MTU

1. Das Unternehmen MTU

Die MTU Aero Engines ist Deutschlands führender Triebwerkshersteller und weltweit der größte unabhängige Anbieter für die Instandhaltung ziviler Luftfahrtantriebe. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München beschäftigte Ende 2012 weltweit mehr als 8.500 Mitarbeiter, 4 % mehr als im Vorjahr. Mit einer nachhaltigen Wachstumsstrategie sowie einer intensiven Forschung und Entwicklung stärkt die MTU ihre Position im Markt.

1.1. GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND MÄRKTE

Die MTU Aero Engines Holding AG, München, ist mit ihren Konzernunternehmen Deutschlands führender Triebwerkshersteller und einer der Großen der Welt. Sie wird im Folgenden auch MTU, Konzern, Unternehmen oder Gesellschaft genannt.

Die MTU betreut zivile und militärische Flugzeugantriebe und davon abgeleitete Industriegasturbinen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Das Leistungsspektrum reicht von der Entwicklung über die Fertigung und den Vertrieb bis hin zur Instandhaltung.

Technologisch führend ist das Unternehmen bei Niederdruckturbinen, Hochdruckverdichtern sowie Reparatur- und Herstellverfahren. National und international ist die MTU maßgeblich an allen wichtigen echnologieprogrammen beteiligt und kooperiert mit den Größten der Branche – General Electric, Pratt & Whitney und Rolls-Royce.

Bei der Instandhaltung ziviler Luftfahrtantriebe ist das Unternehmen weltweit der größte unabhängige Anbieter. Im militärischen Bereich ist die MTU seit Jahrzehnten nationaler Marktführer und Systempartner der Bundeswehr.

Die MTU ist in zwei Segmenten tätig: im OEM-Geschäft (Original Equipment Manufacturing) und im MRO-Geschäft (Maintenance, Repair and Overhaul). Das OEM-Segment bündelt das Zivile Neu- und Ersatzteilgeschäft sowie das komplette Militärische Geschäft. Das MRO-Segment beinhaltet die Zivile Instandhaltung.

1.2. KONZERNSTRUKTUR, STANDORTE UND ORGANISATION

Die MTU Aero Engines Holding AG, München, ist die Obergesellschaft des MTU-Konzerns und nimmt im Wesentlichen Funktionen einer Holdinggesellschaft wahr. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Unternehmensstrategie, das Risikomanagement und die Finanzierung. Die Konzernholding hält auch den Kontakt zum Unternehmensumfeld, zum Kapitalmarkt und zu den Aktionären.

Die MTU ist mit Tochtergesellschaften, Joint Ventures und Unternehmensbeteiligungen weltweit in allen wichtigen Märkten und Regionen vertreten. Einzelheiten zum Anteilsbesitz sind dem Konzernanhang unter Abschnitt 2. (Konsolidierungskreis) zu entnehmen.

1.3. UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND -STEUERUNG UNTERNEHMENSSTRATEGIE

Das Ziel der MTU ist klar definiert: 6 Mrd. € Umsatz bei einer EBIT-Marge von mindestens 12 % im Jahr 2020. Um das zu erreichen, will der Konzern schneller wachsen als der Markt.

Die MTU hat alle Geschäftsfelder auf das Wachstumsziel ausgerichtet: Partnerschaften mit den großen Triebwerksherstellern der Welt, Investitionen in zukünftige Technologien, Beteiligungen an Zukunftsprogrammen, ein ausgewogenes Programmportfolio, stabile und langfristige Kundenbeziehungen, motivierte Mitarbeiter und eine solide Aufstellung in den Wachstumsmärkten weltweit.

Durch zukunftsfähige Beteiligungen an erfolgversprechenden Triebwerksprogrammen im OEM- und MRO-Geschäft will die MTU ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern und ihre Wachstumsziele erreichen. Um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, stellt die MTU die Prozesse in allen Unternehmensbereichen immer wieder auf den Prüfstand und setzt Verbesserungsmaßnahmen um. Kontinuierlich geprüft werden auch Akquisitionschancen und der Einsatz der Kompetenzen in verwandten Geschäftsfeldern.

UNTERNEHMENSSTEUERUNG
Das konzerninterne Steuerungssystem der MTU bildet die Strategie ab. Die folgenden Komponenten sichern die Einhaltung des integrierten Steuerungssystems:

  • regelmäßige Vorstandssitzungen im Zwei-Wochen-Rhythmus
  • Monatsberichte
  • Kommissionen für Programmlenkung, Investitionen und Technologie sowie gruppenweite Ausschüsse zu Qualität, Gesundheit und Umweltschutz
  • Risiko- und Chancenmanagement

Werttreibende Größen sind EBIT, Umsatz und Free Cashflow. Sie definieren das Spannungsfeld von Wachstum, Rentabilität und Liquidität, in dem sich die MTU befindet.

Die MTU verbindet Wachstum und Rentabilität mit den Steuerungsgrößen Umsatz und EBIT. Die Steigerung des Umsatzes zielt auf den Ausbau der Marktstellung, insbesondere im Zivilen OEM- und Zivilen MRO-Bereich.

Eine weitere wichtige Erfolgsgröße ist das bereinigte EBIT. Zur Definition des bereinigten EBIT wird auf die Überleitung zu bereinigten Kennzahlen unter Abschnitt 3.1. (Ertragslage) verwiesen. Daneben verwendet der Konzern die Kennzahl EBIT-Marge, die das EBIT im Verhältnis zum Umsatz darstellt.

Die bereinigten EBIT-Margen der MTU waren in den letzten fünf Jahren immer größer als 11 %.

Die Optimierung des Cashflow stellt sicher, dass die finanzielle Substanz des Konzerns erhalten bleibt. Den Free Cashflow ermittelt die MTU aus der Kombination der Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und aus Investitionstätigkeit, wobei letzterer auch Komponenten enthält, welche die operative Steuerung nicht unterstützen. Für das Geschäftsjahr 2012 sind dies die Auszahlungssondereinflüsse in Höhe von 231,9 Mio. € für die V2500-Anteilserhöhung und den Aktienerwerb in Höhe von 12,9 % an der IAE International Aero Engines AG, Schweiz. Ebenso nicht enthalten sind die Investitionen und Desinvestitionen in finanzielle Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet sind, da sie jederzeit veräußerbar sind und als Liquiditätsreserve gehalten werden.

1.4. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

RAHMENBEDINGUNGEN UND ZIELE
Wachsende Mobilitätsansprüche, limitierte Rohstoffe und ein steigendes Umweltbewusstsein erfordern innovative Lösungen – insbesondere bei Flugzeugtriebwerken. Die MTU hat sich mit ihren Kernkompetenzen Niederdruckturbine, Hochdruckverdichter sowie Hightech-Fertigungs- und -Reparaturverfahren eine technologische Spitzenposition erarbeitet. Sie ist die Basis für Weiterentwicklungen bestehender Antriebe sowie für die Konzeption und Verwirklichung neuer Triebwerkskonzepte.

Die mittel- und langfristigen Ziele der MTU bei der Entwicklung neuer ziviler Triebwerke folgen der Selbstverpflichtung der europäischen Luftfahrtindustrie und Forschung, die mit der Strategic Research and Innovation Agenda (SRIA) ehrgeizige Ziele für den Luftverkehr bis zum Jahr 2050 definiert haben:

Hauptaktionsfeld der MTU ist die Effizienzsteigerung des Antriebs. Die vorhandenen Ressourcen lassen sich damit besser nutzen, die Schadstoffemissionen reduzieren und beim Umstieg auf alternative Kraftstoffe die erforderlichen Mengen begrenzen.

Triebwerke mit MTU-Komponenten zeichnen sich durch einen geringen Kraftstoffverbrauch aus. Dazu tragen verbesserte Vortriebs- und thermische Wirkungsgrade der Antriebe bei, die über höhere Nebenstromverhältnisse, höhere Gesamtdruckverhältnisse und höhere Komponentenwirkungsgrade erzielt werden. Schlüsselkomponenten sind die MTU-Module Niederdruckturbine und Hochdruckverdichter mit hohen Druckverhältnissen und Leistungen, geringem Gewicht sowie hohen Wirkungsgraden. Die MTU setzt die technologische Weiterentwicklung kontinuierlich fort. Beim Hochdruckverdichter werden Wirkungsgrade von über 90 % und bei der Niederdruckturbine von über 93 % angestrebt oder bereits erreicht.

Aktueller Höhepunkt dieser Entwicklung ist das GP7000, das den Airbus A380 antreibt. Durch die Kombination fortschrittlicher Flugzeug- und Turbofan-Technologie ist es gelungen, den Kraftstoffverbrauch auf 2,9 l pro Passagier und 100 km zu senken. Die MTU ist beim GP7000 unter anderem für die Schlüsselkomponente Niederdruckturbine verantwortlich.

Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, hat die MTU das Technologieprogramm Claire (Clean Air Engine) ins Leben gerufen. Mit Claire sollen die CO2- und NOx-Emissionen sowie der Lärm konsequent reduziert werden.

Das erste Triebwerkskonzept aus dem Claire-Programm, der Getriebefan, ist ein Triebwerk mit Getriebe. Der Getriebefan senkt den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emission um je 15 % und halbiert den subjektiv empfundenen Lärm.

Der zweite Schritt von Claire setzt auf eine noch effizientere Schuberzeugung, die z.B. durch die Weiterentwicklung einzelner Komponenten oder den Einsatz eines ummantelten gegenläufigen Fans erzielt werden kann.

In der dritten Phase wird die Effizienz des Kerntriebwerks gesteigert, z.B. durch einen Wärmetauscher.

TECHNOLOGIEN FÜR ZUKÜNFTIG WICHTIGE TRIEBWERKE
ZIVILE TRIEBWERKSPROGRAMME
Zusammen mit Pratt & Whitney arbeitet die MTU am Getriebefan (GTF). Im Gegensatz zum konventionellen Turbofan, bei dem Fan und Niederdruckturbine auf einer Welle mit gleicher Drehzahl laufen, sind beim GTF beide Komponenten durch ein Getriebe voneinander entkoppelt. Damit kann der große Fan langsamer und die Niederdruckturbine schneller betrieben werden. Das verbessert die Wirkungsgrade von Fan und Niederdruckturbine und senkt Treibstoffverbrauch und Kohlendioxidausstoß um je 15 %. Außerdem wird der subjektiv empfundene Lärm halbiert und der Antrieb leichter, da weniger Stufen benötigt werden. Die MTU steuert zum Getriebefan die schnelllaufende Niederdruckturbine und die vordere Hälfte des Hochdruckverdichters bei.

Airbus bietet den GTF für die A320neo (150 bis 200 Sitze) an. Bombardier stattet mit ihm exklusiv die CSeries, einen Regionaljet mit 100 bis 145 Sitzen, aus. Bei Mitsubishi, dem GTF-Erstkunden, kommt er im Regionaljet MRJ mit 70 bis 90 Sitzen zum Einsatz. Die russische Irkut will ihren 150-Sitzer, die MS-21, ebenfalls mit Antrieben aus der PW1000G-Familie ausrüsten.

Am MRJ-Antrieb PW1217G hält die MTU einen Anteil von 15 %. Am PW1133G-JM für die A320neo hat sie sich 2011 einen Anteil von 18 % gesichert. Hier steuert die MTU zusätzlich Bürstendichtungen bei und übernimmt Teile der Triebwerkstests und der Endmontage. Am PW1524G für die Bombardier CSeries hält die MTU einen Anteil von 17 %.

Die GTF-Programme haben im Geschäftsjahr 2012 zahlreiche Meilensteine erreicht: Im April hob das PW1217G am Flying Testbed von Pratt & Whitney zu seinem Erstflug ab. Das PW1524G hat im Oktober das Testprogramm erfolgreich abgeschlossen und soll 2013 an Bord der CSeries erstmals fliegen. Ebenfalls im Oktober wurde das erste PW1133G-JM fertig gestellt. Es hat seinen Erstlauf erfolgreich absolviert. Damit ist der Testbetrieb auf den Prüfständen von Pratt & Whitney und der MTU eingeläutet.

Ein wichtiges Zukunftsprogramm für Großraumflugzeuge ist das GEnx, das den Boeing 787 Dreamliner und die Boeing 747-8 antreibt. Die MTU ist für die Entwicklung, Fertigung und Montage des Turbinenzwischengehäuses verantwortlich. Das GEnx für die Boeing 787 ist mit über 1.400 Bestellungen erfolgreich im Markt platziert. Im Mai 2012 wurde die erste Boeing 747-8 mit einem Turbinenzwischengehäuse der MTU an den Endkunden ausgeliefert.

MILITÄRISCHE TRIEBWERKSPROGRAMME
Im Mittelpunkt der militärischen Entwicklungsaktivitäten stand weiterhin das TP400-D6 für den Airbus-Militärtransporter A400M. Es ist ein Dreiwellentriebwerk und der stärkste Turboprop-Antrieb der westlichen Welt. Die MTU steuert den kompletten Mitteldruckteil bei, der aus Mitteldruckverdichter, Mitteldruckturbine und Welle besteht. Zusammen mit dem französischen Partner Snecma entwickelt sie zudem die Triebwerks- und Propellerregelung. Mit der Auslieferung des ersten Serientriebwerks und der Triebwerkszulassung durch die EASA erreichte das TP400-D6 wesentliche Meilensteine.

Für den Hubschrauberantrieb GE38 von General Electric hat die MTU erstmals die volle Entwicklungsverantwortung an einem US-amerikanischen Militär-Triebwerksprogramm übernommen. Erste Anwendung des GE38 ist der schwere Transporthubschrauber CH-53K der Sikorsky Aircraft Corporation. Die MTU ist für die Nutzturbine verantwortlich und übernimmt die Instandhaltung, die Endmontage und das Testen der GE38-Exemplare, die einen künftigen europäischen Transporthubschrauber in die Luft bringen. Die Entwicklung läuft planmäßig.

TECHNOLOGIEN FÜR FERTIGUNG UND INSTANDHALTUNG
In den vergangenen Jahren hat sich die MTU eine Spitzenposition bei der Fertigung von Blisk-Rotoren für Verdichter erarbeitet. Mit der Entwicklung des elektrochemischen Abtragverfahrens Precision Electro Chemical Milling ist es der MTU gelungen, die Herstellung von Blisk-Rotoren wirtschaftlicher zu machen, die aus sehr schwer zu bearbeitenden Nickel-Werkstoffen entstehen. Sie werden in den hinteren Verdichterstufen der Triebwerke eingesetzt.

Für die Getriebefan-Produktion wird der Bedarf an Blisk-Rotoren stark ansteigen. Die MTU hat daher in München ein neues Kompetenzzentrum für die Blisk-Fertigung gebaut. Die Fertigung wurde Ende 2012 aufgenommen. Im Jahr 2016 soll sie die geplante Kapazität von 3.000 Blisks pro Jahr erreichen.

TECHNOLOGIESICHERUNG (INTELLECTUAL CAPITAL)
Zum Jahresende umfasst das MTU-Patentportfolio 3.172 Schutzrechte. Sie teilen sich auf die nachfolgenden Technologiebereiche auf:

WISSENSCHAFTLICHE KOOPERATIONEN
Die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit der MTU: Universitäten und Fachhochschulen werden unter anderem Triebwerksexponate zur Verfügung gestellt, MTU-Experten halten Vorlesungsreihen und betreuen Praktikums-, Diplom- und Doktorarbeiten; Studenten erhalten tatkräftige Unterstützung bei Haus- und Abschlussarbeiten. Zudem werden herausragende Leistungen honoriert: So vergibt das Unternehmen jedes Jahr den Heilmann-Preis an einen jungen Wissenschaftler, der sich um die Triebwerkstechnologie verdient gemacht hat.

Mit Forschungspartnern werden strategische Allianzen gebildet, um die Verzahnung zwischen Hochschule und Industrie weiter zu fördern und die Innovationsfähigkeit der MTU zu sichern. In den vergangenen Jahren wurde die Zusammenarbeit mit führenden deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen intensiviert. Zur Optimierung der Zusammenarbeit wurden sechs Kompetenzzentren gegründet. Jedes Zentrum befasst sich mit einem speziellen Forschungsbereich. Mit dem „Bauhaus Luftfahrt“ hat die MTU zusammen mit dem Freistaat Bayern, der EADS und Liebherr-Aerospace eine in Europa einmalige Institution geschaffen: Der gemeinnützige Verein mit Sitz in München ist eine international ausgerichtete Ideenschmiede, die unkonventionelle, ganzheitliche und interdisziplinäre Forschung betreibt und in der Industrie und Wissenschaft unter einem Dach zusammenarbeiten. Themenschwerpunkte bilden die Untersuchung der sozioökonomischen, politischen und ökologischen Perspektiven der Luftfahrt, der Entwurf visionärer Flugzeugkonzepte, die Suche nach Zukunftstechnologien sowie das Wissensmanagement.

INVESTITIONEN IN FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Die Forschungs- und Entwicklungskosten betrugen im Berichtszeitraum 241,4 Mio. € und lagen damit um 20,5 Mio. € unter dem Niveau des Vorjahres. Die Forschungs- und Entwicklungsquote, gemessen als das Verhältnis von Forschungs- und Entwicklungsaufwand zum Umsatz, liegt mit 7,1 % unter dem Niveau des Vorjahres von 8,9 %.

Die fremdfinanzierten Entwicklungsaufwendungen betreffen überwiegend das Militärische Triebwerksgeschäft. Sie werden aufgrund der kundenspezifischen Beauftragung durch nationale und internationale Konsortien gemäß IAS 11 als Fertigungsaufträge bilanziert und entweder unter der Position Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung ausgewiesen. 2012 erreichten sie 80,7 Mio. € (Vorjahr: 96,1 Mio. €).

Eigenfinanzierte Aufwendungen werden vom Konzern bezahlt und auf ihre Aktivierbarkeit als selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte untersucht. Neben den allgemeinen Voraussetzungen für die Aktivierung und erstmalige Bewertung müssen für den Ansatz die technische und kommerzielle Realisierbarkeit nachgewiesen werden und die zurechenbaren Ausgaben verlässlich bewertbar sein. Aktivierte Entwicklungsinvestitionen werden über die voraussichtlich produzierte Anzahl von Einheiten abgeschrieben. Die eigenfinanzierten Aufwendungen sind im Konzernanhang unter Abschnitt 8. (Forschungs- und Entwicklungskosten) ausgewiesen.

Die aktivierungspflichtigen Entwicklungswerte im Zivilen und Militärischen Triebwerksgeschäft (OEM) in Höhe von 46,9 Mio. € (Vorjahr: 30,8 Mio. €) betreffen die Triebwerksprogramme GE38 für den Transporthubschrauber CH-53K und PW1100G für den Airbus A320neo. Die Zivile Triebwerksinstandhaltung (MRO) hat spezielle Reparaturverfahren für die wirtschaftlichere Instandsetzung von Triebwerken entwickelt. Dafür waren 0,8 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) zu aktivieren.

1.5. UNTERNEHMERISCHE VERANTWORTUNG

GESELLSCHAFTLICHE VERANTWORTUNG
Die MTU nimmt ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft aktiv wahr. Im Leitbild der MTU ist dieses Selbstverständnis als eine von fünf Säulen unter „Umwelt und Gesellschaft“ verankert. Als Förderer, Sponsor und Netzwerker unterstützt das Unternehmen lokale und regionale Vereine, Organisationen und Institutionen. Im Fokus dieser Arbeit stehen die Bereiche Bildung sowie Wissenschaft und Forschung.

Die Förderung von Forschung und Lehre ist ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Engagements der MTU. Kooperationen der MTU mit zahlreichen deutschen Hochschulen sind für beide Seiten vorteilhaft. Die Hochschulen erhalten wirtschaftliche und praxisbezogene Unterstützung ihrer Forschungstätigkeit, die MTU sichert sich den Zugang zu aktuellen technischen Forschungsergebnissen und bleibt für potenzielle Nachwuchskräfte attraktiv. Am Institut für Luftfahrtantriebe der Universität Stuttgart fördert die MTU die neue Stiftungsprofessur „Strukturmechanik der Flugzeugtriebwerke“ über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren mit bis zu 2,9 Mio. €. Ziele sind die Erforschung von Zukunftstechnologien für öko-effiziente Flugzeugantriebe sowie eine fundierte Ausbildung in Auslegung, Konstruktion, Lebensdauerberechnung, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Zulassung von Flugzeugtriebwerken.

Um junge Leute für die Themen Naturwissenschaft und Technik zu begeistern, verfolgt die MTU mehrere Initiativen. Sie öffnet jedes Jahr beim bundesweiten Girls’ Day ihre Werkshallen für interessierte Schülerinnen und beteiligt sich darüber hinaus an verschiedenen Standorten an der „Nacht der Ausbildung“, um über Ausbildungs- und Einstiegsmöglichkeiten im Unternehmen zu informieren. An der „Langen Nacht der Münchner Museen“ nimmt die MTU seit Jahren teil und ermöglicht mit geführten Touren durch ihr Museum Einblicke in die Entwicklung der Flugmotorentechnik. Zusätzlich ist das Werksmuseum an weiteren Tagen im Jahr für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich.

Ein weiteres Beispiel sind Schulkooperationen, die das Unternehmen im Umland der deutschen Standorte unterhält. Die MTU beteiligt sich an speziellen Angeboten der Partnerschulen wie „Natur- und Technik-Tagen“ und bietet Schülern Studienarbeiten und Praktikumsplätze an.

Zur unternehmerischen Verantwortung gehören für die MTU die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften sowie die Unterstützung von Initiativen, die darüber hinausgehen. Intern hat die MTU verbindliche Grundsätze, die weltweit für alle Mitarbeiter gelten. Sie sind in den Verhaltensrichtlinien festgelegt, die den Maßstab für das tägliche Handeln bilden. Außerdem hat die MTU die Standards der Aerospace and Defence Industries Association of Europe (ASD) unterzeichnet. Sie richten sich gegen Korruption und Bestechung und zielen auf die Förderung eines gleichberechtigten und fairen Wettbewerbs. Auf nationaler Ebene wird diese Initiative vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) getragen.

Die MTU gehört an ihren drei deutschen Standorten zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region. Als verantwortungsvoller Arbeit- und Auftraggeber bekennt sie sich als Mitglied des UN Global Compact zu dessen zehn Prinzipien zum Schutz der Menschenrechte, zu fairen Arbeitsbedingungen, zum Umweltschutz und zur Korruptionsbekämpfung. Sie verpflichtet sich außerdem dazu, eine kontinuierliche Verbesserung der Umsetzung dieser Prinzipien im Unternehmen voranzutreiben. Über die Fortschritte berichtet sie jährlich der Öffentlichkeit.

Die MTU unterstützt auch soziale und karitative Einrichtungen an ihren Standorten. Zahlreiche Mitarbeiter engagieren sich außerhalb ihrer Arbeitszeit für gesellschaftliche Belange. Diese Eigeninitiative und Vorbildfunktion befürwortet die MTU ausdrücklich. Am Standort in Ludwigsfelde z.B. nehmen die Auszubildenden seit Jahren am Mukoviszidose-Spendenlauf in Potsdam teil und werden dabei finanziell von der MTU unterstützt.

Weitere Informationen zum Selbstverständnis und den wichtigsten Handlungsfeldern von Corporate Social Responsibility bei der MTU bietet der Internetauftritt. Darüber hinaus ist der UN Global Compact Fortschrittsbericht unter www.mtu.de/de/company/sustainability abrufbar.

Die MTU beschäftigte am 31. Dezember 2012 8.541 Personen, die Beschäftigtenzahl erhöhte sich damit binnen eines Jahres um 4,1 %. Die Fluktuationsrate an den deutschen Standorten betrug im Geschäftsjahr 2012 3,6 % (Vorjahr: 3,2 %).

Die nachstehende Übersicht zeigt die Altersstruktur der deutschen Konzerngesellschaften:

AUSBILDUNG 2012
Auch 2012 hat die MTU mit einer Auszubildendenquote von 4,5 % intensiv in den Nachwuchs investiert. Am Jahresende 2012 waren 328 Auszubildende an den deutschen Standorten beschäftigt. Der Frauenanteil betrug 14 %.

Die Berufsausbildung der MTU erstreckt sich nicht ausschließlich auf fachliche Themen. Wichtig sind auch methodische und soziale Inhalte, die zur Entwicklung der Persönlichkeit im Sinne der MTU-Kultur beitragen.

2012 wurde das konzernweite Projekt „Weiterentwicklung Fehlerkultur“ in die Ausbildungskonzepte aller deutschen Standorte integriert. In Workshops werden die Auszubildenden an einen offenen und professionellen Umgang mit Fehlern herangeführt. Ziel ist es, Fehlerwissen im produktiven Prozess präventiv zu nutzen.

Im Rahmen des Gesundheitsmanagements der MTU setzten sich die Auszubildenden 2012 mit folgenden Schwerpunktthemen auseinander: Bewegung, Ernährung, Hautschutz und Nichtrauchen. Diese Aufklärungsmaßnahmen sollen schon zu Beginn der Berufstätigkeit zu einem gesundheitsfördernden Verhalten beitragen.

MITARBEITERBEFRAGUNG 2012
Alle zwei Jahre führt die MTU eine Mitarbeiterbefragung an den drei deutschen Standorten durch, um ein aktuelles Stimmungsbild zu erhalten. Dabei werden Unternehmensthemen wie Mitarbeiterengagement, Führung, Information und Kommunikation, Effizienz und kontinuierliche Verbesserung aufgegriffen. Die Befragung ist damit ein zentrales Instrument zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und zur Mitgestaltung des eigenen Arbeitsumfelds.

Bei der Mitarbeiterbefragung 2012 erreichte die MTU eine Beteiligungsquote von 76 %. In einzelnen Themenbereichen konnte das Ergebnis von 2010 weiter verbessert werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Mitarbeiter und Führungskräfte großes Vertrauen in die Unternehmensführung haben, sich mit den Unternehmenszielen und dem MTU-Leitbild in hohem Maße identifizieren und von der MTU als Arbeitgeber sehr überzeugt sind. Auch für die Zukunft rechnen die meisten Mitarbeiter mit einer anhaltend positiven Weiterentwicklung der MTU. Beim Thema Führung werden trotz eines positiven Trends Handlungsfelder bei der Feedbackkultur und der Gestaltung von Entscheidungsprozessen gesehen. Die Personal- und Organisationsentwicklung der MTU greift diese Erkenntnisse in einem Nachfolgeprozess aktiv auf.

PERSONALENTWICKLUNG
Die effektive Zusammenarbeit der MTU-Standorte basiert auch auf der Netzwerkbildung zwischen angehenden Führungskräften. Aus diesem Grund wird das seit 2005 erfolgreich an den deutschen Standorten etablierte Programm „Building on Talent“ auch als internationales Entwicklungsprogramm durchgeführt. Die Teilnehmer setzen sich aus Nachwuchsführungskräften der weltweiten MTU-Standorte zusammen. Für die MTU ist das Programm eine optimale Plattform, um über die MTU-Standorte hinweg ein einheitliches Führungsverständnis zu verankern sowie den interkulturellen und überregionalen Austausch zu fördern.

Ihrem Leitsatz der kontinuierlichen Verbesserung wird die MTU durch unternehmensweite Veränderungsprozesse gerecht. Die MTU kann dafür auf Fachexperten zurückgreifen, die auf Basis des Programms „Train the Trainer“ als interne Trainer Mitarbeitergruppen schulen.

Der Potenzialprozess der MTU ist ebenso fest wie die Programme zur Entwicklung von Führungskräften und Mitarbeitern etabliert. Die MTU prüft ihre Maßnahmen zu Personalentwicklung und Weiterqualifizierung konsequent auf Effizienz und Effektivität. Im vergangenen Jahr hat ein Kennzahlenbericht die Qualität des Prozesses zur Identifikation von Potenzialträgern untermauert. So wurden 2012 über 60 % der frei gewordenen Positionen durch intern ermittelte Potenzialträger besetzt.

VERGÜTUNG UND MITARBEITERBETEILIGUNG
Das Vergütungsmodell der MTU basiert auf Kennzahlen, die vom Tarifmitarbeiter bis zum Vorstand als Messgröße für den variablen Anteil des Entgelts dienen.

Seit 2011 besteht ein neues Vergütungsmodell für leitende Angestellte. Deren Vergütung ist an eine nachhaltige und langfristige Unternehmensführung und -entwicklung gebunden. Die Vergütung besteht aus fixen, variablen sowie kurz- und langfristigen Komponenten. Die variablen Anteile bemessen sich teilweise auf einer mehrjährigen Grundlage und werden zum Teil mit aufschiebender Wirkung gewährt. So sollen die Interessen der leitenden Angestellten und des Unternehmens noch enger verbunden werden.

Das Mitarbeiter-Aktienprogramm erfreut sich auch im fünften Jahr reger Teilnahme. Nach einer Sperrfrist von zwei Jahren gewährt die MTU einen Zuschlag in Form des Matchbetrages. Die Teilnahmequote lag 2012 bei rund 15 % der Mitarbeiter und damit in etwa auf Vorjahresniveau. Das Investitionsvolumen 2012 betrug 5,9 Mio. €.

VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert die MTU durch verschiedene Angebote und Leistungen. Sie bietet eine Vielzahl von Arbeitszeitmodellen, Telearbeit und einen Gleitzeitrahmen von 5.15 bis 20.00 Uhr mit flexibler Gleitzeitnahme an. In Lebensphasen, in denen die Familie am wichtigsten ist, schaffen Elternzeit sowie Regelungen zu Familien- und Pflegepausen individuelle Freiräume. Externe Familienservice-Dienstleister bieten zusätzlich ein umfangreiches Leistungspaket. Das Angebot reicht von der Schuldnerberatung über Tagesmuttervermittlung bis zur Beratung bei Pflegebedürftigkeit von Angehörigen. Die Kindertagesstätte der Elterninitiative TurBienchen e.V. auf dem Werksgelände wird von der MTU finanziell unterstützt. 2012 wurde erstmals eine Ferienbetreuung für Kinder von drei bis zwölf Jahren am Unternehmenssitz angeboten.

GESUNDHEITSMANAGEMENT
Gesunde Mitarbeiter sind eine wichtige Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Dass die MTU sämtliche gesetzlich vorgegebenen Gesundheits- und Arbeitsschutzvorgaben einhält, ist selbstverständlich. Darüber hinaus stellt sie sich auf veränderte Arbeits- und Alltagswelten ihrer Mitarbeiter ein und versucht, durch ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement körperlichen und psychischen Gesundheitsrisiken vorzubeugen. Weitere Ziele des Gesundheitsmanagements sind die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, z.B. durch das Projekt „Erweiterte Gefährdungsbeurteilung“, und die Förderung der aktiven Teilnahme aller an den Angeboten der MTU zu Gesundheit und Prävention.

AUSZEICHNUNGEN ZUR ARBEITGEBERATTRAKTIVITÄT
Für das Arbeitgeberranking „Top Arbeitgeber Deutschland“ bewertet das Sozialforschungsinstitut CRF deutschlandweit Arbeitgeber, ihre Angebote und Leistungen in den Kategorien Unternehmenskultur, Training und Entwicklung, Karrieremöglichkeiten, Primäre Benefits, Sekundäre Benefits und Work-Life-Balance. Die MTU hat ihre Platzierung im Ranking in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert und gehört bei primären und sekundären Benefits zu den besten 20 % der bewerteten Unternehmen.

Das Ergebnis unterstreicht den Anspruch der MTU, einen Benchmark für andere Unternehmen zu setzen. Ebenso wichtig ist es, von potenziellen Bewerbern als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. 2012 konnte die MTU in der renommierten Universum Young Professionals Studie der Wirtschaftswoche Platz 19 der beliebtesten Arbeitgeber für Ingenieure belegen und sich damit um einige Plätze verbessern. Deutliche Erfolge zeigen auch die Maßnahmen der MTU zur Gewinnung von Frauen für die Technik: Rangierte die MTU hier 2011 noch auf Rang 44, so wählten die Ingenieurinnen den Triebwerkshersteller 2012 bereits auf Platz 21.

STARK IM KONTAKT MIT BEWERBERN – AUCH ÜBER SOCIAL MEDIA
Der Personalmarketing-Mix aus Veranstaltungen, Förderprogrammen, Printbeiträgen und der Karriere-Website der MTU wurde durch Auftritte im Bereich Social Media erweitert. Als Hightech-Unternehmen stellt die MTU ihre Kompetenzen auf Kommunikationsplattformen wie Facebook oder YouTube dar und macht den Arbeitgeber MTU so noch besser erlebbar. Neben einer eigenen Facebook-Fanseite zu Karrierethemen gibt es für Schüler eine Ausbildungsseite, die von Ausbildern und Auszubildenden gestaltet wird.

UNTERNEHMERISCHE ZUKUNFTSFÄHIGKEIT DURCH VIELFALT
Personelle Vielfalt leistet einen entscheidenden Beitrag zur Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Daher ist es für die MTU wichtig, die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu erkennen und sie bestmöglich zu nutzen.

Diesen Anspruch verdeutlicht die 2010 unterzeichnete „Charta der Vielfalt“, durch die sich die MTU zur Unterstützung von Vielfalt im Arbeitsumfeld bekennt. Zudem spiegelt sich das Thema Vielfalt im Leitbild der MTU. Hier setzt sich die MTU das Ziel, durch unterschiedliche Kulturen, Altersgruppen sowie ein breites fachliches Know-how ihre Innovationsfähigkeit zu steigern.

Zusätzlich hat die MTU beschlossen, den Anteil an weiblichen Mitarbeitern deutlich zu erhöhen – sowohl auf Führungs- als auch auf Mitarbeiterebene und im Nachwuchsbereich.

Neben zukünftigen potenziellen Mitarbeiterinnen richtet sich der Fokus auf die bestehende weibliche Belegschaft. Karriereorientierte Frauen unterstützt die MTU unter anderem durch die Teilnahme am Münchner Cross-Mentoring-Programm. Junge Potenzialträgerinnen in ihrer ersten Führungsposition werden durch die einjährige Begleitung eines Mentors aus dem Management eines anderen Unternehmens unterstützt. Darüber hinaus hat die MTU das „Münchner Memorandum für Frauen in Führung“ unterzeichnet. Es ermöglicht jungen Mitarbeiterinnen eine individuelle Karriereberatung.

Weiterführende Informationen zur Personalarbeit der MTU enthält der Personalbericht 2011/2012, der im Internet unter Karriere als Download zur Verfügung steht.

UMWELT
Die Mobilität der Gesellschaft nimmt zu und die nutzbaren Energievorräte gehen zurück. Zudem reagiert die Politik auf EU-Ebene auf die Debatte um die Entwicklung des Weltklimas. Um dieses Spannungsfeld zu bewältigen, ohne der Umwelt dauerhaft zu schaden, muss der Übergang zu einem ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Luftverkehr bewerkstelligt werden. National wie international spielen der Umwelt- und Ressourcenschutz eine immer größere Rolle. Für die MTU ist der Schutz der Umwelt nicht nur Pflichtaufgabe, sondern Teil der Verantwortung, die sie für ihre Mitarbeiter, Kunden, Partner, Nachbarn und die Gesellschaft übernommen hat.

KLIMANEUTRALES FLIEGEN DURCH ALTERNATIVE KRAFTSTOFFE
Ein zukünftig nachhaltiger Luftverkehr kann nicht allein durch neue Antriebe verwirklicht werden. Er macht die Zusammenarbeit aller Beteiligten am Luftverkehr, wie z.B. Flugzeug- und Triebwerkshersteller, Luftverkehrmanagement und Airlines, notwendig. Die MTU beteiligt sich deshalb an zahlreichen Initiativen: Beispielsweise hat der BDLI eine Roadmap bis zum Jahr 2050 erstellt, die alle notwendigen Technologien – einschließlich einer alternativen Kraftstoffversorgung – definiert und Verantwortlichkeiten festgelegt. Einige der Themen werden mit Unterstützung der MTU und Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium bereits von Hochschulinstituten bearbeitet, z.B. das Thema „Öko-Effizientes Fliegen“. Zur Koordination der Einführung von alternativen Kraftstoffen in der Luftfahrt hat die MTU zusammen mit 20 weiteren Unternehmen aus der Luftfahrt, Bioenergieproduzenten sowie Universitäten und Forschungsinstituten den Verein Aviation Initiative for Renewable Energy in Germany (aireg e.V.) gegründet. Daneben beteiligt sich die MTU an Forschungsprojekten zu alternativen Kraftstoffen und Antriebskonzepten wie z.B. FAIR (Future AIrcraft Research). Im Rahmen dieses Programms hat die Lufthansa mit Unterstützung der MTU im Linienverkehr erstmals über einen längeren Zeitraum eine Mischung aus 50 % Biokraftstoff und 50 % konventionellem Kerosin erfolgreich eingesetzt. Ergänzend untersucht die MTU die Potenziale hybrider Antriebskonzepte.

VERZICHT AUF UMWELTGEFÄHRDENDE FERTIGUNGSPROZESSE UND MATERIALIEN
Einen signifikanten Beitrag zur Verringerung der Umweltbelastung zukünftiger Produkte leistet der Verzicht auf umweltgefährdende Fertigungs- und Reparaturprozesse sowie Materialien.

Alle Prozesse und Verfahren der MTU unterliegen strengen Umweltschutzkriterien, die die gesetzlichen Anforderungen als Mindestmaß berücksichtigen. Von ihnen werden interne Standards abgeleitet, die für alle Konzernstandorte verbindlich sind. Ihre Einhaltung wird durch interne und externe Audits nach DIN EN ISO 14001 – und an den deutschen Standorten München und Hannover auch nach der Verordnung des Europäischen Parlaments und Rats, dem Eco Management Audit Scheme (EMAS) – regelmäßig überprüft und bestätigt. Das Umweltmanagement wurde erfolgreich überprüft; Gleiches gilt für das Arbeitsschutz-Managementsystem nach OHSAS 18001. Die Umwelt- und Arbeitsschutzzielsetzungen werden regelmäßig durch den Vorstand bewertet.

RESSOURCENEINSPARUNG MATERIAL
Die Einsparung von Ressourcen durch die Reduzierung des Rohstoffverbrauchs und die Wiederverwertung durch Recycling im Originalkreislauf sind Standard bei der MTU. Durch die Entwicklung neuer Methoden und Verfahren erhalten rund 70 % aller Triebwerksschaufeln ein zweites, drittes und viertes Leben. Damit wird der Einsatz von neuen Materialien verringert.

RESSOURCENEINSPARUNG ENERGIE UND CO2
Das Engagement der MTU erstreckt sich nicht nur auf die Optimierung ihrer Produkte. Auch an die Effizienz der Produktions- und Instandhaltungsprozesse werden höchste Ansprüche gestellt. Ein wesentlicher Stellhebel ist das Energie-Management an den Standorten. In München ist es im Programm Clean Air – Industrial Site (CLAIR-IS) festgeschrieben. Im Fokus stehen Betriebssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umwelt.

Ziel von CLAIR-IS ist es, bis zum Jahr 2020 den jährlichen CO2-Ausstoß am Standort München gegenüber 1990 um 25 % zu verringern – trotz erheblicher Steigerung der Produktion. Maßnahmen sind beispielsweise der verstärkte Einsatz von Brunnenwasser zur Kühlung in Produktionsprozessen, die Sanierung des Druckluft- und Wärmenetzes, der Einsatz einer Gebäudeleittechnik, die Einführung zentraler Maschinenabschaltung oder die Nutzung regenerativer Energieträger in einem Blockheizkraftwerk.

Durch die Nutzung von Grundwasser zur Kühlung werden pro Jahr etwa 3.000 t CO2 eingespart. Der Ausbau der Gebäudeleittechnik hat im Zeitraum 2001 bis 2010 zu einer Einsparung von ca. 71.000 t CO2 geführt. Maschinenabschaltungen in den Betriebsferien sparen pro Jahr ca. 1.000 t CO2 ein. Gleichzeitig führen die Maßnahmen auch zu einer Energieeinsparung: Der Energieverbrauch soll im Zeitraum von 2010 bis 2020 um 17 % gesenkt werden.

Einen zusätzlichen Beitrag zur CO2-Einsparung liefert das Blockheizkraftwerk am Standort München, das Strom und Wärme generiert. Es wird mit zertifiziertem Pflanzenöl betrieben. Dadurch werden weniger fossile Energieträger zur Wärmeerzeugung benötigt.

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