MTU

2. Rahmenbedingungen

Im vergangenen Jahr hat sich das weltweite Wirtschaftswachstum weiter abgeschwächt. Am besten entwickelte sich erneut der asiatisch-pazifische Raum. In Nordamerika blieb das Wachstum stabil, während es in Westeuropa schrumpfte. Diese drei Regionen sind die Schlüsselmärkte der Luftfahrtindustrie. Der internationale Passagierverkehr stieg 2012 um 5,3 %.

2.1. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Die Weltwirtschaft ist 2012 um 2,1 % gewachsen; 2011 waren es noch 2,6 %. Für Unsicherheit sorgten die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone und die hohe Arbeitslosigkeit in den USA.

Nach einem Anstieg um 1,5 % im Jahr 2011 ist die Wirtschaft im Euroraum 2012 um 0,5 % geschrumpft. Die US-Wirtschaft blieb mit einem Wachstum von 2,3 % nach 1,8 % im Jahr 2011 stabil. Die asiatisch-pazifische Region verzeichnete ein Plus von 4,0 % gegenüber 3,7 % im Jahr 2011. Damit blieb der asiatisch-pazifische Raum die führende Wachstumsregion.

Der Euro-/US-Dollar-Wechselkurs ist für die MTU als exportorientiertes Unternehmen der Luftfahrtbranche von großer Bedeutung. Wie bereits in früheren Jahren war der Euro-/US-Dollar-Wechselkurs 2012 sehr volatil. Der Jahresdurchschnittskurs betrug 1,2848 US-$ je € und lag damit deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres von 1,3920. Dem Höchstkurs am 28. Februar 2012 von 1,3454 stand ein Tiefstkurs von 1,2089 am 24. Juli 2012 gegenüber. Der Euro/US-Dollar- Wechselkurs schloss am 31. Dezember 2012 bei 1,3194 und lag damit leicht über dem Vorjahresschlusskurs von 1,2939.

Der Ölpreis blieb 2012 auf dem Niveau des Vorjahres. Im Jahresmittel kostete Brent 112 US-$ pro Fass (Quelle: EIA). Da Kerosin für Fluggesellschaften weiterhin der größte Kostenfaktor ist, werden alte, ineffiziente Flugzeugtypen entweder geparkt oder ausgemustert; dieser Trend belebt den Absatz neuer, sparsamer Modelle.

2.2. BRANCHENWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DER LUFTFAHRTINDUSTRIE

Der globale Passagierverkehr ist 2012 um 5,3 % gestiegen. Das größte Plus verzeichneten der Nahe und Mittlere Osten mit 15,4 % und Lateinamerika mit 8,4 % (IATA). Der IATA zufolge erzielte die Luftfahrtindustrie ein Umsatzplus von 6,9 % auf 637 Mrd. US-$ (2011: 596 Mrd. US-$) und Gewinne in Höhe von 6,7 Mrd. US-$.

Die Zahl der Flugzeuge auf dem Markt und ihre Flugstunden sind die wichtigsten Treiber für das Ersatzteilgeschäft. Die Anzahl der Flugstunden von Passagiermaschinen mit Jet-Antrieben (Boeing, Airbus, Embraer und Bombardier) erhöhte sich 2012 um 3 %.

2012 produzierten Airbus und Boeing 1.187 Flugzeuge. Verglichen mit 2011 ist das ein Plus von 17 %. Der Auftragsbestand von Flugzeugen mit über 100 Sitzen stieg von 8.600 im Jahr 2011 auf 9.600 (Quelle: Ascend Online).

Die Zahl der Auslieferungen von Geschäftsreiseflugzeugen blieb 2012 nahezu unverändert; damit wurde der negative Trend der vergangenen Jahre gestoppt.

2.3. GESAMTAUSSAGE ZU DEN RAHMENBEDINGUNGEN

Das globale Wirtschaftswachstum von 2,1 % spiegelt die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone und die Probleme der US-Wirtschaft wider. Die Wachstumsraten der Industrieländer waren das zweite Jahr in Folge rückläufig. Anhaltend hoch blieb das Wirtschaftswachstum der Schwellenländer, insbesondere Chinas.

Airbus und Boeing haben 2012 einen neuen Auslieferungsrekord aufgestellt. Gleichzeitig wurde der Auftragsbestand für Kurz- und Mittelstreckenmaschinen sowie für Großraumflugzeuge deutlich erhöht.

Der Euro-/US-Dollar-Wechselkurs ist für die MTU als exportorientiertes Unternehmen von großer Bedeutung.
Der Auftragsbestand für Flugzeuge hat sich deutlich erhöht.
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