Vergütungsbericht 2009

Vergütung des Vorstandes 2009

Gesamtstruktur und Höhe der Vorstandsvergütung werden vom Aufsichtsrat der MTU Aero Engines Holding AG festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft.

Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands der MTU Aero Engines Holding AG orientiert sich an der Größe und der globalen Tätigkeit des Unternehmens, seiner wirtschaftlichen und finanziellen Lage sowie an der Höhe und Struktur der Vorstandsvergütung bei vergleichbaren Unternehmen im In- und Ausland. Zusätzlich werden die Aufgaben und der Beitrag des jeweiligen Vorstandsmitglieds zum Gesamterfolg des Unternehmens sowie die Dauer der Vorstandszugehörigkeit berücksichtigt. Die Vergütung ist so bemessen, dass sie am internationalen Markt für hoch qualifizierte Führungskräfte wettbewerbsfähig ist und Anreize für erfolgreiche Arbeit bietet.

Die Vergütung des Vorstands ist leistungsorientiert; im Geschäftsjahr 2009 setzt sie sich aus den folgenden vier Komponenten zusammen:

(1) einer festen Vergütung, die monatlich ausgezahlt wird,

(2) einem variablen Bonus, der von dem Erreichen bestimmter Geschäftsziele abhängig ist und vertraglich auf 83 % bis 100 % der festen Vergütung begrenzt ist,

(3) einer aktienbasierten Vergütung. Dabei handelt es sich um eine seit dem Geschäftsjahr 2005 für die Geschäftsjahre 2005–2009 festgesetzte Vergütung eines größeren Kreises von Führungskräften im Rahmen des Matching Stock Program (MSP). Hieraus werden sogenannte Phantom Stocks über einen Zeitraum von fünf Jahren in jeweils gleichen Tranchen zugeteilt. Die Zuteilung der Phantom Stocks setzt ein langfristiges eigenes Investment in Aktien des Unternehmens durch die Teilnehmer voraus. Nach Ablauf einer Erdienungsphase (vesting period) von zwei Jahren je Tranche werden, bei Überschreitung von Ausübungshürden, Vergütungen für ausübbare Phantom Stocks gewährt (zur weiteren Erläuterung des MSP, insbesondere zu den Vertragsanpassungen im Geschäftsjahr 2007, wird auf den Konzernanhang des Geschäftsberichts 2009 unter Abschnitt 30.4. (Kapitalrücklage) verwiesen),

(4) einer leistungsorientierten Altersversorgungszusage für die Mitglieder des Vorstands. Mit dem Vorstand wurden aufgrund des Beschlusses des Personalausschusses des Aufsichtsrats vom 10.3.2009 neue Pensionsverträge abgeschlossen. Die neuen Verträge ersetzen die vorhandenen Pensionsverträge mit Wirkung vom 1. Juni 2009. Bei der Konzeption der neuen Pensionsverträge wurde eine einheitliche Struktur der jeweiligen Zusagen gewährleistet. Je nach Gestaltung des alten Pensionsvertrages hatte dies unterschiedliche Auswirkung auf die Pensionsrückstellung. Durch den Abschluss der neuen Pensionsverträge mit dem Vorstand der MTU entstanden unverfallbare Leistungen, die als nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand im Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen berücksichtigt wurden. Zu den Einzelheiten der leistungsorientierten Altersversorgung wird auf den Konzernanhang des Geschäftsberichts 2009 unter Abschnitt 31. (Rückstellung für Pensionen) verwiesen.

Die Altersversorgungszusage für die Mitglieder des Vorstands umfasst im Wesentlichen den Anspruch auf Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung.

Der Anspruch auf Ruhegehalt entsteht mit Vollendung des 60. Lebensjahrs oder bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit. Das jährliche Ruhegehalt beträgt 25 % der letzten vor Eintritt des Versorgungsfalls vereinbarten festen Grundvergütung. Nach Eintritt des jeweiligen Versorgungsfalls werden die laufenden Ruhegehälter und Hinterbliebenengehälter jährlich um 1 % angepasst.

Die Hinterbliebenenversorgung sieht eine Zahlung von 75 % des Ruhegehalts für die Witwe und von 15 % (30 % bei Vollwaisen) für jedes unterhaltsberechtigte Kind vor. Die Hinterbliebenengelder sind zusammen auf 100 % des Ruhegehalts begrenzt.

Die Vorstandsverträge enthalten für den Fall ihrer Beendigung keine Leistungszusagen der Gesellschaft. Nur im Fall der vorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses ohne Vorliegen eines wichtigen Grundes ist den Vorstandsmitgliedern eine Zahlung zugesagt worden, die der Grundvergütung für die ursprüngliche Restlaufzeit des Vertrages entspricht. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex sind diese Zahlungen auf maximal zwei Jahresvergütungen (Abfindungs-Cap) begrenzt worden.

Eine Zusage für Leistungen aus Anlass der vorzeitigen Beendigung der Vorstandstätigkeit infolge eines Kontrollwechsels ist in den Vorstandsverträgen nicht enthalten.

Vergütungen

Für das Geschäftsjahr 2009 lag die Gesamtvergütung bei 7,9 Mio. € (Vorjahr: 6,3 Mio. €). Die Barvergütung betrug 5,5 Mio. € (Vorjahr: 5,4 Mio. €). Davon wurden 2,9 Mio. € erfolgsunabhängig (Vorjahr: 2,9 Mio. €) und 2,6 Mio. € als erfolgsabhängige Barvergütung bezahlt (Vorjahr: 2,5 Mio. €).

Aufgrund einer Vereinbarung zwischen der MTU und dem früheren Arbeitgeber von Dr. Martens, der EADS, wurden die Anwartschaften sowohl der arbeitgeber- als auch der arbeitnehmerfinanzierten Zusagen gemäß § 4 Abs. 2 Nr. 2 BetrAVG übertragen. Im Zuge der Vereinbarung der neuen Pensionsverträge wurde Dr. Martens die Anrechnung der Vordienstzeiten ab dem 1.9.1991 (Diensteintritt EADS) für den Fall des vorzeitigen Ausscheidens zugesagt. Diese Zusage führte im Geschäftsjahr 2009 bei der Berechnung des Anwartschaftsbarwertes insgesamt zu einer Zuführung zur Altersversorgung in Höhe von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,1 Mio. €). Der Anstieg der Zuführung zur Altersversorgung von Egon Behle ist überwiegend auf den neu abgeschlossenen Pensionsvertrag zurück zu führen.

Anwartschaftsbarwert der Pensionszusagen gegenüber Mitgliedern des Vorstands

Der Anwartschaftsbarwert („Defined Benefit Obligation“ – DBO) sämtlicher Pensionszusagen gegenüber Mitgliedern des Vorstands betrug zum 31. Dezember 2009 insgesamt 4,5 Mio. € (Vorjahr: 1,9 Mio. €), die in den Anhangangaben des Geschäftsberichts 2009 unter Abschnitt 31. (Rückstellungen für Pensionen) enthalten sind. Der Anstieg der Anwartschaftsbarwertverpflichtungen ist einerseits auf die einheitlich neu abgeschlossenen Pensionsverträge und andererseits auf die Anwendung des niedrigeren, marktüblichen Diskontierungssatzes in Höhe von 5,25 % für 2009 gegenüber dem Vorjahr mit 5,75 % zurückzuführen.

Aktienbasierte Vergütung

Die Stückzahl wie auch die Werte der aktienbasierten Einkommenskomponenten aus dem Matching Stock Program (MSP) ergeben sich aus der Tabelle auf S. 312-313 im Geschäftsbericht 2009. Der Geldwert der Phantom Stocks wurde dabei nach dem Black-Scholes-Preismodell bestimmt. Die bilanzielle Bewertung der dem Vorstand im Rahmen des Matching Stock Program gewährten Phantom Stocks richtet sich nach dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt ihrer Gewährung unter Berücksichtigung der speziellen Ausübungsbedingungen. Änderungen der Vertragsbedingungen, zu denen die Eigenkapitalinstrumente gewährt wurden, sind zu berücksichtigen (zur Erläuterung der Ausübungsbedingungen und der Folgeanpassung aufgrund der Änderung der Vertragsbedingungen im Geschäftsjahr 2007 wird auf den Konzernanhang des Geschäftsberichts 2009, Abschnitt 30.4. (Kapitalrücklage), verwiesen).

Zum 31. Dezember 2009 wurden dem Vorstand aus dem Matching Stock Program 411.456 Phantom Stocks gewährt. Im Juni 2009 wurden dem Vorstand im Rahmen der fünften und letzten Tranche des Matching Stock Program 144.936 Phantom Stocks (Vorjahr: 144.936) übertragen.

Somit waren dem Vorstand am 31. Dezember 2009 insgesamt 411.456 Phantom Stocks (Vorjahr: 266.520) zugeteilt. Davon waren zum Ende des Geschäftsjahres 2009 für die restliche Vertragslaufzeit des Matching Stock Program 289.872 Phantom Stocks (Vorjahr: 332.808) noch nicht ausübbar. Der durchschnittlich gewichtete Ausübungspreis am 31. Dezember 2009 für noch nicht ausübbare Phantom Stocks betrug 25,52 € je Phantom Stock (Vorjahr: 34,98 €).


Weitere Informationen zur Vergütung der Vorstände entnehmen Sie bitte dem Geschäftsbericht 2009 (Seite 308 - 314).