III. Erläuterungen zur Konzernbilanz
18. ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE, SACHANLAGEN UND FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTE 2010
ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE, SACHANLAGEN UND DER FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTE 2009
19. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Unter den immateriellen Vermögenswerten werden hauptsächlich die durch die Kaufpreisallokation (PPA) aktivierten Programmwerte und programmunabhängigen Technologien sowie – überwiegend technische – Software und der erworbene Firmenwert ausgewiesen.
Der Abschreibungsaufwand der immateriellen Vermögenswerte wurde mit 45,3 Mio. € (Vorjahr: 44,0 Mio. €) in den Umsatzkosten, mit 3,0 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) in den Forschungs- und Entwicklungskosten, mit 1,4 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €) in den Vertriebskosten und mit 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) in den Verwaltungskosten erfasst.
Die Zugänge bei den Entwicklungsleistungen in Höhe von 19,1 Mio. € (Vorjahr: 17,4 Mio. €) betrafen im Wesentlichen die Eigenleistungen für das zivile Triebwerksprogramm GEnx von General Electric und das militärische Triebwerksprogramm GE38 von General Electric. Die Zugänge bei den Nutzungsrechten und Lizenzen in Höhe von 5,5 Mio. € (Vorjahr: 4,0 Mio. €) sind entgeltlich erworben.
ENTWICKLUNGSLEISTUNGEN
Durch Kooperationsvertrag zwischen der General Electric Company und der MTU Aero Engines GmbH, München, ist die MTU am Triebwerksprogramm GEnx für die Boeing 787 und 747-8 mit einem Programmanteil von 6,65% beteiligt. Im Geschäftsjahr 2010 wurden originäre Entwicklungsaufwendungen für dieses Triebwerksprogramm in Höhe von 7,1 Mio. € aktiviert (Vorjahr: 4,3 Mio. €).
Mit der Beteiligung am Hubschrauberantrieb GE38 von General Electric hat die MTU seit 2008 die volle Entwicklungsverantwortung an einem Modul eines militärischen US-amerikanischen Triebwerksprogramms. Im Geschäftsjahr 2010 waren weitere eigene Entwicklungsleistungen in Höhe von 6,9 Mio. € (Vorjahr: 8,3 Mio. €) zu aktivieren.
Die Zivile Triebwerksinstandhaltung hat spezielle Reparaturverfahren für die wirtschaftlichere Instandsetzung von Triebwerken entwickelt, so dass insgesamt 5,1 Mio. € (Vorjahr: 4,8 Mio. €) an immateriellen Vermögenswerten aktiviert wurden.
20. SACHANLAGEN
Die Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsfeld OEM zielten darauf, die Position als führender Triebwerkshersteller zu sichern und weiter auszubauen, die Leistung zu verbessern sowie die Anlagen auf dem Stand der Technik zu halten.
Der Abschreibungsaufwand der Sachanlagen wurde mit 71,3 Mio. € (Vorjahr: 69,2 Mio. €) in den Umsatzkosten, mit 5,3 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €) in den Forschungs- und Entwicklungskosten, mit 0,9 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €) in den Vertriebskosten und mit 2,5 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) in den Verwaltungskosten erfasst.
GRUNDSTÜCKE, GRUNDSTÜCKSGLEICHE RECHTEN UND BAUTEN EINSCHLIEßLICH DER BAUTEN AUF FREMDEN GRUNDSTÜCKEN
Die von der Silkan Gewerbepark Nord Hannover-Langenhagen GmbH & Co. KG, München, durch die MTU Maintenance Hannover geleasten Grundstücke und Gebäude sind aktiviert, da dem Konzern zum Ende der Leasingzeit eine günstige Kaufoption eingeräumt ist.
TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN
Die Investitionen in Höhe von insgesamt 24,1 Mio. € (Vorjahr: 21,9 Mio. €) betreffen insbesondere die Anschaffung von CNC-Dreh-, Schleif- und Fräsmaschinen.
ANDERE ANLAGEN, BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG
Die Investitionen in Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung betreffen vor allem Sonderbetriebsmittel, Werkzeuge und Vorrichtungen für bestehende und neu anlaufende Programme und lagen im laufenden Geschäftsjahr im üblichen Rahmen.
GELEISTETE ANZAHLUNGEN UND ANLAGEN IM BAU
Die Zugänge im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von 28,8 Mio. € (Vorjahr: 46,4 Mio. €) betreffen im Inland noch nicht fertig gestellte technische Anlagen und Maschinen für neue Triebwerksprogramme sowie die Modernisierung eines Prüfstandes in München.
Den aktivierten Vermögenswerten aus Finanzierungsleasing liegen folgende Details zugrunde:
Für die aufgrund eines Finanzierungsleasing aktivierten Vermögenswerte ergeben sich zum Bilanzstichtag die folgenden Nettobuchwerte. Die Veränderung der künftig fälligen Mindestleasingzahlungen ist darauf zurückzuführen, dass mit der Silkan Gewerbepark Nord Hannover-Langenhagen GmbH & Co. KG eine Kaufoption vom 22. Dezember 2010 über bislang geleaste und aktivierte Grundstücke zum 31. Dezember 2011 abgeschlossen wurde.
21. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Die Aufstellung zeigt die Buchwerte der im Konzernabschluss enthaltenen finanziellen Vermögenswerte:
Aus den finanziellen Vermögenswerten AfS ergaben ergaben sich zum Bilanzstichtag erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasste Beträge vor latenten Steuern in Höhe von -0,2 Mio. €. Zudem beinhalten die Buchwerte Zinsabgrenzungen in Höhe von 0,5 Mio. €.
Die derivativen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die Joint Ventures – mit Ausnahme der MTU Maintenance Zhuhai Co. Ltd., Zhuhai, China – und die assoziierten Unternehmen weisen in Summe folgende Vermögenswerte, Schulden sowie Aufwendungen und Erträge aus:
22. VORRÄTE
Der Vorratsbestand setzt sich wie folgt zusammen:
Der Gängigkeitsabschlag auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und auf die unfertigen Erzeugnisse hat sich wie folgt entwickelt:
Das Gängigkeitsabschlagsverfahren ist im MTU-Geschäftsmodell das bestmögliche Schätzverfahren, um die Vorräte mit ihrem Nettoveräußerungswert zu bewerten.
23. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Die Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen sind unter Abschnitt 43.1.1. (Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen) detailliert dargestellt.
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Erträge aus dem Eingang von ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen -0,8 Mio. € (Vorjahr: -2,3 Mio. €).
Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den Vertriebskosten ausgewiesen.
24. FORDERUNGEN AUS AUFTRAGSFERTIGUNG
Direkt dem Triebwerksprojekt zuordenbare unverzinsliche Anzahlungen werden mit den Forderungen aus der Auftragsfertigung verrechnet. Ein nach Verrechnung der Forderungen aus dem Fertigungsauftrag mit den direkt zuordenbaren Anzahlungen verbleibender passivischer Saldo wird unter den Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung ausgewiesen.
Im laufenden Geschäftsjahr wurden im Rahmen der Auftragsfertigung insgesamt 75,7 Mio. € Auftrags-erlöse (Vorjahr: 59,9 Mio. €) erfasst. Demgegenüber standen 97,7 Mio. € angefallene Auftragskosten (Vorjahr: 64,8 Mio. €). Auf den Forderungsbestand aus Auftragsfertigung zum 31. Dezember 2010 in Höhe von 424,3 Mio. € (Vorjahr: 339,0 Mio. €) entfallen 286,1 Mio. € erhaltene Anzahlungen (Vorjahr: 240,6 Mio. €). Einbehalte für Teilabrechnungen aus der Auftragsfertigung liegen nicht vor.
Zum Ausweis von Forderungen aus der Auftragsfertigung, die aufgrund direkter Zuordnung mit den erhaltenen Anzahlungen verrechnet wurden, wird auf Abschnitt 35. (Verbindlichkeiten aus Auftrags-fertigung) verwiesen.
Die folgende Aufstellung zeigt die Werthaltigkeit und die Fristigkeit nicht wertgeminderter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Auftragsfertigung zum Bilanzstichtag:
25. SONSTIGE VERMÖGENSWERTE
Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Steuern in Höhe von 16,0 Mio. € (Vorjahr: 14,8 Mio. €) betreffen Umsatzsteuererstattungsansprüche in Höhe von 15,6 Mio. € (Vorjahr: 14,4 Mio. €) sowie Verkehrssteuerforderungen ausländischer Konzerngesellschaften in Höhe von 0,4 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €).
Die übrigen sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 9,1 Mio. € (Vorjahr: 14,2 Mio. €) beinhalten eine Vielzahl von Vermögenswerten. Unter anderem ist hier auch die Überdeckung des Planvermögens in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €) der MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, enthalten. Zur Ermittlung und zu weiteren Erläuterungen der Überdeckung des Planvermögens wird auf Abschnitt 30. (Rückstellungen für Pensionen) verwiesen.
Die folgende Aufstellung zeigt neben den Buchwerten der sonstigen Vermögenswerte die Werthaltigkeit der noch nicht fälligen sonstigen Vermögenswerte sowie die nach Zeitbändern eingeteilten überfälligen sonstigen Vermögenswerte zum Bilanzstichtag:
26. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 111,9 Mio. € (Vorjahr: 120,8 Mio. €) handelt es sich um Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten ab dem Erwerbszeitpunkt. In dieser Position sind Fremdwährungsbestände in Höhe von umgerechnet 73,2 Mio. € (Vorjahr: 52,4 Mio. €) enthalten.
Die MTU kann über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 15,9 Mio. € (Vorjahr: 9,7 Mio. €), die von der MTU Maintenance Zhuhai Co. Ltd. gehalten werden, nicht frei verfügen.
27. ERTRAGSSTEUERANSPRÜCHE
Ertragsteueransprüche sind im laufenden Jahr nicht gegeben. Im Vorjahr betrugen sie 1,2 Mio. €.
28. GELEISTETE VORAUSZAHLUNGEN
Die geleisteten Vorauszahlungen in Höhe von 6,0 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €) ergeben sich im Wesentlichen durch Vorauszahlungen für Versicherungsprämien und Mieten.
29. EIGENKAPITAL
Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.
29.1. GEZEICHNETES KAPITAL
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt unverändert 52,0 Mio. € und ist eingeteilt in 52,0 Mio. Stückaktien ohne Nennwert.
29.2. GENEHMIGTES KAPITAL
GENEHMIGTES KAPITAL I
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 21. April 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 5,2 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I 2010).
29.3. BEDINGTES KAPITAL
WANDEL- UND OPTIONSANLEIHEN
Der Vorstand wurde in der Hauptversammlung vom 22. April 2010 ermächtigt, bis zum 21. April 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats bedingte Kapitalerhöhungen durchzuführen:
- Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 3,64 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 3.640.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und / oder Optionsschuldverschreibungen, die gemäß der von der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Mai 2005 beschlossenen Ermächtigung begeben werden. Die Ausgabe erfolgt zu dem gemäß dieser Ermächtigung jeweils festzulegenden Wandlungs- bzw. Optionspreis.
- Das Grundkapital ist um bis zu 22,36 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 22.360.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je einem Euro bedingt erhöht (Bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und / oder Optionsschuldverschreibungen, die gemäß der von der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 22. April 2010 beschlossenen Ermächtigung begeben werden. Die Ausgabe erfolgt zu dem gemäß dieser Ermächtigung jeweils festzulegenden Wandlungs- bzw. Optionspreis.
- Der Vorstand wird bis zum 21. April 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen und / oder Optionsschuldverschreibungen (zusammen „Schuldverschreibungen“) mit oder ohne Laufzeitbeschränkung im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte (auch mit Wandlungspflicht) auf auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 22,36 Mio. € nach näherer Maßgabe der Wandel- bzw. Optionsanleihebedingungen zu gewähren. Die Ausgabe der Schuldverschreibungen ist nur gegen Barzahlung möglich. Die Schuldverschreibungen können in Euro oder – unter Begrenzung auf den entsprechenden Gegenwert – in einer ausländischen gesetzlichen Währung, beispielsweise eines OECD-Landes, begeben werden. Sie können auch durch unter der Leitung der Gesellschaft stehende Konzernunternehmen („Konzernunternehmen“) ausgegeben werden; in einem solchen Fall wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft die Garantie für die Schuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern Wandlungs- bzw. Optionsrechte (auch mit Wandlungspflicht) auf auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren.
29.4. KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklage enthält Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien, den Eigenkapitalanteil nach Steuern und die anteiligen Transaktionskosten aus der emittierten Wandelschuldverschreibung, die beizulegenden Zeitwerte aus dem Matching Stock Program und dem Share Matching Plan sowie den den Erlös übersteigenden Betrag in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) aus den verkauften Aktien im Rahmen des Mitarbeiter-Aktienprogramms. Zum Ausweis der Eigenkapitalkomponente der Wandelschuldverschreibung und der in diesem Zusammenhang stehenden Steuerlatenzen, der Transaktionskosten und der damit verbundenen Ertragsteuervorteile wird auf die Ausführungen unter Abschnitt 33. (Finanzverbindlichkeiten) verwiesen.
MATCHING STOCK PROGRAM (MSP)
Zur Verstärkung der wirtschaftlichen Zielerreichung hat der Konzern als langfristiges Vergütungsinstrument mit Anreiz- und Risikocharakter das MSP zur Beteiligung der Führungskräfte aufgelegt, das zum Bezug von Phantom Stocks berechtigt. Teilnehmer am MSP müssen im Zeitpunkt der Zeichnung in einem bestehenden Dienst- oder Anstellungsverhältnis mit der MTU Aero Engines Holding AG, München, oder einer ihrer inländischen Konzerngesellschaften stehen.
Zu diesem Zweck hat der Konzern zum Programmstart am 6. Juni 2005 den Teilnehmern am Programm eine bestimmte Anzahl von Phantom Stocks für die Dauer von fünf Jahren gewährt, die gleichmäßig verteilt über diesen Zeitraum zugeteilt werden. Die Gewährung der Phantom Stocks setzte zum Programmstart ein eigenes Investment in die Aktien des Unternehmens durch die MSP-Teilnehmer voraus. Jede aus dem Programm erworbene MSP-Aktie berechtigt zum Bezug von sechs Phantom Stocks je zugeteilter Tranche. Die MSP-Aktien unterliegen grundsätzlich keinerlei Verfügungsbeschränkungen und berechtigen zur Teilnahme an Dividenden und Bezugsrechten.
Jede Tranche der zugeteilten Phantom Stocks unterliegt einer Ausübungssperrfrist von zwei Jahren und kann in Abhängigkeit von der Erreichung des durchschnittlichen Ausübungspreises in Entgelt umgewandelt werden. Dieses Entgelt ist verpflichtend zum Erwerb von Aktien der MTU zu verwenden. Der Kauf der Aktien erfolgt im Ausübungszeitpunkt zum Börsenkurs. Die Aktien müssen nach dem Ausübungszeitpunkt weitere zwei Jahre gehalten werden.
AUSÜBUNGSBEDINGUNGEN
Eine im Rahmen des Matching Stock Program zugeteilte Tranche kann ausgeübt werden, wenn der durchschnittliche, nicht gewichtete Aktienschlusskurs im Xetra-Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb der letzten 60 Handelstage vor dem Ausübungszeitpunkt der Phantom Stocks 10% des Basispreises übersteigt.
BILANZIELLE BEHANDLUNG
Der beizulegende Zeitwert der Phantom Stocks wird zeitanteilig als Personalaufwand und gleichzeitig im Eigenkapital (Kapitalrücklage) bis zum Ausübungszeitpunkt erfasst.
Für die Bestimmung der erwarteten Volatilität wurde im Zeitpunkt der Auflegung des Programms im Juni 2005 wegen der damals noch nicht vorliegenden Kapitalmarkthistorie der MTU der Durchschnitt von vergleichbaren börsennotierten Unternehmen mit vergleichbaren Geschäftsmodellen verwendet.
Änderungen der Schätzwerte für nicht marktorientierte Ausübungshürden (z.B. wesentliche Personalfluktuationen) sind in den Annahmen bezüglich der zu erwartenden Anzahl ausübbarer Phantom Stocks berücksichtigt. Der beizulegende Zeitwert beruht somit auf der Anzahl der letztendlich ausübbaren Eigenkapitalinstrumente. Daraus resultierende Änderungen früherer Schätzungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und durch eine entsprechende Anpassung im Eigenkapital über den verbleibenden Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit berücksichtigt.
Dagegen führen Änderungen der Marktbedingungen, wie z.B. Aktienkursentwicklung und Kursvolatilitäten, nicht zu einer nachträglichen Anpassung des beizulegenden Zeitwerts.
Die Darstellung zeigt die Entwicklung der gewährten Eigenkapitalinstrumente und die am 31. Dezember 2010 aufgrund der Sperrfristen noch nicht ausübbaren Phantom Stocks.
ERLÄUTERUNGEN ZU DEN VERÄNDERUNGEN IN DER BERICHTSPERIODE:
- Gewährte Phantom Stocks betreffen die zum Zeitpunkt der vertraglichen Vereinbarung von der MTU im Rahmen des Gesamtprogramms zugesagten Phantom Stocks der fünf Tranchen für den Zeitraum von 2005 bis 2009;
- Verwirkte Phantom Stocks ergeben sich durch Ausscheiden aus dem Beschäftigungsverhältnis vor dem Zeitpunkt der Ausübung einer jeweiligen Tranche;
- Ausgeübte Phantom Stocks betreffen die aufgrund des Erreichens einer Ausübungshürde umgetauschten Phantom Stocks in Aktien der MTU (Tranche 4); der gewichtete Durchschnittsaktienkurs am Tag der Ausübung betrug 34,92 €.
- Verfallene Phantom Stocks betreffen nicht erreichte Ausübungshürden (Tranchen 2 und 3).
Die am Ende des Geschäftsjahres 2010 noch nicht ausübbaren 367.782 Phantom Stocks (Vorjahr: 772.032 Phantom Stocks) betreffen die im Geschäftsjahr 2009 zugeteilte fünfte Tranche.
Der durchschnittlich beizulegende Zeitwert eines Phantom Stocks betrug im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 3,57 € (Vorjahr: 3,43 €) und wurde mittels des Black-Scholes-Bewertungsmodells bestimmt.
Zum 31. Dezember 2010 betrug der gewichtete Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit des Matching Stock Program noch 0,5 Jahre (Vorjahr: 0,9 Jahre).
VORAUSSICHTLICER AUSÜBUNGSPREIS FÜR DIE FÜNFTE MSP- TRANCHE
Unter der Voraussetzung einer von Vorstand und Aufsichtsrat an die Hauptversammlung vorgeschlagenen Dividendenzahlung für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 1,10 € / Aktie liegt der Ausübungspreis für die im Juni 2009 zugeteilte fünfte Tranche bei 22,59 €.
Der Gesamtaufwand für die aktienbasierten Vergütungen im Rahmen des MSP betrug im Geschäftsjahr 2010 0,3 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €).
SHARE MATCHING PLAN (SMP)
Zur Beschreibung des SMP wird auf den Corporate Governance Bericht, Vergütungsbericht, verwiesen. Der aus dem Performance Share Plan (PSP) auszuzahlende Betrag kann von den Vorstandsmitgliedern grundsätzlich in Aktien der MTU Aero Engines Holding AG angelegt werden, die dann weitere drei Jahre gehalten werden müssen. Am Ende des Haltezeitraums erfolgt ein sogenannter „Match“ der Aktien auf Basis eines Share Matching Plans (SMP), wonach das Vorstandsmitglied für jeweils 3 gehaltene MTU-Aktien eine Gratisaktie zugeteilt bekommt. Der Anspruch auf die Gratisaktie wird grundsätzlich durch Übertragung der entsprechenden Anzahl von Gratisaktien an das Vorstandsmitglied erfüllt. Der Gesamtwert der zuteilbaren Matching-Aktien am Ende der Halteperiode ist auf das Dreifache des initialen Kaufpreises begrenzt.
Die Anzahl von zukünftigen Matching Shares ist von der Höhe der Auszahlung aus dem PSP abhängig. Zur Erläuterung des PSP-Programms wird auf die entsprechenden Ausführungen unter den Sonstigen Rückstellungen, Abschnitt 32., verwiesen. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes kam ein kombiniertes Verfahren aus Monte-Carlo-Simulation und Black-Scholes zum Einsatz. Unter Verwendung der identischen Annahmen wie zur Bewertung des Long Term Incentive (PSP) wurde hierzu der erwartete Auszahlungsbetrag bestimmt. Dieser ermittelte Auszahlungsbetrag dient als Basis zur Bewertung des SMP nach Black-Scholes. Der beizulegende Zeitwert dieser Forwardoption zum Zeitpunkt der Optionsgewährung wird unter Berücksichtigung der Ausübungsbedingungen bilanziert. Der Erdienungszeitraum einer Forwardoption beträgt jeweils 52 Monate.
Der beizulegende Zeitwert des SMP, der von einem unabhängigen Gutachter gemäß den Richtlinien des IFRS 2 je Performance Share ermittelt wird, belief sich unter Berücksichtigung einer Fluktuation von 4% zum 1. Januar 2010 auf 3,72 € und zum 1. Juli 2010 auf 4,23 €. Die zugrundeliegenden Rechnungsgrundlagen sind im Bewertungsgutachten zum Gewährungszeitpunkt dokumentiert. Für die im Geschäftsjahr 2010 gewährten 40.727 Performance Shares ergibt sich für das Share Matching Program ein Gesamtaufwand in Höhe von rund 158 T€. Hiervon wurden im Geschäftsjahr 2010 rund 31 T€ aufwandswirksam erfasst.
Im Geschäftsjahr 2010 wurden dem Vorstand der MTU im Rahmen der ersten Tranche die folgenden Performance Shares gewährt:
Die zugrundeliegenden Rechnungsgrundlagen sind im Bewertungsgutachten zum Gewährungszeitpunkt dokumentiert.
Der Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der im Geschäftsjahr 2010 mit Wirkung zum 1.1.2010 gewährten Optionen lagen folgende Parameter zugrunde:
Der hierbei ermittelte beizulegende Zeitwert je Performance Share belief sich auf 4,44 € bzw. unter Berücksichtigung einer Fluktuation von 4% p.a. auf 3,72 €.
Der Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der im Geschäftsjahr 2010 mit Wirkung zum 1. Juli 2010 gewährten Optionen lagen folgende Parameter zugrunde:
Der hierbei ermittelte beizulegende Zeitwert je Performance Share belief sich auf 5,05 € bzw. unter Berücksichtigung einer Fluktuation von 4% p.a. auf 4,23 €.
MITARBEITER-AKTIENPROGRAMM (MAP)
Der Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG, München, hat seit dem Geschäftsjahr 2008 für Konzernbeschäftigte das MAP mit einer Laufzeit von jeweils zwei Jahren aufgelegt. Die MTU gewährt im Rahmen des MAP jedem Teilnehmer nach Ablauf einer zweijährigen Sperre einen sogenannten „Match“, d.h. eine zu versteuernde Geldzahlung in Höhe von 50% seines zum Programmstart in MTU-Aktien investierten Betrages.
Im Rahmen des Mitarbeiter-Aktienprogramms (MAP) wurden seit dem Geschäftsjahr 2008 die folgenden Aktien an Konzernbeschäftigte verkauft:
Der Erwerbskurs für die im Geschäftsjahr 2010 zugeteilten Aktien der MTU richtete sich für die dritte Tranche nach dem tiefsten Kurs vom 16. April 2010 (Erwerbszeitpunkt) und betrug 42,58 € je Aktie. Die zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewerteten abgegebenen Aktien wurden innerhalb des Eigenkapitals den eigenen Aktien entnommen. Die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und den ursprünglichen Anschaffungskosten in Höhe von insgesamt 0,2 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) wurde hingegen der Kapitalrücklage belastet.
Der Gesamtaufwand für den „Match“ im Rahmen des MAP betrug im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 1,7 Mio. € (Vorjahr: 2,0 Mio. €) und wurde anteilig über die Laufzeit der jeweiligen Tranche erfolgswirksam berücksichtigt. Die Verbindlichkeit betrug zum 31. Dezember 2010 2,0 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €).
29.5. GEWINNRÜCKLAGE
Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden.
29.6. EIGENE AKTIEN
ERWERB EIGENER AKTIEN AUFGRUND ERMÄCHTIGUNGEN VOM 22. APRIL 2010 DURCH DIE HAUPTVERSAMMLUNGEN
Der Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG, München, ist durch Beschluss der Hauptversammlung ermächtigt, Aktien zurück zu kaufen. Der Erwerb kann sowohl über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Der Gegenwert für den Erwerb der zu erwerbenden Aktien darf den Börsenkurs um nicht mehr als 10% über- bzw. unterschreiten, wobei etwaige Erwerbsnebenkosten außer Ansatz bleiben.
Die von der Hauptversammlung am 26. Mai 2009 beschlossene Ermächtigung der Gesellschaft zum Erwerb eigener Aktien lief am 26. November 2010 aus und wurde durch eine neue Ermächtigung ersetzt. Nach dem durch das Gesetz zur Umsetzung der Aktionärsrechterichtlinie vom 30. Juli 2009 (ARUG) geänderten § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG kann die Ermächtigung nunmehr für die Dauer von bis zu fünf Jahren erteilt werden. Der Vorstand der MTU wurde ermächtigt, für die Zeit vom 23. April 2010 bis einschließlich zum 22. April 2015 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals bis zu 10% des bei der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10% des Grundkapitals entfallen.
ERWERB VON AKTIEN
Im Geschäftsjahr 2010 wurden 300.000 Aktien (Vorjahr: 0 Aktien) zum Gesamtpreis von 13,6 Mio. € erworben. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten betrugen dabei 45,55 € je Aktie. Der Erwerb der Aktien erfolgte zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen aus der begebenen Wandelschuldverschreibung, der Ausgabe von Aktien im Rahmen des Matching Stock Program (MSP), des Mitarbeiter-Aktienprogramms (MAP) sowie zur Bedienung des im Geschäftsjahr 2010 gewährten Share Matching Plan (SMP). Die Entwicklung und die durchschnittlichen Anschaffungskosten der insgesamt zurück gekauften Aktien seit Beginn der Aktienrückkäufe sind aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich.
ÜBERLEITUNG ZUR GEWICHTETEN, DURCHSCHNITTLICHEN UND IM UMLAUF BEFINDLICHEN ANZAHL DER AKTIEN
Insgesamt betrug der Bestand an eigenen Aktien zum 31. Dezember 2010 3.247.593 Stück (Vorjahr: 3.078.192) Stück. Das sind 6,2% des Grundkapitals (Vorjahr: 5,9% des Grundkapitals).
Aufgrund des Aktienrückkaufs ergab sich für das Geschäftsjahr 2010 eine durchschnittliche und im Umlauf befindliche Aktienanzahl von 48.868.149 Stück (Vorjahr: 48.858.948 Stück). Die Zahl der am 31. Dezember 2010 von der MTU ausgegebenen und dividendenberechtigten Aktien im Nennwert von einem Euro betrug 48.752.407 Stück (Vorjahr: 48.921.808 Stück).
AUSGABE VON AKTIEN IM RAHMEN VON MITARBEITERBETEILIGUNGSMODELLEN
Im Geschäftsjahr 2010 wurden von den eigenen Aktien im Rahmen der vierten Tranche des Matching Stock Program 68.086 Aktien (Vorjahr: 0 Aktien) an Vorstand und Führungskräfte ausgegeben.
Im Zuge des Mitarbeiter-Aktienprogramms (MAP) wurden im Juni 2010 insgesamt 59.096 Aktien (Vorjahr: 150.863 Aktien) an Konzernbeschäftigte verkauft.
29.7. KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL (OCI)
Das kumulierte übrige Eigenkapital hat sich im Geschäftsjahr 2010 überwiegend bedingt durch Unterschiede aus der Währungsumrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften sowie die Marktwertveränderungen von derivativen Finanzinstrumenten um insgesamt 5,1 Mio. € auf 2,7 Mio. € (Vorjahr: -2,4 Mio. €) erhöht.
In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen und Erträge sowie die darauf entfallende Steuerbelastung der im Eigenkapital direkt erfassten Wertänderungen dargestellt:
29.8. ANGABEN ZUM KAPITALMANAGEMENT
Die MTU ist bestrebt, ein starkes Finanzprofil aufrechtzuerhalten, um die Unternehmensfortführung und finanzielle Flexibilität ebenso wie das Vertrauen der Aktionäre zu gewährleisten.
Der Konzern konzentriert sich daher beim Kapitalmanagement auf die Optimierung des Verhältnisses zwischen Eigenkapital und Nettoverschuldung sowie auf die Verbesserung der Eigenkapitalquote.
30. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN
Für die Mitarbeiter der MTU existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungspläne. Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) geht das Unternehmen durch fest definierte Beitragsleistungen über die Beitragszahlungen hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen (Defined Benefit Plans) besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter zu erfüllen. Dabei handelt es sich bei den inländischen Konzerngesellschaften im Wesentlichen um rückstellungsfinanzierte Versorgungszusagen, die zum größten Teil nicht durch Planvermögen gedeckt sind. Bei der MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, besteht hingegen ein fondsfinanziertes Versorgungssystem.
Die Unterscheidung zwischen beitragsorientierten und leistungsorientierten Plänen kann im Einzelfall schwierig sein. So ist in Deutschland bei Beitragszusagen in der Regel eine Mindestleistung garantiert, für die auch bei Einschaltung eines externen Versorgungsträgers oder einer Versicherungsgesellschaft letztendlich der Arbeitgeber haftet. Die sog. finale Haftung des Arbeitgebers ist nach § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG geregelt. Für Rechnungslegungszwecke ist der Begriff der beitragsorientierten Zusage wirtschaftlich auszulegen. Soweit über die sogenannte finale Haftung hinaus nach Zahlung der Beiträge an die öffentlichen und privaten Versorgungsträger für den MTU-Konzern keine weiteren Verpflichtungen bestehen, werden diese Pläne als beitragsorientierte Pläne klassifiziert. Laufende Beitragszahlungen werden als Aufwendungen für den betreffenden Zeitraum erfasst.
30.1. BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE
Seit dem 1. Januar 2007 wurden im Inland keine Direktzusagen für Neueintritte mehr ausgesprochen. Stattdessen zahlt die MTU für Mitarbeiter, die ab 1. Januar 2007 in das Unternehmen eingetreten sind, Beiträge an einen überbetrieblichen Versorgungsträger. Daneben existieren bei der MTU weitere arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherungszusagen.
Im Geschäftsjahr 2010 betrug der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung 34,1 Mio. € (Vorjahr: 33,1 Mio. €). Darüber hinaus wurden Beiträge an den überbetrieblichen Versorgungsträger in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €) gezahlt.
30.2. LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Die Pensionsverpflichtungen der MTU werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertver-fahren unter Berücksichtigung zukünftiger Entgelt- und Rentensteigerungen sowie anderer Leistungs- bzw. Bestandsanpassungen bewertet. Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht dem Barwert des erdienten Anteils der Versorgungsleistung der Begünstigten, abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwertes der Planvermögen und angepasst um kumulierte nicht erfasste versicherungsmathematische Gewinne bzw. Verluste. Für alle Versorgungs-pläne werden jährlich von unabhängigen Gutachtern umfassende versicherungsmathematische Untersuchungen und Berechnungen durchgeführt.
Aus Erhöhungen oder Verminderungen entweder des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen oder des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens können versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entstehen, deren Ursachen unter anderem Änderungen der Berechnungsparameter, Schätzungsänderungen bezüglich des Risikoverlaufs der Pensionsverpflichtungen und Abweichungen zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Ertrag aus dem Planvermögen sein können. Die Zinssätze zur Ermittlung der Barwerte entsprechen denen von laufzeitkongruenten erstrangigen, festverzinslichen Industrieanleihen.
Der Finanzierungsstatus der leistungsorientierten Pensionszusagen stellt sich wie folgt dar:
Im Geschäftsjahr 2010 erhöhte sich der Verpflichtungsumfang für Pensionsverpflichtungen (DBO) durch die Absenkung des Abzinsungsfaktors um jeweils 0,75 Prozentpunkte sowohl für die inländischen als auch für die ausländischen Pensionspläne. Der negative Effekt aus der Absenkung des Abzinsungsfaktors wurde teilweise kompensiert durch eine Absenkung der Gehaltsdynamik um 0,5 Prozentpunkte.
Vom Pensionsverpflichtungsumfang in Höhe von 533,9 Mio. € (Vorjahr: 473,3 Mio. €) entfallen 510,9 Mio. € (Vorjahr: 454,7 Mio. €) auf inländische Konzerngesellschaften; dies entspricht 95,7% (Vorjahr: 96,1%) des Gesamtbetrages.
Die folgenden gewichteten Parameter wurden zur Bewertung der Versorgungsverpflichtungen zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres sowie zur Bewertung des Versorgungsaufwands im jeweiligen Berichtsjahr zugrunde gelegt:
Die Renditen für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen sind gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt gesunken. Daher wurden die Pensions- und Jubiläumsverpflichtungen im Inland zum 31. Dezember 2010 mit 4,50% (Vorjahr: 5,25%) diskontiert. Bei den inländischen Versorgungsverpflichtungen wurden als biometrische Grundlagen für die Bewertung die Richttafeln von Prof. Dr. Heubeck RT 2005 G verwendet; bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Die erwartete Einkommensentwicklung umfasst erwartete Entgelt- und Einkommenssteigerungen, die unter anderem in Abhängigkeit von der Inflation und der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen geschätzt werden.
Fluktuationswahrscheinlichkeiten, Sterblichkeitsraten und Invalidisierung wurden anhand statistischer Grundlagen berechnet. Zu den Auswirkungen der erfahrungsbedingten Anpassungen wird auf die Darstellung „Finanzierungsstatus und die erfahrungsbedingten Anpassungen zum Ende des Geschäftsjahres“ am Ende dieses Abschnitts verwiesen.
Eine Änderung des Abzinsungssatzes um 25 Basispunkte hätte bei ansonsten konstant gehaltenen Annahmen folgende Auswirkungen auf die Versorgungsverpflichtung zum Ende des laufenden Geschäftsjahres:
In der folgenden Tabelle werden die Überleitung der Verpflichtung (Defined Benefit Obligation) und die Analyse der Planfinanzierung auf den bilanzierten Rückstellungsbetrag dargestellt:
BEIZULEGENDER ZEITWERT DES PLANVERMÖGENS
Der sich nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ergebende Verpflichtungsumfang der MTU wird um den beizulegenden Zeitwert eines fondsfinanzierten und eines kapitalgedeckten Versorgungssystems in Höhe von insgesamt 28,9 Mio. € (Vorjahr: 26,5 Mio. €) gekürzt. Bedingt durch die zum 31. Dezember 2010 gegenüber dem Vorjahr günstigeren Wechselkursparitäten zwischen dem Euro und dem Kanadischen Dollar sowie aufgrund der Rendite für das Planvermögen der MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, hat sich der beizulegende Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt um insgesamt 2,4 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) erhöht.
UNGETILGTER VERSICHERUNGSMATHEMATISCHER VERLUST
Zum 31. Dezember 2010 haben sich die aufgelaufenen versicherungsmathematischen Verluste der Pensionsverpflichtungen neben erfahrungsbedingten Anpassungen und Effekten aus Schätzänderungen, insbesondere aufgrund der Zinssatzsenkung um 0,75 Prozentpunkte auf 75,3 Mio. € (Vorjahr: 37,6 Mio. €), erhöht. Diese sind entsprechend IAS 19.92 nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst worden. Für das Planvermögen ergab sich im Geschäftsjahr 2010 ein versicherungsmathe-matischer Verlust in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: versicherungsmathematischer Gewinn in Höhe von 1,0 Mio. €). Die versicherungsmathematischen Verluste der Pensionsverpflichtungen beliefen sich im Geschäftsjahr auf 37,6 Mio. € (Vorjahr: 17,8 Mio. €).
Die Überleitung der Pensionsverpflichtung stellt sich wie folgt dar:
Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens lässt sich wie folgt herleiten:
Im Geschäftsjahr 2010 wurden aus den Planvermögen Rentenzahlungen in Höhe von insgesamt 2,6 Mio. € (Vorjahr: 2,6 Mio. €) gewährt. Die Auszahlungen erfolgten in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) durch die MTU München Unterstützungskasse und in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 1,3 Mio. €) durch die MTU Maintenance Canada. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betrugen im Geschäftsjahr 2010 insgesamt 1,4 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €).
Die Aufwendungen für leistungsorientierte Pensionspläne sowie für andere Leistungszusagen enthalten die folgenden Bestandteile:
FONDSFINANZIERTES PLANVERMÖGEN
Das fondsfinanzierte Planvermögen betrifft die MTU Maintenance Canada Ltd. und enthält weder Wertpapiere von Konzernunternehmen noch seitens des MTU-Konzerns genutztes Vermögen.
Die Zusammensetzung des Planvermögens zur Deckung der Pensionsverpflichtungen stellt sich zum jeweiligen Bilanzstichtag wie folgt dar:
Die erwartete Rendite für jede Kategorie der Vermögenswerte wurde unter Berücksichtigung allgemein zugänglicher Kapitalmarktprognosen ermittelt. Der erwartete Ertrag der festverzinslichen Wertpapiere orientiert sich an der Fristigkeit des gehaltenen Wertpapierportfolios und basiert auf für diese Anlageklassen historisch durchschnittlichen Renditen mit Laufzeiten zwischen 10 und 20 Jahren. Der erwartete Ertrag aus Aktien spiegelt die langfristige Renditeerwartung am Aktienmarkt wider. Bei der Bewertung des fondsfinanzierten Planvermögens wurde eine erwartete Rendite von 7,0% (Vorjahr: 7,25%) angesetzt. Für das Geschäftsjahr 2011 wird eine Rendite von 6,5% angenommen.
KAPITALGEDECKTES PLANVERMÖGEN
Das kapitalgedeckte Planvermögen betrifft eine Darlehensforderung der MTU München Unterstützungskasse, München, gegenüber der MTU Aero Engines GmbH, München, und betrug zum 31. Dezember 2010 7,8 Mio. € (Vorjahr: 9,0 Mio. €). Das Darlehen wird mit dem 3-Monats-Euribor zuzüglich 50 Basispunkten pro Jahr verzinst.
FINANZIERUNGSSTATUS UND ERFAHRUNGSBASIERTE ANPASSUNGEN
Die im Geschäftsjahr entstandenen versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste betreffen einerseits erfahrungsbedingte Anpassungen, die darauf zurückzuführen sind, dass sich zu Beginn eines Geschäftsjahres getroffene Annahmen für Bestandsgrößen wie Sterblichkeit, Invalidisierung und Fluktuation abweichend von getroffenen Prognosen entwickeln. Andererseits ergaben sich auch Auswirkungen aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen, zum Beispiel aufgrund der Änderung des Zinssatzes zur Diskontierung der Versorgungsverpflichtungen um 0,75 Prozentpunkte und durch die Herabsenkung des Gehaltstrends um 0,5 Prozentpunkte.
Zur Ermittlung der erfahrungsbedingten Anpassungen sowie der Auswirkungen aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen wurde die DBO zum aktuellen Bilanzstichtag mit den Annahmen zu Beginn des Geschäftsjahres ermittelt. Die erfahrungsbedingten Anpassungen entsprechen dabei der Differenz zwischen der erwarteten DBO und der DBO – mit den zum Bilanzstichtag tatsächlich eingetretenen Entwicklungen –, gerechnet mit den versicherungsmathematischen Annahmen am Jahresanfang.
Die nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in Bezug auf die Versorgungsverpflichtungen und das Planvermögen stellen sich wie folgt dar:
KÜNFTIG ZU ERWARTENDE RENTENZAHLUNGEN
Zusätzlich zu den Arbeitgeberbeiträgen ins Planvermögen rechnet das Unternehmen in den künftigen Jahren mit den folgenden Rentenzahlungen:
Die Arbeitgeberbeiträge zum fondsfinanzierten Planvermögen für die Geschäftsjahre 2011 – 2012 werden voraussichtlich zwischen 0,8 und 1,0 Mio. € betragen.
Durch Umstellung auf die ab dem Geschäftsjahr 2006 geltende Versorgungsordnung MTU kapitalPlus 2006 wurde eine lebenslang zu zahlende Rente gegenüber Konzernbeschäftigten durch eine sofortige Kapitalauszahlung geändert. Im Einzelfall und nach Abstimmung mit dem Unternehmen kann auch eine zehnjährige Ratenzahlung oder weiterhin eine Rentenzahlung mit einer jährlichen Dynamik von 1% gewährt werden. Bei den Annahmen zu den voraussichtlichen Auszahlungszeiträumen der Pensionsleistungen aus der neuen Versorgungsordnung geht der Konzern grundsätzlich von der sofortigen Kapitalzahlung ab dem Finanzierungsendalter aus.
31. ERTRAGSTEUERSCHULDEN
Die Ertragsteuerschulden in Höhe von 71,2 Mio. € (Vorjahr: 12,5 Mio. €) betreffen Körperschaft- und Gewerbeertragsteuern in Höhe von 70,7 Mio. € (Vorjahr: 12,4 Mio. €) sowie Steuern vom Einkommen und Ertrag ausländischer Konzerngesellschaften in Höhe von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €).
Die Ertragsteuerschulden sind innerhalb eines Jahres zur Zahlung fällig.
32. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Zum Bilanzstichtag ergab sich folgende Zusammensetzung der sonstigen Rückstellungen:
GEWÄHRLEISTUNGSVERPFLICHTUNGEN UND RISIKEN AUS SCHWEBENDEN GESCHÄFTEN
Die Risiken aus schwebenden Geschäften enthalten vor allem Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Rechtsstreitigkeiten und betreffen gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich und deren voraussichtliche Höhe zuverlässig schätzbar ist. Die Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen für Inbetriebnahmen, bereits abgerechnete Aufträge, veräußerte Produkte und verschiedene andere Dienstleistungen.
Die MTU hat in der Zivilen Triebwerksinstandhaltung belastende Verträge zur Instandhaltung von Triebwerken identifiziert, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen sind. Die den wirtschaftlichen Nutzen übersteigenden Kosten wurden aufwandswirksam zurückgestellt und sind in den Gewährleistungsverpflichtungen und Risiken aus schwebenden Geschäften enthalten. Wertminderungen für Vermögenswerte, die mit den Verträgen verbunden sind, waren im Geschäftsjahr 2010 und im Vorjahr nicht vorzunehmen bzw. wurden bereits in früheren Geschäftsjahren erfasst.
RISIKEN UND UNSICHERHEITEN AUS DEM TP400-D6-TRIEBWERKSPROGRAMM
Bei der Bewertung der Forderung aus Auftragsfertigung für das militärische Triebwerksprogramm TP400-D6 mussten im Geschäftsjahr 2009 aufgrund der zum Geschäftsjahresende 2009 unbestimmten Lieferverspätungen sowie des ungewissen technischen Umfeldes einerseits sowie aufgrund der generellen Ungewissheit über die Programmfortführung andererseits sämtliche Prämissen neu beurteilt werden. Als Resultat aus der zum Jahresende 2009 durch die MTU neu vorgenommenen Beurteilung des Zeitplans unter Berücksichtigung sämtlicher neu kalkulierter Prämissen wurde der Buchwert der Forderung für Auftragsfertigung für das TP400-D6 im Vorjahr erfolgswirksam wertberichtigt. Darüber hinaus wurde eine Rückstellung in Höhe von 45,3 Mio. € erfolgswirksam gebildet. Die Bewertung des Abwertungs- bzw. Rückstellungsbedarfs zum 31. Dezember 2009 berücksichtigte auch anteilige Vertragsstrafen, die nach damaliger Einschätzung von der MTU im Falle einer Programmeinstellung hätten bezahlt werden müssen.
Nach der Grundsatzvereinbarung im März 2010 haben sich die Kundenländer (vertreten durch die Rüstungsagentur OCCAR) und Airbus Military auf die Details der Änderungen im A400M-Vertrag geeinigt. Die Vereinbarungen sehen vor, dass die bisherigen wirtschaftlichen Eckdaten unverändert bleiben. Als wesentliche Veränderung ist aber zu berücksichtigen, dass Deutschland nur noch 53 statt 60 A400M abnimmt und Großbritannien seine Order von 25 auf 22 Flugzeuge reduziert. Dieser Grundsatzvereinbarung folgten adäquate Vereinbarungen zwischen Airbus Military und dem militärischen Triebwerkskonsortium Europrop International GmbH, München (EPI). Insgesamt bleibt das A400M-Projekt damit noch bei 170 Festbestellungen und somit bei rund 680 Europrop TP400-D6- Triebwerken. Die Auslieferung der ersten Flugzeuge wird nun für Anfang 2013 erwartet.
Aufgrund der insgesamt zufriedenstellenden Lösung für das Gesamtprojekt waren bei der Überprüfung der Bewertung des Triebwerksprogramms TP400-D6 zum 31. Dezember 2010 einerseits der Entfall der im Vorjahr berücksichtigten Vertragsstrafen für mögliche Programmeinstellungen oder Konventionalstrafen als auch andererseits Auslieferungsverschiebungen, Stornierungen bisheriger Bestellungen durch Kundenländer sowie Nacharbeiten für die Software zur Steuerung des Triebwerks und Preiseskalationen zu berücksichtigen.
Auf Basis der im Dezember 2010 getroffenen Vereinbarungen wurde das Triebwerksprogamm TP400-D6 zum 31. Dezember 2010 eingehend analysiert und bewertet. Dies führte zu einer Auflösung der Rückstellung. Der Ertrag in Höhe von 45,3 Mio. € ist in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzkosten enthalten.
VERPFLICHTUNGEN AUS DEM PERSONALBEREICH
In den Rückstellungen für Personalaufwendungen sind Verpflichtungen für Erfolgsbeteiligungen und Tantiemen in Höhe von 31,0 Mio. € (Vorjahr: 28,3 Mio. €), Erfüllungsrückstände für Altersteilzeit in Höhe von 3,0 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €), für Jubiläumszahlungen in Höhe von 5,8 Mio. € (Vorjahr: 5,8 Mio. €) sowie für Strukturanpassungsmaßnahmen im Zuge der ERA-Einführung in Höhe von 2,8 Mio. € (Vorjahr: 8,6 Mio. €) enthalten.
Der Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente (TV FlexÜ) ist Anfang des Geschäftsjahres 2010 in den jeweiligen deutschen Tarifgebieten in Kraft getreten. Ergänzend dazu haben die deutschen Konzerngesellschaften der MTU im März 2010 jeweils eine den Tarifvertrag ablösende Betriebsvereinbarung getroffen, die bis 31. Dezember 2016 befristet ist. Für jede der deutschen Konzerngesellschaften wurden Obergrenzen vereinbart für die maximale Anzahl an Tarif-Mitarbeitern, die Ansprüche auf einen Altersteilzeitvertrag geltend machen können. In München liegt das maximale Volumen bei 450, in Hannover bei 130 und in Ludwigsfelde bei 30 Verträgen. Der Ausführungsbeginn dieser Verträge verteilt sich bis 2016. Auf Basis der getroffenen Vereinbarungen mit Konzernbeschäftigten wurden im Geschäftsjahr 2010 Erfüllungsrückstände – gekürzt um Planvermögen – in Höhe von 3,0 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €) bilanziert.
Detaillierte Erläuterungen zur Jahreserfolgsvergütung (JEV) sind im Corporate Governance Bericht, Vergütungsbericht, enthalten. Die JEV wird in Höhe von 50% in dem dem Geschäftsjahr folgenden Kalenderjahr ausgezahlt. Die verbleibenden 50% der JEV werden zu gleichen Teilen auf das Folgejahr und auf das dem Folgejahr folgende Geschäftsjahr aufgeschoben.
Die aufgeschobenen Vergütungsbestandteile aus der Jahreserfolgsvergütung 2010 (JEV, Deferral 1 und 2) wurden erstmals mit Wirkung zum 1. Januar 2010 vereinbart. Deren endgültiger Wert hängt von der Zielerreichung der beiden Konzernsteuerungszahlen sowie dem diskretionären Faktor in den Geschäftsjahren 2011 und 2012 ab.
Die Langfristvergütung für die Vorstandsmitglieder der MTU wird ab dem Geschäftsjahr 2010 ferner in Form eines Long Term Incentive Performance Share Plan (PSP) in „jährlichen Tranchen“ gewährt. Detaillierte Erläuterungen zur JEV sind im Corporate Governance Bericht, Vergütungsbericht, enthalten.
Im Geschäftsjahr 2010 ergaben sich die folgenden Auswirkungen der anteilsbasierten Vergütung:
EVENTUALSCHULDEN AUS UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSEN
Die im Rahmen der Kaufpreisallokation übernommenen Verpflichtungen aus Triebwerksprogrammen betreffen fortgeführte Bewertungen der im Rahmen des Unternehmenserwerbs durch Kohlberg Kravis Roberts & Co. von der damaligen DaimlerChrysler AG identifizierten und bewerteten Eventualschulden für Triebwerksprogramme. Die Bewertung der Eventualschulden erfolgte gemäß IFRS 3.56. Zu den Sensitivitätsannahmen und den weiteren Schätzparametern hinsichtlich der Bewertung der Eventualschulden wird auf die weiteren Erläuterungen unter Abschnitt 5.22. (Ermessensspielräume, Bewertungsunsicherheiten und Sensitivitäten) verwiesen.
ERLÖSSCHMÄLERUNGEN
Erlösschmälerungen betreffen nachträgliche Preisanpassungen oder Sonderkonditionen mit Endkunden durch den Konsortialführer, erwartete Umsatzstornierungen durch Endkunden sowie Differenzen bereits abgerechneter Aufträge zwischen den Konsortialführern und Endkunden sowie mögliche Rückforderungen öffentlicher Auftraggeber.
ÜBRIGE VERPFLICHTUNGEN
Die Rückstellungen für übrige Verpflichtungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verbindlichkeiten.
SONSTIGE STEUERVERPFLICHTUNGEN
Steuerrückstellungen betreffen wahrscheinliche Verpflichtungen für Verkehrssteuern und sonstige betriebliche Steuern, die für das Geschäftsjahr sowie für Vorjahre gebildet wurden.
Die langfristigen sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Aus den Buchwerten der langfristigen sonstigen Rückstellungen ergeben sich voraussichtlich die folgenden Mittelabflüsse:
Die MTU erwartet für die Verpflichtungen aus dem Personalbereich, dass sie innerhalb der nächsten ein bis fünf Jahre zur Zahlung fällig werden.
Die kurzfristigen sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:
Die sich aus den Buchwerten der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen ergebenden Mittelabflüsse erfolgen voraussichtlich in dem auf die Berichtsperiode folgenden Kalenderjahr.
33. FINANZVERBINDLICHKEITEN
ANLEIHEN
Die MTU Aero Engines Finance B.V., Amsterdam, Niederlande, hat am 23. Januar 2007 mit Wirkung zum 1. Februar 2007 eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von nominal 180,0 Mio. € unter der Garantie der MTU Aero Engines Holding AG, München, begeben. Die Wandelschuldverschreibung wurde mit einer Stückelung zu je 100.000 € und einer Laufzeit bis zum 1. Februar 2012 emittiert.
Die Anleihe ist mit einem Wandlungsrecht in nennwertlose Stückaktien der MTU Aero Engines Holding AG, München, ausgestattet, das nach Ermessen des jeweiligen Inhabers ab dem 13. März 2007 bis zum 18. Januar 2012 gemäß den „Anleihebedingungen“ zu einem bei Ausgabe festgelegten Wandlungskurs in Höhe von anfänglich 49,50 € ausgeübt werden kann. Der Zinskupon beträgt 2,75% p.a. und ist jährlich, erstmals am 1. Februar 2008, fällig. Seit dem 15. Februar 2010 ist die MTU bei entsprechender Kursentwicklung der Aktien berechtigt, gemäß den Anleihebedingungen die Wandel-schuldverschreibung zurückzuzahlen.
Des Weiteren ist die MTU berechtigt, noch ausstehende Wandelschuldverschreibungen insgesamt zu kündigen und vorzeitig zurückzuzahlen, falls der Gesamtnennbetrag der ausstehenden Wandelschuldverschreibungen zu irgendeinem Zeitpunkt unter 10% des Gesamtnennbetrags der ursprünglich begebenen Schuldverschreibungen fällt.
Die Wandelschuldverschreibung wurde beim erstmaligen Ansatz entsprechend der wirtschaftlichen Substanz der vertraglichen Vereinbarung und der Definitionen des IAS 32.11 in einen Fremdkapital- und in einen Eigenkapitalanteil klassifiziert. Der Fremdkapitalanteil wurde zum beizulegenden Zeitwert unter Einschluss der direkt der Emission zuzurechnenden Transaktionskosten bewertet. Hierzu wurde der Barwert der künftigen Zahlungsströme aus den vertraglichen Verpflichtungen durch Diskontierung mit dem Marktzinssatz von 5,425% p.a., den die MTU bei Emission einer Schuldverschreibung ohne Wandlungsrecht hätte zahlen müssen, ermittelt.
In der Folgezeit wurde die Fremdkapitalkomponente mit den fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet, so dass der Aufwand über die vertragliche Laufzeit der Wandelschuldverschreibung aus der Aufzinsung mit dem angewandten Zinssatz besteht.
Der ursprüngliche Eigenkapitalanteil aus der emittierten Wandelschuldverschreibung wurde unter Berücksichtigung latenter Steuern direkt im Eigenkapital berücksichtigt. Die auf die Eigenkapitalkomponente entfallenden Transaktionskosten wurden, gemindert um damit verbundene Ertragsteuervorteile, vom Eigenkapitalanteil abgezogen.
Von dem ursprünglich ausgegebenen Volumen der Anleihe hat die MTU bereits im Geschäftsjahr 2008 nominal 27,2 Mio. € zum damaligen Wert von 21,9 Mio. € vom Markt zurückgekauft. Zudem hat am 23. Juni 2010 ein Inhaber der Wandelanleihe von seinem Wandlungsrecht Gebrauch gemacht. Dabei wurden nominal 100.000 € der Wandelanleihe zu fortgeführten Anschaffungskosten zum Stichtag der Wandlung in 2.020 Aktien umgetauscht.
Nach dem Rückkauf der Wandelanleihen im Geschäftsjahr 2008 und der Wandlung im Geschäftsjahr 2010 würden zum Ende des Geschäftsjahres 2010 rund 3,1 Mio. nennwertlose Stückaktien (Vorjahr: 3,1 Mio. Stück) dem bedingten Kapital entsprechen. Die Ausübung dieser Wandlungsrechte hätte im laufenden Geschäftsjahr zu einem reduzierten Ergebnis je Aktie von 0,07 € geführt (Vorjahr: 0,08 €).
Zu den weiteren Erläuterungen bezüglich der bedingten Kapitalerhöhung wird auf Abschnitt 29.3. (Bedingtes Kapital) verwiesen. Zur Ermittlung der Verwässerungseffekte aufgrund potenziell ausübbarer Wandlungsrechte wird auf Abschnitt 16. (Ergebnis je Aktie) verwiesen. Zur rückwirkenden Änderung des Ausweises der Wandelanleihe als langfristige Finanzverbindlichkeit wird auf die Erläuterungen unter Abschnitt 1.3. (Anpassungen und Erläuterungen zum Konzernabschluss) verwiesen.
VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN
SCHULDSCHEINDARLEHEN
Am 3. Juni 2009 platzierte die MTU vier Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt nominal 65,0 Mio. €. Die Schuldscheindarlehen dienen der weiteren Diversifizierung der Konzernfinanzierung und bestehen aus den folgenden vier endfälligen Tranchen:
Die Schuldscheindarlehen wurden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert, der dem Nominalwert entspricht, unter Kürzung der Transaktionskosten in Höhe von 0,4 Mio. € angesetzt. Die Schuldscheindarlehen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.
REVOLVING CREDIT FACILITY
Die Finanzierung des Konzerns erfolgt in der Währung Euro, im Wesentlichen durch die Inanspruchnahme von Darlehen, durch eine begebene Wandelschuldverschreibung sowie durch Aufnahme von Bankkrediten (Revolving Credit Facility). Am 3. August 2009 wurde die bestehende Revolving Credit Facility in Höhe von 250,0 Mio. € durch eine neue Kreditlinie mit einer Laufzeit von drei Jahren abgelöst. Damit verfügt der Konzern über einen Überziehungskredit in Höhe von 100,0 Mio. €, der mit zwei Banken abgeschlossen wurde. Am 1. Dezember 2010 wurde die bestehende Revolving Credit Facility neu verhandelt. Die Laufzeit verlängert sich um fünf Jahre.
Von dieser Kreditlinie sind zum 31. Dezember 2010 insgesamt 29,0 Mio. € (31. Dezember 2009: 27,7 Mio. €) durch Avale beansprucht.
Die Verzinsung aus der effektiv in Anspruch genommenen Kreditlinie erfolgt auf Basis marktüblicher Referenzsätze zuzüglich einer Marge. Nicht in Anspruch genommene Kreditfazilitäten unterliegen einer Bereitstellungsprovision.
FINANCIAL COVENANTS
Die MTU hat sich verpflichtet, für die Laufzeit der Schuldscheindarlehen und bis zur vollständigen und endgültigen Zahlung aller Beträge aus den Schuldscheindarlehen sowie für den Überziehungskredit die folgenden Finanzkennzahlen einzuhalten: Der Verschuldungsgrad der MTU liegt zum Quartalsstichtag während der Laufzeit der Schuldscheindarlehen nicht über 2,5; die Zinsdeckung liegt zum Quartalsstichtag während der Laufzeit des Schuldscheindarlehens nicht unter 4,0.
Die Finanzkennzahlen errechnen sich nach folgenden Formeln:
- Zinsdeckung = Bereinigtes EBITDA/Konsolidierter Netto-Zinsaufwand
- Verschuldungsgrad = Konsolidierte Netto-Verschuldung/Bereinigtes EBITDA
(Ergebnis vor Abschreibung, Finanzergebnis und Steuern)
Die Finanzkennzahlen, die zu jedem Quartalsstichtag einzuhalten sind, werden auf Basis der Quartals-Finanzberichte ermittelt.
Im Geschäftsjahr 2010 sowie im Vorjahr hat die MTU einschließlich aller Tochtergesellschaften die Kreditauflagen und Verpflichtungen aus allen Finanzierungsverträgen erfüllt.
SONSTIGE BANKVERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 34,4 Mio. € (Vorjahr: 14,6 Mio. €) betreffen Darlehen, die Dritte an Tochterunternehmen ausgereicht haben.
SONSTIGE FINANZVERBINDLICHKEITEN
Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverträgen betreffen aktivierte und nach der Effektiv-zinsmethode fortgeschriebene Leasingverpflichtungen, siehe Abschnitt 20.
Das Darlehen von der Provinz British Columbia an die MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, ist zum Jahresende 2010 zurückgezahlt worden.
DERIVATIVE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 24,9 Mio. € (Vorjahr: 12,2 Mio. €) betreffen überwiegend Marktwertbewertungen der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte.
34. VERBINDLICHKEITEN AUS VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN
Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist innerhalb eines Jahres fällig.
35. VERBINDLICHKEITEN AUS AUFTRAGSFERTIGUNG
Die Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung enthalten überwiegend Anzahlungen für die Auftragsfertigung einzelner Triebwerksprogramme.
Erhaltene Anzahlungsüberschüsse über die Forderungen aus der Auftragsfertigung mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden auf den beizulegenden Zeitwert diskontiert.
36. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
VERPFLICHTUNGEN GEGENÜBER MITARBEITERN
Die Verbindlichkeiten aus der Sozialen Sicherheit betreffen überwiegend Beiträge an die Berufsgenossenschaften in Höhe von 1,5 Mio. € (Vorjahr: 1,5 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Krankenkassen in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €).
Der Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente (TV FlexÜ) ist Anfang des Geschäftsjahres 2010 in den deutschen Tarifgebieten in Kraft getreten. Ergänzend dazu haben die deutschen Konzerngesellschaften der MTU im März 2010 jeweils eine den Tarifvertrag ablösende Betriebsvereinbarung getroffen, die bis 31. Dezember 2016 befristet ist. Für jede der deutschen Konzerngesellschaften wurden Obergrenzen vereinbart für die maximale Anzahl an Tarif-Mitarbeitern, die Ansprüche auf einen Altersteilzeitvertrag geltend machen können. In München liegt das maximale Volumen bei 450, in Hannover bei 130 und in Ludwigsfelde bei 30 Verträgen. Der Ausführungsbeginn dieser Verträge verteilt sich bis 2016. Im Rahmen der Vereinbarungen über die Altersteilzeitregelung wurden mit Konzernbeschäftigten Aufstockungs- und Abfindungsvereinbarungen in Höhe von 20,5 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €) abgeschlossen.
Die übrigen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern betreffen nicht genommenen Urlaub, Gleitzeitguthaben, Verpflichtungen aus Altersteilzeit sowie Verpflichtungen aus früheren Effizienzsteigerungsprogrammen. Darüber hinaus enthält diese Position auch die Verbindlichkeiten gegenüber Konzernmitarbeitern aus dem Mitarbeiter-Aktienprogramm in Höhe von 2,0 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €). Weitere Erläuterungen zum Mitarbeiter-Aktienprogramm sind unter Abschnitt 29.4. (Kapitalrücklage) enthalten.
ABGEGRENZTER ZINSAUFWAND
Langfristig erhaltene Anzahlungen für Auftragsfertigung werden für den Zeitraum der Gewährung der erhaltenen Anzahlungen mit dem entsprechenden Marktzins diskontiert und bis zur Triebwerksauslieferung in den sonstigen Verbindlichkeiten abgegrenzt. Die Zinsaufwendungen betreffen erhaltene Anzahlungen für langfristige militärische Auftragsfertigungen in Höhe von 18,7 Mio. € (Vorjahr: 16,6 Mio. €) sowie im Vorjahr erhaltene Anzahlungen für langfristige Triebwerksprogramme im Zivilen Triebwerksgeschäft in Höhe von 4,8 Mio. €. Zu weiteren Erläuterungen wird auf Abschnitt 5.10. (Vorräte) verwiesen.
NOCH ZU ERBRINGENDE INSTANDHALTUNGSLEISTUNGEN FÜR TRIEBWERKE
Die langfristigen Verbindlichkeiten betreffen überwiegend noch zu erbringende Instandhaltungsleistungen an derzeit 12 Leasing-Triebwerken (operate lease).
RÜCKZAHLUNG ENTWICKLUNGSKOSTENZUSCHUSS
Die MTU erhielt in den Geschäftsjahren 1976 bis 1991 Zuwendungen zu eigenen Entwicklungskosten für das Triebwerk PW2000 vom Ministerium für Wirtschaft und Technologie, die erfolgswirksam bilanziert wurden. Mit Erreichen der vertraglich fixierten Verkaufszahl von Serien-Triebwerken der PW2000 für die Boeing 757 und C-17 ist die MTU verpflichtet, die Zuwendung (eine Förderung der Entwicklungskosten) in einem Zeitraum von 10 Jahren zurückzuzahlen. Da die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung im Laufe des Jahres 2010 aufgrund der positiven Triebwerksnachfrage in der militärischen Anwendung C-17 deutlich stieg, wurde im Geschäftsjahr 2010 eine Verbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 57,3 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) in den Umsatzkosten aufwandswirksam erfasst. Die erste Rückzahlungsrate wird voraussichtlich Anfang 2012 fällig.
ÜBRIGE SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten betreffen eine Vielzahl kleinerer Einzelverpflichtungen.
SONSTIGEN STEUERN
Die Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 8,6 Mio. € (Vorjahr: 8,4 Mio. €) betreffen abzuführende Lohn- und Kirchensteuern, Solidaritätsabgaben sowie Verkehrssteuern.
MITTELABFLÜSSE DER FINANZIELLEN VERBINDLICHKEITEN
Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem beizulegenden Zeitwert der MTU ersichtlich:
Einbezogen werden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2010 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht in die Übersicht ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2010 festgelegten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten und Eventualschulden sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet. Bezüglich der Buchwertangaben wird auf Abschnitt 42. (Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen) verwiesen.
37. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN
BUCHWERTE, WERTANSÄTZE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
In der folgenden Übersicht werden die Buchwerte der Finanzinstrumente aggregiert nach Bewertungs-kategorien dargestellt, unabhängig davon, ob diese angesetzt oder nicht angesetzt wurden, und unabhängig davon, ob die Finanzinstrumente von IFRS 7 oder IAS 39 erfasst werden. Darüber hinaus beinhaltet die Aufstellung die Wertansätze der jeweiligen Bewertungskategorien. Die Buchwerte der Bewertungskategorien werden am Schluss den beizulegenden Zeitwerten zu Vergleichszwecken gegenübergestellt. Zur Erläuterung und für Zwecke der Übersetzung der nach internationalen Rechnungslegungsstandards definierten und ausgewiesenen Bezeichnungen der Bewertungskategorien wird auf Abschnitt 5.12. (Finanzielle Vermögenswerte) verwiesen.
Finanzinstrumente, die weder von IFRS 7 noch von IAS 39 erfasst werden, betreffen im Wesentlichen Pensionszusagen beziehungsweise Planvermögen sowie sonstige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern gemäß IAS 19.
Die folgende Aufstellung beinhaltet die Vergleichswerte des Geschäftsjahres 2009 zu den Buchwerten, Wertansätzen und den beizulegenden Zeitwerten nach Bewertungskategorien:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.
Der beizulegende Zeitwert der Wandelschuldverschreibung entspricht dem Nominalwert der ausstehenden Wandelschuldverschreibungen von 152,7 Mio. € (Vorjahr: 152,8 Mio. €), multipliziert mit der entsprechenden Kursnotierung von 113,49% (Vorjahr: 101,73%) am Abschlussstichtag, und beträgt damit 173,3 Mio. € (Vorjahr: 155,4 €). Auf Basis der am Bilanzstichtag vorherrschenden Marktprämissen über risikofreie Zinssätze für die Restlaufzeit der Wandelschuldverschreibung, den Wandlungspreis, aktuellen Aktienkurs, die erwartete Dividendenzahlung sowie die Volatilität der MTU-Aktie ergab sich ein anteiliger Wert je Wandlungsrecht in Höhe von 7,00 € (Vorjahr: 6,67 €).
Bei insgesamt noch 3.084.849 (Vorjahr: 3.086.869) ausstehenden Wandlungsrechten beträgt der rechnerische Marktwert des Eigenkapitalanteils aus der Wandelschuldverschreibung 21,6 Mio. € (Vorjahr: 20,6 Mio. €).
Entsprechend betrug der beizulegende Zeitwert des Fremdkapitalanteils zum Abschlussstichtag 151,7 Mio. € (Vorjahr: 134,8 Mio. €). Unter Berücksichtigung der in den elf Monaten bis zum 31. Dezember 2010 aufgelaufenen Zinsabgrenzung in Höhe von 3,8 Mio. € (Vorjahr: 3,9 Mio. €) ergibt sich ein beizulegender Zeitwert zuzüglich Zinsabgrenzung in Höhe von 155,5 Mio. € (Vorjahr: 138,7 Mio. €). Der Buchwert inklusive Zinsabgrenzung für elf Monate beläuft sich auf 152,4 Mio. € (Vorjahr: 148,9 Mio. €).
HIERARCHISCHE EINSTUFUNG DER ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN
Um der Erheblichkeit der in die Bewertungen der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einfließenden Faktoren Rechnung zu tragen, wurden die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von der MTU hierarchisch in drei Level eingestuft:
Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Folgenden beschrieben:
| Level 1: | Die auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierten unverändert übernommenen Preise; |
| Level 2: | Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Level 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen; |
| Level 3: | Nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren). |
Die folgende Tabelle zeigt eine Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Level der Fair-Value-Hierarchie:
Im Vorjahr ergaben sich die folgenden hierarchischen Einstufungen der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:
ERLÄUTERUNGEN DER NETTOERGEBNISSE AUS BEWERTUNGSKATEGORIEN
Aus der nachstehenden Tabelle sind die Gewinn- und Verlusteffekte aus Transaktionen der Finanzinstrumente pro Bewertungskategorie ersichtlich. Zinserträge und Zinsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, werden nicht ausgewiesen.
Die Zinsen aus Finanzinstrumenten werden im Zinsergebnis ausgewiesen (siehe Abschnitt 12. (Zinsergebnis)). Die übrigen Komponenten des Nettoergebnisses erfasst die MTU im sonstigen Finanzergebnis (Abschnitt 14. (Sonstiges Finanzergebnis)), ausgenommen die der Bewertungskategorie Loans and Receivables zuzuordnenden Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die unter den Vertriebskosten ausgewiesen werden, und Kursgewinne bzw. Kursverluste aus der Währungsumrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die in den Umsatzerlösen bzw. Umsatzkosten enthalten sind. Das Ergebnis aus dem Joint Venture Pratt & Whitney Canada Customer Service Centre Europe GmbH, Ludwigsfelde, in Höhe von -2,1 Mio. € (Vorjahr: -1,5 Mio. €) wird im Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen ausgewiesen (Abschnitt 13. (Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen)).
ERLÄUTERUNG ZUM ZINSERGEBNIS
Das Zinsergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten der Bewertungskategorie Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (Aufwendungen in Höhe von 19,9 Mio. €) schließt im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus der Wandelschuldverschreibung, aus Finance Lease-Vereinbarungen sowie aus Kreditvereinbarungen mit Banken ein.
ERLÄUTERUNG ZU BETEILIGUNGEN
Die Bewertungskategorie „aus Beteiligungen“ enthält neben dem Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und sonstigen Beteiligungen (Abschnitt 14. (Sonstiges Finanzergebnis)) auch das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen (Abschnitt 13. (Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen)).
ERLÄUTERUNG ZUR FOLGEBEWERTUNG
Fair Value Bewertungen
Die zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewerteten Finanzinstrumente betreffen im Wesentlichen Wertpapiertransaktionen, Kursgewinne und Kursverluste aus nicht effektiven Währungssicherungs-geschäften sowie Verluste aus der Bewertung von Zinsderivaten.
Währungsumrechnung
Die Verluste aus der Währungsumrechnung von den der Bewertungskategorie Loans and Receivables zugeordneten finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 5,6 Mio. € (Vorjahr: Gewinn in Höhe von 0,5 Mio. €) resultieren überwiegend aus Kursgewinnen und Kursverlusten aus der Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.
Aus der nachstehenden Tabelle sind die Vorjahreseffekte aus Transaktionen der Finanzinstrumente pro Bewertungskategorie ersichtlich.
38. LATENTE STEUERN
Latente Ertragsteueransprüche und latente Ertragsteuerschulden wurden für Vermögenswerte und Schulden sowie auf den Bewertungsunterschied des Eigenkapitalanteils der Wandelanleihe, für zur Veräußerung verfügbare Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert eingestuft sind, und für derivative Finanzinstrumente gebildet. Darüber hinaus wurden Ertragsteueransprüche für vortragsfähige Steuergutschriften und Verlustvorträge bilanziert.
Zu den aus den vorbezeichneten Bilanzposten resultierenden laufenden und latenten Ertragsteueransprüchen und Ertragsteuerschulden sowie zur Steuerüberleitungsrechnung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand wird auf Abschnitt 15. (Ertragsteuern) verwiesen.
Saldierungen erfolgen für Steueransprüche und -verpflichtungen, wenn gleiche Steuerarten mit übereinstimmenden Fristigkeiten gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.
Bei den folgenden Konzerngesellschaften wurde für steuerliche Verlustvorträge und vortragsfähige Steuergutschriften ein latenter Steueranspruch angesetzt:
Die Steuergutschriften in Höhe von 10,3 Mio. € betreffen den Produktionsstandort MTU Aero Engines Polska, dessen Unternehmensinvestitionen aufgrund des Standorts der Produktionsstätte in der Freihandelszone steuerlich gefördert werden. Die tatsächliche Nutzung der Steuergutschriften hängt von der Investitionshöhe und vom tatsächlichen steuerlichen Einkommen bis zum Geschäftsjahr 2017 ab.
In den USA sind steuerliche Verlustvorträge 20 Jahre vortragsfähig. Dies gilt auch für kanadische Verlustvorträge ab dem Geschäftsjahr 2006. Im Zusammenhang mit dem im vergangenen Geschäftsjahr vorgenommenen Verkauf einer Gruppe von Vermögenswerten sowie mit ihnen in Verbindung stehenden Schulden der MTU Aero Engines North America Inc., Newington, USA, wurden 2010 wesentliche Teile der bei dieser Gesellschaft vorhandenen, bereits vollständig wertberichtigten Verlustvorträge aufgrund des verbleibenden geringen Geschäftsvolumens als nicht mehr realisierbar angesehen und ausgebucht. Deshalb ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang der Verlustvorträge und der Wertberichtigungen für die MTU Aero Engines North America Inc., Newington, USA, zu verzeichnen.
In Deutschland sind steuerliche Verlustvorträge unbegrenzt vortragsfähig. Die steuerlichen Verlustvorträge der deutschen Konzerngesellschaften wurden bis Ende des Geschäftsjahres 2008 vollständig genutzt.
Die temporären Differenzen, für die keine aktiven Steuerlatenzen angesetzt wurden, betrugen im Geschäftsjahr 2010 3,5 Mio. € (Vorjahr: 3,5 Mio. €) und betrafen die MTU Aero Engines North America. Die daraus resultierenden potenziellen Steuereffekte in Höhe von 1,6 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €) blieben bei der Ermittlung der Ertragsteuern unberücksichtigt.
Während die latenten Steuern auf den Eigenkapitalanteil der Wandelschuldverschreibung wie bei der Emission der Wandelschuldverschreibung in der Kapitalrücklage in Höhe von -5,1 Mio. € (Vorjahr: -5,1 Mio. €) gebucht wurden, erfolgte die Berücksichtigung der Steuerlatenzen für die Cashflow-Hedges und Wertpapiere im kumulierten übrigen Eigenkapital.
LATENTE STEUERSCHULDEN FÜR ZU VERSEUERNDE TEMPORÄRE DIFFERENZEN IN VERBINDUNG MIT ANTEILEN AN TOCHTERUNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
Für temporäre Differenzen in Höhe von 237,5 Mio. € (Vorjahr: 205,9 Mio. €) im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen sowie Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen wurden nach IAS 12 keine latenten Steuerschulden angesetzt. Sollten diese Differenzen zur Bildung von latenten Steuerschulden führen, würde sich aufgrund der derzeitigen Regelungen in § 8b KStG eine Steuerschuld in Höhe von 3,9 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) ergeben.
























































