Die A320neo darf abheben

Die A320neo darf abheben: Flugzeug zusammen mit PW1100G zugelassen

Es ist vollbracht. Innerhalb der zeitlichen Vorgaben hat Airbus die Flugerprobung der A320neo mit ihren PW1100G-JM-Triebwerken erfolgreich abgeschlossen. Nachdem die Luftfahrtbehörden in Europa (EASA) und den Vereinigten Staaten (FAA) am Dienstag der A320neo in Kombination mit dem Getriebefan (GTF) PW1100G von Pratt & Whitney, der MTU Aero Engines und JAEC ihren Segen erteilt haben, dürfen die ersten Flugzeuge an die Kunden geliefert werden. Geliefert werden durfte vorher auch, jetzt darf geflogen werden.

„Mit der A320neo-Zulassung ist ein weiterer Meilenstein in der GTF-Erfolgsgeschichte erreicht. Wir dürfen stolz sein auf die Teamleistung der MTU, die dazu beigetragen hat“, sagt Dr. Christian Winkler (PZN), Leiter PW1100G-JM/PW1400G-Programme bei der MTU. Und Dr. Claus Riegler (TEC), Leiter Entwicklung Zivile Programme, sagt: „Wir freuen uns, dass wir nach nur zwölf Monaten Flugerprobung den ersten Geared-Turbofan in den Serienbetrieb bringen“.

Seit ihrem Erstflug hatte die A320neo bis zur Zulassung 350 Flüge und 1.070 Flugstunden absolviert. „Diese doppelte Zulassung ist ein großer Erfolg für Airbus“, sagte Airbus-Vorstandschef Fabrice Brégier am Dienstag. Die ersten A320neo werden nun bald für Qatar Airways und Lufthansa abheben. Insgesamt liegen für die Neuauflage der A320 mehr als 4.300 Bestellungen vor.

Tatsächlich war der Dienstag ein historischer Tag für die MTU, denn die Geared-Turbofan-Technologie, die in der PW1000G-Triebwerksfamilie verbaut ist, wird das Neugeschäft in den kommenden Jahren und Jahrzehnten bestimmen. Zu dem neuen Antrieb der A320neo steuert die MTU die ersten vier Stufen des Hochdruckverdichters und die Niederdruckturbine mit Titanaluminidschaufeln bei, 18 Prozent beträgt der Programmanteil.

Ermutigt vom Erstflug des Mitsubishi Regional Jet (MRJ) mit seinem PW1200G An-fang November und dem fast zeitgleichen Auftakt der Flugtests der PW1900G für den Embraer E-Jet E2 im Flying Testbed sehen die MTU und Pratt & Whitney in nächster Zeit auch der Triebwerkszertifizierung des PW1400G für den Irkut MC-21-entgegen. „Es ist ein historisches Vierteljahr für uns“, sagt Greg Gernhardt, President Commercial Engines bei Pratt & Whitney: „Wir erleben gerade sechs, sieben große Meilensteine in wenigen Monaten.“ Das gilt auch für die MTU. „Mit unserem hohen Programmanteil haben wir ebenfalls ein großes Volumen zu stemmen“, sagt Riegler, dem es wichtig ist zu betonen, dass die Verantwortung der MTU für ihre Produkte nicht am Tag der Auslieferungen endet: „Auch auf die Begleitung des Triebwerks im Betrieb bei den Airlines sind wir gut vorbereitet“, sagt Riegler.

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