MTU

IV. Sonstige Angaben

39. BEWERTUNG DER ERZIELBAREN BETRÄGE DER GESCHÄFTSSEGMENTE, DIE EINEN FIRMENWERT ENTHALTEN

Der Konzern untersucht jährlich, ob eine Wertminderung des Firmenwerts der Zahlungsmittel generierenden Einheiten vorliegt. Bei der MTU entsprechen die Zahlungsmittel generierenden Einheiten den Geschäftssegmenten „Ziviles und Militärisches Triebwerksgeschäft (OEM)“ und „Zivile Triebwerksinstandhaltung (MRO)“. Als erzielbarer Betrag wurde der Nutzungswert für die beiden Geschäftssegmente zum 30. Juni 2012 ermittelt. Der erzielbare Betrag wird dem Buchwert des jeweiligen Geschäftssegments gegenübergestellt. Den Berechnungen liegen folgende Annahmen zugrunde:

  • Ausgangspunkt sind die EBIT-Planungen für die beiden Geschäftssegmente, aus denen die zukünftigen Free Cashflows (Zahlungseingänge sowie -ausgänge ohne Berücksichtigung von Finanzierungsaktivitäten und Steuern) abgeleitet werden.
  • Analysen über mögliche Planveränderungen dieser Cashflows, sowohl bezüglich der Höhe als auch des zeitlichen Anfalls.
  • Ermittlung der gewichteten Kapitalkosten vor Steuern unter Berücksichtigung von
    • Risikofreiem Basiszins
    • Unternehmerischem Risiko (Marktrisikoprämie, mulitpliziert mit dem auf Grundlage einer Peer-Group-Analyse ermittelten Betafaktor)
    • Wachstumsabschlag in der ewigen Rente
    • Fremdkapitalkosten sowie
    • Konzerkapitalstruktur.

Der zugrunde gelegte Diskontierungssatz vor Steuern ist der WACC. Dieser wird als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten ermittelt. Die Eigenkapitalkosten werden zunächst nach Steuern ermittelt. Dazu hat die MTU für 2012 einen risikofreien Zinssatz von 2,25 %, eine Marktrisikoprämie von 6,5 % und einen Betafaktor, abgeleitet aus der Peer-Group, von 1,1 verwendet. Der Fremdkapitalkostensatz betrug 2,3 % nach Steuern. Für den Zeitraum der ewigen Rente wurde von den vorgenannten gewichteten Kapitalkosten ein Wachstumsabschlag in Höhe von 1,0 % in Abzug gebracht. Die grundlegenden Annahmen, auf deren Basis der Vorstand den Nutzungswert bestimmt, beinhalten langfristige Wachstumsraten zwischen 4,2 % – 17,8 % (Vorjahr: 7,8 % – 10,4 %), operative Margen in Höhe von 11,5 % – 15,1 % (Vorjahr: 15,2 % – 17,2 %) und Abzinsungsfaktoren von 10,4 % (Vorjahr: 11,2 %) für das Zivile und Militärische Triebwerksgeschäft und 10,3 % (Vorjahr: 10,7 %) für die Zivile Triebwerksinstandhaltung.

Der Buchwert für den Firmenwert für das Zivile und Militärische Triebwerksgeschäft betrug gegenüber dem Vorjahr unverändert 304,4 Mio. € sowie für die Zivile Triebwerksinstandhaltung 101,9 Mio. € (Vorjahr: 102,1 Mio. €). Der Detailplanungszeitraum der EBIT- und Cashflow-Projektionen zur Ermittlung des Nutzungswerts der jeweiligen Geschäftssegmente beträgt fünf Jahre.

Aufgrund dieser Berechnungen liegen uns derzeit keine Anhaltspunkte vor, die darauf schließen lassen, dass in diesen beiden Geschäftssegmenten eine Wertminderung des Firmenwerts erforderlich ist.

40. SENSITIVITÄTSANALYSE FÜR FIRMENWERTE

Der Konzern trifft Einschätzungen und Annahmen, welche die Zukunft betreffen. Diese Schätzungen und Annahmen, die ein signifikantes Risiko in Form einer wesentlichen Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden innerhalb des nächsten Geschäftsjahres mit sich bringen, werden im Folgenden erörtert.

Es wurden Sensitivitätsanalysen dahingehend vorgenommen, welche Auswirkungen nachhaltige Verminderungen der geplanten Überschüsse vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf die Werthaltigkeit der Firmenwerte in den beiden Segmenten haben könnten. Bei diesen Analysen wurden auch Sensitivitäten bezüglich der anzusetzenden gewichteten Kapitalkosten durchgeführt.

Legt man bei den Sensitivitätsanalysen unveränderte Kapitalkosten zugrunde, so ergäbe sich selbst bei einer nachhaltigen Verminderung des EBIT von 30 % unter die vom Management erwarteten Planergebnisse weder im OEM-Segment noch im MRO-Segment ein Wertminderungsbedarf auf den Geschäftssegment-Firmenwert.

41. RISIKOMANAGEMENT

GRUNDSÄTZE DES RISIKOMANAGEMENTSDie MTU unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Risiken durch laufende finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Dazu werden je nach Einschätzung des Risikos ausgewählte derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Im Wesentlichen werden die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Cashflow des Konzerns haben.

Die Grundzüge der Finanzpolitik werden vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Die Umsetzung der Finanzpolitik sowie das laufende Risikomanagement obliegen dem Konzern-Treasury. Bestimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch den Vorstand, der regelmäßig über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposures informiert wird.

41.1. KREDITRISIKEN
Die MTU ist aus ihrem operativen Geschäft und aus Finanzierungsaktivitäten Ausfallrisiken ausgesetzt. Im operativen Geschäft werden die Außenstände bereichsbezogen fortlaufend überwacht. Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Die Kooperationsführer im zivilen Serien- und Ersatzteilgeschäft betreiben ein intensives Forderungsmanagement. In der Zivilen Triebwerksinstandhaltung kontrollieren die Verantwortlichen der MTU offene Forderungen in kurzen Zyklen. Vor Vertragsabschlüssen werden Risiken beurteilt und Sicherungsmaßnahmen festgelegt.

Bei derivativen Finanzinstrumenten, z. B. Devisentermingeschäften, ist der Konzern darüber hinaus einem Kreditrisiko ausgesetzt, das durch die Nichterfüllung der vertraglichen Vereinbarungen seitens der Vertragspartner entsteht. Im Finanzierungsbereich werden Geschäfte daher nur mit Kontrahenten mit einem Kredit-Rating von Investment Grade abgeschlossen. Daher wird das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten nicht für wesentlich gehalten.

Eine Konzentration von Ausfallrisiken aus Geschäftsbeziehungen mit einzelnen Schuldnern bzw. Schuldnergruppen ist nicht erkennbar. Das maximale Ausfallrisiko wird zum einen durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Zum Abschlussstichtag liegen keine wesentlichen das maximale Ausfallrisiko mindernden Vereinbarungen vor. Zum anderen ist die MTU aufgrund eingegangener Risk- and Revenue-Sharing-Partnerschaftsverpflichtungen und der damit verbundenen Haftungsverhältnisse einem Haftungs- und damit einem potenziellen Ausfallrisiko ausgesetzt. Zum Abschlussstichtag bestanden hieraus anteilige Haftungsverhältnisse im Nominalvolumen von insgesamt 58,9 Mio. € (Vorjahr: 69,7 Mio. €). Daneben bestehen weitere Bürgschaften und Haftungen für Konzernunternehmen in Höhe von 63,1 Mio. € (Vorjahr: 41,0 Mio. €).

41.2. MARKTRISIKEN

41.2.1. WECHSELKURSRISIKEN
Mehr als 80 % der Umsatzerlöse der MTU werden in US-Dollar erzielt, wobei rund die Hälfte dieses Währungsrisikos durch auf US-Dollar lautende Kosten natürlich gesichert ist. Die restlichen Kosten fallen hauptsächlich in Euro und in Chinesischen Renminbi sowie in geringem Umfang in Kanadischen Dollar und Polnischen Zloty an. Wechselkursänderungen bei den nicht gesicherten Umfängen wirken daher direkt auf das EBIT und den Cashflow.

SICHERUNGSSTRATEGIE
Die MTU sichert nach einem festgelegten Sicherungsmodell bestimmte Umfänge des erwarteten Netto-Fremdwährungsumfangs ab. Damit sollen die Auswirkungen der Volatilität des US-Dollar- Kurses auf das EBIT und den Cashflow minimiert werden. Für Bilanzierungszwecke bestimmt die MTU künftige Cashflows als gesicherte Position, um das erwartete Netto-Fremdwährungsrisiko abzusichern. Folglich haben Verschiebungen oder Stornierungen von Geschäftsvorfällen und damit zusammenhängende Zahlungsmitteleingänge keinen Einfluss auf das Sicherungsverhältnis, solange die tatsächlichen Bruttofremdwährungszuflüsse das Sicherungsvolumen übersteigen.

Wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt.

SICHERUNGSINSTRUMENTE ZUR ABSICHERUNG VON ZAHLUNGSSTRÖMEN
Zum Jahresende 2012 bestanden Devisenterminverkäufe mit einer Laufzeit bis Dezember 2015 und einem Nominalvolumen von 1.550,0 Mio. US-$, umgerechnet zum Stichtagskurs 1.174,8 Mio. €. Die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der Devisentermingeschäfte betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 insgesamt 36,7 Mio. € (Vorjahr: -19,1 Mio. €). Zum 31. Dezember des Vorjahres waren Zahlungsströme in Höhe von 1.485,0 Mio. US-$, umgerechnet zum Stichtagskurs zum 31. Dezember 2011 1.147,7 Mio. €, für die Geschäftsjahre 2012 bis 2015 gesichert.

Davon werden voraussichtlich in den folgenden Geschäftsjahren fällig:

Im Geschäftsjahr 2012 wurden effektive Devisentermingeschäfte in Höhe von -13,2 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €) realisiert und erfolgswirksam in die Umsatzerlöse umgebucht. Darüber hinaus bestanden weitere Sicherungsinstrumente für Cashflow-Hedges mit einer Laufzeit bis 2027 und einem Nominalvolumen von 526,9 Mio. US-$ (Vorjahr: 0 US-$), umgerechnet zum Stichtagskurs 399,3 Mio. € (Vorjahr: 0 €). Die gesicherten zukünftigen Zahlungsströme werden im Wesentlichen über die Laufzeit gleichmäßig verteilt erwartet. Ineffektive Marktwerte von realisierten Devisentermingeschäften waren im Geschäftsjahr 2012 hingegen in Höhe von -0,8 Mio. € (Vorjahr: -0,9 Mio. €) umgebucht und aufwandswirksam im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2012 waren nach Abzug latenter Steuern positive beizulegende Zeitwerte aus der Bewertung von Devisentermingeschäften in Höhe von 10,6 Mio. € (Vorjahr: negativer beizulegender Zeitwert in Höhe von 14,1 Mio. €) ergebnisneutral im Eigenkapital abgegrenzt.

Transaktionen, für die in Vorperioden Sicherungsbilanzierungen gebildet wurden und mit deren Eintritt voraussichtlich nicht mehr gerechnet werden kann, lagen nicht vor.

Als weiteren Bestandteil der Sicherungsstrategie setzt die MTU derivative Finanzinstrumente ein, die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind:

DEVISENOPTIONSGESCHÄFTE
Bei den einfachen Optionsgeschäften (Plain Vanilla) besteht für die MTU die Möglichkeit, ein bestimmtes US-Dollar-Volumen zu vereinbarten Kursen in Euro zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu verkaufen. Das finanzielle Verlustrisiko aus diesen Transaktionen besteht ausschließlich in den bereits geleisteten Prämienzahlungen.

Neben diesen einfachen Optionen hält die MTU auch Optionen mit Stillhalterpositionen. Sie wurden im Zusammenhang mit einfachen Optionen abgeschlossen, um die Prämienzahlungen zu reduzieren. Verlustrisiken können entstehen, wenn der Wechselkurs fällt, da die MTU verpflichtet ist, zu einem fest vereinbarten Euro-/US-Dollar-Kurs zu verkaufen.

DEVISENSWAPS
US-Dollar-Bestände wurden während des Geschäftsjahres 2012 zum Tageskurs verkauft und mittels eines Swaps nach einer bestimmten Laufzeit zurückgekauft. Der Verkaufs- und der Kaufpreis unterscheiden sich geringfügig, so dass diese Swaps unter Risikogesichtspunkten unwesentlich sind. Zweck dieser Transaktion war das Optimieren von Zinserträgen.

SAMMEL-TERMINGESCHÄFT
Die MTU hat im Zeitraum bis Dezember 2012 mit deutschen Banken im Umfang von nominal 280 Mio. US-Dollar Devisentermingeschäfte in Form von Sammel-Termingeschäften abgeschlossen. Die kontraktspezifischen Absicherungskurse liegen zwischen 1,1720 Euro/US-Dollar und 1,2690 Euro/US-Dollar mit Laufzeiten zwischen 2014 bis 2016. Liegt der effektive Tageskurs des US-Dollar innerhalb des kontraktspezifischen Korridors, wird ein festes US-Dollar-Volumen abgesichert. Bei Überschreiten des Korridors entfällt das Sicherungsvolumen, bei Unterschreiten verdoppelt es sich. Die Korridore der Kontrakte liegen meist zwischen 1,20 bis 1,55 Euro/US-Dollar. Die Kontrakte wiesen am Bilanzstichtag einen positiven beizulegenden Zeitwert in Höhe von 12,0 Mio. € (Vorjahr: negativer beizulegender Zeitwert in Höhe von 5,2 Mio. €) aus. Dieser wurde erfolgswirksam im sonstigen Finanzergebnis erfasst und in den finanziellen Vermögenswerten entsprechend aktiviert.

WECHSELKURS-SENSITIVITÄTSANALYSE
Zur Darstellung von Marktrisiken verlangt IFRS 7 Sensitivitätsanalysen, die zeigen, welche Auswirkungen hypothetische Änderungen von relevanten Risikovariablen auf das Ergebnis nach Ertragsteuern und Eigenkapital haben. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird unterstellt, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist.

Wesentliche Teile der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Verbindlichkeiten aus Finanzierungs-Leasing-Verhältnissen werden in US-Dollar fakturiert und haben damit aufgrund der Wechselkursparitäten Auswirkungen auf das Ergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital. Alle weiteren originären Finanzinstrumente sind bereits in funktionaler Währung denominiert und werden daher nicht mehr in die Wechselkurssensitivitäten einbezogen.

Gehaltene Eigenkapitalinstrumente sind nicht monetär und demnach mit keinem Währungsrisiko im Sinne des IFRS 7 verbunden.

Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2012 bzw. dem Vorjahresbilanzstichtag um 10 % auf- bzw. abgewertet gewesen wäre, hätten sich aufgrund dieser Wechselkurs- Sensitivitätsannahmen die folgenden hypothetischen Auswirkungen auf das Ergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital ergeben.

41.2.2. ZINSÄNDERUNGSRISIKEN
Die MTU unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone und in geringem Umfang in Kanada, China, Polen und den USA.

Euro-Zins-Begrenzungsgeschäft
Ziel des Zins-Begrenzungsgeschäftes ist die Absicherung gegen einen Zinsanstieg. Es handelt sich dabei um ein reines Finanzgeschäft, bei dem ein geringes Zinsrisiko besteht.

Zum 31. Dezember 2012 bestand eine Zins-Begrenzung in Höhe von 10 Mio. € mit Fälligkeit am 5. Juni 2014. Die vereinbarte Zinsobergrenze beträgt 4 %.

Zins-Sensitivitätsanalyse
Zinsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Diese stellen die Effekte von Änderungen der Marktzinssätze auf Zinszahlungen, Zinserträge und -aufwendungen, andere Ergebnisteile, Ergebnis nach Ertragsteuern und auf das Eigenkapital dar. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Marktzinssatzänderungen von originären Finanzinstrumenten mit fester und marktüblicher Verzinsung wirken sich nur dann auf Ergebnis nach Ertragsteuern und Eigenkapital aus, wenn diese als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten sind oder beim erstmaligen Ansatz als solche eingestuft werden. Demnach unterliegen alle zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung keinen bilanzierungspflichtigen Auswirkungen auf das Ergebnis nach Ertragsteuern und Eigenkapital.

Marktzinssatzänderungen von Finanzinstrumenten, die als Sicherungsinstrumente im Rahmen eines Cashflow-Hedge zur Absicherung zinsbedingter Zahlungsschwankungen designiert wurden, haben Auswirkungen auf die Sicherungsrücklage im Eigenkapital und werden daher bei Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt. Demzufolge haben Finanzinstrumente, die nicht in eine Sicherungsbeziehung nach IAS 39 eingebunden sind, Auswirkungen auf das sonstige Finanzergebnis (Fair Value-Anpassung der derivativen Marktwerte). Diese Auswirkungen werden bei den ergebnisbezogenen Sensitivitätsberechnungen berücksichtigt.

Im Geschäftsjahr 2012 waren durchschnittlich 97 % (2011: 89 %) der auf Euro lautenden Finanzverbindlichkeiten festverzinslich. Der durchschnittliche Wert ist repräsentativ für das Gesamtjahr.

Wenn das Marktzinsniveau zum 31. Dezember 2012 um 100 Basispunkte niedriger bzw. höher gewesen wäre, hätten sich aufgrund dieser Sensitivitätsannahmen die folgenden hypothetischen Auswirkungen auf das Ergebnis nach Ertragsteuern ergeben.

41.2.3. PREISRISIKEN
IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise und die Marktwerte von Finanzinstrumenten auf das Ergebnis nach Ertragsteuern und das Eigenkapital auswirken. Als Risikovariablen kommen Warenterminkäufe für Nickellegierungen in Frage.

Warenterminkäufe
Um das Risiko steigender Rohstoffpreise für das benötigte Nickelvolumen zu minimieren, hat die MTU mit Kreditinstituten zum 31. Dezember 2012 Nickelterminkontrakte mit einem Volumen von 350 Tonnen Nickel (Vorjahr: 680 Tonnen) für den Zeitraum 2013 bis 2014 abgeschlossen. Kontrahiert sind Nickel-Festpreise zwischen 19,3 und 24,5 Tsd. US-Dollar je Tonne (Vorjahr: 15,7–24,9 Tsd. US-Dollar je Tonne).

Liegt der Handelspreis von Nickel am jeweiligen Fälligkeitstag über dem vereinbarten Festpreis, erhält die Gesellschaft von der Kontrahentenbank eine Ausgleichszahlung in Höhe der Differenz; im umgekehrten Fall ist die MTU zur Zahlung an die Bank verpflichtet. Für diese Geschäfte wurde keine bilanzielle Sicherungsbeziehung nach IAS 39 hergestellt. Die Marktwertänderungen aus diesen Warenterminkäufen wirkten sich im sonstigen Finanzergebnis in Höhe von -0,7 Mio. € (Vorjahr: -2,4 Mio. €) aus (vergleiche Abschnitt 14., Sonstiges Finanzergebnis).

Wenn das Preisniveau für Nickelterminkontrakte um 10 % höher bzw. niedriger gewesen wäre, wären die Auswirkungen auf das Ergebnis nach Ertragsteuern um 0,5 Mio. € höher bzw. niedriger gewesen (Vorjahr: 0,7 Mio. €).

41.3. LIQUIDITÄTSRISIKEN
Die Liquiditätsrisikosteuerung obliegt dem Treasury-Board. Die Steuerung basiert auf einer Analyse aller zukünftigen Cashflows. Der Steuerungsprozess beinhaltet die Überwachung und Limitierung aggregierter Mittelabflüsse und Mittelaufnahmen. Diversifikationseffekte und Kundenkonzentration werden beobachtet. Um die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität der MTU sicherzustellen, wird eine Liquiditätsreserve in Form von Kreditlinien und Barmitteln vorgehalten. Im Finanzierungsbereich werden Geschäfte nur mit Kontrahenten mit einem erstklassigen Kredit-Rating abgeschlossen. Im operativen Geschäft werden die Außenstände fortlaufend überwacht. Ausfallrisiken wird mittels Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen (siehe Abschnitt 23., Forderungen aus Lieferungen und Leistungen).

Die unbesicherte Rahmenkreditlinie umfasst 100,0 Mio. € mit einer Laufzeit bis 1. Dezember 2015 und ist mit zwei Banken abgeschlossen. Der allgemeine Verwendungszweck der Rahmenkreditlinie ist die Finanzierung von Betriebsmitteln. Zum 31. Dezember 2012 hat der Konzern im Rahmen dieser Kreditlinie keine Finanzmittel in Anspruch genommen, doch sind zum Bilanzstichtag 13,7 Mio. € (Vorjahr: 12,4 Mio. €) durch Avale beansprucht. Die damit nur zum Teil ausgenutzten Kreditlinien in Höhe von 86,3 Mio. € (Vorjahr: 87,6 Mio. €) erhöhen den Finanzierungsspielraum und sorgen aufgrund ihrer Struktur für weitere Flexibilität der Finanzierung. Am 31. Dezember 2012 hat die MTU einschließlich aller Tochtergesellschaften die Kreditauflagen und Verpflichtungen aus allen Finanzierungsverträgen erfüllt.

Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der Bilanz angesetzten finanziellen Vermögenswerte wiedergegeben. Zur Minimierung des Ausfallrisikos werden Sicherheiten verlangt, Kreditauskünfte/Referenzen eingeholt oder historische Daten aus der bisherigen Geschäftsbeziehung, insbesondere dem Zahlungsverhalten, genutzt.

Darüber hinaus ist die MTU auch durch Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen einem Ausfallrisiko ausgesetzt (vergleiche Abschnitt 42., Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen).

42. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

42.1. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN

In 2012 wurden für Eventualverbindlichkeiten keine Rückstellungen gebildet, weil das Risiko der Inanspruchnahme als wenig wahrscheinlich eingeschätzt wird.

In Verbindung mit eingegangenen Risk- and Revenue-Sharing-Vertragsverhältnissen geht die MTU Verpflichtungen im Rahmen der Absatzfinanzierung von Triebwerken für ausgewählte Fluggesellschaften ein. Absatzfinanzierungen werden in der Regel durch Zugriffsrechte des Konsortialführers eines Triebwerksprogramms gesichert. Zusätzlich profitiert die MTU von Sicherungsklauseln des Triebwerks-Konsortialführers, die die unterstellten Risiken und rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Die MTU ist der Auffassung, dass die geschätzten Marktwerte der finanzierten Triebwerke potenzielle Verluste aus den Finanzierungsgeschäften abdecken.

Bürgschaften und Haftungen betreffen im Wesentlichen Serviceverträge für die Instandhaltung von Gasturbinen und Haftungsverpflichtungen aus Instandhaltungsverträgen in Höhe von 19,8 Mio. € (Vorjahr: 13,0 Mio. €) sowie Investitionszuschüsse in Höhe von 20,7 Mio. € (Vorjahr: 20,7 Mio. €).

42.2. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

42.2.1. VERPFLICHTUNGEN AUS OPERATIVEN LEASINGVERHÄLTNISSEN
Die Verträge aus Miet- und Leasingverträgen für Gebäude, Maschinen, Werkzeuge, Büro- und sonstige Einrichtungen haben Laufzeiten von einem bis zu zehn Jahren und beinhalten zum Teil Verlängerungs- und Kaufoptionen sowie Preisanpassungsklauseln. Im Rahmen der Miet- und Leasingverträge wurden im Geschäftsjahr 2012 Zahlungen in Höhe von 18,3 Mio. € (Vorjahr: 18,8 Mio. €) aufwandswirksam erfasst.

Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen setzt sich nach Fälligkeiten wie folgt zusammen:

Der Anstieg der künftigen Mindestleasingzahlungen zum 31. Dezember 2012 auf 46,8 Mio. € gegenüber dem Vorjahresvergleichswert in Höhe von 31,5 Mio. € ist im Wesentlichen auf die Anpassung und Verlängerung bestehender Mietverträge zurückzuführen.

Neben dem Triebwerksleasing bei der MTU Maintenance Hannover GmbH, Langenhagen, und der Miete für die Geschäftsgebäude der MTU Maintenance Canada Ltd., Richmond, Kanada, mit einem Volumen von ca. 25 Mio. € (Vorjahr: ca. 18 Mio. €) sind als wesentliche Einzelverpflichtungen die zukünftigen Leasingzahlungen für Büros bei der MTU Aero Engines GmbH, München, sowie für das Gebäude im Fliegerhorst Erding im Rahmen der Kooperation mit der Luftwaffe und die Miete für Flurförderfahrzeuge mit insgesamt 17,6 Mio. € (Vorjahr: 11,0 Mio. €) berücksichtigt.

Rechnerisch sind vom Standpunkt 31. Dezember 2012 78 % der Leasingverträge nach fünf Jahren ausgelaufen. 22 % der Verträge laufen länger als fünf Jahre, ein geringer Umfang der Leasingverträge ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.

42.2.2. KÜNFTIGE EINNAHMEN UND AUSGABEN AUS UNTERMIETVERHÄLTNISSEN

42.2.3. BESTELLOBLIGO FÜR FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN
Zum 31. Dezember 2012 betrugen die finanziellen Verpflichtungen für den Erwerb immaterieller Vermögenswerte 0,3 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €) und die finanziellen Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen 28,0 Mio. € (Vorjahr: 33,2 Mio. €). Die finanziellen Verpflichtungen lagen damit im geschäftsüblichen Rahmen.

42.2.4. SONSTIGE
Die MTU Maintenance Hannover GmbH, Langenhagen, hat 2012 einen langfristigen Mietvertrag zur Anmietung einer Lagerhalle abgeschlossen. Beginn des Mietvertrages ist im Jahr 2013. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis 31. Dezember 2025. Die zukünftigen Verpflichtungen aus dem Mietvertrag belaufen sich auf 4,9 Mio. €.

43. BEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN

43.1. NAHE STEHENDE UNTERNEHMEN
Die MTU unterhält zu verbundenen, nicht konsolidierten Tochtergesellschaften geschäftsübliche Beziehungen. Die Transaktionen der Konzernunternehmen mit Joint Ventures und assoziierten Gesellschaften sind ausnahmslos der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit der beteiligten Unternehmen zuzurechnen und zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen.

Geschäftsvorfälle zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und in dieser Anhangangabe daher nicht mehr erläutert.

43.1.1. GESCHÄFTE MIT NAHE STEHENDEN UNTERNEHMEN
Im Laufe des Geschäftsjahres führten Konzerngesellschaften untereinander Transaktionen durch. Mit den nicht konsolidierten nahe stehenden Unternehmen gab es im Geschäftsjahr 2012 und im Vorjahr folgende Geschäfte:

43.1.2. WESENTLICHER ANTEILSBESITZ
Die Aufstellung über den wesentlichen Anteilsbesitz enthält die Kapitalbeteiligungen der MTU an Gesellschaften, das Eigenkapital der Beteiligungen zum 31. Dezember 2012 sowie die erzielten Jahresergebnisse der Gesellschaften für das Geschäftsjahr 2012:

43.2. NAHE STEHENDE PERSONEN
Konzernunternehmen haben mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats des Konzerns sowie mit anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, außer den unter Abschnitt 43.2.4. (Sonstige Geschäftsbeziehungen) genannten Geschäften keine weiteren berichtspflichtigen Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Zum Erwerb von Aktien und Aktienoptionen durch Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats wird auf Abschnitt 43.2.4. (Sonstige Geschäftsbeziehungen) verwiesen.

43.2.1. MITGLIEDER DES VORSTANDS
Der Vorstand der MTU Aero Engines Holding AG, München, setzte sich zum 31. Dezember 2012 wie folgt zusammen:

43.2.2. VERGÜTUNGEN AN DEN VORSTAND
Die Mitglieder des Vorstands erhielten für das Geschäftsjahr 2012 für ihre Vorstandstätigkeit eine Gesamtvergütung von insgesamt 7,5 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €). Die Gesamtvergütung setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

Die Rückstellungen für Pensionen und Anwartschaften gegenüber ehemaligen Vorstandsmitgliedern beliefen sich zum 31. Dezember 2012 auf 6,1 Mio. € (Vorjahr: 4,6 Mio. €).

Zu detaillierten Erläuterungen des ab dem Geschäftsjahr 2010 eingeführten Vergütungssystems sowie zu den Auswirkungen der betrieblichen Altersversorgung für den Vorstand der MTU wird auf den Vergütungsbericht im Kapitel „Corporate Governance“ verwiesen.

Aus Mandaten für konzerneigene Gesellschaften erhielten die Mitglieder des Vorstands keine Vergütung.

Zum 31. Dezember 2012 sind Vorstandsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Vorstandsmitgliedern eingegangen.

43.2.3. MITGLIEDER DES AUFSICHTSRATS
Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden neben der Vergütung für das Aufsichtsratsmandat bei der MTU Aero Engines Holding AG, München, wie im Vorjahr keine weiteren Vergütungen für Aufsichtsratsmandate gewährt. Die Vergütungen betragen 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €).

Zum 31. Dezember 2012 sind Aufsichtsratsmitgliedern wie im Vorjahr keine Kredite oder Vorschüsse gewährt worden; ebenso wurden wie im Vorjahr keine Haftungsverhältnisse zugunsten von Aufsichtsratsmitgliedern eingegangen.

Zur Individualisierung sowie zu weiteren Details zu den Bezügen der Aufsichtsratsmitglieder wird auf den Vergütungsbericht in Kapitel „Corporate Governance“ verwiesen.

43.2.4. SONSTIGE GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN
Von Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2012 wie auch im Vorjahr erworbene bzw. verkaufte Aktien und Aktienoptionen der MTU wurden zu marktüblichen Bedingungen gekauft bzw. verkauft. Die Veröffentlichung der Transaktionen erfolgte sowohl im Unternehmensregister als auch auf der Website der MTU unter www.mtu.de > Investor Relations > Corporate Governance > Directors’ Dealings.

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