MTU

III . Erläuterungen zur Konzernbilanz

18. ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE, SACHANLAGEN UND DER FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTE 2012

ENTWICKLUNG DER IMMATERIELLEN VERMÖGENSWERTE, SACHANLAGEN UND DER FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTE 2011

19. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE

Unter den immateriellen Vermögenswerten werden hauptsächlich die durch die Kaufpreisallokation aktivierten Programmwerte und programmunabhängigen Technologien sowie – überwiegend technische – Software und der erworbene Firmenwert ausgewiesen.

Der Amortisations- und Wertberichtigungsaufwand der immateriellen Vermögenswerte wurde mit 102,6 Mio. € (Vorjahr: 46,8 Mio. €) in den Umsatzkosten, mit 7,1 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €) in den Forschungs- und Entwicklungskosten, mit 2,5 Mio. € (Vorjahr: 1,4 Mio. €) in den Vertriebskosten und mit 4,7 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €) in den Verwaltungskosten erfasst.

Im Geschäftsjahr 2012 wurden insgesamt 601,0 Mio. € (Vorjahr: 92,0 Mio. €) immaterielle Vermögenswerte aktiviert. Diese umfassen neben der V2500-Anteilserhöhung (siehe Abschnitt 2., Konsolidierungskreis) von 541,1 Mio. € die folgenden weiteren wesentlichen Komponenten:

TRIEBWERKSPROGRAMM PW1100G
Die Zugänge im Geschäftsjahr 2012 in Höhe von 41,0 Mio. € (Vorjahr: 69,3 Mio. €) betrafen die Beteiligung am neuen Antrieb der A320-Familie, dem PW1100G, an dem die MTU mit einem Programmanteil von 18 % beteiligt ist. Davon entfallen 16,8 Mio. € (Vorjahr: 55,5 Mio. €) auf entgeltlich erworbene Zugänge und 24,2 Mio. € (Vorjahr: 13,8 Mio. €) auf unternehmensinterne Entwicklungsaktivitäten.

TRIEBWERKSPROGRAMM GE38
Im Geschäftsjahr 2012 waren für den Hubschrauberantrieb GE38 von General Electric unternehmensinterne Entwicklungsleistungen in Höhe von 7,8 Mio. € (Vorjahr: 8,7 Mio. €) zu aktivieren.

MRO
Die Zivile Triebwerksinstandhaltung hat spezielle Reparaturverfahren für die wirtschaftlichere Instandsetzung von Triebwerken entwickelt, so dass 0,8 Mio. € (Vorjahr: 3,4 Mio. €) immaterielle Vermögenswerte zu aktivieren waren.

20. SACHANLAGEN

Die Investitionen in Sachanlagen im Geschäftsfeld OEM zielten darauf, die Position als führender Triebwerkshersteller zu sichern und weiter auszubauen, die Leistung zu verbessern sowie die Anlagen auf dem Stand der Technik zu halten.

Der Konzern investierte im Geschäftsjahr 2012 in Summe 99,4 Mio. € (Vorjahr: 113,7 Mio. €) in Sachanlagen. Der Abschreibungsaufwand der Sachanlagen wurde mit 79,2 Mio. € (Vorjahr: 74,4 Mio. €) in den Umsatzkosten, mit 4,0 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €) in den Forschungs- und Entwicklungskosten, mit 1,2 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €) in den Vertriebskosten und mit 2,5 Mio. € (Vorjahr: 2,5 Mio. €) in den Verwaltungskosten erfasst.

GRUNDSTÜCKE, GRUNDSTÜCKSGLEICHE RECHTE UND BAUTEN EINSCHLIESSLICH DER BAUTEN AUF FREMDEN GRUNDSTÜCKEN
Die Zugänge im Geschäftsjahr 2012 in Höhe von 12,7 Mio. € (Vorjahr: 1,6 Mio. €) betreffen vor allem die Fertigstellung der neuen Halle für die Blisk-Fertigung.

TECHNISCHE ANLAGEN UND MASCHINEN
Die Investitionen in Höhe von insgesamt 17,0 Mio. € (Vorjahr: 15,6 Mio. €) betreffen insbesondere Anschaffungen von CNC-Dreh-, CNC-Schleif- und Fräsmaschinen.

ANDERE ANLAGEN, BETRIEBS- UND GESCHÄFTSAUSSTATTUNG
Die Investitionen in Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung betreffen vor allem Sonderbetriebsmittel, Werkzeuge und Vorrichtungen für bestehende und neu anlaufende Programme und lagen im laufenden Geschäftsjahr im üblichen Rahmen.

GELEISTETE ANZAHLUNGEN UND ANLAGEN IM BAU
Die Zugänge im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von 32,6 Mio. € (Vorjahr: 56,6 Mio. €) betreffen im Wesentlichen noch nicht fertig gestellte Sonderbetriebsmittel, insbesondere für neue Triebwerksprogramme sowie Anzahlungen für die Ausstattung der neuen Blisk-Fertigungshalle in München.

Den aktivierten Vermögenswerten aus Finanzierungsleasing liegen folgende Details zugrunde:

Für die aufgrund einer Finanzierungsleasingvereinbarung aktivierten Vermögenswerte ergeben sich zum Bilanzstichtag die folgenden Nettobuchwerte:

21. FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

Die Aufstellung zeigt die Buchwerte der im Konzernabschluss enthaltenen finanziellen Vermögenswerte:

Aus den finanziellen Vermögenswerten AfS ergaben sich zum Bilanzstichtag keine erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfassten Beträge vor latenten Steuern (Vorjahr: -0,2 Mio. €). Die Buchwerte des Vorjahres enthielten Zinsabgrenzungen in Höhe von 0,1 Mio. €.

Die derivativen finanziellen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Die Joint Ventures – mit Ausnahme der MTU Maintenance Zhuhai Co. Ltd., Zhuhai, China – und die assoziierten Unternehmen weisen in Summe folgende Vermögenswerte, Schulden sowie Aufwendungen und Erträge aus:

Die Angaben für das Joint Venture Ceramic Coating Center S.A.S., Paris, Frankreich, sowie für die assoziierten Gesellschaften betreffen das Vorjahr, da die Werte für das jeweilige Geschäftsjahr zum Berichtszeitpunkt noch nicht vorlagen.

Ab dem Geschäftsjahr 2012 enthält die Darstellung der Assoziierten Gesellschaften auch die Geschäftszahlen der IAE International Aero Engines AG, Zürich, Schweiz, an der die MTU nach dem Kauf von 12,9 % nunmehr 25 % der Anteile hält und die somit anders kategorisiert wurde.

FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE, DIE NACH DER EQUITY-METHODE BILANZIERT SIND
Die finanziellen Vermögenswerte, die nach der Equity-Methode bewertet sind, betragen 20,9 Mio. € (Stand 31. Dezember 2011: 0,0 Mio. €) und beinhalten die Anteile an der IAE International Aero Engines AG, Zürich, Schweiz, und der Pratt & Whitney Canada Customer Service Centre Europe GmbH, Ludwigsfelde, wobei letztere vollständig wertberichtigt sind.

Zur Erläuterung der Auswirkungen des Kaufs von 12,9 % der IAE-Aktien sowie hinsichtlich der Neubewertung der bisherigen Kapitalbeteiligung in Höhe von 12,1 % wird auf die Ausführungen unter Abschnitt 2. (Konsolidierungskreis) verwiesen.

22. VORRÄTE

Der Vorratsbestand nach Wertberichtigungen setzt sich wie folgt zusammen:

Die Gängigkeitsabschläge auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und auf die unfertigen Erzeugnisse haben sich wie folgt entwickelt:

Das Gängigkeitsabschlagsverfahren ist im MTU-Geschäftsmodell das bestmögliche Schätzverfahren, um die Vorräte mit ihrem Nettoveräußerungswert zu bewerten.

23. FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Die Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen sind unter Abschnitt 43.1.1. (Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen) detailliert dargestellt.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

Die Aufwendungen für die vollständige Ausbuchung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie die Erträge aus dem Eingang von ausgebuchten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen per saldo -0,6 Mio. € (Vorjahr: -2,3 Mio. €).

Alle Aufwendungen und Erträge aus Wertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter den Vertriebskosten ausgewiesen.

24. FORDERUNGEN AUS AUFTRAGSFERTIGUNG

Direkt dem Triebwerksprojekt zuordenbare unverzinsliche Anzahlungen werden mit den Forderungen aus Auftragsfertigung verrechnet. Ein nach Verrechnung der Forderungen aus dem Fertigungsauftrag mit den direkt zuordenbaren Anzahlungen verbleibender passivischer Saldo wird unter den Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung ausgewiesen.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden im Rahmen der Auftragsfertigung insgesamt 46,0 Mio. € Auftragserlöse (Vorjahr: 27,2 Mio. €) erfasst. Demgegenüber standen 36,5 Mio. € angefallene Auftragskosten (Vorjahr: 21,7 Mio. €). Auf den Forderungsbestand aus Auftragsfertigung zum 31. Dezember 2012 in Höhe von 547,0 Mio. € (Vorjahr: 469,5 Mio. €) entfallen 364,0 Mio. € (Vorjahr: 332,7 Mio. €) erhaltene Anzahlungen. Einbehalte für Teilabrechnungen aus Auftragsfertigung liegen nicht vor.

Zum Ausweis von Forderungen aus Auftragsfertigung, die aufgrund direkter Zuordnung mit den erhaltenen Anzahlungen verrechnet wurden, wird auf Abschnitt 35. (Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung) verwiesen.

Die folgende Aufstellung zeigt die Werthaltigkeit und die Fristigkeit nicht wertgeminderter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Auftragsfertigung zum Bilanzstichtag:

25. SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

Die sonstigen Steuern in Höhe von 16,2 Mio. € (Vorjahr: 15,8 Mio. €) betreffen im Wesentlichen Vorsteuererstattungsansprüche.

Die übrigen sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 14,0 Mio. € (Vorjahr: 15,2 Mio. €) beinhalten eine Vielzahl von Vermögenswerten.

Die sonstigen Vermögenswerte ohne die Vermögenswerte aus Steuern waren zum 31. Dezember 2012 als werthaltig einzustufen, nicht überfällig und hatten zu annähernd 100 % eine Fälligkeit von unter einem Jahr.

26. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE

Bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten in Höhe von 161,2 Mio. € (Vorjahr: 198,8 Mio. €) handelt es sich um Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten. In dieser Position sind Fremdwährungsbestände in Höhe von umgerechnet 71,9 Mio. € (Vorjahr: 108,0 Mio. €) enthalten.

Die MTU kann über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der MTU Maintenance Zhuhai Co. Ltd. in Höhe von 6,5 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €) nicht frei verfügen.

27. ERTRAGSTEUERANSPRÜCHE

Die Ertragsteueransprüche belaufen sich auf 13,8 Mio. € (Vorjahr: 5,8 Mio. €).

28. GELEISTETE VORAUSZAHLUNGEN

Die geleisteten Vorauszahlungen in Höhe von 5,2 Mio. € (Vorjahr: 4,1 Mio. €) ergeben sich im Wesentlichen durch Vorauszahlungen für Versicherungsprämien und Mieten.

29. EIGENKAPITAL

Die Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals ist in der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt.

29.1. GEZEICHNETES KAPITAL
Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt unverändert 52,0 Mio. € und ist eingeteilt in 52,0 Mio. Stückaktien ohne Nennwert.

29.2. GENEHMIGTES KAPITAL
Der Vorstand ist ermächtigt, das Grundkapital bis zum 21. April 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 5,2 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital I 2010).

Der Vorstand ist weiter ermächtigt, das Grundkapital bis zum 21. April 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bareinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 15,6 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II 2011).

Der Vorstand ist darüber hinaus ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 21. April 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um bis zu insgesamt 5,2 Mio. € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital III 2011).

29.3. BEDINGTES KAPITAL
Der Vorstand wurde in der Hauptversammlung vom 22. April 2010 ermächtigt, bis zum 21. April 2015 mit Zustimmung des Aufsichtsrats bedingte Kapitalerhöhungen durchzuführen:

  • Das Grundkapital der Gesellschaft ist um bis zu 3,64 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 3.640.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien bedingt erhöht. Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die gemäß der von der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 30. Mai 2005 beschlossenen Ermächtigung begeben werden. Die Ausgabe erfolgt zu dem gemäß dieser Ermächtigung jeweils festzulegenden Wandlungs- bzw. Optionspreis.
  • Das Grundkapital ist um bis zu 22,36 Mio. € durch Ausgabe von bis zu 22.360.000 neuen, auf den Namen lautenden Stückaktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von je einem Euro bedingt erhöht (Bedingtes Kapital). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber bzw. Gläubiger von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, die gemäß der von der Hauptversammlung der Gesellschaft vom 22. April 2010 beschlossenen Ermächtigung begeben werden. Die Ausgabe erfolgt zu dem gemäß dieser Ermächtigung jeweils festzulegenden Wandlungs- bzw. Optionspreis.

    Der Vorstand ist bis zum 21. April 2015 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmalig oder mehrmals auf den Inhaber lautende Wandelschuldverschreibungen und/oder Optionsschuldverschreibungen (zusammen „Schuldverschreibungen“) mit oder ohne Laufzeitbeschränkung im Gesamtnennbetrag von bis zu 500 Mio. € zu begeben und den Inhabern von Schuldverschreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte (auch mit Wandlungspflicht) in auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von insgesamt bis zu 22,36 Mio. € nach näherer Maßgabe der Wandel- bzw. Optionsanleihebedingungen zu gewähren. Die Ausgabe der Schuldverschreibungen ist nur gegen Barzahlung möglich. Die Schuldverschreibungen können in Euro oder – unter Begrenzung auf den entsprechenden Gegenwert – in einer ausländischen gesetzlichen Währung, beispielsweise eines OECD-Landes, begeben werden. Sie können auch durch unter der Leitung der Gesellschaft stehende Konzernunternehmen („Konzernunternehmen“) ausgegeben werden; in einem solchen Fall wird der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats für die Gesellschaft die Garantie für die Schuldverschreibungen zu übernehmen und den Inhabern Wandlungs- bzw. Optionsrechte (auch mit Wandlungspflicht) auf auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft zu gewähren.

29.4. KAPITALRÜCKLAGE
Die Kapitalrücklage enthält Aufgelder aus der Ausgabe von Aktien, den Eigenkapitalanteil, gemindert um anteilige Transaktionskosten aus der in 2007 emittierten und im ersten Quartal 2012 getilgten bzw. gewandelten Anleihe, die beizulegenden Zeitwerte aus dem Share Matching Plan sowie den den Erlös überschreitenden Betrag in Höhe von 3,3 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) aus den verkauften Aktien im Rahmen des Mitarbeiter-Aktienprogramms. Das Mitarbeiter-Aktienprogramm wird im Abschnitt 36. (Sonstige Verbindlichkeiten) erläutert.

SHARE MATCHING PLAN (SMP)

Vorstand der MTU
Der aus der aufgeschobenen Vergütungskomponente Performance Share Plan (PSP) auszuzahlende Betrag kann von den Vorstandsmitgliedern nach Ablauf einer vierjährigen Laufzeit in Aktien der MTU Aero Engines Holding AG angelegt werden, die dann drei weitere Jahre gehalten werden müssen. Am Ende des Haltezeitraums erfolgt ein sogenannter Match der Aktien auf Basis eines Share Matching Plan (SMP), wonach das Vorstandsmitglied für jeweils drei gehaltene MTU-Aktien eine Gratisaktie zugeteilt bekommt. Der Anspruch auf die Gratisaktie wird grundsätzlich durch Übertragung der entsprechenden Anzahl von Gratisaktien an das Vorstandsmitglied erfüllt. Der Gesamtwert der Gratisaktien am Ende der Halteperiode ist auf das Dreifache des ursprünglich gezahlten Kaufpreises für die erworbenen Eigeninvest-Aktien begrenzt.

Die Anzahl von zukünftigen Matching Shares ist von der Höhe der Auszahlung aus dem Performance Share Plan (PSP) abhängig. Zur Erläuterung des PSP-Programms wird auf die entsprechenden Ausführungen unter Abschnitt 32. (Sonstigen Rückstellungen) verwiesen. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes kam ein kombiniertes Verfahren aus Monte-Carlo-Simulation und Black-Scholes zum Einsatz. Unter Verwendung der identischen Annahmen wie zur Bewertung des PSP wurde hierzu der erwartete Auszahlungsbetrag bestimmt. Dieser ermittelte Auszahlungsbetrag dient als Basis zur Bewertung des SMP nach Black-Scholes. Der beizulegende Zeitwert dieser Forwardoption zum Zeitpunkt der Optionsgewährung wird unter Berücksichtigung der Ausübungsbedingungen bilanziert. Der Erdienungszeitraum einer Forwardoption beträgt jeweils 52 Monate. Die Anzahl der gewährten Optionen (SMP) bestimmt sich für den Vorstand gemäß der vom Aufsichtsrat genehmigten erfolgsbezogenen Vergütung und ist vom Personalausschuss zu genehmigen.

Die Vergütung für die leitenden Angestellten orientiert sich an der erfolgsbezogenen Vergütung des Vorstands. Die Optionen haben weder ein Dividenden- noch ein Stimmrecht.

Leitende Angestellte der MTU
Die MTU hat den erstmals im Geschäftsjahr 2010 für den Vorstand eingeführten und jährlich zum Geschäftsjahresbeginn jeweils neu zuzuteilenden Share Matching Plan (SMP) auch für Mitarbeiter der ersten und zweiten Führungsebene (Oberer Führungskreis, OFK, und Führungskreis, FK) der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen aufgelegt.

Oberer Führungskreis (OFK)
Gemäß den Bedingungen des Plans können Mitarbeiter des oberen Führungskreises (OFK) nach Ablauf einer dreijährigen Laufzeit des PSP den auszuzahlenden Betrag aus dem PSP und aus der Jahreserfolgsvergütung in Aktien der MTU Aero Engines Holding AG angelegen, welche dann in diesem Folgeprogramm, dem Share Matching Plan (SMP), zwei weitere Jahre gehalten werden müssen. Am Ende des Haltezeitraums erfolgt unter der Bedingung, dass der Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt bei der MTU tätig ist, ein sogenannter Match in Form einer Geldzahlung in Höhe von einem Drittel des in MTU-Aktien investierten Betrages. Die maximale Beteiligungsobergrenze für den oberen Führungskreis am SMP beträgt 60.000 € pro teilnahmeberechtigtem OFK.

Führungskreis (FK)
Gemäß den Bedingungen des Plans können Mitarbeiter des Führungskreises (FK) nach Ablauf einer zweijährigen Laufzeit des PSP den auszuzahlenden Betrag in Aktien aus dem PSP und aus der Jahreserfolgsvergütung in Aktien der MTU Aero Engines Holding AG anlegen, welche dann in diesem Folgeprogramm, dem Share Matching Plan (SMP), zwei weitere Jahre gehalten werden müssen. Am Ende des Haltezeitraums erfolgt unter der Bedingung, dass der Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt bei der MTU tätig ist, ein sogenannter Match in Form einer Geldzahlung in Höhe von einem Drittel des in MTU-Aktien investierten Betrages. Die maximale Beteiligungsobergrenze für den Führungskreis am SMP beträgt 30.000 € pro teilnahmeberechtigtem FK.

Der beizulegende Zeitwert einer jeweiligen Forwardoption zum Zeitpunkt der Optionsgewährung wurde für den Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG auf Basis folgender Prämissen ermittelt:

Der beizulegende Zeitwert einer jeweiligen Forwardoption zum Zeitpunkt der Optionsgewährung wurde für den oberen Führungskreis (OFK) und den Führungskreis (FK) der Konzerngesellschaften auf Basis folgender Prämissen ermittelt:

Nachfolgend sind die im Rahmen des Share Matching Plan (SMP) zu Beginn und zum Ende der Berichtsperiode noch nicht ausübbaren Performance Shares dargestellt:

Der im Geschäftsjahr 2012 erfasste Gesamtaufwand aus anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente betrug 1,0 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Der Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich ist unter den sonstigen Rückstellungen dargestellt.

29.5. GEWINNRÜCKLAGEN
Die Gewinnrücklagen enthalten die in der Vergangenheit erzielten Ergebnisse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, soweit sie nicht ausgeschüttet wurden.

29.6. EIGENE AKTIEN

ERWERB EIGENER AKTIEN AUFGRUND DER ERMÄCHTIGUNG VOM 22. APRIL 2010 DURCH DIE HAUPTVERSAMMLUNG
Der Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG, München, ist durch Beschluss der Hauptversammlung ermächtigt, Aktien zurückzukaufen. Der Erwerb kann sowohl über die Börse oder mittels eines an sämtliche Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Der Gegenwert für den Erwerb der zu erwerbenden Aktien darf den Börsenkurs um nicht mehr als 10 % über- bzw. unterschreiten, wobei etwaige Erwerbsnebenkosten außer Ansatz bleiben.

Der Vorstand der MTU wurde daher ermächtigt, für die Zeit vom 23. April 2010 bis einschließlich zum 22. April 2015 gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals bis zu 10 % des bei der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft zu erwerben. Auf die erworbenen Aktien dürfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz der Gesellschaft befinden oder ihr nach den §§ 71a ff. AktG zuzurechnen sind, zu keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen.

ERWERB EIGENER AKTIEN
Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine, im Geschäftsjahr 2011 200.000 Aktien zum Gesamtpreis von 9,4 Mio. € erworben. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten betrugen dabei 47,07 € je Aktie. Der Erwerb der Aktien erfolgte zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen aus der begebenen Wandelschuldverschreibung im Rahmen der fünften und letzten Ausgabe von Aktien im Rahmen des Matching Stock Program (MSP), des Mitarbeiter-Aktienprogramms (MAP) sowie zur Bedienung potenzieller Gratisaktien (Matching-Aktien) an den Vorstand im Rahmen des Share Matching Plan (SMP).

Die Veränderung der Anzahl der eigenen Aktien ist aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich:

ÜBERLEITUNG ZUR GEWICHTETEN, DURCHSCHNITTLICHEN UND IM UMLAUF BEFINDLICHEN ANZAHL DER AKTIEN
Insgesamt betrug der Bestand an eigenen Aktien nach Ausübung des Wandlungsrechts der Inhaber der Wandelanleihen und der im Rahmen des Mitarbeiter-Aktienprogramms ausgegebenen Aktien zum 31. Dezember 2012 1.260.170 Stück (Vorjahr: 3.187.512 Stück). Das sind 2,4 % des Grundkapitals (Vorjahr: 6,1 % des Grundkapitals).

Die Zahl der am 31. Dezember 2012 von der MTU ausgegebenen und dividendenberechtigten Stückaktien ohne Nennwert betrug 50.739.830 Stück (Vorjahr: 48.812.488 Stück).

AUSGABE VON AKTIEN IM RAHMEN VON MITARBEITERBETEILIGUNGSMODELLEN
Im Geschäftsjahr 2011 wurden von den eigenen Aktien im Rahmen der fünften Tranche des MSP 104.763 Aktien an Vorstand und Führungskräfte ausgegeben. Das MSP ist in 2011 ausgelaufen.

Im Zuge des MAP wurden im Geschäftsjahr 2012 insgesamt 107.145 Aktien (Vorjahr: 154.165 Aktien) an Konzernbeschäftigte verkauft.

29.7. KUMULIERTES ÜBRIGES EIGENKAPITAL
Das kumulierte übrige Eigenkapital (Other Comprehensive Income – OCI) hat sich im Geschäftsjahr 2012 überwiegend bedingt durch Unterschiede aus der Währungsumrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften sowie durch Marktwertveränderungen von Sicherungsinstrumenten um 15,3 Mio. € auf -48,5 Mio. € (Vorjahr: -63,8 Mio. €) verbessert.

In der folgenden Tabelle sind die Aufwendungen und Erträge sowie die darauf entfallende Steuerbelastung der im Eigenkapital direkt erfassten Wertänderungen dargestellt:

29.8. ANGABEN ZUM KAPITALMANAGEMENT
Die MTU ist bestrebt, ein starkes Finanzprofil aufrechtzuerhalten, um die Unternehmensfortführung und finanzielle Flexibilität ebenso wie das Vertrauen der Aktionäre zu gewährleisten.

Der Konzern konzentriert sich daher beim Kapitalmanagement auf die Optimierung des Verhältnisses zwischen Eigenkapital und Nettoverschuldung sowie auf die Verbesserung der Eigenkapitalquote.

30. RÜCKSTELLUNGEN FÜR PENSIONEN

Für die Mitarbeiter der MTU existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Versorgungspläne. Bei beitragsorientierten Versorgungsplänen geht das Unternehmen durch fest definierte Beitragsleistungen über die Beitragszahlungen hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive und ehemalige Mitarbeiter zu erfüllen. Dabei handelt es sich bei den inländischen Konzerngesellschaften im Wesentlichen um rückstellungsfinanzierte Versorgungszusagen, die zum größten Teil nicht durch Planvermögen gedeckt sind. Bei der MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, besteht hingegen ein fondsfinanziertes Versorgungssystem.

Die Unterscheidung zwischen beitragsorientierten und leistungsorientierten Plänen kann im Einzelfall schwierig sein. So ist in Deutschland bei Beitragszusagen in der Regel eine Mindestleistung garantiert, für die auch bei Einschaltung eines externen Versorgungsträgers oder einer Versicherungsgesellschaft letztendlich der Arbeitgeber haftet. Die sogenannte finale Haftung des Arbeitgebers ist nach § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG geregelt. Für Rechnungslegungszwecke ist der Begriff der beitragsorientierten Zusage wirtschaftlich auszulegen. Soweit über die sogenannte finale Haftung hinaus nach Zahlung der Beiträge an die öffentlichen und privaten Versorgungsträger für den MTU-Konzern keine weiteren Verpflichtungen bestehen, werden diese Pläne als beitragsorientierte Pläne klassifiziert. Laufende Beitragszahlungen werden als Aufwendungen für den betreffenden Zeitraum erfasst.

30.1. BEITRAGSORIENTIERTE PLÄNE
Seit dem 1. Januar 2007 wurden im Inland keine Direktzusagen für Neueintritte mehr ausgesprochen. Stattdessen zahlt die MTU für Mitarbeiter, die ab 1. Januar 2007 in das Unternehmen eingetreten sind, Beiträge an einen überbetrieblichen Versorgungsträger. Daneben existieren bei der MTU weitere arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherungszusagen.

Im Geschäftsjahr 2012 betrug der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung 36,3 Mio. € (Vorjahr: 34,5 Mio. €).

30.2. LEISTUNGSORIENTIERTE PLÄNE
Die Pensionsverpflichtungen der MTU werden gemäß IAS 19 nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Berücksichtigung zukünftiger Entgelt- und Rentensteigerungen sowie anderer Leistungs- bzw. Bestandsanpassungen bewertet. Die in der Bilanz ausgewiesene Rückstellung für leistungsorientierte Pläne entspricht dem Barwert des erdienten Anteils der Versorgungsleistung der Begünstigten, abzüglich des am Bilanzstichtag beizulegenden Zeitwertes der Planvermögen. Für alle Versorgungspläne werden jährlich von unabhängigen Gutachtern umfassende versicherungsmathematische Untersuchungen und Berechnungen durchgeführt.

Aus Erhöhungen oder Verminderungen entweder des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen oder des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens können versicherungsmathematische Gewinne und Verluste entstehen, deren Ursachen unter anderem Änderungen der Berechnungsparameter, Schätzungsänderungen bezüglich des Risikoverlaufs der Pensionsverpflichtungen und Abweichungen zwischen dem tatsächlichen und dem erwarteten Ertrag aus dem Planvermögen sein können. Die Zinssätze zur Ermittlung der Barwerte entsprechen denen von laufzeitkongruenten erstrangigen, festverzinslichen Industrieanleihen.

Zur Ermittlung des Finanzierungsstatus bzw. der bilanzierten Pensionsverpflichtung wird dem Anwartschaftsbarwert der rückstellungs- und fondsfinanzierten Verpflichtungen der Zeitwert des Planvermögens gegenübergestellt.

Der Finanzierungsstatus der leistungsorientierten Pensionszusagen stellt sich wie folgt dar:

Die folgenden gewichteten Parameter wurden zur Bewertung der Versorgungsverpflichtungen zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres sowie zur Bewertung des Versorgungsaufwands im jeweiligen Berichtsjahr zugrunde gelegt:

Die Renditen für erstrangige, festverzinsliche Industrieanleihen sind im Inland deutlich gegenüber dem Vorjahr gesunken. Daher wurden die Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2012 mit 3,2 % diskontiert. Bei den inländischen Versorgungsverpflichtungen wurden als biometrische Grundlagen für die Bewertung die Richttafeln von Prof. Dr. Heubeck RT 2005 G verwendet; bei den ausländischen Konzerngesellschaften wurden aktuelle landesspezifische biometrische Annahmen zugrunde gelegt. Die erwartete Einkommensentwicklung umfasst erwartete Entgeltund Einkommenssteigerungen, die unter anderem in Abhängigkeit von der Inflation und der Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen geschätzt werden. Fluktuationswahrscheinlichkeiten, Sterblichkeitsraten und Invalidisierung wurden anhand statistischer Grundlagen berechnet.

Die Veränderung des Anwartschaftsbarwerts stellt sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:

Die Veränderung des Planvermögens stellt sich im Geschäftsjahr wie folgt dar:

Der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasste Pensionsaufwand der Berichtsperiode
für leistungsorientierte Zusagen setzte sich aus nachstehenden Positionen zusammen:

Der laufende und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand sind im Personalaufwand berücksichtigt, während die übrigen Komponenten des in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Anteils des Pensionsaufwands im sonstigen Finanzergebnis enthalten sind. Die Neubewertung der Netto-Pensionsverpflichtung ist in der Gesamtergebnisrechnung als Teil des sonstigen Ergebnisses enthalten.

KÜNFTIG ZU ERWARTENDE RENTENZAHLUNGEN
Zusätzlich zu den Arbeitgeberbeiträgen ins Planvermögen rechnet das Unternehmen in den künftigen Jahren mit den folgenden Renten- sowie Einmalzahlungen:

Durch Umstellung auf die ab dem Geschäftsjahr 2006 geltenden Versorgungsordnungen MTU kapitalPlus 2006 und MTU Pension Capital besteht für alle Konzernbeschäftigten die Möglichkeit, die Leistungsauszahlungen wahlweise als Einmalkapital, Auszahlung in Zehnjahresraten oder eine versicherungsmathematisch wertgleiche lebenslange Rente in Anspruch zu nehmen. Die Angaben zu voraussichtlichen Auszahlungszeiträumen der Pensionsleistungen berücksichtigen bei allen Anwärtern eine durchschnittliche Auszahlung dieser Leistungsauszahlungsoptionen.

Die wesentlichen versicherungsmathematischen Annahmen zur Ermittlung der Pensionsverpflichtung sind der Abzinsungsfaktor sowie die erwarteten Gehaltssteigerungen zum Jahresende. Die nachstehenden Sensitivitätsanalysen in Form von Szenarioanalysen zeigen, wie die leistungsorientierte Verpflichtung durch mögliche Änderungen der entsprechenden Annahmen beeinflusst worden wäre:

  • Wenn der Abzinsungsfaktor um 50 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 29,5 Mio. € gesunken.
  • Wenn der Abzinsungsfaktor um 20 Basispunkte geringer gewesen wäre, wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 12,4 Mio. € gestiegen.
  • Wenn die erwartete Gehaltssteigerung um 50 Basispunkte höher gewesen wäre, wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 14,0 Mio. € gestiegen.
  • Wenn die Lebenserwartungsannahmen je Anwartschaftsberechtigten um ein Jahr höher angenommen worden wären, wäre die Pensionsverpflichtung bei Konstanz der anderen Annahmen um 10,4 Mio. € gestiegen.

Tatsächlich bestehen zwischen den versicherungsmathematischen Annahmen Abhängigkeiten, vor allem zwischen dem Abzinsungsfaktor und den erwarteten Gehaltssteigerungen, da beide zu einem gewissen Maß von der erwarteten Inflationsrate abhängen. Die Sensitivitätsanalyse berücksichtigt diese Abhängigkeiten nicht.

31. ERTRAGSTEUERSCHULDEN

Die Ertragsteuerschulden in Höhe von 19,8 Mio. € (Vorjahr: 10,0 Mio. €) betreffen Körperschaftund Gewerbeertragsteuern in Höhe von 13,7 Mio. € (Vorjahr: 7,8 Mio. €) sowie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ausländischer Konzerngesellschaften in Höhe von 6,1 Mio. € (Vorjahr: 2,2 Mio. €).

Die Ertragsteuerschulden sind innerhalb eines Jahres zur Zahlung fällig.

32. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

Zum Bilanzstichtag ergab sich folgende Zusammensetzung der sonstigen Rückstellungen:

GEWÄHRLEISTUNGSVERPFLICHTUNGEN UND RISIKEN AUS SCHWEBENDEN GESCHÄFTEN
Die Risiken aus schwebenden Geschäften enthalten vor allem Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, Rechtsstreitigkeiten und betreffen gegenwärtige Verpflichtungen gegenüber Dritten, deren Inanspruchnahme wahrscheinlich und deren voraussichtliche Höhe zuverlässig schätzbar ist. Die Rückstellungen für Gewährleistungsverpflichtungen enthalten im Wesentlichen Verpflichtungen für Inbetriebnahmen, bereits abgerechnete Aufträge, veräußerte Produkte und verschiedene andere Dienstleistungen.

Die MTU hat in der Zivilen Triebwerksinstandhaltung belastende Verträge zur Instandhaltung von Triebwerken identifiziert, bei denen die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen höher als der erwartete wirtschaftliche Nutzen sind. Die den wirtschaftlichen Nutzen übersteigenden Kosten wurden aufwandswirksam zurückgestellt und sind in den Gewährleistungsverpflichtungen und Risiken aus schwebenden Geschäften in Höhe von 24,0 Mio. € (Vorjahr: 26,4 Mio. €) enthalten. Wertminderungen für Vermögenswerte, die mit den Verträgen verbunden sind, waren im Geschäftsjahr 2012 und im Vorjahr nicht vorzunehmen bzw. wurden bereits in früheren Geschäftsjahren erfasst.

VERPFLICHTUNGEN AUS DEM PERSONALBEREICH

Die Rückstellungen für Personalaufwendungen umfassen neben Rückstellungen für Jubiläumszahlungen in Höhe von 5,3 Mio. € (Vorjahr: 5,3 Mio. €), Strukturanpassungsmaßnahmen im Zuge der ERA-Einführung in Höhe von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €) insbesondere Rückstellungen für Erfolgsbeteiligungen.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) basieren auf dem Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente, der 2010 in den jeweiligen deutschen Tarifgebieten in Kraft getreten ist. Ergänzend dazu haben die deutschen Konzerngesellschaften der MTU im Geschäftsjahr 2010 jeweils eine Betriebsvereinbarung getroffen, die bis 31. Dezember 2016 befristet ist, sowie Obergrenzen für eine maximale Anzahl an Tarif- und AT-Mitarbeitern definiert, die Ansprüche auf einen Altersteilzeitvertrag geltend machen können.

Während bei der MTU Aero Engines GmbH, München, alle vorgesehenen Plätze besetzt waren, wurde bei der MTU Maintenance Hannover GmbH, Langenhagen, die Obergrenze bis zum Ende der Anspruchsfrist nicht vollständig erreicht. Für die Mitarbeiter der MTU Maintenance Berlin- Brandenburg GmbH, Ludwigsfelde, besteht kein Fristablaufzeitpunkt; die Obergrenze war zum 31. Dezember 2012 noch nicht ausgeschöpft.

Der Ausführungsbeginn der abgeschlossenen Altersteilzeitverträge verteilt sich für alle deutschen Konzerngesellschaften individuell bis 2016. Auf Basis dieser getroffenen Vereinbarungen mit Konzernbeschäftigten waren im Geschäftsjahr 2012 Erfüllungsrückstände für abgeschlossene Altersteilzeitverträge – gekürzt um entsprechendes Planvermögen in Höhe von 9,8 Mio. € – per saldo in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) bilanziert. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Vereinbarungen über die Altersteilzeitregelung mit Konzernbeschäftigten der deutschen Konzerngesellschaften Aufstockungs- und Abfindungsvereinbarungen abgeschlossen. Hierzu wird auf die Erläuterungen unter Abschnitt 36., Sonstige Verbindlichkeiten, verwiesen.

Die Rückstellung für Erfolgsbeteiligungen und Tantiemen liegt bei 50,0 Mio. € (Vorjahr: 36,6 Mio. €). Sie betrifft die Jahreserfolgsvergütung für alle Mitarbeiter sowie die langfristige Vergütung für Vorstand und leitende Angestellte.

Detaillierte Erläuterungen zur Jahreserfolgsvergütung (JEV) des Vorstands sind im Vergütungsbericht des Corporate Governance Berichts enthalten. Die JEV wird in Höhe von 50 % im dem Geschäftsjahr folgenden Kalenderjahr ausgezahlt. Die verbleibenden 50 % der JEV werden zu gleichen Teilen auf das Folgejahr und auf das dem Folgejahr folgende Geschäftsjahr aufgeschoben. Die aufgeschobenen Vergütungsbestandteile aus der Jahreserfolgsvergütung 2010 (Deferral 2) und 2011 (Deferral 1) wurden unter Berücksichtigung der erzielten Zielerreichungsgrade der betreffenden Geschäftsjahre zurückgestellt. Die aufgeschobenen Vergütungsbestandteile aus der Jahreserfolgsvergütung 2011 (Deferral 2) wurden zum 31. Dezember 2012 mit dem Zielerreichungsgrad des Geschäftsjahres 2011, die aufgeschobenen Vergütungsbestandteile aus der Jahreserfolgsvergütung 2012 (Deferral 1 und 2) wurden mit dem Zielerreichungsgrad des Geschäftsjahres 2012 zurückgestellt. Deren endgültiger Wert hängt von der Gesamt-Zielerreichung der beiden Konzernsteuerungszahlen sowie dem diskretionären Faktor in den Geschäftsjahren 2013 und 2014 ab.

Die Jahreserfolgsvergütung für leitende Angestellte wird in Höhe von 70 % (OFK) bzw. 80 % (FK) im dem Geschäftsjahr folgenden Kalenderjahr ausgezahlt. Die verbleibenden 30 % (OFK) bzw. 20 % (FK) werden auf das jeweilige Folgejahr aufgeschoben. Deren endgültiger Wert hängt damit von der Gesamt-Zielerreichung der Konzernsteuerungszahlen in den jeweils folgenden Geschäftsjahren ab.

Die Langfristvergütung für Vorstandsmitglieder und leitende Angestellte des ersten und zweiten Führungskreises wird in Form eines Performance Share Plan (PSP) in „jährlichen Tranchen“ gewährt und nachfolgend beschrieben:

Seit dem Geschäftsjahr 2010 wurden dem Vorstand und – erstmals ab dem Geschäftsjahr 2011 – den leitenden Angestellten der ersten und zweiten Führungsebene jährlich zu Geschäftsjahresbeginn fiktive Aktien (Performance Shares) der MTU Aero Engines Holding AG zugeteilt. Die Anzahl der Performance Shares bestimmt sich für den Vorstand gemäß der vom Aufsichtsrat genehmigten erfolgsbezogenen Vergütung. Für den oberen Führungskreis (OFK) beträgt die maximale Beteiligungsobergrenze 60.000 € und für den Führungskreis (FK) 30.000 € pro teilnahmeberechtigtem Mitarbeiter.

Die Performance Shares werden dem Vorstand nach Ablauf von vier Jahren, den leitenden Angestellten nach Ablauf von drei bzw. zwei Jahren ausgezahlt.

Die Anzahl der Performance Shares, die nach Ablauf des jeweiligen Erdienungszeitraums ausgezahlt werden, hängt von der Anzahl der bei Planbeginn gewährten Performance Shares und vom Erreichen der Performance der MTU-Aktie nach der jeweiligen Laufzeit im Vergleich zur Aktienperformance der MDAX-Unternehmen ab. Je nach Erreichen der Performanceschwellen können die Teilnehmenden im Minimalfall 25 % und im Maximalfall 150 % der individuell zugeteilten Performance Shares ausgezahlt bekommen. Wird die Mindestperformanceschwelle, das Erreichen des 45. Rangs im MDAX, nicht erreicht, so findet keine Auszahlung statt. Die Auszahlungshöhe ist beschränkt auf das Dreifache des zum Gewährungszeitpunkt zugeteilten Long-Term Incentive Zielwerts.

Der Auszahlungsbetrag kann dann in Aktien der MTU angelegt werden. Diese müssen dann noch drei (Vorstand) bzw. zwei Jahre (leitende Führungskräfte) gehalten werden, um danach einen „Match“ in Höhe von einem Drittel des investierten Betrags zu erhalten.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes kam ein kombiniertes Verfahren aus Monte-Carlo- Simulation und Black-Scholes zum Einsatz. Unter Verwendung der identischen Annahmen wie zur Bewertung des PSP wurde hierzu der erwartete Auszahlungsbetrag bestimmt. Dieser ermittelte Auszahlungsbetrag dient als Basis zur Bewertung des SMP nach Black-Scholes. Der beizulegende Zeitwert wurde tranchenspezifisch für die jeweilige Berechtigungsgruppe ermittelt: So wurden die beizulegenden Zeitwerte der PSP-Tranchen jeweils um die verbleibende Verfallswahrscheinlichkeit reduziert. Für die Bewertung wurde daher eine Fluktuationsannahme von 4 % p. a. berücksichtigt. Eine individuelle alters- bzw. dienstzeitabhängige Austrittswahrscheinlichkeit wurde aufgrund der kollektiven Bewertungsmethode nicht verwendet.

Der beizulegende Zeitwert der PSP-Tranche für das Geschäftsjahr 2013 belief sich unter Berücksichtigung einer Fluktuation von 4 % zum 1. Januar 2013 für den Vorstand auf 47,98 €, für den oberen Führungskreis auf 50,15 € und für den Führungskreis auf 51,93 € je Performance Share. Der beizulegende Zeitwert der PSP-Tranche für das Geschäftsjahr 2012 belief sich zum 1. Januar 2012 für den Vorstand auf 34,26 €, für den oberen Führungskreis auf 36,27 € und für den Führungskreis auf 37,91 € je Performance Share.

Für das Geschäftsjahr 2011 ergaben sich die folgenden Werte:

Der beizulegende Zeitwert der PSP-Tranche für das Geschäftsjahr 2011 belief sich zum 1. Januar 2011 für den Vorstand auf 31,26 €, für den oberen Führungskreis auf 34,40 € und für den Führungskreis auf 37,25 € je Performance Share.

Es ergaben sich die folgenden Auswirkungen der anteilsbasierten Vergütung:

EVENTUALVERBINDLICHKEITEN AUS UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSEN
Die im Rahmen der Kaufpreisallokation übernommenen Verpflichtungen aus Triebwerksprogrammen betreffen fortgeführte Bewertungen der im Rahmen des Unternehmenserwerbs durch Kohlberg Kravis Roberts & Co. von der damaligen DaimlerChrysler AG identifizierten und bewerteten Eventualverbindlichkeiten für Triebwerksprogramme. Die Bewertung der Eventualverbindlichkeiten erfolgte gemäß IFRS 3.56. Zu den Sensitivitätsannahmen und den weiteren Schätzparametern hinsichtlich der Bewertung der Eventualverbindlichkeiten wird auf die weiteren Erläuterungen unter Abschnitt 5.24. (Ermessensspielräume, Bewertungsunsicherheiten und Sensitivitäten) verwiesen.

ERLÖSSCHMÄLERUNGEN
Erlösschmälerungen betreffen nachträgliche Preisanpassungen oder Sonderkonditionen mit Endkunden durch den Konsortialführer, erwartete Umsatzstornierungen durch Endkunden sowie Differenzen bereits abgerechneter Aufträge zwischen den Konsortialführern und Endkunden und mögliche Rückforderungen öffentlicher Auftraggeber.

ÜBRIGE VERPFLICHTUNGEN
Die Rückstellungen für übrige Verpflichtungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verbindlichkeiten.

SONSTIGE STEUERVERPFLICHTUNGEN
Steuerrückstellungen betreffen wahrscheinliche Verpflichtungen für Verkehrssteuern und sonstige betriebliche Steuern, die für das Geschäftsjahr sowie für Vorjahre gebildet wurden.

Die langfristigen sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Aus den Buchwerten der langfristigen sonstigen Rückstellungen ergeben sich voraussichtlich folgende Mittelabflüsse:

Da es sich bei dem Buchwert der Eventualverbindlichkeiten aus Unternehmenszusammenschlüssen um diskontierte Werte handelt, stimmen die erwarteten Mittelabflüsse in den einzelnen Jahren nicht mit dem Buchwert überein. Darüber hinaus werden in den kommenden Jahren sowohl weitere Mittelab- als auch -zuflüsse erwartet.

Die MTU erwartet für die Verpflichtungen aus dem Personalbereich, dass sie innerhalb der nächsten ein bis fünf Jahre zur Zahlung fällig werden.

Die kurzfristigen sonstigen Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Die sich aus den Buchwerten der kurzfristigen sonstigen Rückstellungen ergebenden Mittelabflüsse erfolgen voraussichtlich in dem auf die Berichtsperiode folgenden Kalenderjahr.

33. FINANZVERBINDLICHKEITEN

WANDELSCHULDVERSCHREIBUNG
Die MTU Aero Engines Finance B.V., Amsterdam, Niederlande, hat im Geschäftsjahr 2007 eine Wandelschuldverschreibung in Höhe von insgesamt 180,0 Mio. € (eingeteilt in 1.800 Teilschuldverschreibungen) ausgegeben. Im September und Oktober 2008 hat die MTU eigene Wandelschuldanleihen im Nominalvolumen von 27,2 Mio. € vor Endfälligkeit vom Markt zurückgekauft. Im ersten Quartal 2012 wurde die restliche Wandelanleihe in Höhe von 152,7 Mio. € in Höhe von 62,6 Mio. € getilgt sowie in Höhe von 90,1 Mio. € in Aktien der MTU Aero Engines Holding AG gewandelt.

ANLEIHE (SCHULDVERSCHREIBUNG)
Zur Finanzierung der Kaufpreisbestandteile der IAE-Anteilserhöhung hat die MTU Aero Engines Holding AG, München, mit Wirkung zum 20. Juni 2012 eine Anleihe in Höhe von nominal 250,0 Mio. € emittiert. Die Anleihe wird mit Wirkung vom 20. Juni 2012 bis zum Tag der Rückzahlung am 20. Juni 2017 in Höhe von 3 % p. a. verzinst. Die Zinsen sind nachträglich am 21. Juni eines jeden Jahres zu zahlen, erstmals am 21. Juni 2013.

Die Anleihe wurde unter Einbeziehung von Transaktionskosten sowie eines Disagios in Höhe von insgesamt 1,5 Mio. € zu fortgeführten Anschaffungskosten innerhalb der Finanzverbindlichkeiten bilanziert.

Tritt ein Kontrollwechsel ein, hat jeder Anleihegläubiger das Recht (sofern nicht die Emittentin, bevor die nachstehend beschriebene Ausübungserklärung gemacht wird, die Rückzahlung der Schuldverschreibungen angezeigt hat), alle oder einzelne seiner Schuldverschreibungen zum Nennbetrag zuzüglich aufgelaufener Zinsen fällig zu stellen.

Ein Kontrollwechselereignis tritt ein, wenn es innerhalb des Kontrollwechsels zu einer Absenkung des Ratings kommt. Eine Absenkung des Ratings tritt ein, (1) wenn innerhalb des Kontrollwechselzeitraums ein zuvor für die MTU oder ein für die ausstehenden langfristigen Verbindlichkeiten der MTU vergebenes Rating einer Rating-Agentur zurückgezogen oder von einem Investment Grade Rating (Baa3 von Moody’s oder BBB – von Fitch oder BBB – von S&P oder besser) geändert wird oder (2) wenn zum Zeitpunkt des Kontrollwechsels kein Investment Grade Rating von einer Rating- Agentur für die Schuldverschreibungen oder die MTU vergeben ist und keine Rating-Agentur innerhalb des Kontrollwechselzeitraums ein Investment Grade Rating für die Schuldverschreibung vergibt.

FINANZVERBINDLICHKEIT IAE-V2500-ANTEILSERHÖHUNG
Zur Erläuterung der Finanzverbindlichkeit im Rahmen der Kaufpreisfinanzierung für die IAE-V2500- Anteilserhöhung in Höhe von 299,7 Mio. € wird auf die Ausführungen unter Abschnitt 2., Konsolidierungskreis (Auswirkungen der IAE-V2500-Anteilserhöhung), verwiesen.

VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN

SCHULDSCHEINDARLEHEN
Von den am 3. Juni 2009 platzierten vier Schuldscheindarlehen in Höhe von nominal 65,0 Mio. € hat die MTU zum 7. Juni 2010 nominal 30,0 Mio. € bzw. zum 6. Dezember 2010 nominal 10,0 Mio. € zurückgekauft. Zum 5. Juni 2012 wurden zwei Schuldscheindarlehen aufgrund der Endfälligkeit getilgt, so dass sich noch ein ausstehender Darlehensbetrag von nominal 11,5 Mio. € ergibt. Die Schuldscheindarlehen bestanden aus den folgenden endfälligen Tranchen:

Die Schuldscheindarlehen wurden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert, der dem Nominalwert entspricht, unter Kürzung der Transaktionskosten in Höhe von 0,4 Mio. € angesetzt. Die Schuldscheindarlehen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

RAHMENKREDITLINIE
Der Konzern verfügt über eine Rahmenkreditlinie in Höhe von 100,0 Mio. €, die mit zwei Banken abgeschlossen wurde und eine Laufzeit bis 1. Dezember 2015 hat. Von dieser Kreditlinie sind zum 31. Dezember 2012 insgesamt 13,7 Mio. € (31. Dezember 2011: 12,4 Mio. €) durch Avale beansprucht. Darüber hinaus hat der Konzern im Rahmen der Rahmenkreditlinie wie im Vorjahr keine Mittel in Anspruch genommen.

Die Verzinsung aus der effektiv in Anspruch genommenen Kreditlinie erfolgt auf Basis marktüblicher Referenzsätze zuzüglich einer Marge. Nicht in Anspruch genommene Kreditfazilitäten unterliegen einer Bereitstellungsprovision.

Die MTU hat sich verpflichtet, für die Laufzeit der Rahmenkreditlinie und der Schuldscheindarlehen die folgenden Finanzkennzahlen einzuhalten: Der Verschuldungsgrad der MTU liegt zum Quartalsstichtag nicht über 2,5; die Zinsdeckung liegt zum Quartalsstichtag nicht unter 4,0.

Die Finanzkennzahlen errechnen sich nach folgenden Formeln:

  • Zinsdeckung = Bereinigtes EBITDA/Konsolidierter Netto-Zinsaufwand
  • Verschuldungsgrad = Konsolidierte Netto-Verschuldung/Bereinigtes EBITDA (Ergebnis vor Abschreibung, Finanzergebnis und Steuern)

Die Finanzkennzahlen werden auf Basis der Quartals-Finanzberichte ermittelt.

SONSTIGE BANKVERBINDLICHKEITEN
Die sonstigen Bankverbindlichkeiten in Höhe von 34,9 Mio. € (Vorjahr: 34,4 Mio. €) betreffen Darlehen, die Dritte an Tochterunternehmen der MTU ausgereicht haben.

FINANZIERUNGSLEASINGVERTRÄGE
Die Verpflichtungen aus Finanzierungsleasingverträgen betreffen aktivierte und nach der Effektivzinsmethode fortgeschriebene Leasingverpflichtungen, siehe Abschnitt 20. (Sachanlagen).

DERIVATIVE FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 16,3 Mio. € (Vorjahr: 41,4 Mio. €) betreffen überwiegend Marktbewertungen der zu Sicherungszwecken abgeschlossenen Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäfte.

34. VERBINDLICHKEITEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist innerhalb eines Jahres fällig.

35. VERBINDLICHKEITEN AUS AUFTRAGSFERTIGUNG

Die Verbindlichkeiten aus Auftragsfertigung enthalten überwiegend Anzahlungen für die Auftragsfertigung einzelner Triebwerksprogramme.

Erhaltene Anzahlungsüberschüsse über die Forderungen aus Auftragsfertigung mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten werden auf den beizulegenden Zeitwert diskontiert.

36. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

VERPFLICHTUNGEN IM ZUSAMMENHANG MIT MITARBEITERN
Die Verbindlichkeiten aus der sozialen Sicherheit betreffen überwiegend Beiträge an die Berufsgenossenschaften in Höhe von 0,6 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Krankenkassen in Höhe von 1,6 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €).

Der Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente ist 2010 in den deutschen Tarifgebieten in Kraft getreten. Ergänzend dazu haben die deutschen Konzerngesellschaften der MTU im Geschäftsjahr 2010 jeweils eine den Tarifvertrag ablösende Betriebsvereinbarung getroffen, die bis 31. Dezember 2016 befristet ist. Während bei der MTU Aero Engines GmbH, München, alle vorgesehenen Plätze besetzt wurden, wurde bei der MTU Maintenance Hannover GmbH, Langenhagen, die Obergrenze bis zum Ende der Anspruchsfrist nicht vollständig erreicht. Für die Mitarbeiter der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg GmbH, Ludwigsfelde, besteht kein Fristablaufzeitpunkt; die Obergrenze war zum 31. Dezember 2012 noch nicht ausgeschöpft. Der Ausführungsbeginn der abgeschlossenen Altersteilzeitverträge verteilt sich für alle deutschen Konzerngesellschaften individuell bis 2016. Im Rahmen der Vereinbarungen über die Altersteilzeitregelung wurden mit Konzernbeschäftigten der deutschen Konzerngesellschaften Aufstockungs- und Abfindungsvereinbarungen abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2012 betrugen die Verbindlichkeiten für diese Verpflichtungen 17,2 Mio. € (Vorjahr: 17,3 Mio. €).

Die übrigen Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern betreffen nicht genommenen Urlaub, Gleitzeitguthaben sowie Verpflichtungen aus früheren Effizienzsteigerungsprogrammen. Darüber hinaus enthält diese Position auch die Verbindlichkeiten gegenüber Konzernmitarbeitern aus dem Mitarbeiter- Aktienprogramm (MAP).

Der Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG, München, hat auch im Geschäftsjahr 2012 für Konzernbeschäftigte das MAP mit einer Laufzeit von jeweils zwei Jahren aufgelegt. Die MTU gewährt im Rahmen des MAP jedem Teilnehmer nach Ablauf einer zweijährigen Sperre einen sogenannten Match, d. h. eine zu versteuernde Geldzahlung in Höhe von 50 % seines zum Programmstart in MTU-Aktien investierten Betrages.

Im Rahmen des MAP wurden seit dem Geschäftsjahr 2008 die folgenden Aktien an Konzernbeschäftigte verkauft:

Der Gesamtaufwand für den „Match“ im Rahmen des MAP betrug im Geschäftsjahr 2012 insgesamt 3,2 Mio. € (Vorjahr: 2,1 Mio. €) und wurde anteilig über die Laufzeit der jeweiligen Tranche erfolgswirksam berücksichtigt. Die Verbindlichkeit betrug zum 31. Dezember 2012 4,3 Mio. € (Vorjahr: 2,4 Mio. €).

Der Erwerbskurs für die im Geschäftsjahr 2012 zugeteilten Aktien der MTU betrug 55,33 € je Aktie. Die zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewerteten, an die Mitarbeiter übertragenen Aktien wurden innerhalb des Eigenkapitals den eigenen Aktien entnommen. Die Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und den ursprünglichen Anschaffungskosten in Höhe von 3,3 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) wurde der Kapitalrücklage zugewiesen.

ABGEGRENZTER ZINSAUFWAND
Langfristig erhaltene Anzahlungen für Auftragsfertigung werden für den Zeitraum der Gewährung der erhaltenen Anzahlungen mit dem entsprechenden Marktzins diskontiert und bis zur Triebwerksauslieferung in den sonstigen Verbindlichkeiten abgegrenzt. Die Zinsaufwendungen betreffen erhaltene Anzahlungen für langfristige militärische Auftragsfertigungen in Höhe von 14,0 Mio. € (Vorjahr: 16,6 Mio. €).

NOCH ZU ERBRINGENDE INSTANDHALTUNGSLEISTUNGEN FÜR TRIEBWERKE
Die langfristigen Verbindlichkeiten betreffen überwiegend noch zu erbringende Instandhaltungsleistungen an derzeit fünf Leasingtriebwerken (Operate Lease).

RÜCKZAHLUNG ENTWICKLUNGSKOSTENZUSCHUSS
Die MTU erhielt in den Geschäftsjahren 1976 bis 1991 vom Ministerium für Wirtschaft und Technologie Zuwendungen als Förderung der eigenen Entwicklungskosten für das Triebwerk PW2000, die erfolgswirksam bilanziert wurden. Mit Erreichen der vertraglich fixierten Verkaufszahl von Serientriebwerken des PW2000 für die Boeing 757 und C-17 ist die MTU verpflichtet, die Zuwendungen in einem Zeitraum von zehn Jahren zurückzuzahlen. Im Geschäftsjahr 2012 wurden 2,7 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €) getilgt.

ÜBRIGE SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN
In den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 120,3 Mio. € sind im Wesentlichen erworbene Entwicklungsleistungen für die Triebwerksprogramme PW1524G für die CSeries in Höhe von 21,4 Mio. € (Vorjahr: 19,3 Mio. €) und PW1217G für den MRJ in Höhe von 15,2 Mio. € (Vorjahr: 15,5 Mio. €) sowie für die Programmbeteiligung am PW1100G für die A320neo in Höhe von 52,7 Mio. € (Vorjahr: 46,5 Mio. €) enthalten. Die weiteren sonstigen Verbindlichkeiten betreffen eine Vielzahl kleinerer Einzelverpflichtungen.

SONSTIGE STEUERN
Die Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 6,9 Mio. € (Vorjahr: 6,5 Mio. €) betreffen überwiegend Verkehrssteuern.

MITTELABFLÜSSE DER FINANZIELLEN VERBINDLICHKEITEN
Aus den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich vereinbarten und diskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten sowie der derivativen Finanzinstrumente mit positivem und negativem beizulegenden Zeitwert der MTU ersichtlich.

Einbezogen werden alle Instrumente, die am 31. Dezember 2012 im Bestand waren und für die bereits Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für zukünftige neue Verbindlichkeiten gehen nicht in die Übersicht ein. Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31. Dezember 2012 festgelegten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet. Bezüglich der Buchwertangaben wird auf Abschnitt 42. (Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen) verwiesen.

37. ZUSÄTZLICHE ANGABEN ZU DEN FINANZINSTRUMENTEN

BUCHWERTE, WERTANSÄTZE UND BEIZULEGENDE ZEITWERTE NACH BEWERTUNGSKATEGORIEN
In der folgenden Übersicht werden die Buchwerte der Finanzinstrumente aggregiert nach Bewertungskategorien dargestellt, unabhängig davon, ob diese angesetzt oder nicht angesetzt wurden, und unabhängig davon, ob die Finanzinstrumente von IFRS 7 oder IAS 39 erfasst werden. Darüber hinaus beinhaltet die Aufstellung die Wertansätze der jeweiligen Bewertungskategorien. Die Buchwerte der Bewertungskategorien werden am Schluss den beizulegenden Zeitwerten zu Vergleichszwecken gegenübergestellt. Zur Erläuterung und für Zwecke der Übersetzung der nach internationalen Rechnungslegungsstandards definierten und ausgewiesenen Bezeichnungen der Bewertungskategorien wird auf Abschnitt 5.14. (Finanzielle Vermögenswerte) verwiesen.

Finanzinstrumente, die weder von IFRS 7 noch von IAS 39 erfasst werden, betreffen im Wesentlichen Pensionszusagen bzw. Planvermögen sowie sonstige Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern gemäß IAS 19.

Die folgende Aufstellung beinhaltet die Vergleichswerte des Geschäftsjahres 2011 zu den Buchwerten, Wertansätzen und den beizulegenden Zeitwerten nach Bewertungskategorien:

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Forderungen haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen ihre Buchwerte zum Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen näherungsweise die beizulegenden Zeitwerte dar.

HIERARCHISCHE EINSTUFUNG DER ZUM BEIZULEGENDEN ZEITWERT BEWERTETEN FINANZIELLEN VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN
Um der Erheblichkeit der in die Bewertungen der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einfließenden Faktoren Rechnung zu tragen, wurden die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten von der MTU hierarchisch in drei Level eingestuft.

Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind im Folgenden beschrieben:

Level 1: die auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierten unverändert übernommenen Preise;
Level 2: Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Level 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (d. h. als Preis) oder indirekt (d. h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen;
Level 3: nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

Die folgende Tabelle zeigt eine Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu den drei Levels der Fair-Value-Hierarchie:

Im Vorjahr ergaben sich die folgenden hierarchischen Einstufungen der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten:

ERLÄUTERUNGEN DER NETTOERGEBNISSE AUS BEWERTUNGSKATEGORIEN
Aus der nachstehenden Tabelle sind die Gewinn- und Verlusteffekte aus Transaktionen der Finanzinstrumente pro Bewertungskategorie ersichtlich. Zinserträge und Zinsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind, werden nicht ausgewiesen:

Aus der nachstehenden Tabelle sind die Vorjahreseffekte aus Transaktionen der Finanzinstrumente pro Bewertungskategorie ersichtlich.

Die Zinsen aus Finanzinstrumenten werden im Zinsergebnis ausgewiesen (siehe Abschnitt 13. Zinsergebnis). Die übrigen Komponenten des Nettoergebnisses erfasst die MTU im sonstigen Finanzergebnis (Abschnitt 14. Sonstiges Finanzergebnis), ausgenommen die der Bewertungskategorie Loans and Receivables zuzuordnenden Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die unter den Vertriebskosten ausgewiesen werden, und Kursgewinne bzw. Kursverluste aus der Währungsumrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die in den Umsatzerlösen bzw. Umsatzkosten enthalten sind.

ERLÄUTERUNG ZUM ZINSERGEBNIS
Das Zinsergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten der Bewertungskategorie Financial Liabilities Measured at Amortised Cost (Aufwendungen in Höhe von 6,4 Mio. €) schließt im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus der Anleihe, aus Finance Lease-Vereinbarungen sowie aus Kreditvereinbarungen mit Banken ein.

ERLÄUTERUNG ZUR FOLGEBEWERTUNG

Fair Value-Bewertungen
Die zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewerteten Finanzinstrumente betreffen im Wesentlichen Wertpapiertransaktionen, Kursgewinne und Kursverluste aus nicht effektiven Währungssicherungsgeschäften sowie Verluste aus der Bewertung von Zinsderivaten.

Währungsumrechnung
Die Verluste aus der Währungsumrechnung der finanziellen Vermögenswerte in Höhe von 19,3 Mio. € (Vorjahr: Gewinn in Höhe von 11,7 Mio. €), die der Bewertungskategorie Loans and Receivables zugeordnet sind, resultieren überwiegend aus Kursgewinnen und Kursverlusten aus der Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Dem stehen Gewinne aus der Währungsumrechnung von Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 20,4 Mio. € gegenüber, die der Bewertungskategorie Financial Liabilities at Amortised Cost zugeordnet sind.

38. LATENTE STEUERN

Die latenten Steuern resultieren aus temporären Differenzen zwischen den Wertansätzen in den Steuerbilanzen der Konzern-Einzelgesellschaften und den Wertansätzen in der Konzernbilanz. Latente Ertragsteueransprüche und latente Ertragsteuerschulden wurden für Vermögenswerte und Schulden sowie für die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus Pensionsverpflichtungen und Planvermögen und für Sicherungsinstrumente gebildet. Darüber hinaus wurden Ertragsteueransprüche für vortragsfähige Steuergutschriften und Verlustvorträge bilanziert.

Zu den aus den vorbezeichneten Bilanzposten resultierenden laufenden und latenten Ertragsteueransprüchen und Ertragsteuerschulden sowie zur Steuerüberleitungsrechnung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand wird auf Abschnitt 15. (Ertragsteuern) verwiesen.

Saldierungen erfolgen für Steueransprüche und -verpflichtungen, wenn gleiche Steuerarten mit übereinstimmenden Fristigkeiten gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen.

Bei den folgenden Konzerngesellschaften wurde für steuerliche Verlustvorträge und vortragsfähige Steuergutschriften ein latenter Steueranspruch angesetzt:

USA
Die steuerlichen Ergebnisse der MTU Aero Engines North America Inc., Newington, USA, und der Vericor Power Systems LLC., Atlanta, USA, haben im Geschäftsjahr 2012 zu keiner Inanspruchnahme der steuerlichen Verlustvorträge geführt. Aufgrund der in den Vorjahren vollständig wertberichtigten steuerlichen Verlustvorträge in Höhe von 18,0 Mio. € sind keine aktiven Steuerlatenzen berücksichtigt. In den USA sind steuerliche Verlustvorträge 20 Jahre vortragsfähig.

POLEN
Die Steuergutschriften in Höhe von 6,6 Mio. € (Vorjahr: 4,7 Mio. €) betreffen den Produktionsstandort der MTU Aero Engines Polska Sp. z o.o., Rzeszów, Polen, dessen Unternehmensinvestitionen aufgrund des Standorts der Produktionsstätte in einer Sonderwirtschaftszone steuerlich gefördert werden. Die tatsächliche Nutzung der Steuergutschriften hängt von der Investitionshöhe und vom tatsächlichen steuerlichen Einkommen bis zum Geschäftsjahr 2017 ab.

Die temporären Differenzen, für die keine aktiven Steuerlatenzen angesetzt wurden, betrugen im Geschäftsjahr 2012 2,6 Mio. € (Vorjahr: 3,6 Mio. €) und betrafen die MTU Aero Engines North America. Die daraus resultierenden potenziellen Steuereffekte in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: 1,8 Mio. €) blieben bei der Ermittlung der Ertragsteuern unberücksichtigt.

LATENTE STEUERSCHULDEN FÜR ZU VERSTEUERNDE TEMPORÄRE DIFFERENZEN IN VERBINDUNG MIT ANTEILEN AN TOCHTERUNTERNEHMEN UND GEMEINSCHAFTSUNTERNEHMEN
Für temporäre Differenzen in Höhe von 191,8 Mio. € (Vorjahr: 147,2 Mio. €) im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen sowie Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen wurden nach IAS 12 keine latenten Steuerschulden angesetzt. Sollten diese Differenzen zur Bildung von latenten Steuerschulden führen, würde sich aufgrund der derzeitigen Regelungen in § 8b KStG eine Steuerschuld in Höhe von 6,2 Mio. € (Vorjahr: 5,1 Mio. €) ergeben.

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