Nahaufnahme aus Berlin (III)

ILA 2016: System der Systeme

Die Luftwaffe hat viel Gerät nach Berlin geflogen, das fällt als allererstes auf. An jeder Ecke steht etwas oder donnert über den Köpfen. Die Kampfflugzeuge Eurofighter und Tornado, die A310 MedEvac, ein medizinisches Evakuierungsflugzeug für Schwerstverletzte, das neue Transportflugzeug Airbus A400M, die alte Transall C-160, Hubschrauber der Typen CH-53, NH90 oder der „Tiger“, dazu  kommen  unbemannte Aufklärungssyteme. Auch Marine, Heer und das militärische Sanitätswesen präsentieren sich auf der ILA 2016. Das alles macht die Bundeswehr zum größten Einzelaussteller der Messe. Zufall ist das nicht: In diesem Jahr feiert die Luftwaffe schließlich ihr 60-jähriges Jubiläum.

Während an den ersten beiden Fachbesuchertagen die einzelnen Systeme und allerlei neues Gerät  im Vordergrund stehen, geht es an den beiden Publikumstagen um die Emotion und die große Show . 19 Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Transportflugzeuge sind am Freitag innerhalb weniger Minuten am Himmel über dem Messegelände. Luftparade nennt die Luftwaffe das Spektakel. Mit dabei sind so ziemlich alle bedeutenden Flugzeugmuster, die aktuell bei der Bundeswehr im Einsatz sind.

System mit echtem Mehrwert

Fast eine halbe Stunde dauert eine militärische Evakuierungsoperation, die Teil davon ist. Zusammen mit sechs Hubschraubern und zwei Transportflugzeugen „befreien“ Soldaten Menschen. Dass es bei der Bundeswehr nicht immer nur ums Militärische geht, zeigt die Vorführung „Waldbrandbekämpfung“, bei der vier Hubschrauber ein simuliertes Feuer löschen. Zum Abschluss des Tages startet nochmal die Transall. Sechs Fallschirmjäger springen mit einer deutschen Flagge aus dem hinteren Ladetor. Aus dem ganzen Land hat die Luftwaffe Gerät abgezogen und für die Messe nach Berlin geschickt.

So ist in Halle 3 mit dem Einsatzpavillon der Bundeswehr ein richtiges Luftwaffenzentrum entstanden. Der Luftwaffe geht es dabei um weit mehr als nur das bloße zur Schau stellen einzelner Waffen, Flug- oder Fahrzeuge. „System of Systems“ nennt sie den Ansatz: Nichts stehe für sich allein, erst im intelligenten Zusammenspiel – besonders von bemannten und unbemannten Komponenten – entstehe ein System mit echtem Mehrwert.

Auch Bodenpersonal dringend gesucht

Etwa 600 Soldaten und zivile Mitarbeiter hat die Bundeswehr nach eigenen Angaben im Einsatz. Man will die Jugend für die Truppe begeistern. Dass es dabei längst nicht mehr nur um Personal für den Dienst an der Waffe geht, wird im Einsatzpavillon schnell klar. Auch Bodenpersonal wird dringend gesucht, geschult zum Beispiel in Avionik und Elektronik sowie  für die verschiedenen Aufklärungssysteme. Deshalb ist auch der „Karriere-Truck“ wieder mit von der Partie - damit sich Besucher und Schulklassen für die militärischen und zivilen Karriere-Möglichkeiten in der Bundeswehr informieren können.

Impressionen der ILA, Tag 3

360 Grad-Video: Rundumsicht

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