JET: Interviews

JET: Nachgefragt bei Özlem Evin, Trainee Strategischer Einkauf am Standort Hannover

Schon während ihres Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hannover besuchte Özlem Evin im Bachelorstudiengang eine Vorlesung mit dem Titel „Airline & Airport Management“. Hier fiel die Entscheidung, später in der Luftfahrtbranche zu arbeiten. Um diesem Ziel näher zu kommen, hat die Wahl-Hannoverin ihren Masterstudiengang „International Management“ dementsprechend ausgerichtet. Die heute 26-Jährige hat zielstrebig ihren Weg verfolgt und während eines Praktikums bei der Lufthansa Cargo in Atlanta, USA, weitere Erfahrungen gesammelt. Zurück in Deutschland startete Evin nach Abschluss Ihres Masterstudiums als Trainee bei der MTU Maintenance Hannover im Bereich Strategischer Einkauf.

Wie sind Sie als Trainee zur MTU gekommen?

Zum einen hatte ich mich durch meine Zeit bei der Lufthansa Technik bereits zum Ende des Studiums intensiv mit der Maintenance Repair and Overhaul (MRO)- Branche auseinandergesetzt und wollte beruflich an die gleiche Branche anknüpfen, um meine bisherigen Erfahrungen einzubringen. Zum anderen kam für mich nur ein Traineeprogramm für den Berufseinstieg in Frage, denn so bekommt man als Akademiker die beste Chance sich schnell und umfassend in komplexe Geschäftsprozesse einzubringen. Die Trainee Stelle bei der MTU im strategischen Einkauf hat somit all meine bisherigen Erfahrungen ideal mit meinen beruflichen Zielen vereint

Warum haben Sie sich für die MTU entschieden?

Mich hat vor allem das Konzept des JET-Programms sehr angesprochen. Anders als bei anderen Trainee Programmen, war von Anfang an transparent, in welchem Bereich ich zukünftig eingesetzt werde. Darüber hinaus hat die MTU alle Kriterien erfüllt, die ich mir bei meinem Berufseinstieg gewünscht habe: Hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten, eine hohe Fachexpertise, internationale Aufstellung und die Möglichkeit, die Zukunft der Luftfahrt aktiv mitzugestalten.

Was begeistert Sie an Triebwerken und an den Produkten der MTU?

Ich bin immer wieder erstaunt, welchen Zustand Triebwerke vor und nach einem Shop Visit bei der MTU haben. Die MTU schafft es, Triebwerke mit mehreren Tausend geflogener Cycles so instandzusetzen, dass eine längere Lebensdauer erreicht wird, als bei der Neueinführung. Das ist nicht nur wirtschaftlich effizient, sondern auch eine technische Meisterleistung.

Wie lief der Bewerbungsprozess ab? Wie haben Sie sich auf das Assessment-Center vorbereitet?

Etwa vier Wochen nach meiner Bewerbung auf die Ausschreibung für das JET-Programm bekam ich die Nachricht in der engeren Auswahl zu sein. Nach weiteren zwei Wochen fand das Assessment-Center statt, das einen ganzen Tag in Anspruch nahm. Da ich bereits in der Vergangenheit an Assessment Centern teilgenommen hatte, war mir bewusst, dass eine gründliche Vorbereitung sehr wichtig ist. Ich habe z.B. einige Tage vorher eine Selbstpräsentation – die fast immer Bestandteil eines ACs ist - in Deutsch und Englisch vorbereitet, damit ich selbstsicherer auftreten kann.

Da jede Übung anders sein kann, halte ich es allerdings für Zeitverschwendung sich mit IQ Tests aus Büchern und Online Ratgebern herumzuschlagen. Sinnvoller ist es sich mit seinen eigenen Stärken und Schwächen zu befassen und eine Strategie zu entwickeln diese gekonnt einzusetzen. Es ist ratsam sich vorab intensiv mit dem Unternehmen auseinander zu setzen und die spezifischen Marktstrukturen, Produkte und Wettbewerber zu kennen. Das gilt nicht nur für das AC sondern darüber hinaus im festen Arbeitsverhältnis. Wichtig ist es auch, sich in gewisser Weise mit dem Unternehmen identifizieren zu können, dann geht man auch mit einer ganz anderen Motivation in ein AC.

Was war bisher der interessanteste Abschnitt Ihrer JET-Zeit?

Ein drittel der Traineezeit ist nun vergangen und der größere Teil wartet noch. Ab Herbst diesen Jahres steht für mich der Einsatz am kanadischen Maintenance Standort Vancouver auf dem Traineeplan. Ich freue mich schon jetzt auf viele interessante Eindrücke und lehrreiche Erfahrungen. Ein sehr interessanter Abschnitt meiner bisherigen JET-Zeit ist die Mitwirkung in Projekten in meiner Zielabteilung, dem Strategischen Einkauf. In diesem Zusammenhang habe ich eine Schulung ausgearbeitet zur Vermeidung von Prozessstörungen durch Qualitätsmeldungen und durfte sie über hundert Mitarbeitern vorstellen.

Bisher war ich bei vielen Verhandlungen dabei, die einen wesentlichen Bestandteil der Aufgaben eines Einkäufers widerspiegeln. Ich habe auch schon selbst eine Verhandlung geführt, um einen potentiellen neuen Lieferanten für die MTU zu gewinnen. In diesem Kontext war eine umfangreiche Lieferantenbewertung erforderlich. In der Luftfahrtindustrie ist die Erfüllung technischer Anforderungen besonders wichtig, auch als Einkäufer sind daher Kenntnisse über Reparaturverfahren gefordert. Aus diesem Grund habe ich bereits selbst an bearings (Kugellagern) Hand anlegen dürfen, um mehr über typische Schadensbilder bei diesen Bauteilen zu lernen. Seit dem Frühjahr durchlaufe ich meine zweite Abteilung – das Engineering für die V2500 am Standort Hannover. Ich freue mich sehr, dass ich in diesem Zusammenhang die Möglichkeit habe mein technisches Wissen noch weiter auszubauen.

Und zu guter Letzt: Würden Sie noch einmal ein JET-Trainee werden?

Auf jeden Fall, das JET-Programm ist eine hervorragende Ausbildung. Als Trainee baut man ein sehr gut funktionierendes Netzwerk zu verschiedenen Abteilungen und Ansprechpartnern auf. Das ist eine ideale Basis dafür, Probleme schnell zu identifizieren und Lösungen zu schaffen.