Nahaufnahme aus Paris (4)

Eine Messe, vier Geschichten – jeden Tag die interessantesten Ereignisse und Hintergründe rund um die Paris Air Show. Die Veranstaltung auf dem Flughafen von Le Bourget ist die größte und wichtigste Luftfahrtmesse in Europa und alle zwei Jahre ein absoluter Pflichttermin für die gesamte Branche. Die MTU ist mit einem 300-Quadratmeter großen Stand, einem Chalet für Gäste und zahlreichen Exponaten vertreten.

MRO-Markt im Wandel

Vor der Paris Air Show stand für die Führungskräfte der zivilen Passagier- und Frachtluftfahrt Anfang Juni noch ein weiterer wichtiger Termin an: die jährliche Generalversammlung der International Air Transport Association (IATA). Das Treffen von rund 1.000 Delegierten weltweiter Luftfahrtanbieter dient auch als Diskussionsforum über aktuelle Branchenthemen. Diesmal brachte Willie Walsh, CEO der British Airways- und Iberia-Mutter IAG, eine Diskussion über Maintenance-Kosten auf, so der Branchendienst Flightglobal.

Tatsächlich ist wachsendes Kostenbewusstsein einer der Treiber für einige Trends im Triebwerks-Maintenance-Markt, die Marko Niffka, Spezialist für Geschäftsentwicklung Maintenance bei der MTU, beobachtet. Niffka sieht vor allem „eine steigende Wettbewerbsintensität im Engine-MRO-Markt sowie verstärkte Nachfrage nach umfassenden Lösungen, beispielsweise Triebwerksleasing“. Im Klartext: Die Airlines wollen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, das Fliegen, und überlassen das Handling ihrer Flugzeuge und Triebwerke lieber Spezialisten, die das effizienter erledigen.

Start der Flugschau in „Le Bourget“

Ein Megatrend der letzten Jahre waren und sind Flight Hour Agreements, also längerfristige Serviceverträge, die beim Neukauf von Triebwerken gleich mitverhandelt werden. Bei der MTU trägt eine Umstrukturierung diesen veränderten Marktvoraussetzungen Rechnung, ohne jedoch das bisherige Geschäft als unabhängiger Instandsetzer zu vernachlässigen. Independent Maintenance ist nach wie vor gefragt. „Insbesondere bei älteren Triebwerkstypen gibt es auch in Zukunft viel Independent-Geschäft“, so Niffka.

Asien ist generell der größte Wachstumsmarkt in der Luftfahrt, auch in der Triebwerks-MRO und damit für die MTU Maintenance. „Generell agieren wir jedoch sehr kundengetrieben“, sagt Niffka, „das heißt: Immer der Kunde, der aktuell vor uns steht, ist unser wichtigster Kunde im für uns wichtigsten Markt“.

Diese A320 trägt die Kennung D-ATRA. ATRA steht für Advanced Technology Research Aircraft - ein mit V2500-Triebwerken ausgestattetes Forschungsflugzeug des DLR. Zuvor war das Flugzeug im Liniendienst bei Flyniki im Einsatz.