 Mio. € zugeordnet. Die Differenz des Fair Values der Fremdkapitalkomponente zu den fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 3,8 Mio. € wurde nach IAS 32.AG34 (a) erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Die Eigenkapitalkomponente (nach Steuern) hat nach IAS 32.AG34 (b) erfolgsneutral das Eigenkapital (Kapitalrücklage) gemindert.

Die Aufteilung der aufgewendeten Rückkaufbeträge auf die Fremdkapital- und die Eigenkapitalkomponente unterliegt erheblichen Ermessensspielräumen, da – nach Auffassung der MTU – in Folge der Finanzmarktkrise die Credit Spreads im Erwerbszeitraum auf extrem hohe Werte gestiegen sind, die die unverändert gute Bonität der MTU nicht adäquat widerspiegeln. Bei entsprechender Ausübung des Ermessens für die Aufteilung der Rückkaufbeträge auf die Fremdkapital- und die Eigenkapitalkomponente an der oberen bzw. unteren Grenze der am Markt beobachtbaren Parameter wäre für die Rückkäufe im September 2008 ein um 0,4 Mio. € höherer oder ein um 0,5 Mio. € niedrigerer Ergebnisausweis und für die Rückkäufe im Oktober 2008 ein um 1,4 Mio. € höherer oder ein um 1,4 Mio. € niedrigerer Ergebnisausweis ebenso angemessen gewesen.

Nach dem Rückkauf der Wandelschuldanleihen im Nominalvolumen von 27,2 Mio. € vor Endfälligkeit würden zum Ende des Geschäftsjahres 2008 rund 3,1 Mio. nennwertlose Stückaktien (Vorjahr: 3,6 Mio.) dem bedingten Kapital entsprechen. Die Ausübung dieser Wandlungsrechte hätte im laufenden Geschäftsjahr zu einem reduzierten Ergebnis je Aktie von 0,10 € geführt (Vorjahr: 0,11 €, siehe Abschnitt 16.). Zu den weiteren Erläuterungen bezüglich der bedingten Kapitalerhöhung (Bedingtes Kapital) wird auf Abschnitt 30.3. verwiesen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Finanzierung des Konzerns erfolgt in der Währung Euro, im Wesentlichen durch die vorbezeichnet beschriebene Wandelschuldverschreibung, die Inanspruchnahme von langfristigen Darlehen sowie durch Bankkredite (Revolving Credit Facility). Innerhalb dieser Bankkredite verfügt der Konzern über einen Überziehungskredit in Höhe von 250,0 Mio. €, der mit einer Gruppe von Banken abgeschlossen wurde. Aus diesem Kreditrahmen wurden mit drei Banken direkte Kreditvereinbarungen über jeweils 40,0 Mio. € (ancilliary facilities) vereinbart.

Zum 31. Dezember 2008 hat der Konzern im Rahmen dieser bilateralen Bankkredite über 120,0 Mio. € Mittel in Höhe von 61,2 Mio. € (Vorjahr: 69,6 Mio. €) in Anspruch genommen. Von der insgesamt verbleibenden Kreditlinie in Höhe von 188,8 Mio. € gelten zum Bilanzstichtag weitere 16,9 Mio. € (Vorjahr: 16,5 Mio. €) durch Avale als beansprucht. Die Verzinsung aus der effektiv in Anspruch genommenen Kreditlinie erfolgt auf Basis marktüblicher Referenzsätze zuzüglich einer Marge. Nicht in Anspruch genommene Kreditfazilitäten unterliegen einer geringen Bereitstellungsprovision.

Am 31. Dezember 2008 hat die MTU einschließlich aller Tochtergesellschaften die Kreditauflagen und Verpflichtungen (Covenants) aus allen Finanzierungsverträgen erfüllt.

Die sonstigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 21,3 Mio. € (Vorjahr: 26,5 Mio. €) betreffen Darlehen von Tochterunternehmen gegenüber Dritten.

Sonstige Finanzverbindlichkeiten

Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverträgen betreffen aktivierte und nach der Effektivzinsmethode fortgeschriebene Leasingverpflichtungen. Zur bilanziellen Behandlung und zum Überblick der aktivierten Leasinggegenstände wird auf die Abschnitte 5.6. und 20. verwiesen.

Im Geschäftsjahr 2008 wurde die steuerliche Außenprüfung für den Zeitraum 2000 bis 2003 abgeschlossen. Da im Prüfungszeitraum eine steuerliche Organschaft mit der Daimler AG bestand, wurden die Prüfungsfeststellungen im Rahmen der steuerlichen Veranlagung der Daimler AG berücksichtigt. Die anfallenden Mehrsteuern führten zu einer nachträglichen Anpassung des in 2003 vereinbarten Kaufpreises (Firmenwert) für den MTU-Konzern. Zu weiteren Erläuterungen wird auf Abschnitt 19. verwiesen.

Das Darlehen von der Provinz British Columbia an die MTU Maintenance Canada Ltd., Kanada, ist zu fortgeführten Anschaffungskosten passiviert. Die Veränderung zum Vorjahr ist überwiegend auf die Wechselkursänderungen zwischen dem Euro (€) und dem Kanadischen Dollar (CAD) zurückzuführen.

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 48,4 Mio. € (Vorjahr: 8,9 Mio. €) betreffen überwiegend Marktwertbewertungen der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte und für Nickelterminkontrakte.

Die folgenden beiden Aufstellungen zeigen die Vorjahres-Vergleichswerte der Finanzverbindlichkeiten:




35. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen


Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist innerhalb eines Jahres fällig. Die Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen sind unter Abschnitt 42.1.1. detailliert dargestellt.

36. Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung

Auftragsfertigung

Die Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung enthalten überwiegend Anzahlungen für die Auftragsfertigung einzelner Triebwerksprogramme.


Die erhaltenen Anzahlungen aus der Auftragsfertigung und die Forderungen aus der Auftragsfertigung können einzelnen Triebwerksprogrammen zugeordnet werden. Um den wirtschaftlichen Gehalt besser widerzuspiegeln, wurden den erhaltenen Anzahlungen für Auftragsfertigung die jeweiligen Forderungen aus der Auftragsfertigung zugeordnet. Daher wurden im Geschäftsjahr 2008 insgesamt 247,3 Mio. € (Vorjahr: 196,4 Mio. €) erhaltene Anzahlungen für Auftragsfertigung in die Position Forderungen aus Auftragsfertigung (Abschnitt 24.) umgegliedert und mit den wirtschaftlich zugehörigen Forderungen aus der Auftragsfertigung verrechnet.

Erhaltene Anzahlungsüberschüsse über die Forderungen aus der Auftragsfertigung mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten werden auf den beizulegenden Zeitwert diskontiert.

Die folgenden Tabellen zeigen die Vergleichswerte der Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung für die Geschäftsjahre 2007 und 2006:




37. Sonstige Verbindlichkeiten


Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten folgende Sachverhalte:


Sonstige Steuern und Soziale Sicherheit

Die Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 16,5 Mio. € (Vorjahr: 11,2 Mio. €) betreffen abzuführende Lohn- und Kirchensteuern, Solidaritätsabgaben sowie Verkehrssteuern. Die Verbindlichkeiten aus der Sozialen Sicherheit betreffen überwiegend Beiträge an die Berufsgenossenschaften in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Krankenkassen in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €).

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterverbindlichkeiten betreffen nicht genommenen Urlaub, Gleitzeitguthaben, Verpflichtungen aus Altersteilzeit sowie Verpflichtungen aus früheren Effizienzsteigerungsprogrammen. Verpflichtungen für Erfolgsbeteiligungen und Tantiemen, für Teile der Altersteilzeit, für Jubiläumszahlungen sowie für Strukturanpassungsmaßnahmen im Zuge der ERA-Einführung sind in den sonstigen Rückstellungen enthalten. Hierzu wird auf Abschnitt 33. verwiesen.

Abgegrenzter Zinsaufwand

Langfristig erhaltene Anzahlungen für Auftragsfertigung werden für den Zeitraum der Gewährung der erhaltenen Anzahlungen mit dem entsprechenden Marktzins diskontiert und bis zur Triebwerksauslieferung in den sonstigen Verbindlichkeiten abgegrenzt. Die Zinsaufwendungen betreffen erhaltene Anzahlungen für langfristige militärische Auftragsfertigungen in Höhe von 11,5 Mio. € (Vorjahr: 8,5 Mio. €) sowie für erhaltene Anzahlungen für langfristige Triebwerksprogramme im Zivilen Triebwerksgeschäft in Höhe von 3,2 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €). Zu weiteren Erläuterungen wird auf Abschnitt 5.8. verwiesen.

Übrige sonstige Verbindlichkeiten

Die übrigen sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten im Rahmen von Finance Leasingverträgen für Triebwerke, die in der Zivilen Triebwerksinstandhaltung Fluggesellschaften zur Überbrückung während der Instandhaltungsdauer der Triebwerke zur Verfügung gestellt werden. Die übrigen sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten betreffen eine Vielzahl kleinerer Einzelverpflichtungen.

Die folgenden Tabellen zeigen die Vergleichswerte der sonstigen Verbindlichkeiten für die Geschäftsjahre 2007 und 2006:




Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem beizulegenden Zeitwert der MTU ersichtlich:






Einbezogen werden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2008 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht in die Übersicht ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2008 gefixten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten und Eventualschulden (Haftungsverhältnisse aus RRSP, Bürgschaften und Haftungen) sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet. Bezüglich der Buchwertangaben wird auf Abschnitt 43.1. verwiesen.

38. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten


Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

In der folgenden Übersicht werden die Buchwerte der Finanzinstrumente aggregiert nach Bewertungskategorien dargestellt, unabhängig davon, ob diese angesetzt oder nicht angesetzt wurden, und unabhängig davon, ob die Finanzinstrumente von IFRS 7 oder IAS 39 erfasst werden. Darüber hinaus beinhaltet die Aufstellung die Wertansätze der jeweiligen Bewertungskategorien. Die Buchwerte der Bewertungskategorien werden am Schluss den beizulegenden Zeitwerten zu Vergleichszwecken gegenübergestellt. Zur Erläuterung und für Zwecke der Übersetzung der nach internationalen Rechnungslegungsstandards definierten und ausgewiesenen Bezeichnungen der Bewertungskategorien wird auf die Abschnitte 5.10. und 5.12. verwiesen.


Finanzinstrumente, die weder von IFRS 7 noch von IAS 39 erfasst werden, betreffen im Wesentlichen Pensionszusagen beziehungsweise Planvermögen sowie sonstige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern gemäß IAS 19.

 

Die folgenden Aufstellungen beinhalten die Vergleichswerte der Geschäftsjahre 2007 und 2006 zu den Buchwerten, Wertansätzen und den beizulegenden Zeitwerten nach Bewertungskategorien:




Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.

Der beizulegende Zeitwert der Wandelschuldverschreibung entspricht dem Nominalwert der ausstehenden Wandelschuldverschreibungen von 152,8 Mio. € (Vorjahr: 180,0 Mio. €), multipliziert mit der entsprechenden Kursnotierung von 84 % (Vorjahr: 107 %) am Abschlussstichtag, und beträgt damit 128,4 Mio. € (Vorjahr: 192,6 Mio. €). Auf Basis der am Bilanzstichtag vorherrschenden Marktprämissen über risikofreie Zinssätze für die Restlaufzeit der Wandelschuldverschreibung, Wandlungspreis, aktuellem Aktienkurs, erwarteter Dividendenzahlung sowie Volatilität der MTU-Aktie ergab sich ein anteiliger Wert je Wandlungsrecht in Höhe von 4,46 € (Vorjahr: 9,12 €).

Bei insgesamt noch 3.086.869 (Vorjahr: 3.636.364) ausstehenden Wandlungsrechten beträgt der rechnerische Marktwert des Eigenkapitalanteils aus der Wandelschuldverschreibung somit 13,8 Mio. € (Vorjahr: 33,1 Mio. €).

Entsprechend betrug der beizulegende Zeitwert des Fremdkapitalanteils zum Abschlussstichtag 114,6 Mio. € (Vorjahr: 159,5 Mio. €). Unter Berücksichtigung der in den 11 Monaten bis zum 31.12.2008 aufgelaufenen Zinsabgrenzung in Höhe von 3,9 Mio. € (Vorjahr: 4,5 Mio. €) ergibt sich ein beizulegender Zeitwert zuzüglich Zinsabgrenzung in Höhe von 118,5 Mio. € (Vorjahr: 164,0 Mio. €). Der Buchwert inklusive Zinsabgrenzung für 11 Monate beläuft sich auf 145,4 Mio. € (Vorjahr: 167,3 Mio. €).

Aus der nachstehenden Tabelle sind die Gewinn- und Verlusteffekte aus Transaktionen der Finanzinstrumente pro Bewertungskategorie ersichtlich. Zinserträge und Zinsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, werden hingegen nicht ausgewiesen:


Die Zinsen aus Finanzinstrumenten werden im Zinsergebnis ausgewiesen (siehe Abschnitt 11.). Die übrigen Komponenten des Nettoergebnisses erfasst die MTU im sonstigen Finanzergebnis (Abschnitt 13.), ausgenommen die der Bewertungskategorie Loans and Receivables zuzuordnenden Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die unter den Vertriebskosten ausgewiesen werden, und Kursgewinne bzw. Kursverluste aus der Währungsumrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die in den Umsatzerlösen bzw. Umsatzkosten enthalten sind. Das Ergebnis aus dem at equity bewerteten Joint Venture Pratt & Whitney Canada Customer Service Centre Europe GmbH in Höhe von -1,0 Mio. € (Vorjahr: -2,3 Mio. €) wird im Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen (Abschnitt 12.).

Erläuterung zum Zinsergebnis

Das Zinsergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten der Bewertungskategorie Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (Aufwendungen in Höhe von –10,5 Mio. €) schließt im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus der Wandelschuldverschreibung und aus sonstigen Finanzverbindlichkeiten ein. Ferner werden darunter auch Zinserträge aus der Abzinsung von Darlehensverbindlichkeiten subsumiert.

Erläuterung zu Beteiligungen

Das Sonstige Finanzergebnis enthält neben dem Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen (Abschnitt 14.) auch das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (Abschnitt 13.).

Erläuterung zur Folgebewertung


Fair Value Bewertungen

Die zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewerteten Finanzinstrumente betreffen im Wesentlichen Wertpapiertransaktionen, Kursgewinne und Kursverluste aus nicht effektiven Währungssicherungsgeschäften sowie Verluste aus der Bewertung von Zinsderivaten.

Währungsumrechnung

Die Verluste aus der Währungsumrechnung von den der Bewertungskategorie Loans and Receivables zugeordneten finanziellen Vermögenswerte in Höhe von –1,1 Mio. € resultieren überwiegend aus Kursgewinnen und Kursverlusten aus der Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Die in den übrigen, weder von IFRS 7 noch von IAS 39 erfassten Finanzinstrumente gezeigten Kursverluste sind im Wesentlichen auf die Umrechnung der in US-Dollar gehaltenen Devisenbestände zurückzuführen.

Aus der nachstehenden Tabelle sind die Vorjahreseffekte aus Transaktionen der Finanzinstrumente pro Bewertungskategorie ersichtlich.


Im Geschäftsjahr 2007 ist im Zinsergebnis der Aufwand für die vorzeitige Rückzahlung des High Yield Bond enthalten. Der der Bewertungskategorie Financial Liabilities Held for Trading zugeordnete Abgang betraf im Geschäftsjahr 2007 veräußerte Wertpapiere, die der Kategorie Financial Assets Held for Trading zugeordnet waren.


39. Latente Steuern

Latente Steuern spiegeln temporäre Bewertungsdifferenzen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aufgrund eines unterschiedlichen Wertansatzes nach Steuerrecht und IFRS wider. Latente Steuern werden unmittelbar dem Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben, wenn sich die Steuer auf Posten bezieht, die ebenfalls unmittelbar dem Eigenkapital gutgeschrieben oder belastet werden. Zukünftige steuerliche Auswirkungen aus operativen Verlusten und vortragsfähigen Steuergutschriften werden ebenfalls bei der Berechnung der latenten Steuern berücksichtigt.

Latente Ertragsteueransprüche und latente Ertragsteuerschulden wurden für die folgenden Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eigenkapitalpositionen gebildet:


Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern basieren auf einer Einschätzung des Managements über den Grad der zukünftigen Realisierbarkeit. Die heutige Einschätzung der Höhe der temporären Differenzen der noch nicht genutzten steuerlichen Verluste und noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge kann sich in Abhängigkeit von der zukünftigen Ertragslage der Konzerngesellschaft ändern und somit niedrigere Wertberichtigungen der aktiven latenten Steuern nach sich ziehen.

Zu den aus den vorbezeichneten Bilanzposten resultierenden laufenden und latenten Ertragsteueransprüchen und Ertragsteuerschulden sowie zur Steuerüberleitungsrechnung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand wird auf Abschnitt 15. verwiesen.

Saldierungen erfolgen für Steueransprüche und -verpflichtungen, wenn gleiche Steuerarten mit übereinstimmenden Fristigkeiten gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.

Für folgende steuerliche Verlustvorträge und vortragsfähige Steuergutschriften wurde kein latenter Steueranspruch angesetzt:


Die Steuergutschriften in Höhe von 10,5 Mio. € betreffen den neuen Produktionsstandort MTU Aero Engines Polska Sp. z.o.o., Polen, wonach Unternehmensinvestitionen aufgrund des Standorts der Produktionsstätte in der Freihandelszone steuerlich gefördert werden. Die tatsächliche Nutzung der Steuergutschriften hängt einerseits von der Investitionshöhe und andererseits vom tatsächlichen steuerlichen Einkommen bis zum Geschäftsjahr 2017 ab.

In USA und Kanada sind steuerliche Verlustvorträge 20 Jahre vortragsfähig.

In Deutschland sind ertragsteuerliche Verlustvorträge sowie gewerbesteuerliche Verlustvorträge unbegrenzt vortragsfähig. Die steuerlichen Verlustvorträge der deutschen Konzerngesellschaften wurden bis Ende des Geschäftsjahres 2008 vollständig genutzt.

Die aktiven latenten Steuern haben sich wie folgt entwickelt:


Für folgende temporäre Differenzen wurde kein aktiver latenter Steuererstattungsanspruch angesetzt.


Die temporären Differenzen, für die keine aktiven Steuerlatenzen angesetzt wurden, betrugen im Geschäftsjahr 2008 insgesamt 12,3 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €) und betrafen die MTU Maintenance Canada, Kanada, sowie die MTU Aero Engines North America Inc., USA. Die daraus resultierenden potenziellen Steuereffekte in Höhe von 4,9 Mio. € (Vorjahr: 4,4 Mio. €) blieben bei der Ermittlung der Ertragsteuern somit unberücksichtigt.

Direkt im Eigenkapital gebuchte latente Steuern setzen sich wie folgt zusammen:


Während die latenten Steuern auf den Eigenkapitalanteil der Wandelschuldverschreibung wie bei der Emission der Wandelschuldverschreibung in der Kapitalrücklage in Höhe von -5,1 Mio. € (Vorjahr: -5,7 Mio. €) gebucht wurden, erfolgte die Berücksichtigung der Steuerlatenzen für die Cashflow-Hedges im übrigen kumulierten Eigenkapital (OCI).

Die Entwicklung und weitere Erläuterungen zu den Steuerlatenzen für den Eigenkapitalanteil der Wandelschuldverschreibung in Höhe von -5,1 Mio. € (Vorjahr: -5,7 Mio. €) und zu den Steuerlatenzen für die Cashflow-Hedges in Höhe von 5,6 Mio. € (Vorjahr: -8,5 Mio. €) sind den Erläuterungen zum übrigen kumulierten Eigenkapital (OCI) unter Abschnitt 30.7. zu entnehmen.




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