Erstes EIS-Modul für A320neo montiert

Erstes EIS-Modul für A320neo montiert

Läuft alles nach Plan, soll es am Airbus-Werk in Hamburg noch in diesem Jahr eine große Feier geben. Bei den langen Produktzyklen der Luftfahrtindustrie hat eine solche Seltenheitswert: Der Anlass ist die Übergabe der ersten Kundenmaschine eines neuen Flugzeugtyps, der ersten A320neo.

Bestückt werden die ersten „Neo“-Maschinen mit dem PW1100G-JM, eine von zwei Triebwerksoptionen, zwischen denen sich die Airlines bei der Bestellung entscheiden müssen. Neben der Verantwortung für die schnelllaufende Niederdruckturbine und den ersten vier Stufen des Hochdruckverdichters fertigt die MTU Aero Engines auch Bürstendichtungen sowie Nickel-Blisks für Bauteile des Hochdruckverdichters, die nicht unter MTU-Regie produziert werden.

Ende März nahm bei Airbus in Toulouse das zweite mit Pratt & Whitney-Triebwerken ausgestattete Testflugzeug den Betrieb auf. Mitte des Jahres sollen die ersten beiden Kundentriebwerke an den Hersteller geliefert werden. Was ihren Programmanteil angeht, so hat die MTU dazu gerade einen wichtigen Schritt vollzogen: Die erste EIS-Niederdruckturbine (Entry into Service) ist fertiggestellt.

Auf diesen Serienfertigungs-Meilenstein sind die Mitarbeiter besonders stolz. Die MTU ist aktuell der einzige Hersteller von Niederdruckturbinen, der die einzelnen Module der PW1000G-Familie simultan an zwei verschiedenen Produktionsstätten montiert. Nämlich in München und im polnischen Rzeszów. Von dort aus gehen die Module zum Partner Pratt & Whitney. Dort werden sie endmontiert.

Was die „Neo“-Triebwerke aus der PW1000G-Familie angeht, so wird sich dieser Ablauf jedoch bald ändern. 18 Prozent beträgt der MTU-Programmanteil beim „Neo“-Triebwerk. Ein Teil davon entfällt auf die Endmontage der PW1100G-JM-Triebwerke am MTU-Standort in München. Sukzessive läuft dort die Serienmontage ab Frühjahr 2016 an. Ist das volle Volumen erreicht, wird vom Jahr 2018 an in München fast je-den Tag ein Triebwerk montiert, getestet, verpackt und ausgeliefert.

Dürfte die erste A320neo-Auslieferung noch große Aufmerksamkeit auf sich ziehen, so wird das Prozedere in Hamburg und Toulouse bald Alltag sein. Etwa 3.300 feste Bestellungen verzeichnet der Hersteller für die im Jahr 2010 angeschobene Weiter-entwicklung des Kurz- und Mittelstreckenfliegers Airbus A320, zu der auch die kürzere A319neo und die längere A321neo gehören. Hinzukommen noch knapp 600 Optionen.

Fotos: Airbus S.A.S. 2014 / H. Gousse / F. Lancelot