MTU

I. Grundsätze

1. ALLGEMEINE ANGABEN

Die MTU Aero Engines Holding AG, München, und ihre Konzernunternehmen (im Folgenden Konzern oder Konzerngesellschaften) zählen zu den weltweit größten Herstellern von Triebwerksmodulen und -komponenten und sind der führende unabhängige Anbieter von Instandhaltungsdienstleistungen für zivile Flugtriebwerke.

Das Geschäft des Konzerns erstreckt sich auf den gesamten Lebenszyklus eines Triebwerksprogramms – von der Entwicklung über die Konstruktion, die Erprobung und die Fertigung von neuen zivilen und militärischen Triebwerken und Ersatzteilen bis hin zu Instandhaltungsdienstleistungen für zivile und militärische Triebwerke. Die Tätigkeit der MTU umfasst zwei Segmente: das Zivile und Militärische Triebwerksgeschäft (OEM-Geschäft) sowie die Zivile Triebwerksinstandhaltung (MRO-Geschäft).

Im Zivilen und Militärischen Triebwerksgeschäft entwickelt und fertigt die MTU Module und Komponenten sowie Ersatzteile für Triebwerksprogramme und übernimmt auch deren Endmontage. Bei militärischen Triebwerken übernimmt die MTU zudem Instandhaltungsdienstleistungen für diese Triebwerke. Das Segment Zivile Triebwerksinstandhaltung umfasst die Aktivitäten auf dem Gebiet der Instandhaltung und der logistischen Betreuung ziviler Triebwerke.

Die MTU Aero Engines Holding AG (Mutterunternehmen) mit Sitz in der Dachauer Str. 665, 80995 München, ist im Handelsregister beim Registergericht des Amtsgerichts München unter der HRB 157 206 eingetragen.

Der Konzernabschluss wurde am 7. Februar 2013 durch den Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG, München, zur Veröffentlichung freigegeben.

1.1. GRUNDLAGEN DER RECHNUNGSLEGUNG
Der Konzernabschluss der MTU wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB zu beachtenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Alle vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der MTU angewendeten IFRS wurden von der Europäischen Kommission für die Anwendung in der EU übernommen. Der Konzernabschluss der MTU entspricht damit auch den durch das IASB veröffentlichten IFRS. Im Folgenden wird einheitlich der Begriff IAS bzw. IFRS verwendet.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht zum 31. Dezember 2012 wurden gemäß § 315a Abs. 1 HGB aufgestellt und werden im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Im Konzernabschluss werden die Vergleichszahlen für das Vorjahr angegeben.

Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Anhang teilweise detailliert nach ihrer individuellen Fälligkeitsstruktur ausgewiesen werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Dabei werden den Umsatzerlösen die zu ihrer Erzielung angefallenen Aufwendungen gegenübergestellt, die grundsätzlich den Funktionsbereichen Herstellung, Entwicklung, Vertrieb und allgemeine Verwaltung zugeordnet werden. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben, soweit nichts anderes vermerkt ist.

Die Abschlüsse der MTU Aero Engines Holding AG, München, und ihrer Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen.

ERSTMALIG IM GESCHÄFTSJAHR 2012 ANGEWENDETE STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN VON STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Die folgenden neuen oder geänderten Standards und Interpretationen wurden von der EU übernommen und für das Geschäftsjahr 2012 angewendet:

Die Anwendung des geänderten Standards IFRS 7 hatte keine wesentliche Auswirkung auf die Rechnungslegung der MTU.

Die Auswirkung der Änderung beim IAS 19 (2011) stellt sich wie folgt dar: Die MTU hat im aktuellen Geschäftsjahr IAS 19 revised (2011), „Leistungen an Arbeitnehmer“, vorzeitig angewandt. Die Änderungen an IAS 19 betreffen die Bilanzierung von leistungsorientierten Verpflichtungen sowie Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Wesentliche Auswirkungen ergeben sich aus dem Wegfall der Korridormethode für versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, welche jetzt bei Anfall im sonstigen Ergebnis zu erfassen sind. Darüber hinaus werden die Zinsaufwendungen aus der DBO (Defined Benefit Obligation) und die erwarteten Erträge aus Planvermögen zu einer Netto-Zinskomponente zusammengefasst. Die Netto-Zinskomponente ergibt sich durch Multiplikation der Netto-Pensionsverpflichtung zu Periodenbeginn mit dem der Bewertung der DBO zugrundeliegenden Zinssatz. Die Netto-Pensionsverpflichtung ergibt sich dabei wie folgt: Brutto-Pensionsverpflichtung (DBO) abzüglich Planvermögen mit seinem beizulegenden Zeitwert. Zusätzlich ergeben sich aus der Standardänderung erweiterte Anhangangaben.

Der vorliegende Konzernabschluss ist der erste Konzernabschluss, in dem die MTU IAS 19 revised (2011) angewendet hat. IAS 19 revised (2011) wurde rückwirkend angewendet. Entsprechend ist eine Bilanzierung zum 1. Januar 2011 angegeben. Die zum 1. Januar 2011 bzw. zum 31. Dezember 2011 vorgenommenen Anpassungen der betroffenen Posten in der Konzernbilanz sowie in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung 2011 werden nachfolgend dargestellt.

VERÖFFENTLICHTE, ABER NOCH NICHT ANGEWENDETE STANDARDS, INTERPRETATIONEN UND ÄNDERUNGEN VON STANDARDS UND INTERPRETATIONEN
Die folgenden veröffentlichten neuen oder geänderten Standards und Interpretationen wurden von der EU übernommen und sind ab dem Geschäftsjahr 2013 anzuwenden:

Die folgenden veröffentlichten neuen oder geänderten Standards und Interpretationen sollen ab dem Geschäftsjahr 2013 angewendet werden, sind jedoch von der EU noch nicht übernommen worden und dürfen deshalb nicht angewendet werden:

Die folgenden veröffentlichten neuen oder geänderten Standards und Interpretationen wurden von der EU übernommen und sind ab dem Geschäftsjahr 2014 ff. anzuwenden:

Die folgenden veröffentlichten neuen oder geänderten Standards und Interpretationen sollen ab dem Geschäftsjahr 2014 ff. angewendet werden, sind jedoch von der EU noch nicht übernommen worden:

Grundsätzlich beabsichtigt die MTU nicht, diese Standards, Interpretationen bzw. die Änderungen daran freiwillig vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens anzuwenden.

Aus Gründen der Berichtseffizienz werden nachfolgend nur die Standards bzw. Interpretationen beschrieben, bei denen es auf Basis des derzeitigen Kenntnisstandes in Bezug auf das Geschäftsmodell der im MTU-Konzern vorkommenden Geschäftsvorfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit in zukünftigen Geschäftsjahren zu Auswirkungen auf die Rechnungslegung der MTU kommen wird.

ÄNDERUNGEN AN IAS 1, „DARSTELLUNG DES ABSCHLUSSES“
Die Änderung befasst sich mit der Darstellung des sonstigen Ergebnisses. Die wesentliche Änderung besteht darin, dass das Unternehmen künftig das sonstige Ergebnis nach Bestandteilen trennen muss, in diejenigen, die nicht, und diejenigen, die in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden. Die Änderungen befassen sich nicht mit dem Inhalt des sonstigen Ergebnisses.

Die Darstellung von Posten des sonstigen Ergebnisses wird bei Anwendung der Änderungen in künftigen Perioden entsprechend angepasst.

IFRS 13, „BEWERTUNG ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT“
IFRS 13 hat sich die Verbesserung der Bewertungskontinuität und die Verminderung der Komplexität als Ziel gesetzt. Es wird beschrieben, wie der beizulegende Zeitwert zu definieren ist, wie die Bewertung bestimmt wird und welche Angaben zu machen sind. Die Vorschriften, die eine Angleichung von IFRS und US-GAAP mit sich bringen, erweitern nicht den Anwendungsbereich der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert, sondern erläutern in den Fällen, in denen dies bereits von Standards verlangt oder erlaubt wird, wie der beizulegende Zeitwert anzuwenden ist.

Die MTU geht davon aus, dass die erstmalige Anwendung von IFRS 13 zu einer Ausweitung der Angaben im Konzernanhang führen wird.

IFRS 9, „FINANZINSTRUMENTE“
Dieser Standard befasst sich mit der Klassifizierung, dem Ansatz und der Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten. IFRS 9 wurde im November 2009 sowie Oktober 2010 veröffentlicht. Dieser Standard ersetzte die Abschnitte des IAS 39, „Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung“, die sich mit der Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten befassen.

Nach IFRS 9 werden finanzielle Vermögenswerte in zwei Bewertungskategorien klassifiziert: diejenigen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sowie solche, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Die Festlegung erfolgt bei erstmaligem Ansatz und hängt davon ab, wie die MTU ihre Finanzinstrumente verwaltet hat sowie welche vertraglich vereinbarten Zahlungsflüsse mit den Finanzinstrumenten zusammenhängen.

Für finanzielle Verbindlichkeiten wurden die meisten Vorschriften des IAS 39 beibehalten. Die Hauptveränderung liegt darin, dass in den Fällen der Ausübung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert die Wertveränderungen, die aufgrund des eigenen Unternehmenskreditrisikos entstehen, im sonstigen Ergebnis statt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden, es sei denn, dass dies zu einer unzutreffenden Darstellung führt.

In Anbetracht der Komplexität des Themengebietes IFRS 9 ist eine verlässliche Aussage über die voraussichtlichen Auswirkungen auf die Rechnungslegung der MTU im Detail derzeit nicht möglich.

NEUE UND GEÄNDERTE STANDARDS ZU KONSOLIDIERUNG, GEMEINSAME VEREINBARUNG UND ANGABEN ZU BETEILIGUNGEN - IFRS 10, 11 UND 12 SOWIE IAS 27 (2011) UND IAS 28 (2011) Im Mai 2011 wurde durch das IASB ein Paket von fünf Standards veröffentlicht, die sich mit der Konsolidierung (IFRS 10), mit gemeinsamen Vereinbarungen (IFRS 11), mit Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen (IFRS 12), mit Einzelabschlüssen (IAS 27 (2011)) und Anteilen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (IAS 28 (2011)) befassen.

Die wesentlichen Anforderungen der neuen Standards stellen sich wie folgt dar:

IFRS 10 ersetzt die bisherigen Regelungen über Konzernabschlüsse in IAS 27 sowie Zweckgesellschaften in SIC 12. Mit IFRS 10 schreibt das IASB den Beherrschungsansatz als einheitliches Prinzip fest. Beherrschung liegt nach IFRS 10 dann vor, wenn die folgenden drei Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind:

  • Ein Unternehmen muss Macht über das Beteiligungsunternehmen ausüben können,
  • es muss schwankenden Renditen aus seiner Beteiligung ausgesetzt seinund
  • es muss die Renditen aufgrund seiner Machtfülle der Höhe nach beeinflussen können.

Weiterhin enthält der Standard umfangreiche Leitlinien zur Umsetzung komplexer Sachverhalte.

IFRS 11 ersetzt die bisherigen Regelungen in IAS 31 sowie SIC 13. IFRS 11 regelt die Klassifizierung von gemeinsamen Vereinbarungen. Eine gemeinsame Vereinbarung wird als eine vertragliche Übereinkunft definiert, bei der zwei oder mehr Parteien gemeinschaftlich Führung über etwas ausüben. Gemeinschaftliche Führung kann sich auf eine gemeinsame Geschäftstätigkeit oder ein Gemeinschaftsunternehmen erstrecken. Die Bilanzierung gemeinschaftlich beherrschter Vermögenswerte wird im Gegensatz zu IAS 31 in IFRS 11 nicht mehr separat adressiert. Hier kommen die Regelungen für gemeinsame Geschäftstätigkeit zur Anwendung. Die Klassifizierung einer gemeinsamen Vereinbarung als gemeinsame Geschäftstätigkeit oder als Gemeinschaftsunternehmen hängt von den Rechten und Pflichten ab, die den Parteien der Vereinbarung zuwachsen.

Ferner muss nach IFRS 11 für die Einbeziehung von Gemeinschaftsunternehmen die Equity-Methode angewendet werden, während nach IAS 31 für gemeinschaftlich geführte Unternehmen entweder die Quotenkonsolidierung oder die Equity-Methode zulässig ist.

IFRS 12 ist ein Standard zu Angaben im Anhang. Er ist anwendbar auf Unternehmen, die an Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen (gemeinschaftliche Tätigkeiten oder Gemeinschaftsunternehmen), assoziierten Unternehmen und/oder nicht konsolidierten strukturierten Einheiten beteiligt sind. Grundsätzlich sind die in IFRS 12 geforderten Angaben deutlich weitgehender als nach den derzeit gültigen Standards.

Aus den neuen Standards IFRS 10–12 resultieren grundlegende Folgeänderungen in IAS 27 (2011) sowie IAS 28 (2011).

Aus diesen fünf neuen Standards werden sich für die MTU erweiterte Angaben im Konzernanhang ergeben. Weiterhin wird die erstmalige Anwendung von IFRS 11 zu Änderungen beim bislang zur Quote konsolidierten Joint Venture MTU Maintenance Zhuhai führen. Die erstmalige Anwendung von IFRS 11 ist bzw. war ursprünglich vorgesehen für Geschäftsjahre, die nach dem 1. Januar 2013 beginnen. In der Periode der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 werden sich die Umsatzerlöse reduzieren. Im Geschäftsjahr 2012 beliefen sich diese auf rund 160 Mio. €.

1.2. INANSPRUCHNAHME DES § 264 ABS. 3 HGB
Die MTU Aero Engines GmbH, München, die MTU Maintenance Hannover GmbH, Langenhagen, und die MTU Maintenance Berlin-Brandenburg GmbH, Ludwigsfelde, die verbundene und konsolidierte Unternehmen der MTU Aero Engines Holding AG, München, sind und für die der Konzernabschluss der MTU Aero Engines Holding AG, München, der befreiende Konzernabschluss ist, nehmen Befreiungsmöglichkeiten des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch. Die Mitteilung über die Inanspruchnahme der Befreiungsmöglichkeiten wurde am 18. bzw. 19. Oktober 2012 im elektronischen Bundesanzeiger für diese Gesellschaften veröffentlicht.

1.3. ANPASSUNGEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERNABSCHLUSS

VORZEITIGE ANWENDUNG IAS 19 REVISED (2011)
Die MTU hat im aktuellen Geschäftsjahr IAS 19 revised (2011), „Leistungen an Arbeitnehmer“, vorzeitig angewandt. Für weitere Erläuterungen wird auf Abschnitt 1.1. (Grundlagen der Rechnungslegung) verwiesen.

2. KONSOLIDIERUNGSKREIS

Der MTU-Konzern umfasste zum 31. Dezember 2012 einschließlich der MTU Aero Engines Holding AG, München, 28 Gesellschaften (Vorjahr: 26). Diese sind in der Aufstellung des wesentlichen Anteilsbesitzes unter Abschnitt 43.1.2. im Einzelnen dargestellt. Die zwei neuen Gesellschaften sind die AES Aerospace Embedded Solutions GmbH, München, und die MTU Maintenance IGT Service do Brasil Ltda. mit Sitz in São Paulo, Brasilien. Auf die Änderungen des Konsolidierungskreises wird weiter unten in diesem Abschnitt eingegangen. Das Vermögen der MTU München Unterstützungskasse GmbH, München, stellt Planvermögen im Sinne von IAS 19 dar. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens wurde bei der Ermittlung des Verpflichtungsumfangs für Pensionszusagen des Konzerns berücksichtigt. Daher wurde die MTU München Unterstützungskasse GmbH, München, nicht konsolidiert.

AUSWIRKUNGEN DER IAE-V2500-ANTEILSERHÖHUNG ZUM 29. JUNI 2012
Die MTU hat durch Vereinbarung vom 12. April 2012 sowie durch Zusatzvereinbarung vom 29. Juni 2012 mit der United Technologies Corporation, East Hartford, Connecticut, USA, und Rolls-Royce plc, London, England, sowie der Pratt & Whitney Aero Engines International GmbH (PWAEI), Luzern, Schweiz, zum 29. Juni 2012 ihren Gesamtanteil am V2500-Triebwerksprogramm um fünf Prozentpunkte auf 16 % aufgestockt.

PWAEI hat von Rolls-Royce deren bisherigen Programmanteil am V2500-Triebwerksprogramm erworben und davon anschließend fünf Prozent an die MTU weiter veräußert. Das erworbene Recht garantiert der MTU im Rahmen des Risk- and Revenue-Sharing-Programms die zusätzliche Teilnahme in Höhe von fünf Prozent am erfolgreichen V2500-Triebwerksprogramm (Collaboration Right) und beinhaltet einen erhöhten Anteil am Instandhaltungsgeschäft.

Die Darstellung der Vermögenswerte und Schulden im Erwerbszeitpunkt kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.

Der Zugang der immateriellen Vermögenswerte im Erwerbszeitpunkt in Höhe von 547,9 Mio. € betrifft den Kaufpreis für die Erhöhung des Anteils am V2500 Programm um fünf Prozentpunkte und enthält die folgenden Komponenten:

Am 29. Juni 2012 wurden 223,2 Mio. € bezahlt. Weitere 286,9 Mio.€ sind aufschiebend bedingt vom Flugaufkommen der nächsten 15 Jahre abhängig. Dafür wurde eine korrespondierende Finanzverbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert passiviert. Der beizulegende Zeitwert berücksichtigt die zukünftigen Marktchancen und Risiken aus dem V2500-Triebwerksprogrammanteil. Diese Bewertung ist zu jedem Stichtag zu aktualisieren. Ein dritter Bestandteil des immateriellen Vermögenswertes in Höhe von 30,8 Mio. € resultiert aus der Übernahme von Working Capital.

Der zum 29. Juni 2012 definierte Kaufpreis in Höhe von 547,9 Mio. € enthielt im Kaufpreisbestandteil Working Capital zum Teil vorläufige Werte, die in der zweiten Jahreshälfte 2012 zu einer Erstattung in Höhe von 6,8 Mio. € des Kaufpreises führten. Somit ergab sich eine endgültige Investition in die immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 541,1 Mio. €.

Der Zugang der finanziellen Vermögenswerte, die nach der Equity-Methode bewertet werden, betrifft den Erwerb der Aktien in Höhe von 12,9 % an der IAE International Aero Engines AG, Zürich, Schweiz.

Die MTU war bis zum 28. Juni 2012 mit 12,1 % am Kapital und an den Stimmrechten der IAE International Aero Engines AG, Zürich, Schweiz, beteiligt. Durch den Erwerb von weiteren Aktien in Höhe von 12,9 % verfügt die MTU mit nunmehr 25 % der Aktien und Stimmrechte über maßgeblichen Einfluss auf die IAE International Aero Engines AG, Zürich, Schweiz. Die Anteile in Höhe von 25 % erfüllen damit die Kriterien eines assoziierten Unternehmens nach IAS 28 und werden mit Wirkung vom 29. Juni 2012 nach der Equity-Methode bilanziert.

Die bisherigen Aktien in Höhe von 12,1 % an der IAE wurden nach IAS 39 zu Anschaffungskosten in Höhe von 0,1 Mio. € bilanziert. Der Statuswechsel der Anteile führt zu einem Ertrag in Höhe von 9,5 Mio. € aus dem Abgang der bisherigen Anteile zum beizulegenden Zeitwert und wird im Ergebnis aus at cost bilanzierten Unternehmen ausgewiesen. Dieser Einmaleffekt wird im EBIT bereinigt. Zusammen mit der Auszahlung von 10,3 Mio. € für die neuen Aktien an der IAE stellt dies die Investition in die Anteile am assoziierten Unternehmen IAE dar. Durch die Gegenüberstellung dieses Kaufpreises mit den beizulegenden Zeitwerten der anteilig identifizierten und übernommenen Vermögenswerte und Schulden ergab sich ein weiterer Ertrag nach IAS 28 in Höhe von 0,2 Mio. €. Dieser wurde im Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen erfasst.

KONSOLIDIERUNGSKREISÄNDERUNGEN

DARSTELLUNG DER VERÄNDERUNG DER IN DEN KONZERNABSCHLUSS EINBEZOGENEN KONZERNGESELLSCHAFTEN, BETEILIGUNGEN AN ASSOZIIERTEN UNTERNEHMEN UND JOINT VENTURES
Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Konzerngesellschaften und Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures hat sich wie folgt entwickelt:

Im dritten Quartal 2012 hat die MTU die MTU Maintenance IGT Service do Brasil Ltda. mit Sitz in São Paulo, Brasilien, gegründet. Zweck der Gesellschaft ist die Instandhaltung von Industriegasturbinen. Die Gesellschaft ist der Zivilen Triebwerksinstandhaltung (MRO) zugeordnet.

Ebenfalls im dritten Quartal 2012 hat die MTU mit Sagem, einem Unternehmen der Safran-Gruppe, eine Vereinbarung zur Gründung der AES Aerospace Embedded Solutions GmbH, München, als Joint Venture unterzeichnet. Zweck der Gesellschaft ist die Entwicklung sicherheitskritischer Software und Hardware für militärische und zivile Luftfahrtanwendungen. Die Gesellschaft wird dem Zivilen und Militärischen Triebwerksgeschäft (OEM) zugeordnet.

Diese beiden Gesellschaften sind für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MTU-Konzerns von untergeordneter Bedeutung. Sie werden deshalb nicht konsolidiert und sind mit einem Buchwert in Höhe von insgesamt 1,4 Mio. € in den langfristigen finanziellen Vermögenswerten enthalten.

TOCHTERUNTERNEHMEN
In den Konzernabschluss der MTU Aero Engines Holding AG, München, werden alle wesentlichen Unternehmen einbezogen, bei denen ein Beherrschungsverhältnis gegeben ist, weil die MTU Aero Engines Holding AG, München, die Mehrheit der Stimmrechte an diesen Tochterunternehmen innehat. Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem die Möglichkeit der Beherrschung besteht; sie endet, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist.

ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN
Assoziierte Unternehmen sind Gesellschaften, auf die die MTU maßgeblichen Einfluss ausübt und die weder Tochterunternehmen noch Gemeinschaftsunternehmen sind. Gesellschaften, bei denen die MTU somit direkt oder indirekt die Möglichkeit hat, die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen maßgeblich zu beeinflussen, werden nach der Equity-Methode bilanziert bzw. bei Unwesentlichkeit zu Anschaffungskosten. Maßgeblicher Einfluss wird dann angenommen, wenn die MTU Aero Engines Holding AG, München, direkt oder indirekt 20 % oder mehr der Stimmrechte an einem Unternehmen besitzt. At equity bewertet werden nun die Anteile an der IAE International Aero Engines AG, Zürich, Schweiz (Bewertung im Vorjahr: at cost).

GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN (JOINT VENTURES)
Gemeinschaftsunternehmen sind Gesellschaften, bei denen mit einem anderen Unternehmen die gemeinsame Führung ausgeübt wird. Sofern Anteile an Gemeinschaftsunternehmen für den Konzernabschluss wesentlich sind, werden Joint Ventures anteilsmäßig (quotal) oder nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss integriert.

Die Beteiligung an dem Joint Venture MTU Maintenance Zhuhai Co. Ltd., Zhuhai, China, wird quotal in Höhe von 50 % konsolidiert. Im vorliegenden Konzernabschluss sind folgende Vermögenswerte, Schulden sowie Aufwendungen und Erträge berücksichtigt:

Die MTU Maintenance Zhuhai Co. Ltd., Zhuhai, China, beschäftigte am 31. Dezember 2012 641 Mitarbeiter (Vorjahr: 614 Mitarbeiter).

Die Anteile am Pratt & Whitney Canada Customer Service Centre Europe GmbH, Ludwigsfelde, werden at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Alle anderen Joint Ventures sind aus Wesentlichkeitsgründen at cost bewertet.

NICHT WESENTLICHE UNTERNEHMENSBETEILIGUNGEN
Nicht wesentliche Unternehmensbeteiligungen sind Anteile an Unternehmen und Programmbeteiligungen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von nachrangiger Bedeutung ist. Diese Beteiligungen sind mit den jeweiligen Anschaffungskosten im Konzernabschluss angesetzt.

3. KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZE

Alle Unternehmenszusammenschlüsse werden nach IFRS 3 anhand der Erwerbsmethode bilanziert. Zum Erwerbszeitpunkt hat der Erwerber die Gegenleistung für den Unternehmenszusammenschluss auf die identifizierbaren Vermögenswerte und (Eventual-)Verbindlichkeiten des erworbenen Unternehmens zu verteilen. Der Ansatz der identifizierbaren Vermögenswerte und (Eventual-) Verbindlichkeiten erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Firmenwert aktiviert und gemäß IAS 36 einmal jährlich oder – bei Vorliegen unterjähriger Indikatoren – fallweise auf Werthaltigkeit geprüft. Soweit ein passivischer Unter-schiedsbetrag verbleibt, wird dieser – nach der nach IFRS 3.36 geforderten erneuten Beurteilung – sofort ertragswirksam erfasst.

Die Auswirkungen konzerninterner Geschäftsvorfälle werden eliminiert. Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Aufwendungen und Erträge zwischen den konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Konzerninterne Lieferungen erfolgen auf der Basis von Marktpreisen. Zwischenergebnisse werden eliminiert. #

Auf temporäre Differenzen aufgrund der Eliminierung von Gewinnen und Verlusten infolge von Transaktionen innerhalb des Konzerns werden gemäß IAS 12 latente Steuern angesetzt.

4. WÄHRUNGSUMRECHNUNG

Transaktionen in fremder Währung werden mit dem Kurs am Tag der Transaktion in die funktionale Währung umgerechnet. Am Abschlussstichtag werden monetäre Posten zum Stichtagskurs umgerechnet, nicht monetäre Posten mit dem Kurs am Tag der Transaktion. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Die Vermögenswerte und Schulden der Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden von der jeweiligen Landeswährung in Euro mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet. In den Gewinn- und Verlustrechnungen der ausländischen Konzernunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden Aufwendungen und Erträge monatlich zum Monatsendkurs umgerechnet, wodurch sich ein Durchschnittskurs ergibt. Die Umrechnungsdifferenz, die sich im Jahresergebnis gegenüber den Stichtagskursen ergibt, wird erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.

5. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Abschlüsse der MTU Aero Engines Holding AG, München, und der Tochterunternehmen werden entsprechend IAS 27 nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt.

5.1. UMSATZERLÖSE
Umsatzerlöse aus den Verkäufen von Produkten werden realisiert, wenn die Waren oder Erzeugnisse geliefert worden sind, der Kunde die Ware akzeptiert hat, d. h. der Gefahrenübergang auf den Kunden stattgefunden hat, sowie die Bezahlung des Kaufpreises als hinreichend sicher eingeschätzt wird. Kunden sind dabei: Partnergesellschaften aus Risk- and Revenue-Sharing- Programmen, Original Equipment Manufacturer (OEM), Kooperationsgesellschaften, öffentliche Auftraggeber, Fluggesellschaften und sonstige Drittkunden.

Umsatzerlöse aus Instandhaltungsverträgen im MRO-Geschäft werden realisiert, wenn die Instandhaltungsleistung erbracht ist und die Kriterien für die Umsatzrealisierung erfüllt sind. Die Umsatzrealisierung bei Auftragsverhältnissen im Instandhaltungsgeschäft und in der militärischen Auftragsfertigung sowie Auftragsentwicklung wird nach IAS 18 bzw. IAS 11 entsprechend dem Leistungsfortschritt vorgenommen. Wenn das Gesamtergebnis des Auftragsverhältnisses nicht zuverlässig bestimmt werden kann, werden die Umsatzerlöse nur in Höhe der angefallenen, mit hinreichender Sicherheit realisierbaren Auftragskosten (Zero-Profit-Methode) erfasst. Der Ausweis der Aufträge erfolgt unter den Forderungen aus Auftragsfertigung (Abschnitt 24. Forderungen aus Auftragsfertigung) bzw. den Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung (Abschnitt 35. Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung). Zur Messung des Leistungsfortschritts wird auf die weiteren Erläuterungen zu den Unfertigen Erzeugnissen (Abschnitt 5.12. Vorräte) verwiesen.

Die Umsatzerlöse sind abzüglich Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und sonstiger Rabatte ausgewiesen.

Der Konzern erfüllt für seine Devisentermingeschäfte die Anforderungen des Hedge-Accounting nach IAS 39. Bewertungsänderungen der effektiven Geschäfte werden zunächst erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital ausgewiesen und bei der anschließenden Realisierung der gesicherten Transaktion erfolgswirksam in den Umsatzerlösen erfasst.

5.2. UMSATZKOSTEN
Die Umsatzkosten umfassen die produktionsbedingten Herstellungskosten der verkauften Erzeugnisse, bezahlte Entwicklungsleistungen und die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch die systematisch zugerechneten Produktionsgemeinkosten einschließlich der Amortisationen/Abschreibungen auf die Produktionsanlagen und produktionsbezogenen übrigen immateriellen Vermögenswerte, die Abwertungen auf die Vorräte sowie adäquate produktionsbezogene Verwaltungsgemeinkosten. Die Umsatzkosten enthalten ferner von OEMs im Rahmen von Risk- and Revenue-Sharing-Programmen berechnete Aufwendungen für die Vermarktung von neuen Triebwerken.

5.3. FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN
Aufwendungen, die den Forschungskosten zuzuordnen sind, werden in der Periode des Anfalls als Aufwand berücksichtigt.

Bei den Entwicklungskosten wird zwischen „fremdfinanzierter Entwicklung“ und „eigenfinanzierter Entwicklung“ unterschieden. Die im Rahmen bezahlter Entwicklungsprojekte erbrachten Leistungen werden überwiegend in den Forderungen aus Auftragsfertigung entsprechend dem Leistungsfortschritt abgegrenzt. Nach Abschluss eines Entwicklungsprojekts werden vorhandene Aufwandsoder Ertragsüberschüsse über die nachfolgende Serienfertigung stückanteilig amortisiert.

Die im Rahmen eigenfinanzierter Entwicklung angefallenen Entwicklungskosten werden zu Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die erfolgreiche Vermarktung sichergestellt sind. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzeugen. Die aktivierten Entwicklungskosten umfassen alle direkt dem Entwicklungsprozess zurechenbaren Kosten. Aktivierte Entwicklungskosten werden ab dem Produktionsstart planmäßig über den erwarteten Produktlebenszyklus abgeschrieben.

Aktivierte Entwicklungskosten und bis zum Ende eines Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossene, aber bereits aktivierte Entwicklungsprojekte werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Ein Wertminderungsaufwand wird erfasst, wenn der Buchwert der aktivierten Vermögenswerte den erzielbaren Betrag übersteigt.

5.4. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE
Erworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und entsprechend ihrer Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten ab dem Geschäftsjahr 2011 bei qualifizierten Vermögenswerten Fremdkapitalkosten, die nach den Bilanzierungsrichtlinien der MTU aktiviert wurden.

Die planmäßige Abschreibung, mit Ausnahme von Firmenwerten, Technologiewerten, Kundenbeziehungen sowie aktivierten Programmwerten, erfolgt im Wesentlichen über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren. Programmwerte inklusive Entwicklungsleistungen werden hingegen auf maximal 30 Jahre, Technologiewerte auf zehn Jahre und Kundenbeziehungen zwischen vier und 26 Jahren abgeschrieben.

Firmenwerte werden zum Zwecke eines Werthaltigkeitstests auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten verteilt. Wie in der übrigen Berichterstattung werden die Segmente „Ziviles und Militärisches Triebwerksgeschäft“ und „Zivile Triebwerksinstandhaltung“ als zahlungsmittelgenerierende Einheiten angesehen.

5.5. ZUWENDUNGEN DER ÖFFENTLICHEN HAND
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden gemäß IAS 20 nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden. Diese Zuwendungen werden überwiegend in den Perioden als Ertrag erfasst, in denen die geförderten Aufwendungen entstehen. Bei Investitionen in Sachanlagen oder immaterielle Vermögenswerte mindern die hierfür gewährten öffentlichen Zuwendungen die Buchwerte der Vermögenswerte. Die Zuwendung wird damit mittels reduzierter Abschreibungsbeträge über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswertes erfolgswirksam erfasst.

5.6. SACHANLAGEN
Die Sachanlagen unterliegen der betrieblichen Nutzung und werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte Abschreibungen und kumulierte Wertminderungen, bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten Entgelte für Fremdleistungen und bei qualifizierten Vermögenswerten Fremdkapitalkosten, die nach den Bilanzierungsrichtlinien der MTU aktiviert wurden. Diese Vermögenswerte werden mit Fertigstellung und Erreichen des betriebsbereiten Zustands in eine sachgerechte Kategorie innerhalb der Sachanlagen eingeordnet. Die Neubewertungsmethode wurde nicht angewendet. Die Abschreibungen auf die Sachanlagen werden entsprechend dem Nutzungsverlauf nach der linearen Methode vorgenommen.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen die folgenden Nutzungsdauern zugrunde:

Für Maschinen im Mehrschichtbetrieb werden die Abschreibungen durch Schichtzuschläge entsprechend erhöht.

Die Restwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der Sachanlagen werden mindestens zu jedem Bilanzstichtag auf Angemessenheit überprüft und gegebenenfalls als Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen angepasst.

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen sowie anteilige Verwaltungs- und Sozialkosten sowie gegebenenfalls Fremdkapitalkosten, sofern es sich um qualifizierte Vermögenswerte handelt.

5.7. FREMDKAPITALKOSTEN
In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten, d. h. jenen, für die ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um sie in ihren beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen, stehende Fremdkapitalkosten werden bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Vermögenswerte im Wesentlichen für ihre vorgesehene Nutzung oder zum Verkauf bereitstehen, zu den Herstellungskosten dieser Vermögenswerte hinzugerechnet.

Die Aktivierung von Fremdkapitalkosten (Abschnitt 13. Zinsergebnis) erfolgt nach IAS 23 nur für qualifizierte Vermögenswerte, mit deren Erwerb, Bau oder Herstellung am oder nach dem 1. Januar 2009 begonnen wurde.

Erwirtschaftete Erträge aus der zwischenzeitlichen Anlage speziell aufgenommenen Fremdkapitals bis zu dessen Ausgabe für qualifizierte Vermögenswerte werden von den aktivierbaren Fremdkapitalkosten abgezogen.

Alle anderen Fremdkapitalkosten werden erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

5.8. ALS FINANZINVESTITION GEHALTENE IMMOBILIEN
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien liegen im MTU-Konzern nicht vor. Teile von Immobilien, die innerhalb der Sachanlagen ausgewiesen werden, werden in untergeordnetem Umfang an konzernfremde Dritte vermietet. Die Mieteinnahmen beliefen sich im Geschäftsjahr 2012 auf 1,4 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €).

5.9. LEASING
Das wirtschaftliche Eigentum an Leasinggegenständen wird dem Vertragspartner in einem Leasingverhältnis zugerechnet, der die wesentlichen Chancen und Risiken trägt, die mit dem Leasinggegenstand verbunden sind. Trägt der Leasinggeber die wesentlichen Chancen und Risiken (Operating Lease), wird der Leasinggegenstand vom Leasinggeber in der Bilanz angesetzt. Der Leasingnehmer in einem Operating Lease erfasst während des Zeitraums des Leasingverhältnisses gezahlte Leasingraten erfolgswirksam.

Betreffen den Leasingnehmer die wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am Leasinggegenstand verbunden sind (Finance Lease), so hat der Leasingnehmer den Leasinggegenstand in der Bilanz anzusetzen. Der Leasinggegenstand wird im Zugangszeitpunkt mit seinem beizulegenden Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen angesetzt und über die geschätzte Nutzungsdauer oder die kürzere Vertragslaufzeit abgeschrieben. Der Leasingnehmer setzt im Zugangszeitpunkt zugleich eine Leasingverbindlichkeit an, die in ihrer Höhe dem Buchwert des Leasinggegenstandes entspricht. Die Leasingverbindlichkeit wird in den Folgeperioden nach der Effektivzinsmethode getilgt und fortgeschrieben.

5.10. WERTMINDERUNGEN VON IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTEN UND SACHANLAGEN
An jedem Abschlussstichtag wird eingeschätzt, ob ein Anhaltspunkt vorliegt, dass immaterielle Vermögenswerte oder Sachanlagen wertgemindert sein könnten. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt, wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswerts geschätzt. Vermögenswerte, die eine unbestimmte Nutzungsdauer haben, noch nicht nutzungsbereite immaterielle Vermögenswerte oder der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene Firmenwert, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich auf Wertminderung überprüft.

Wertminderungen immaterieller Vermögenswerte und Sachanlagen werden durch den Vergleich des Buchwertes mit dem erzielbaren Betrag ermittelt. Können den einzelnen Vermögenswerten keine eigenen, von anderen Vermögenswerten unabhängig generierten künftigen Finanzmittelzuflüsse zugeordnet werden, ist die Werthaltigkeit auf Basis der übergeordneten zahlungsmittelgenerierenden Einheiten von Vermögenswerten zu testen. Soweit Gründe für zuvor erfasste Wertminderungen entfallen sind, werden bei diesen Vermögenswerten, mit Ausnahme von Firmenwerten, Wertaufholungen vorgenommen.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswertes (oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit) abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag der Vermögenswerte bzw. zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird in der Regel mithilfe eines Discounted-Cashflow-Verfahrens ermittelt. Dabei werden Prognosen hinsichtlich der Cashflows angestellt, die über die geschätzte Nutzungsdauer des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erzielt werden. Der verwendete Abzinsungssatz berücksichtigt die mit dem Vermögenswert oder den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verbundenen Risiken. Die ermittelten Cashflows spiegeln Annahmen des Managements wider und werden durch externe Informationsquellen abgesichert.

5.11. LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Anteile an nicht voll bzw. quotal konsolidierten Tochtergesellschaften bzw. Joint Ventures sowie Anteile an assoziierten Unternehmen und sonstige Anteile haben für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des MTU-Konzerns qualitativ und quantitativ untergeordnete Bedeutung. Da in aller Regel ein beizulegender Zeitwert mangels aktiven Marktes nicht verlässlich ermittelbar ist, werden diese Anteile zu ihren Anschaffungskosten – unter Berücksichtigung eventueller Wertminderungen – bewertet. Dividendenerträge sowie Bewertungsergebnisse aus solchen Anteilen sind im „sonstigen Finanzergebnis“ enthalten.

Gewinn- oder Verlustanteile von at equity bewerteten Gesellschaften werden anteilig dem Konzernergebnis und dem jeweiligen Beteiligungsbuchwert zugerechnet. In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt im Finanzergebnis unter dem Posten „Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen“ ein separater Ausweis.

5.12. VORRÄTE
Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden mit ihren durchschnittlichen Anschaffungskosten unter Beachtung niedrigerer Netto-Veräußerungswerte bewertet. Anschaffungspreisminderungen wie Preisnachlässe, Boni oder Skonti werden bei der Ermittlung der Anschaffungskosten berücksichtigt. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte werden aktiviert. Die Anschaffungskosten enthalten alle Kosten des Erwerbs sowie sonstige Kosten, die angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Der Netto-Veräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös der korrespondierenden fertigen Erzeugnisse abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.

Unfertige Erzeugnisse werden mit dem niedrigeren Wert aus Herstellungskosten und Netto-Veräußerungswerten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten, die auf der Grundlage einer normalen Kapazitätsauslastung ermittelt werden. Diese umfassen neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten angemessene und notwendige Teile der Materialund Fertigungsgemeinkosten sowie fertigungsbedingte Abschreibungen. Kosten der Verwaltung werden ebenfalls berücksichtigt, soweit diese der Produktion zugerechnet werden können. Fremdkapitalkosten werden nach IAS 23 nicht aktiviert, da es sich bei den Unfertigen Erzeugnissen um keine qualifizierten Vermögenswerte handelt.

Der Konzern wendet bei der Auftragsfertigung grundsätzlich die Percentage-of-Completion-Methode (PoC-Methode) an. Sofern das Ergebnis eines konkreten Fertigungsauftrags zuverlässig ermittelt werden kann, werden Umsatz und Gewinn anteilig nach dem Fertigstellungsgrad vereinnahmt. Dabei erfolgt die Ermittlung des Fertigstellungsgrades nach dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den Kosten des Gesamtauftrages. Sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht zuverlässig ermittelt werden kann, werden die Auftragserlöse in Höhe der dazugehörenden Auftragskosten erfasst, so dass per saldo ein Nullergebnis ausgewiesen wird. Soweit ein Fertigungsauftrag noch nicht abgerechnet wurde, werden die Herstellungskosten, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Gewinnanteilen, in Form von künftigen Forderungen aus Fertigungsaufträgen in der Bilanz und als Umsatzerlöse aus Fertigungsaufträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Diese Posten sind definiert als die Differenz zwischen der Summe aus bis zum Abschlussstichtag angefallenen und bewerteten Auftragskosten und vereinnahmten Gewinnen abzüglich angefallener Verluste und erfolgter Teilabrechnungen.

Der Ausweis der Fertigungsaufträge erfolgt getrennt von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen unter der Position „Forderungen aus Auftragsfertigung“. Soweit der Konzern Anzahlungen für die Forderungen aus der Auftragsfertigung erhalten hat, werden diese von den Forderungen aus Auftragsfertigung aktivisch abgesetzt. Sind die erhaltenen Anzahlungen höher als die Forderungen aus der Auftragsfertigung, werden die Fertigungsaufträge mit ihrem passivischen Saldo unter den Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung erfasst. Eine Verrechnung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung erfolgt nicht.

5.13. FINANZINSTRUMENTE
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und gleichzeitig bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt.

5.14. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE
Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie ausgereichte Kredite und sonstige Forderungen, bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen und zu Handelszwecken gehaltene originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte.

Die Bewertung finanzieller Vermögenswerte hängt von ihrer Zuordnung zu einer Bewertungskategorie im Sinne des IAS 39 ab. Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte richtet sich danach, ob das Finanzinstrument zu Handelszwecken oder bis zur Endfälligkeit gehalten wird, ob das Finanzinstrument zur Veräußerung verfügbar ist oder ob es sich um Kredite oder Forderungen handelt. Die Zuordnung zu einer Bewertungskategorie wird verpflichtend im Zugangszeitpunkt durchgeführt und in erster Linie durch die Absicht bestimmt, mit der die finanziellen Vermögenswerte gehalten werden. Umkategorisierungen sind im Geschäftsjahr und in den Vorjahren nicht vorgenommen worden.

Finanzielle Vermögenswerte werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folgezeit nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, erfolgt die Erstbewertung unter Einschluss von Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswertes zuzurechnen sind.

Zu Handelszwecken gehaltene Finanzinstrumente werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Unter die Kategorie „zu Handelszwecken gehalten“ fallen primär derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebunden sind und damit zwingend als „zu Handelszwecken gehalten“ klassifiziert werden müssen. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam in der Gewinnund Verlustrechnung erfasst.

Ist beabsichtigt und wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass Finanzinvestitionen bis zur Endfälligkeit gehalten werden, werden sie unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Finanzielle Vermögenswerte der Kategorie Kredite und Forderungen werden – gegebenenfalls unter Anwendung der Effektivzinsmethode – mit den fortgeführten Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen bewertet.

Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden teilweise unter Verwendung von Wertberichtigungskonten vorgenommen. Die Entscheidung, ob ein Ausfallrisiko mittels eines Wertberichtigungskontos oder über eine direkte Minderung der Forderung berücksichtigt wird, hängt vom Grad der Verlässlichkeit der Beurteilung der Risikosituation ab.

Die anderen originären finanziellen Vermögenswerte sind als „zur Veräußerung verfügbar“ kategorisiert und werden grundsätzlich mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die aus der Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert in der Folge resultierenden Gewinne und Verluste werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Lässt sich für nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der beizulegende Zeitwert nicht hinreichend verlässlich bestimmen, werden die Anteile mit den Anschaffungskosten (gegebenenfalls abzüglich Wertminderungen) bewertet.

WERTMINDERUNG FINANZIELLER VERMÖGENSWERTE
Zu jedem Abschlussstichtag werden die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte, die nicht erfolgswirksam mit dem beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, daraufhin untersucht, ob objektive substanzielle Hinweise auf eine Wertminderung hindeuten.

Solche Hinweise liegen etwa vor bei erheblichen finanziellen Schwierigkeiten oder hoher Wahrscheinlichkeit der Insolvenz des Schuldners, dem Wegfall eines aktiven Marktes für finanzielle Vermögenswerte, bedeutenden Veränderungen des technologischen, ökonomischen, rechtlichen sowie marktbezogenen Umfelds des Emittenten sowie einem signifikanten oder länger anhaltenden Rückgang des beizulegenden Zeitwertes des finanziellen Vermögenswertes unter die (fortgeführten) Anschaffungskosten. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand wird erfolgswirksam erfasst. Wurden bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten Wertminderungen festgestellt, so sind die bislang erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Beträge bis zur Höhe der ermittelten Wertminderung aus dem kumulierten übrigen Eigenkapital zu eliminieren und erfolgswirksam in die Gewinn- und Verlustrechnung zu überführen.

Ergibt sich zu späteren Bewertungszeitpunkten, dass der beizulegende Zeitwert infolge von Ereignissen, die nach dem Zeitpunkt der Erfassung der Wertminderung eingetreten sind, gestiegen ist, werden die Wertminderungen grundsätzlich erfolgswirksam zurückgenommen. Wertminderungen, die zur Veräußerung verfügbare sowie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente betreffen, dürfen nicht erfolgswirksam – bzw. erst bei Realisierung – rückgängig gemacht werden. Der im Rahmen der Prüfung auf etwaige Wertminderungen zu bestimmende beizulegende Zeitwert von Wertpapieren, die bis zur Endfälligkeit zu halten sind, sowie der beizulegende Zeitwert der mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Kredite und Forderungen entsprechen dem Barwert der geschätzten und mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz diskontierten künftigen Cashflows. Der beizulegende Zeitwert von mit den Anschaffungskosten bewerteten nicht börsennotierten Eigenkapitalinstrumenten ergibt sich als Barwert der erwarteten künftigen Cashflows, diskontiert mit dem aktuellen Zinssatz, welcher der speziellen Risikolage der Investition entspricht.

5.15. FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden im Zugangszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet, der in der Regel dem Auszahlungsbetrag entspricht. Dem Erwerb direkt zurechenbare Transaktionskosten sind bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, in Abzug zu bringen. Ist eine finanzielle Verbindlichkeit un- oder unterverzinslich, erfolgt der Ansatz der Verbindlichkeit unter dem Erfüllungs- bzw. Nominalwert. Die so zum beizulegenden Zeitwert angesetzte finanzielle Verbindlichkeit wird in der Folgezeit nach der Effektivzinsmethode aufgezinst.

5.16. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente schließen Geldkonten und kurzfristige Geldanlagen bei Kreditinstituten ein, haben beim Zugang eine Restlaufzeit von bis zu drei Monaten und sind mit den Anschaffungskosten bewertet.

5.17. DERIVATIVE FINANZINSTRUMENTE
Die MTU setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung der aus operativen Tätigkeiten und Finanztransaktionen resultierenden Währungs-, Zins- und Preisrisiken ein.

Die derivativen Finanzinstrumente werden bei ihrer erstmaligen Erfassung mit dem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die beizulegenden Zeitwerte sind auch für die Folgebewertungen relevant. Der beizulegende Zeitwert gehandelter derivativer Finanzinstrumente wird vorrangig aus notierten Preisen an einem aktiven Markt ermittelt. Liegen keine notierten Preise an einem aktiven Markt vor, so werden die beizulegenden Zeitwerte mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle berechnet. Für derivative Finanzinstrumente entspricht der beizulegende Zeitwert dem Betrag, den die MTU bei Beendigung des Finanzinstruments zum Abschlussstichtag entweder erhalten würde oder zahlen müsste. Dieser Wert wird unter Anwendung der zum Abschlussstichtag relevanten Wechselkurse, Zinssätze und Bonitäten der Vertragspartner berechnet.

Bei der Bilanzierung derivativer Finanzinstrumente ist zu unterscheiden, ob eine Sicherungsbeziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft besteht. Nicht in eine wirksame Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 eingebundene derivative Finanzinstrumente sind zwingend als „zu Handelszwecken gehalten“ einzustufen und damit erfolgswirksam mit den beizulegenden Zeitwerten zu bilanzieren.

HEDGE-ACCOUNTING (SICHERUNGSBEZIEHUNGEN)
Die MTU erfüllt die Voraussetzungen für Sicherungsmaßnahmen gemäß IAS 39 zur Sicherung künftiger Zahlungsströme. Dies mindert Volatilitäten in der Gewinn- und Verlustrechnung. Bei Beginn einer Sicherungsmaßnahme werden sowohl die Beziehung zwischen dem als Sicherungsinstrument eingesetzten Finanzinstrument und dem Grundgeschäft als auch Ziel sowie Strategie der Absicherung dokumentiert. Dazu zählen die konkrete Zuordnung der Absicherungsinstrumente zu den entsprechenden zukünftigen Transaktionen und die Einschätzung des Grads der Wirksamkeit der eingesetzten Absicherungsinstrumente. Bestehende Sicherungsmaßnahmen werden fortlaufend auf ihre Effektivitäten überwacht.

Mit der Cashflow-Absicherung werden künftige Zahlungsströme aus Grundgeschäften gegen Währungsschwankungen abgesichert. Liegt ein Cashflow-Hedge vor, wird der effektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments bis zur Erfassung des Ergebnisses aus dem gesicherten Grundgeschäft erfolgsneutral unter Berücksichtigung latenter Steuern im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.

Eine Umbuchung in die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt zeitgleich mit der Ergebniswirkung des abgesicherten Grundgeschäfts. Der ineffektive Teil der Wertänderung des Sicherungsinstruments ist an jedem Stichtag erfolgswirksam im Finanzergebnis zu erfassen.

5.18. LAUFENDE UND LATENTE STEUERN
Im Konzernabschluss werden laufende und latente Steuern auf Grundlage der Steuergesetze der jeweils betroffenen Steuerjurisdiktionen berücksichtigt. Laufende und latente Steuern werden im Eigenkapital erfasst, soweit sie Geschäftsvorfälle betreffen, die direkt dem Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben werden.

Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden im Rahmen der Berechnung des zu versteuernden Einkommens und den Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden der Konzernbilanz gebildet. Zudem werden gegebenenfalls aktive latente Steuern auf steuerliche Verlust- und Zinsvorträge sowie auf vortragsfähige Steuergutschriften gebildet. Aktive latente Steuern werden angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähige temporäre Differenz sowie steuerlich vortragsfähige Verluste und Steuergutschriften verwendet werden können. Die Berechnungen der aktiven und passiven latenten Steuern werden auf der Grundlage des zum Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen erwarteten Steuersatzes vorgenommen. Eine Verrechnung von aktiven mit passiven latenten Steuern erfolgt, soweit die in IAS 12.74 genannten Voraussetzungen vorliegen.

5.19. PENSIONSVERPFLICHTUNGEN
Die Rückstellungen für Pensionen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected- Unit-Credit-Methode) gemäß IAS 19 gebildet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Bewertung der DBO und aus der Bewertung des Planvermögens, die sich aus Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen bzw. aus Abweichungen zwischen versicherungsmathematischen Annahmen und der tatsächlichen Entwicklung ergeben, werden in der Periode ihrer Entstehung direkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung gesondert dargestellt. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort ergebniswirksam erfasst. Sofern Rückdeckungsansprüche vorliegen, werden diese bei Erfüllung der Kriterien von IAS 19 als Planvermögen mit den Pensionsverpflichtungen saldiert. Zinserträge aus dem Planvermögen sowie Aufwendungen aus der Aufzinsung von Verpflichtungen werden im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen. Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst.

5.20. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN
Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzansprüche werden angesetzt, wenn dem Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aus Prozessen, behördlichen Untersuchungen und sonstigen Ansprüchen entsteht, die auf Ereignissen der Vergangenheit beruht und anhängig ist oder gegen den Konzern in der Zukunft eingeleitet oder geltend gemacht werden kann, ein Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Langfristige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Drohverlustrückstellungen bewertet das Unternehmen mit dem niedrigeren Betrag aus den zu erwartenden Kosten bei der Erfüllung des Vertrages und den zu erwartenden Kosten bei Beendigung des Vertrages.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen sind gemäß versicherungsmathematischen Gutachten nach IAS 19 bewertet.

5.21. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN
Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse bedingt ist, die nicht vollständig unter Kontrolle der MTU stehen.

Ferner sind Eventualverbindlichkeiten gegenwärtige Verpflichtungen, bei denen der Abfluss von Ressourcen unwahrscheinlich ist oder bei denen der Umfang der Verpflichtung nicht verlässlich geschätzt werden kann.

Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs übernommene und identifizierte Verpflichtungen aus Eventualverbindlichkeiten werden angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann. Nach dem erstmaligen Ansatz werden Eventualverbindlichkeiten mit dem höheren der beiden Werte angesetzt: (a) dem Betrag, der gemäß IAS 37 als Rückstellung angesetzt würde, (b) dem um die tatsächlichen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse fortgeführten erstmalig angesetzten Betrag. Aus der Kaufpreisallokation resultierende negative Triebwerksprogrammwerte werden als Eventualverbindlichkeiten bilanziert.

5.22. AKTIENBASIERTE VERGÜTUNGSTRANSAKTIONEN
Nach IFRS 2, „Anteilsbasierte Vergütung“, wird bei der aktienbasierten Vergütung zwischen Transaktionen mit Barausgleich und solchen mit Eigenkapitalabgeltung unterschieden. Für beide Instrumente wird der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt ermittelt. Dieser wird als Vergütungsaufwand über den Erdienungszeitraum erfasst, innerhalb dessen die Berechtigten einen uneingeschränkten Anspruch auf die zugesagten Instrumente erwerben. Zusagen mit Barausgleich bewertet die MTU zum Ende eines jeden Berichtszeitraums und am Erfüllungstag zum beizulegenden Zeitwert neu. Die beizulegenden Zeitwerte von aktienbasierten Vergütungen werden unter Anwendung anerkannter Optionspreismodelle bewertet.

5.23. DIVIDENDEN- UND GEWINNAUSSCHÜTTUNGEN
Die Ansprüche der Anteilseigner auf Dividenden- und Gewinnausschüttungen für das jeweilige Berichtsjahr werden in der Periode als Verbindlichkeit erfasst, in der die entsprechende Beschlussfassung erfolgt ist. Zu der vom Vorstand an die Hauptversammlung vorgeschlagenen Dividendenausschüttung wird auf den Abschnitt „Vorschlag zur Gewinnverwendung“ verwiesen.

5.24. ERMESSENSSPIELRÄUME, BEWERTUNGSUNSICHERHEITEN UND SENSITIVITÄTEN
Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss ist von Ansatzund Bewertungsmethoden sowie von Annahmen und Schätzungen abhängig. Die nachstehend aufgeführten wesentlichen Schätzungen und zugehörigen Annahmen sind entscheidend für das Verständnis der zugrundeliegenden Risiken der Finanzberichterstattung sowie der Auswirkungen, die diese Schätzungen, Annahmen und Unsicherheiten auf den Konzernabschluss haben könnten. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis grundsätzlich erfolgswirksam berücksichtigt. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte:

  • Sowohl die Erst- als auch die Folgebewertung der im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 identifizierten immateriellen Vermögenswerte und Eventualverbindlichkeiten unterliegt aufgrund der langen Produktlebenszyklen erheblichen zukunftsbezogenen Schätzungen, um deren erzielbaren Betrag zu ermitteln. Diese Schätzungen beziehen Annahmen über Faktoren wie Risikoanpassungen von Cashflows oder Abzinsungssätze und künftige, andere Kosten beeinflussende Preisänderungen einschließlich Preiseskalationen sowie mögliche Konventionalstrafen mit ein. Bei den im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten und bewerteten Eventualverbindlichkeiten für einzelne Triebwerksprogramme ergaben sich im Geschäftsjahr 2012 Auswirkungen auf die Bewertung der Triebwerksprogramme durch Inanspruchnahme von Mittelabflüssen sowie durch Folgewirkungen aufgrund von Vorjahresverschiebungen bei der Auslieferung von Triebwerken, Anpassung der erwarteten Auslieferungszeitpunkte von Triebwerken und Ersatzteilen, Aktualisierung der in der Planung berücksichtigten Preiseskalationen und erwarteten Entwicklungsaufwendungen. Der Buchwert der Eventualverbindlichkeiten betrug zum 31. Dezember 2012 51,3 Mio. € (Vorjahr: 102,8 Mio. €). Wenn der Abzinsungssatz zum 31. Dezember 2012 um 100 Basispunkte höher gewesen wäre, hätte der Buchwert dieser Eventualverbindlichkeiten rund 118 Mio. € betragen. Wenn der Abzinsungssatz zum 31. Dezember 2012 hingegen um 100 Basispunkte niedriger gewesen wäre, hätte der Buchwert dieser Eventualverbindlichkeiten 0 Mio. € betragen. Zu weiteren Erläuterungen wird auf Abschnitt 32. (Sonstige Rückstellungen) verwiesen.
  • Nach der Grundsatzvereinbarung im Geschäftsjahr 2010 haben sich die Kundenländer (vertreten durch die Rüstungsagentur OCCAR) und Airbus Military auf die Details der Änderungen im A400M-Vertrag geeinigt. Vor dem Hintergrund erster Auslieferungen von Triebwerken im Berichtsjahr, der Auslieferungszeitleiste und der Entwicklung bei Exportaufträgen sowie unter Berücksichtigung der Aufwendungen für die Soft- und Hardware zur Steuerung des Triebwerks sowie Anpassungen bei Preiseskalationen wurde das gesamte Triebwerksprogramm TP400-D6 zum 31. Dezember 2012 neu bewertet. Aufgrund der langen Laufzeit wirken sich Änderungen von zugrunde gelegten Zinssätzen erheblich auf die Bewertung des Triebwerkprogramms aus. Sensitivitätsangaben über den Umfang möglicher Auswirkungen von Preisänderungen oder möglichen Vertragsstrafen sind aufgrund der Vielzahl von Sensitivitätsszenarien im Zusammenhang mit hohen Schätzunsicherheiten in der jeweiligen Einzelbetrachtung für eine Interpretation nicht geeignet. Zu weiteren Erläuterungen wird auf den Konzernabschluss unter Abschnitt 24. (Forderungen aus Auftragsfertigung) verwiesen.
  • Die Bewertung der immateriellen Vermögenswerte, Sachanlagen und finanziellen Vermögenswerte (soweit nach der Equity-Methode bzw. zu Anschaffungskosten bilanziert) mit einem Buchwert in Höhe von insgesamt 2.406,2 Mio. € (Vorjahr: 1.860,6 Mio. €) zum Ende des Geschäftsjahres ist mit Schätzungen verbunden. Ferner ist die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte zu schätzen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schulden sowie der Nutzungsdauern der Vermögenswerte basiert auf Beurteilungen des Managements. Im Rahmen der Ermittlung der Wertminderung von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und von finanziellen Vermögenswerten werden auch Schätzungen vorgenommen, die sich unter anderem auf Ursache, Zeitpunkt und Höhe der Wertminderung beziehen. Eine Wertminderung beruht auf einer Vielzahl von Faktoren. Grundsätzlich berücksichtigt werden Änderungen der Wettbewerbsbedingungen, Erwartungen bezüglich des Wachstums der Luftfahrt und der Flugzeugindustrie, Veränderungen der Kapitalkosten, Änderungen der künftigen Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln, technologisches Veralten, die Einstellung von Dienstleistungen, Wiederbeschaffungskosten, in vergleichbaren Transaktionen gezahlte Kaufpreise und sonstige das Umfeld betreffende Änderungen, die auf eine Wertminderung hindeuten.

    Die Ermittlung der erzielbaren Beträge für die Geschäftssegmente „Ziviles und Militärisches Triebwerksgeschäft“ und die „Zivile Triebwerksinstandsetzung“ und für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten oder einer Gruppe von Vermögenswerten sind mit Schätzungen verbunden, die das Management hinsichtlich der Identifizierung und Überprüfung von Anzeichen für eine Wertminderung, der erwarteten Cashflows, der zutreffenden Abzinsungssätze, der jeweiligen Nutzungsdauern sowie der Restwerte zu treffen hat. Insbesondere geht die Schätzung der den erzielbaren Beträgen zugrundeliegenden Cashflows bei neuen Triebwerksprogrammen sowohl im Zivilen als auch im Militärischen Triebwerksgeschäft von anhaltenden Mittelzuflüssen, aber auch von anhaltenden Investitionen aus, die notwendig sind, um ein dauerhaftes Wachstum zu generieren. Wenn die Nachfrage nach Triebwerken sich nicht so entwickelt wie erwartet, würde dies die Erlöse und Cashflows reduzieren und möglicherweise zu Wertminderungsaufwendungen dieser Investitionen führen. Dies könnte sich negativ auf die Ertragslage auswirken.

    Diese Schätzungen und die angewandte Methode können auf die Ermittlung des erzielbaren Betrags und auf die Höhe der Wertminderungen der Firmenwerte wesentliche Auswirkungen haben. Zu den Sensitivitätsanalysen über die Werthaltigkeit der Firmenwerte für das Zivile und Militärische Triebwerksgeschäft und für die Zivile Triebwerksinstandsetzung wird auf Abschnitt 40. (Sensitivitätsanalyse für Firmenwerte) verwiesen.
  • Das Management bildet Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen. Die Grundlagen für die Beurteilung der Angemessenheit der Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen sind die Fälligkeitsstruktur der Forderungssalden und Erfahrungen in Bezug auf Ausbuchungen von Forderungen in der Vergangenheit, die Bonität der Kunden sowie Veränderungen der Zahlungsbedingungen. Zum 31. Dezember 2012 betrugen die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 10,2 Mio. € (Vorjahr: 7,9 Mio. €). Bei einer Verschlechterung der Finanzlage der Kunden kann der Umfang der vorzunehmenden Wertberichtigungen die erwarteten Wertberichtigungen übersteigen.
  • Die Umsatzerlöse werden im Militärischen Triebwerksgeschäft und in der Zivilen Instandhaltung nach der Percentage-of-Completion-Methode entsprechend dem Leistungsfortschritt realisiert, sofern es hinreichend wahrscheinlich ist, dass der MTU der mit dem Geschäft verbundene wirtschaftliche Nutzen zufließt. Zur Ermittlung des Fertigstellungsgrads wird dabei grundsätzlich das Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Kosten zu den geschätzten Gesamtkosten herangezogen. Sollte das Ergebnis eines Fertigungsauftrags nicht verlässlich geschätzt werden können, werden die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich einbringbar sind (sogenannte Zero-Profit-Methode). Das Management überprüft regelmäßig alle Einschätzungen in Zusammenhang mit solchen Fertigungsaufträgen und passt diese gegebenenfalls an. Umsatzerlöse aus der Veräußerung von Triebwerkskomponenten für den Monat Dezember werden zum Teil aus abrechnungstechnischen Gründen geschätzt. Diese Schätzungen erfolgen im Wesentlichen anhand von Vorabinformationen der Konsortialführer und Lagerbewegungen, die eine hinreichend verlässliche Basis für die Umsatzschätzung darstellen.
  • Ertragsteuern sind für jede Steuerjurisdiktion zu ermitteln, in der der Konzern tätig ist. Dabei ist für jedes Besteuerungssubjekt die laufende Ertragsteuer zu berechnen und die temporären Differenzen aus der unterschiedlichen Behandlung bestimmter Bilanzposten zwischen dem IFRS-Konzernabschluss und dem steuerrechtlichen Abschluss sind zu ermitteln. Soweit temporäre Differenzen vorliegen, führen sie grundsätzlich zum Ansatz von aktiven und passiven latenten Steuern im Konzernabschluss. Daneben können sich vor allem aus steuerlichen Verlustvorträgen bzw. Zinsvorträgen und Steuergutschriften latente Steuereffekte ergeben. Das Management muss bei der Berechnung laufender und latenter Steuern Beurteilungen treffen.

    Zum 31. Dezember 2012 waren insgesamt 15,6 Mio. € (Vorjahr: 16,3 Mio. €) aktive latente Steuern bilanziert. Die Nutzung aktiver latenter Steuern hängt von der Möglichkeit ab, im Rahmen der jeweiligen Steuerart und Steuerjurisdiktion ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu erzielen, wobei gegebenenfalls gesetzliche Beschränkungen hinsichtlich der maximalen Verlustvortragsperioden zu berücksichtigen sind. Zur Beurteilung der Wahrscheinlichkeit der künftigen Nutzbarkeit von aktiven latenten Steuern sind verschiedene Faktoren heranzuziehen, wie z. B. Ertragslage der Vergangenheit, operative Planungen, Verlustvortragsperioden und Steuerplanungsstrategien. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Schätzungen ab oder sind diese Schätzungen in künftigen Perioden anzupassen, könnte dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Kommt es zu einer Änderung der Werthaltigkeitsbeurteilung bei aktiven latenten Steuern, sind die angesetzten aktiven latenten Steuern gegebenenfalls abzuwerten.
  • Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist der Abzinsungsfaktor eine wichtige Schätzgröße. Eine Erhöhung des Abzinsungsfaktors um 50 Basispunkte würde die Pensionsverpflichtungen um rund 30 Mio. € reduzieren. Eine Verminderung des Abzinsungsfaktors um 20 Basispunkte würde die Pensionsverpflichtung um 12 Mio. € erhöhen. Die Pensionsverpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer, die als leistungsorientierte Pläne klassifiziert und bilanziert werden, sind – mit Ausnahme des Planvermögens der MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, sowie der MTU München Unterstützungskasse GmbH, München – nicht durch weitere Planvermögen gedeckt. Die vorhandenen Planvermögen werden von den Pensionsverpflichtungen abgesetzt. Soweit das Planvermögen die jeweiligen Pensionsverpflichtungen übersteigt, wird die Überdeckung des Planvermögens aktiviert.

    Die Höhe der Pensionsverpflichtungen und damit die Aufwendungen für Altersversorgung für Arbeitnehmer werden durch versicherungsmathematische Verfahren ermittelt, die auf Annahmen hinsichtlich des Zinssatzes und der Lebenserwartung beruhen. Falls Änderungen dieser finanzmathematischen Annahmen erforderlich werden, könnte dies wesentliche Auswirkungen auf die künftige Höhe der Pensionsrückstellungen bzw. der Aufwendungen für Altersversorgung haben.
  • Ansatz und Bewertung der sonstigen Rückstellungen in Höhe von 255,4 Mio. € (Vorjahr: 319,7 Mio. €) und der Höhe der Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 122,0 Mio. € (Vorjahr: 110,7 Mio. €) insbesondere im Zusammenhang mit anhängigen Rechtsstreitigkeiten oder anderen ausstehenden Ansprüchen aus Vergleichs-, Vermittlungs-, Schiedsgerichts- oder staatlichen Verfahren bzw. sonstiger Eventualverbindlichkeiten (insbesondere aus Risk- and Revenue-Sharing-Vertragsverhältnissen) sind in erheblichem Umfang mit Einschätzungen durch die MTU verbunden. So beruht die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass ein anhängiges Verfahren Erfolg hat oder eine Verbindlichkeit entsteht, bzw. die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzung der jeweiligen Situation Rückstellungen werden gebildet, wenn aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung entstanden ist, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Wegen der mit dieser Beurteilung verbundenen Unsicherheiten können die tatsächlichen Verluste von den ursprünglichen Schätzungen und damit von dem Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem ist die Ermittlung von einzelnen Rückstellungen (wie z. B. für Steuern, Umweltverbindlichkeiten und Rechtsrisiken) mit erheblichen Schätzungen verbunden. Diese Schätzungen können sich aufgrund neuer Informationen ändern.

Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld in der Branche und den Regionen berücksichtigt, in denen die MTU tätig ist. Bei der Einholung neuer Informationen nutzt die MTU die Dienste interner Experten und externer Berater wie etwa Versicherungsmathematiker oder Rechtsberater. Änderungen der Schätzungen dieser Verpflichtungen können sich erheblich auf die künftige Ertragslage auswirken.

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