3. Finanzwirtschaftliche Situation
Die MTU Aero Engines steigerte im Berichtsjahr 2010 den Konzernumsatz um 3,7% auf 2,7 Mrd.€. Dabei wuchsen die Umsätze im Zivilen und Militärischen Triebwerksgeschäft um 4,9% und in der Zivilen Triebwerksinstandhaltung um 1,6%. Der operative Gewinn stieg im gleichen Zeitraum um 6,5% auf 311,3 Mio.€. Damit konnte die MTU ihre Gewinnprognose übertreffen. Mit 144,8 Mio.€ entwickelte sich der Free Cashflow erneut sehr positiv und lag deutlich über den Erwartungen.
Die folgenden Erläuterungen und Analysen sind aus den geprüften Konzernabschlüssen der MTU für die Geschäftsjahre, die zum 31. Dezember 2010 und 2009 geendet haben, abgeleitet. Die Konzernabschlüsse werden in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, sofern sie von der Europäischen Union übernommen wurden.
Entsprechend der IFRS-Vorschriften wurden im Jahr 2010 einige neue und geänderte Standards und Interpretationen erstmals angewandt. Daraus ergaben sich keine Veränderungen mit wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens- , Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Damit haben sich im Berichtszeitraum weder Veränderungen der Rechnungslegungsgrundsätze auf die Geschäftsentwicklung des Konzerns noch Veränderungen im Ermessen des Managements bei der Anwendung der Rechnungslegungsstandards ausgewirkt.
WECHSELKURSINFORMATIONEN
Alle Finanzinformationen sind in Euro, US-Dollar, Kanadischen Dollar, Chinesischen Renminbi oder Polnischen Zloty angegeben. Als Wechselkurse wurden die offiziellen Wechselkurse der Europäischen Zentralbank verwendet.
3.1. ERTRAGSLAGE
Die MTU in ihrer heutigen Form ist zum 1. Januar 2004 entstanden, als Kohlberg Kravis Roberts & Co. Ltd. (KKR) von der damaligen DaimlerChrysler AG 100% der Anteile gekauft hat. Im Rahmen des Erwerbs wurden Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden nach IFRS 3 identifiziert und mit den beizulegenden Zeitwerten bewertet. Seither führen insbesondere die identifizierten immateriellen Vermögenswerte jährlich zu erheblichen planmäßigen Abschreibungen. Sie sind im Folgenden unter dem Begriff „Effekte aus der Kaufpreisallokation“ zusammengefasst und werden zu Zwecken der Vergleichbarkeit bei den folgenden Kennzahlen bereinigt dargestellt.
KONZERN
AUFTRAGSBESTAND
Der Auftragsbestand der MTU umfasst feste Kundenbestellungen, die den Konzern zur Lieferung von Produkten bzw. zur Erbringung von Dienstleistungen verpflichten, sowie den vertraglich vereinbarten Auftragswert aus Servicevereinbarungen.
Das erteilte Auftragsvolumen in Höhe von knapp 10 Mrd. € entspricht einer Produktionsauslastung von etwa drei Jahren.
UMSATZENTWICKLUNG
Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2010 um 96,6 Mio. € (3,7%) auf 2.707,4 Mio. € gestiegen. Der Umsatz vor Konsolidierung im Zivilen und Militärischen Triebwerksgeschäft erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 77,8 Mio. € (4,9%) auf 1.663,5 Mio. € und der in der Zivilen Triebwerksinstandhaltung um 16,4 Mio. € (1,6%) auf 1.074,0 Mio. €.
UMSATZKOSTEN UND BRUTTOERGEBNIS VOM UMSATZ
Die Umsatzkosten sind um 32,3 Mio. € (1,5%) auf 2.184,5 Mio. € gestiegen. Durch den im Vergleich zu den Umsätzen unterproportionalen Anstieg der Umsatzkosten hat sich das Bruttoergebnis vom Umsatz in Höhe von 522,9 Mio. € gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (458,6 Mio. €) um 64,3 Mio. € (14,0%) verbessert. Hier wirkt auch das erfolgreich umgesetzte Challenge 2010 Programm, das in den direkten und indirekten Bereichen der Fertigung Effizienzsteigerungen erzielen konnte. Die Brutto-Marge stieg entsprechend auf 19,3% (Vorjahr: 17,6%).
ÜBERLEITUNG ZU BEREINIGTEN KENNZAHLEN
Der Grundgedanke besteht in der Herausrechnung von Sondereinflüssen, die die operative Geschäftstätigkeit überlagern und die Vergleichbarkeit des EBIT sowie anderer Ergebnisgrößen des Konzerns und der Geschäftssegmente mit den Vorjahreswerten beeinträchtigen. Ausgehend von den unbereinigten Ergebnisgrößen werden durch Addition (Aufwendungen) bzw. Subtraktion (Erträge) der Sondereinflüsse die jeweils bereinigten Werte ermittelt.
Die operativen Ergebnisgrößen EBIT bereinigt und EBIT-Marge bereinigt sind Beispiele bereinigter Kennzahlen. Bereinigte Kennzahlen sind nicht Bestandteil der internationalen Rechnungslegungs-Vorschriften nach den International Financial Reporting Standards (IFRS).
Die bereinigten Kennzahlen sollten nicht isoliert als Alternative zu den nach IFRS ausgewiesenen Kenngrößen betrachtet werden, sondern als Ergänzung.
Zum Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) werden die Effekte aus der Kaufpreisallokation aus dem Erwerb der Gesellschaft hinzugerechnet. Daraus ergibt sich das bereinigte Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT bereinigt). Das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) erhöhte sich um 6,5% auf 311,3 Mio. € (Vorjahr: 292,3 Mio. €). Die bereinigte EBIT-Marge stieg um 0,3 Prozentpunkte auf 11,5% (Vorjahr: 11,2%) an.
Das bereinigte Ergebnis nach Ertragsteuern (EAT) verbesserte sich um 11,8 Mio. € auf 182,3 Mio. €.
FINANZERGEBNIS
Das Finanzergebnis hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,4 Mio. € auf -40,8 Mio. € (Vorjahr: -39,4 Mio. €) reduziert. Das Zinsergebnis in 2010 hat sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 geringfügig um 0,5 Mio. € verschlechtert. Das sonstige Finanzergebnis hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls geringfügig um 0,3 Mio. € auf -25,1 Mio. € (Vorjahr: -24,8 Mio. €) verringert. Grund für diese Entwicklung waren vor allem Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten in Höhe von -8,2 Mio. € (Vorjahr: 7,5 Mio. €) sowie aus dem Zinsanteil bei der Bewertung von Eventualschulden in Höhe von -1,3 Mio. € (Vorjahr: 8,2 Mio. €). Positive Effekte aus Währungsumrechnungen in Höhe von 11,1 Mio. € (Vorjahr: -11,3 Mio. €) glichen die Belastungen nahezu aus.
ERGEBNIS VOR ERTRAGSSTEUERN (EBT)
Der operativ gute Geschäftsverlauf hat sich positiv auf das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) ausgewirkt: Es ist um 19,7 Mio. € auf 227,2 Mio. € gestiegen (Vorjahr: 207,5 Mio. €).
ERTRAGSSTEUERN
Die Ertragsteuern betrugen im Geschäftsjahr 2010 85,0 Mio. € (Vorjahr: 66,5 Mio. €). Die Konzernsteuerquote, bezogen auf das Ergebnis vor Ertragsteuern, betrug 37,4% (Vorjahr: 32,0%). Zur Überleitungsrechnung vom erwarteten Steueraufwand zum effektiven Steueraufwand wird auf den Konzernanhang, Abschnitt 15. (Ertragsteuern), verwiesen.
ERGEBNIS NACH ERTRAGSSTEUERN (EAT)
Das Ergebnis nach Ertragsteuern (EAT) erhöhte sich um 1,2 Mio. € (0,9%) auf 142,2 Mio. € (Vorjahr: 141,0 Mio. €).
DIVIDENDENBERECHTIGTER BILANZGEWINN
Der auf die Aktionäre der MTU entfallende handelsrechtliche Bilanzgewinn beträgt für das Geschäftsjahr 2010 53,6 Mio. €. Zum 31. Dezember 2010 waren 48.752.407 Aktien (Vorjahr: 48.921.808 Aktien) dividendenberechtigt.
ERGEBNIS JE AKTIE
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt 2,91 € (Vorjahr: 2,89 €). Potenzielle Stammaktien aus der Wandelschuldverschreibung und dem Matching Stock Program führen zu einem verwässerten Ergebnis je Aktie. Unter Berücksichtigung dieser Effekte betrug das verwässerte Ergebnis je Aktie 2,83 € (Vorjahr: 2,80 €).
DIVIDENDE
Aufgrund der unverändert guten Geschäftsentwicklung schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der MTU Aero Engines Holding AG der Hauptversammlung am 5. Mai 2011 vor, eine Dividende in Höhe von 1,10 € je Aktie (Vorjahr: 0,93 € je Aktie) auszuschütten. Die nach Einstellung in die Gewinnrücklage auszuschüttende Dividendensumme beträgt insgesamt 53,6 Mio. € (Vorjahr gemäß Beschluss der Hauptversammlung: 45,5 Mio. €). Damit beläuft sich die Netto-Dividendenrendite auf 2,2% – bezogen auf den Aktienkurs von 50,61 € zum 31. Dezember 2010. Die Dividende soll unter der Voraussetzung der Zustimmung durch die Hauptversammlung am 6. Mai 2011 ausgezahlt werden. Die Überleitungsrechnung vom Konzern-Ergebnis nach Ertragsteuern (EAT) gemäß IFRS zum ausschüttungsfähigen Bilanzgewinn der MTU Aero Engines Holding AG ist im Konzernanhang dargestellt.
OEM-SEGMENT
AUFTRAGSBESTAND
Der Auftragsbestand für zivile und militärische Triebwerke wird nach Listenpreis ausgewiesen. Da zivile Ersatzteilaufträge meist zeitnah zum Auftragseingang ausgeführt werden, enthält der Auftragsbestand keine wesentlichen Bestellungen für Ersatzteile.
ZIVILES TRIEBWERKSGESCHÄFT
Der in US-Dollar fakturierte Auftragsbestand der MTU im Zivilen Triebwerksgeschäft lag bei 4.200,5 Mio. US-$ und damit um 538,2 Mio. US-$ (14,7%) über dem Vorjahresauftragsbestand von 3.662,3 Mio. US-$.
Der in Euro zum Jahresendkurs umbewertete Auftragsbestand ist Ende 2010 um 601,4 Mio. € (23,7%) auf 3.143,6 Mio. € (Vorjahr: 2.542,2 Mio. €) gestiegen.
Der Auftragsbestand entspricht einer Produktionsauslastung von gut zwei Jahren.
MILITÄRISCHES TRIEBWERKSGESCHÄFT
Bei Militärprogrammen bestellen die Kunden in der Regel mit Unterzeichnung des Produktionsvertrags eine feste Anzahl von Triebwerken. Bei Vertragsunterzeichnung wird der gesamte Vertragswert als Auftragsbestand erfasst. Durch die Auslieferungen wird der Auftragsbestand über einen langen Zeitraum abgearbeitet.
Im Militärischen Triebwerksgeschäft lag der in Euro erteilte Auftragsbestand Ende 2010 mit 1.187,9 Mio. € um 235,0 Mio. € (16,5%) unter dem Vorjahreswert von 1.422,9 Mio. €.
Der Auftragsbestand entspricht einer Produktionsauslastung von ebenfalls gut zwei Jahren.
UMSATZENTWICKLUNG
Im OEM-Geschäft hat das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 1.663,5 Mio. € erzielt; das entspricht gegenüber 2009 einem Anstieg um 77,8 Mio. € oder 4,9%.
Im Berichtszeitraum hat sich der Umsatz des Zivilen Triebwerksgeschäfts um 123,9 Mio. € (11,0%) auf 1.177,6 Mio. € erhöht. Das ist insbesondere auf die erstmaligen Umsätze beim GEnx und die ansteigenden Auslieferungen bei V2500 und PW2000 zurückzuführen. Dollarkursbereinigt liegt der Anstieg bei etwa 6,2%.
Die Umsatzerlöse im Militärischen Triebwerksgeschäft sind mit 485,9 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 532,0 Mio. € um 46,1 Mio. € (8,7%) gesunken. Die laufende Indienststellung des Eurofighters sichert kontinuierliche EJ200-Umsätze, rückläufig sind jedoch die übrigen militärischen Programme.
OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT BEREINIGT) UND MARGE
Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT bereinigt) im OEM-Geschäft hat sich in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld geringfügig von 229,2 Mio. € auf 229,6 Mio. € erhöht. Die bereinigte EBIT-Marge sank von 14,5% auf 13,8%.
INVESTITIONEN
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sanken um 17,3% auf 84,1 Mio. € (Vorjahr: 101,7 Mio. €).
MITARBEITER
Die Anzahl der Mitarbeiter im Quartalsdurchschnitt blieb nahezu unverändert bei 4.912
(Vorjahr: 4.908).
MRO-SEGMENT
AUFTRAGSBESTAND UND AUFTRAGSWERT
Der Auftragsbestand der Zivilen Triebwerksinstandhaltung erfasst Antriebe, die zur Instandhaltung angeliefert wurden und deren Fehleranalyse abgeschlossen ist.
Künftige bereits vertraglich vereinbarte Aufträge im Rahmen langfristiger Servicevereinbarungen sind im Auftragsbestand nicht enthalten. Aus diesem Grund wird in Fortführung des eng abgegrenzten Auftragsbestands der erwartete Umfang an Triebwerksreparaturen aus dem Vertragsbestand (Auftragswert vertraglich gebundener Triebwerke) gesondert ausgewiesen.
Die Summe aus Auftragsbestand und Auftragswert entspricht einer Produktionsauslastung von knapp fünf Jahren. Die Aufträge im Instandhaltungsgeschäft werden größtenteils in US-Dollar erteilt. Gegenüber dem Wert für 2009 in Höhe von 267,7 Mio. US-$ lag der Auftragsbestand in der Zivilen Instandhaltung mit 237,4 Mio. US-$ um 30,3 Mio. US-$ (11,3%) unter dem Vorjahresniveau. Der Auftragswert der vertraglich gebundenen Triebwerke ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,6% auf 6.934,7 Mio. US-$ gestiegen.
Der in Euro umbewertete Auftragsbestand und Auftragswert ist Ende 2010 um 489,6 Mio. € (10,0%) auf 5.367,6 Mio. € (Vorjahr: 4.878,0 Mio. €) gestiegen.
UMSATZENTWICKLUNG
In der Zivilen Triebwerksinstandhaltung konnte die MTU 2010 einen Umsatz von 1.074,0 Mio. € (Vorjahr: 1.057,6 Mio. €) erreichen. Geringere Umsätze am Standort Hannover wurden ausgeglichen durch die ansteigende Auslastung der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg und insbesondere aufgrund des KC-10-Auftrags in Vancouver.
OPERATIVES ERGEBNIS (EBIT BEREINIGT) UND MARGE
Das Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT bereinigt) im MRO-Segment hat sich um 15,0 Mio. € (23,0%) auf 80,3 Mio. € erhöht. Die EBIT-Marge stieg auf 7,5% (Vorjahr: 6,2%).
INVESTITIONEN
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sanken um 34,5% auf 25,3 Mio. € (Vorjahr: 38,6 Mio. €).
MITARBEITER
Die Anzahl der Mitarbeiter im Quartalsdurchschnitt stieg um 6,6% auf 2.890 (Vorjahr: 2.710).
3.2. FINANZLAGE
GRUNDSÄTZE UND ZIELE DES FINANZMANAGEMENT
Zentrales Ziel des Finanzmanagements ist es, jederzeit über ausreichende Liquiditätsreserven zu verfügen, finanzielle Risiken zu vermeiden und die finanzielle Flexibilität zu sichern. Grundlage für die Liquiditätssicherung ist eine mehrjährige Finanzplanung. Zur Sicherung der Liquidität nutzt die MTU auch verschiedene interne und externe Finanzierungsquellen.
Bei der Auswahl der Finanzierungsinstrumente werden Flexibilität, Art der Kreditauflagen, das bestehende Fälligkeitsprofil und die Kosten der Finanzierung berücksichtigt. Die wesentlichen Finanzierungen beinhalten marktübliche Vereinbarungen zur Einhaltung bestimmter Kennzahlen (Covenants). Die daraus resultierenden vertraglichen Pflichten hat die MTU sowohl zum 31. Dezember 2010 als auch zu jedem Quartalsstichtag eingehalten. Zu vereinbarten Kreditbedingungen wird auf die Erläuterungen im Konzernanhang unter Abschnitt 33. (Finanzverbindlichkeiten) verwiesen. Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung des Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, sind unter Abschnitt 7. (Übrige Angaben) erläutert.
Im Abschnitt 6. (Risikobericht) und im Konzernanhang unter Abschnitt 41. (Risikomanagement und Finanzderivate) erläutert die MTU Risiken der Finanzierung und Bewertung, die Methoden zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken sowie von Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken.
In den Treasury-Grundsätzen sind die Bankpolitik, die Genehmigung von Bankbeziehungen, Finanzierungsvereinbarungen, das Liquiditäts- und Anlagen-Management weltweit, das Management von Währungs- und Zinsrisiken sowie das Management des konzerninternen Cashflows geregelt. Gemäß den Grundsätzen des Konzerns werden die Kreditlinien von der Zentrale verwaltet. Aufgrund des zentralisierten Liquiditätsmanagements ist der Konzern in der Lage, die Mittel innerhalb der Organi-sation effizient zuzuteilen. Die Finanzverbindlichkeiten des Konzerns sind in der Regel unbesichert.
Der Konzern unterhält gute Geschäftsbeziehungen zu verschiedenen Partnerbanken und vermeidet dadurch eine zu starke Abhängigkeit von einem einzelnen Institut. Partnerbanken, mit denen der Konzern und die Tochtergesellschaften zusammenarbeiten, müssen ein langfristiges Rating von mindestens „Investment Grade“ vorweisen.
FINANZIERUNGSANALYSE
Die Banken- und Finanzkrise hatte keinen Einfluss auf die Gesamtfinanzierung des Konzerns.
Sensitivitäten zur Risikokonzentration von Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken sind im Konzernanhang, Abschnitt 41. (Risikomanagement und Finanzderivate), dargestellt.
NETTO-VERSCHULDUNG
Die MTU definiert die Netto-Verschuldung als den Saldo aus der Brutto-Finanzverschuldung und dem vorhandenen Finanzvermögen, der die Liquiditätslage des MTU-Konzerns verdeutlicht. Im Vergleich zum Stand am 31. Dezember 2009 (142,4 Mio. €) ist die Netto-Verschuldung durch den hohen Free Cashflow um 86,2 Mio. € (60,5%) auf 56,2 Mio. € gesunken. Das Schuldscheindarlehen wurde teilweise zurückgekauft, das Darlehen der Provinz British Columbia an die MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, vollständig getilgt sowie finanzielle Vermögenswerte erworben, die nicht erfolgswirksam bewertet werden.
ANLEIHEN
Die Wandelschuldverschreibung mit einem Nennbetrag von 180,0 Mio. € (eingeteilt in 1.800 Teilschuldverschreibungen im Nennbetrag von jeweils 100.000 €) hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Schuldverschreibungen werden am 1. Februar 2012 (Endfälligkeitstag) zu ihrem Nennbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen zurückgezahlt, sofern sie nicht vorzeitig zurückgezahlt, gewandelt oder zurückgekauft und entwertet worden sind. Es existiert ein Wandlungsrecht in auf den Namen lautende Stammaktien der Gesellschaft ohne Nennbetrag (Stückaktie) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1 € je Aktie.
Auf der Basis eines Wandlungspreises von 49,50 € ergibt sich ein anfängliches Wandlungsverhältnis von 2.020,20 Aktien. Der festgesetzte Zinssatz liegt bei 2,75?% und ist jeweils am 1. Februar eines Jahres zur Zahlung fällig. Emittentin der Wandelschuldverschreibung ist die MTU Aero Engines Finance B.V. mit Sitz in Amsterdam.
Die MTU hat im Zeitraum vom 17. September bis 31. Oktober 2008 eigene Wandelanleihen im Nominalvolumen von 27,2 Mio. € vor Endfälligkeit vom Markt zurückgekauft. Der Rückkaufbetrag belief sich (inklusive Transaktionskosten, aber ohne Stückzinsen) auf 21,9 Mio. €. Das entspricht einem durchschnittlichen Rückkaufpreis je Anleihe von 80,7%. Dieser wurde in einen Eigenkapital- und einen Fremdkapitalanteil aufgeteilt. Am 23. Juni 2010 hat ein Inhaber der Wandelanleihe von seinem Wandlungsrecht Gebrauch gemacht. Dabei wurden nominal 100.000 € der Wandelanleihe in 2.020 Aktien umgetauscht. Die noch ausstehenden Wandelschuldverschreibungen im Nominalwert von 152,7 Mio. € (Vorjahr: 152,8 Mio. €) wurden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Weitere Erläuterungen sowie die Ermittlung der zurückgekauften Fremdkapital- und Eigenkapitalkomponente sind dem Konzernanhang im Abschnitt 33. (Finanzverbindlichkeiten) zu entnehmen.
FINANZVERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN
Am 3. Juni 2009 platzierte die MTU vier Schuldscheindarlehen in Höhe von nominal 65,0 Mio. €. Die Schuldscheindarlehen dienen der Diversifizierung der Konzernfinanzierung und bestehen aus vier endfälligen Tranchen:
Die Schuldscheindarlehen wurden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert, der dem Nominalwert entspricht, unter Kürzung der Transaktionskosten in Höhe von 0,4 Mio. € bilanziert. Die Schuldscheindarlehen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
Zum 31. Dezember 2010 hat der Konzern im Rahmen der Revolving Credit Facility keine Mittel (Vorjahr: 0,0 Mio. €) in Anspruch genommen.
Die sonstigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 34,4 Mio. € (Vorjahr: 14,6 Mio. €) betreffen von Dritten gewährte Darlehen an Tochterunternehmen. Insgesamt reduzierten sich die Finanzverbind-lichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 20,3 Mio. € auf 59,7 Mio. € (Vorjahr: 80,0 Mio. €).
FINANZIERUNGSLEASINGVERTRÄGE
Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverträgen betreffen aktivierte und nach der Effektivzinsmethode fortgeschriebene Leasingverpflichtungen. Zur bilanziellen Behandlung und zum Überblick der aktivierten Leasinggegenstände wird auf die Abschnitte 5.7. (Leasing) und 20. (Sachanlagen) im Konzernanhang verwiesen.
DARLEHEN DER PROVINZ BRITISH COLUMBIA
Das zinslose Darlehen der Provinz British Columbia an die MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, wurde am 17. Dezember 2010 vollständig getilgt.
DERIVATIVE FINANZIELE VERBINDLICHKEITEN UND VERMÖGENSWERTE
Die Überschüsse der US-Dollar-Einnahmen über die US-Dollar-Ausgaben waren mit über 80% für das Geschäftsjahr 2010 durch Sicherungsgeschäfte gedeckt. Für die Geschäftsjahre 2011 und 2012 waren zum 31. Dezember 2010 bereits Sicherungsgeschäfte in Höhe von 71% bzw. 43% der jeweiligen US-Dollar-Einnahmen-Überschüsse abgeschlossen. Für die Geschäftsjahre 2013 bis 2015 bestanden zum 31. Dezember 2010 Sicherungsgeschäfte von durchschnittlich 12?% der jeweiligen US-Dollar-Einnahmen-Überschüsse.
Die Erhöhung der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten um 12,7 Mio. € auf 24,9 Mio. € (Vorjahr: 12,2 Mio. €) betraf überwiegend Marktwertbewertungen der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen Devisentermin- und -optionsgeschäfte.
Die derivativen Vermögenswerte enthalten überwiegend positive Marktwerte der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte und Nickelkontrakte. Aufgrund der marktbedingten Euro-US-Dollar-Wechselkursveränderungen stiegen die Derivate um 5,2 Mio. € auf 21,8 Mio. € (Vorjahr: 16,6 Mio. €).
Erläuterungen zu den Kredit- und Marktpreisrisiken aus derivativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten finden sich in Abschnitt 41. (Risikomanagement und Finanzderivate) des Konzernanhangs.
INVESTITIONSANALYSE
INVESTITIONEN NACH VERMÖGENSWERTEN
Von den Investitionen entfielen auf immaterielle Vermögenswerte 24,6 Mio. € (Vorjahr: 24,6 Mio. €), auf Sachanlagen 84,8 Mio. € (Vorjahr: 115,7 Mio. €) und auf finanzielle Vermögenswerte 2,6 Mio. € (Vorjahr: 3,0 Mio. €).
INVESTITIONEN IN IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Mit der Beteiligung an den Entwicklungsaufwendungen für den Hubschrauberantrieb GE38 von General Electric hat sich die MTU einen Programmanteil von 18% gesichert. Die im Geschäftsjahr 2010 für dieses Triebwerksprogramm angefallenen Entwicklungsleistungen in Höhe von 6,9 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €) sind in den immateriellen Vermögenswerten des OEM-Geschäfts enthalten.
Durch Kooperationsvertrag zwischen der General Electric Company und der MTU Aero Engines GmbH, München, hat sich die MTU im Geschäftsjahr 2008 am Triebwerksprogramm GEnx für die Boeing 787 und 747-8 mit einem Programmanteil von 6,65% beteiligt. Im Geschäftsjahr 2010 wurden weitere originäre Entwicklungsaufwendungen für dieses Triebwerksprogramm in Höhe von 7,1 Mio. € aktiviert (Vorjahr: 4,3 Mio. €).
Die Zivile Triebwerksinstandhaltung entwickelt spezielle Reparaturverfahren für die kostengünstigere und wirtschaftlichere Instandsetzung von Triebwerken. Die Entwicklungsleistungen wurden in Höhe von 5,1 Mio. € (Vorjahr: 4,8 Mio. €) in den immateriellen Vermögenswerten aktiviert.
Die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 24,6 Mio. € (Vorjahr: 24,6 Mio. €) sind im Konzernanhang im Abschnitt 18. (Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der finanziellen Vermögenswerte) aufgeführt.
INVESTITIONEN IN SACHANLAGEN
Die Investitionen in technische Anlagen und Maschinen in Höhe von 24,1 Mio. € (Vorjahr: 21,9 Mio. €) betreffen insbesondere die Anschaffung von CNC-Dreh-, Schleif- und Fräsmaschinen.
Die Zugänge im laufenden Geschäftsjahr für geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau in Höhe von 28,8 Mio. € (Vorjahr: 46,4 Mio. €) betreffen im Inland noch nicht fertig gestellte technische Anlagen und Maschinen für neue Triebwerksprogramme sowie die Modernisierung eines Prüfstands in München.
Die Investitionen in Sachanlagen in Höhe von 84,8 Mio. € (Vorjahr: 115,7 Mio. €) sind im Konzernanhang unter Abschnitt 18. (Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und der finanziellen Vermögenswerte) zu finden.
LIQUIDITÄTSANALYSE
Die MTU steuert ihre Liquidität mit der Kennzahl der Free Cashflow. Als Free Cashflow bezeichnet der Konzern den Mittelzufluss aus der betrieblichen Tätigkeit nach Abzug der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und finanzielle Vermögenswerte.
MITTELZUFLUSS AUS DER BETRIEBLICHEN TÄTIGKEIT
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit lag im Berichtsjahr mit 251,3 Mio. € um 1,4 Mio. € (0,6%) minimal unter dem Vorjahreswert von 252,7 Mio. €.
MITTELABFLUSS AUS DER INVESTITIONSTÄTIGKEIT
Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit hat sich durch die in der vorangehenden Beschreibung der Investitionsanalyse genannten Ausgaben um 40,7 Mio. € (30,7%) auf 173,2 Mio. € (Vorjahr: 132,5 Mio. €) erhöht und beinhaltet finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 69,3 Mio. €. Im Cashflow aus Investitionstätigkeit sind Einnahmen aus Anlagenabgängen in Höhe von 5,0 Mio. € (Vorjahr: 10,8 Mio. €) enthalten.
FREE CASHFLOW
Der Free Cashflow lag bei 144,8 Mio. € (Vorjahr: 120,2 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2010 wurde der Free Cashflow überwiegend für die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2009 in Höhe von 45,5 Mio. € (Geschäftsjahr 2008: 45,4 Mio. €), zur teilweisen Tilgung des Schuldscheindarlehens in Höhe von 40,0 Mio. € (Vorjahr: Einnahmen aus der Platzierung der Schuldscheindarlehen in Höhe von 64,6 Mio. €) sowie zum weiteren Erwerb eigener Aktien in Höhe von 13,6 Mio. € verwendet. Weitere Erläuterungen zur Tilgung der Finanzverbindlichkeiten sind im Konzernanhang unter Abschnitt 33. (Finanzverbindlichkeiten) enthalten.
3.3. VERMÖGENSLAGE
Die Bilanzsumme hat sich im Jahresvergleich um 277,0 Mio. € bzw. 8,8% auf 3.426,1 Mio. € erhöht (Vorjahr: 3.149,1 Mio. €); die Eigenkapitalquote stieg auf 23,9% (Vorjahr: 23,2%).
ENTWICKLUNG DER BILANZPOSITIONEN
VERMÖGENSWERTE
In den Vermögenswerten haben sich die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen um 20,0 Mio. € bzw. 1,1% auf 1.784,9 Mio. € (Vorjahr: 1.804,9 Mio. €) reduziert. Die immateriellen Vermögenswerte haben sich aufgrund über den Zugängen liegender planmäßiger Abschreibungen um 22,8 Mio. € verringert. Die Sachanlagen sind aufgrund der Investitionen um 2,8 Mio. € leicht gestiegen.
Die Vorräte haben sich im Berichtsjahr um 52,3 Mio. € bzw. 8,1% auf 701,0 Mio. € (Vorjahr: 648,7 Mio. €) erhöht. Dabei stiegen der Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (RHB) um 14,3 Mio. € auf 323,1 Mio. € (Vorjahr: 308,8 Mio. €) und der Bestand an Unfertigen Erzeugnissen mit 347,4 Mio. € um 41,4 Mio. € gegenüber dem Vorjahreswert von 306,0 Mio. €. Die geleisteten Anzahlungen sanken um 3,4 Mio. € auf 30,5 Mio. € (Vorjahr: 33,9 Mio. €). Der Anteil der Vorräte betrug nahezu unverändert 20,5% der Bilanzsumme (Vorjahr: 20,6%). Bezogen auf das Umsatzvolumen blieb die Umschlagshäufigkeit der Vorräte gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 4,0. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Forderungen aus Auftragsfertigung abzüglich erhaltener Anzahlungen und die sonstigen Vermögenswerte einschließlich geleisteter Vorauszahlungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 245,1 Mio. € (45,8%) auf 779,8 Mio. € gestiegen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen dabei um 140,7 Mio. € (36,0%) auf 531,9 Mio. € an. Insgesamt haben sich die Forderungen aus Auftragsfertigung, saldiert um die zugeordneten erhaltenen Anzahlungen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 39,8 Mio. € (40,4%) auf 138,2 Mio. € erhöht.
Die finanziellen Vermögenswerte erhöhten sich um 79,3 Mio. € (325%) auf 103,7 Mio. €.
Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betrugen zum Bilanzstichtag 111,9 Mio. € (Vorjahr: 120,8 Mio. €). Ihr Anteil an der Bilanzsumme sank auf 3,3% (Vorjahr: 3,8%).
In der Struktur der Vermögenswerte hat sich der Anteil des lang- und mittelfristig gebundenen Vermögens um 5,1 Prozentpunkte auf 53,5% reduziert (Vorjahr: 58,6%).
KONZERN-EIGENKAPITAL
ERHÖHUNG DES KONZERN-EIGENKAPITALS
Der Anstieg des Konzern-Eigenkapitals im Jahr 2010 in Höhe von 88,6 Mio. € (Vorjahr: Anstieg um 113,3 Mio. €) ergab sich im Wesentlichen aus dem Ergebnis nach Ertragsteuern (EAT) des Geschäftsjahres in Höhe von 142,2 Mio. € (Vorjahr: 141,0 Mio. €). Des Weiteren erhöhte sich das Eigenkapital um die im Rahmen des Mitarbeiter-Aktienprogramms (MAP) an Konzernbeschäftigte verkauften Aktien in Höhe von 2,5 Mio. €. Darüber hinaus führten die Unterschiede aus der Währungsumrechnung zu einer Verbesserung des Konzerneigenkapitals in Höhe von 9,1 Mio. € (Vorjahr: Verschlechterung um 2,3 Mio. €).
REDUZIERUNGEN DES KONZERN-EIGENKAPITALS
Das Konzern-Eigenkapital hat sich um die Dividendenauszahlung an die Aktionäre der MTU Aero Engines Holding AG für das Geschäftsjahr 2009 in Höhe von 45,5 Mio. € (für das Geschäftsjahr 2008: 45,4 Mio. €) verringert. Darüber hinaus reduzierte sich das Konzern-Eigenkapital um 3,9 Mio. € (Vorjahr: Erhöhung um 14,2 Mio. €) aufgrund der negativen Veränderung der Marktbewertung der Cashflow-Hedges. Des Weiteren verringerte sich das Eigenkapital um die Bewertungen und Ausgabe von eigenen Aktien im Rahmen des aktienbasierten Vergütungsmodells Matching Stock Program (MSP) bzw. Share Matching Plan (SMP) in Höhe von -2,2 Mio. €. Erläuterungen zu den aktienbasierten Vergütungskomponenten sind im Konzernanhang unter Abschnitt 29.4. (Kapitalrücklage) zu finden. Der Erwerb eigener Aktien führte zu einem Rückgang des Konzern-Eigenkapitals in Höhe von 13,6 Mio. €.
ZEITWERTENTWICKLUNG DER DERIVATIVEN FINANZINSTRUMENTE IM KUMULIERTEN ÜBRIGEN EIGENKAPITAL
Zum 31. Dezember 2010 betrug der Nominalbetrag des ausstehenden Portfolios von Sicherungsinstrumenten, die gemäß IAS 39 als Sicherungsgeschäfte qualifiziert wurden („Cashflow-Hedges“), 1.310,0 Mio. US-$, die gegenüber dem Euro gesichert wurden. Die Marktbewertung des MTU-Cashflow-Sicherungsportfolios zum Jahresende 2010 führte auf Basis eines Euro-/US-Dollar-Stichtagskurses von 1,34 zu einer negativen Bewertungsänderung im kumulierten übrigen Eigenkapital (OCI) von 3,9 Mio. € gegenüber dem 31. Dezember 2009. Im Vergleich dazu ergab sich im Vorjahr auf Basis eines Euro-/US-Dollar-Stichtagskurses von 1,44 eine positive Bewertungsänderung im OCI in Höhe von 14,2 Mio. €. Positive Marktwerte (vor Steuern) von Cashflow-Hedges werden unter den finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen, während negative Marktwerte (vor Steuern) von Cashflow-Hedges in den Finanzverbindlichkeiten enthalten sind. Veränderungen der Marktwerte von Cashflow-Hedges zum Jahresende werden als erfolgsneutrale Anpassung des OCI bilanziert. Diese Anpassungen erfolgen abzüglich der Änderungen der aktiven latenten Steuern für Cashflow-Hedges mit negativer Marktbewertung bzw. der passiven latenten Steuern für Cashflow-Hedges mit positiver Marktbewertung.
SCHULDEN
Das lang- und mittelfristige Fremdkapital hat sich um 7,9 Mio. € (0,7%) auf 1.096,6 Mio. € erhöht. Sein Anteil an der Bilanzsumme sank um 2,6 Prozentpunkte auf 32,0% (Vorjahr: 34,6%). In Summe haben sich die langfristigen Rückstellungen in Höhe von 549,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Darin enthalten sind mit 409,0 Mio. € (Vorjahr: 389,9 Mio. €) Pensionsrückstellungen, die planmäßig um 19,1 Mio. € (4,9%) angestiegen sind. Die langfristigen sonstigen Rückstellungen reduzierten sich zum 31. Dezember 2010 um 19,1 Mio. € (12,0%) überwiegend aufgrund der Bewertung der Eventualschulden aus Unternehmenszusammenschlüssen auf 140,0 Mio. € (Vorjahr: 159,1 Mio. €). Die Entwicklung der Eventualschulden ist im Konzernanhang unter Abschnitt 32. (Sonstige Rückstellungen) detailliert dargestellt.
Die lang- und mittelfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 547,6 Mio. € (Vorjahr: 539,7 Mio. €) beinhalten im Wesentlichen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 204,7 Mio. € (Vorjahr: 238,8 Mio. €) sowie passive latente Steuern, die sich auf 231,5 Mio. € (Vorjahr: 266,9 Mio. €) beliefen.
Die Summe aus Eigenkapital und lang- und mittelfristigem Fremdkapital ist im Geschäftsjahr um 96,5 Mio. € (5,3%) auf 1.915,9 Mio. € gestiegen (Vorjahr: 1.819,4 Mio. €). Demnach ist das lang- und mittelfristig gebundene Vermögen zu 104,5% (Vorjahr: 98,6%) durch die lang- und mittelfristig zur Verfügung stehenden Finanzierungsmittel gedeckt.
Das kurzfristige Fremdkapital hat sich um 180,5 Mio. € (13,6%) auf 1.510,2 Mio. € erhöht, wobei die Rückstellungen und Ertragsteuerschulden um 0,7 Mio. € (0,2%) auf 295,5 Mio. € gesunken sind. Darin enthalten sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 24,2 Mio. € (Vorjahr: 21,7 Mio. €), die kurzfristigen sonstigen Rückstellungen, die sich um 61,9 Mio. € (23,6%) auf 200,1 Mio. € reduziert haben, sowie die Ertragsteuerschulden, die aufgrund des positiven Ergebnisses von 12,5 Mio. € auf 71,2 Mio. € angestiegen sind. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind um 181,2 Mio. € (17,5%) auf 1.214,7 Mio. € gestiegen. Darin enthalten sind Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern in Höhe von 39,2 Mio. € (Vorjahr: 39,2 Mio. €), Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 57,2 Mio. € (Vorjahr: 41,0 Mio. €), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 424,5 Mio. € (Vorjahr: 320,9 Mio. €), Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung, reduziert um die darauf entfallenden Forderungen in Höhe von 666,3 Mio. € (Vorjahr: 607,0 Mio. €), sowie eine Vielzahl weiterer erkennbarer Verpflichtungen.
Die Struktur des Eigenkapitals und der Schulden zeigt im Vergleich zum Vorjahr eine um 0,7 Prozentpunkte auf 23,9% (Vorjahr: 23,2%) gestiegene Eigenkapitalquote sowie eine Erhöhung des kurzfristigen Fremdkapitals um 1,9 Prozentpunkte. Dementsprechend verschob sich die Struktur von lang- und mittelfristigem hin zu kurzfristigem Fremdkapital.
3.4. WESENTLICHE, FÜR DEN GESCHÄFTSVERLAUF URSÄCHLICHE EREIGNISSE
Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2010 wurde nicht von wesentlichen Sonderfaktoren beeinflusst.
3.5. VERGLEICH DES TATSÄCHLICHEN MIT DEM PROGNOSTIZIERTEN GESCHÄFTSVERLAUF
Die ursprüngliche Prognose vom 24. Februar 2010 für den Geschäftsverlauf basierte auf einer stabilen Erwartung für Umsatz und Ergebnisgrößen. Diese ursprüngliche Prognose wurde in allen Kriterien übertroffen. Im Vergleich zur überarbeiteten Prognose vom 26. Oktober 2010 lag der Umsatz mit 2.707,4 Mio. € um 1,5% unter den Erwartungen. Trotz der sich im Geschäftsverlauf ungünstig entwickelnden Wechselkursparitäten wurde die Prognose für das operative Ergebnis (EBIT bereinigt) mit 311,3 Mio. € und einer Marge von 11,5% übertroffen. Infolge des guten operativen Ergebnisses lag auch das Ergebnis nach Ertragsteuern (EAT) mit 142,2 Mio. € leicht über den Erwartungen. Der Free Cashflow betrug im Geschäftsjahr 2010 144,8 Mio. € und lag damit um 20,7% über der Prognose.
3.6. GESAMTAUSSAGE ZUM GESCHÄFTSVERLAUF 2010
Seit Mitte 2009 erholt sich die Weltwirtschaft mit regional unterschiedlichem Wachstum von den Folgen der Finanzkrise. In diesem Umfeld stieg der Umsatz der MTU im Geschäftsjahr 2010 um 3,7%. Das operative Ergebnis stieg auf 311,3 Mio. € (Vorjahr: 292,3 Mio. €). Darin spiegeln sich neben den marktbedingten Anstiegen auch zusätzliche Aufwendungen für neue Triebwerksprogramme und damit aktive Zukunftssicherungen wider. Trotz dieser Belastungen konnte die MTU eine operative Marge von 11,5% erzielen. Erneut sehr positiv hat sich mit rund 145 Mio. € der Free Cashflow entwickelt. Dadurch hat sich die Netto-Verschuldung weiter reduziert. Die im Laufe des Jahres erwarteten wesentlichen konzernsteuernden Ergebniskennzahlen wurden übertroffen.
















