International Paris Air Show2017

Live Blog

23 June

GE Aviation feiert additive Fertigung

Virtueller 360-Grad-Rundgang durch den Ausstellungsbereich im Chalet von GE Aviation (siehe Link; Copyright GE Aviation)

Das Motto des GE-Auftritts auf der Paris Air Show 2017: „The thrust behind digitalization“. Der Marktführer im Triebwerksbau präsentiert sich in einem großen Chalet direkt neben der Ausstellungshalle von Airbus. Die Ausstellung ist auch online zu sehen:

http://www.geaviation.com/show/experience?__prclt=5HzzKlnJ

Ein Schwerpunktthema des US-Konzerns ist additive Fertigung. Hier hat sich GE Aviation mit inzwischen 24 Standorten weltweit in Position gebracht und verbaut additiv gefertigte Treibstoffdüsen im LEAP, dem Antrieb für Boeing 737 MAX, COMAC 919 und A320neo als Alternative zum PW1100G-JM.

Doch  für den US-Triebwerksbauer gab es noch weitere Highlights: Aufträge im Wert von 15 Milliarden US-Dollar wollte GE Aviation-CEO David Joyce in Le Bourget einsammeln – Stand Donnerstag sind es 31 Milliarden geworden. Der Löwenanteil der Neueingänge entfällt auf LEAP-Triebwerke, doch auch das GEnx-1B, für das die MTU das Turbinenzwischengehäuseliefert, war nachgefragt. Für das neueste GE-Modell für Großraumflugzeuge, das GE9X für die Boeing 777X, haben die Zulassungstests begonnen, meldete GE auf der Messe.

23 June

„Marktumfeld bleibt ermutigend“

MTU-Vorstand und Top-Management standen beim Analystenlunch im MTU-Chalet 20 internationalen Analysten, die die MTU covern, Rede und Antwort.

Zahlen, Fakten, Flying Buffet: Beim Analystenlunch mit Vorstand und Top-Management im MTU-Chalet entspann sich ein reger Austausch über Luftfahrt und ihr Marktumfeld sowie Aussichten für die MTU.

„Unser Marktumfeld bleibt ermutigend“, brachte der Vorstandsvorsitzende Reiner Winkler bei seiner Begrüßung die Kernaussagen auf den Punkt. Die Airlines sind profitabel, der niedrige Ölpreis stützt die Nachfrage, der Auftragsbestand bleibt stabil auf Rekordhöhe. Der bewältigt werden will: Der Produktionshochlauf bei den GTF-Programmen und additive Fertigung waren Schwerpunktthemen von Technikvorstand Dr. Rainer Martens. Programmevorstand Michael Schreyögg berichtete unter anderem vom Wachstum im Geschäftsbereich Maintenance: Dessen aktueller Treiber ist die V2500; weiteres Wachstum soll das Joint Venture mit Lufthansa Technik unterstützen. Winkler schloss die Präsentation mit einem Ausblick: Ab 2018 erwartet die MTU eine zunehmende Verbesserung der Ergebnisse und Free Cashflows, bestätigte er als Langzeitprognose.

Bei Flying Buffet und Flugshow gingen die Gespräche auf der Chalet-Terrasse weiter. Rund 20 Analysten, die die MTU covern, nutzten die Gelegenheit zum direkten Austausch mit den MTU-Vorständen sowie Strategieleiter Dr. Otmar Pfänder und Maintenance-Sales-Leiter Leo Koppers.

Events wie die Paris Air Show sind auch für die Kapitalmärkte enorm wichtig, um sich über aktuelle Entwicklungen in der Branche zu informieren: „In den ersten drei Tagen der Messe konnten wir im Chalet der MTU in rund 20 Meetings über 170 Gäste aus der Finanzindustrie begrüßen“, freut sich Michael Röger, Leiter Investor Relations.

Das nahmen zwei der Analysten mit:

Christophe Ménard, Kepler Chevereux

„Das Marktumfeld wirkt derzeit sehr unterstützend und stabil. Trotz vieler und vielfältiger Themen im Markt, etwa bei der Wertschöpfungskette, bleibe ich daher extrem zuversichtlich, dass die MTU weiterhin erfolgreich ist. Dazu trägt auch das  hochprofessionelle Management bei.“

Milene Kerner, Deutsche Bank Paris

„Obwohl sich die Lieferleiste bei der A320neo und Triebwerksproduktion um zwei bis drei Wochen verschoben hat, zeigt sich die MTU zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr 350 bis 400 GTF ausgeliefert werden. Der Lernkurve bei den GTF-Kosten scheint sich gut zu entwickeln, die Ziele können erreicht werden und weitere Reduzierungen sind in Sicht. Der positive Ausblick im MRO-Geschäft bleibt, getrieben von V2500, CFM56 und GE90 und einer die Erwartungen übertreffenden Entwicklung bei CF6 und PW2000.“

23 June

Saubere Sache

Clean Sky 2 Interim Executive Director Tiit Jürimäe (2.v.r.) mit Laura Trofin (Management Support Officer Clean Sky 2, r.), Clean Sky 2 Manager Ron van Manen (m.) sowie Mark Schäfer (l.) und Dr. Gerhard Ebenhoch (MTU, 2.v.l.)

Mit über 600 Partnern und einem Programmbudget von vier Milliarden Euro ist Clean Sky das größte EU-Technologieprogramm im Aeronautic-Bereich. Ziel ist die Entwicklung und Demonstration von Technologien für Flugzeuge, Triebwerke und Systeme zur Erreichung der ACARE-Ziele (Advisory Council for Aeronautics Research in Europe). Das Programm ist derzeit bis voraussichtlich 2021 geplant. Tiit Jürimäe, der Interim Executive Director von Clean Sky 2, schaute auf dem MTU-Messestand vorbei.

„Die MTU gehört bei Clean Sky 2 zu einem der 16 europäischen Leader“, erklärt Dr. Gerhard Ebenhoch, der bei der MTU das Technologie-Management leitet. „Wir konzentrieren uns dabei auf die Weiterentwicklungen der Module Hochdruckverdichter und schnelllaufende Niederdruckturbine.“ Derzeit werden die Einzeltechnologien entwickelt, bevor sie von 2019 bis 2020 in Demonstratoren getestet werden.

Die nächste Welle - Beitrag zur Testphase zweier Getriebefan-Schlüsselkomponenten (AEROREPORT 11/2016).

Bilder des Tages

22 June

Paris Air Show - Tag 3 im Video

Neue Flugzeuge, neue Technologien, neue Verfahren. Die Luftfahrtbranche ist mitten in der Technologie-Vorbereitungsphase für die nächsten Jahrzehnte. Luftfahrt-Profis sehen großes Potenzial in dem, was aus den Entwicklungsabteilungen kommt.

Hier geht es zum Film

22 June

„Überraschung Überschall"

Der Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth

Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth beobachtet auf der Paris Air Show 2017 Trends in der Branche, „alte“ Newcomer und neue Herausforderungen.  

Herr Spaeth, auf welche Messeneuheit fliegen Sie?
Auf die Überraschung Überschall. Lange Zeit wurde das Thema Überschall-Passagierflug nicht ernsthaft diskutiert. Jetzt werden hier gleich mehrere Projekte vorgestellt, unter anderem des Herstellers Boom aus Denver, die schon 2025 mit einen Überschallflugzeug für 55 Passagiere auf den Markt kommen wollen und dafür nach eigener Aussage bereits 76 zum Teil angezahlte Bestellungen haben. Auch Boeing sieht Überschall-Passagierflugzeuge mit 70 Sitzplätzen in weniger als 20 Jahren.

Die Narrowbodys sind das Marktsegment, in dem sich derzeit am meisten bewegt. Neue Technologien und Anbieter suchen Zutritt zum Markt. Was wird sich durchsetzen?
Mich beeindruckt, wie ein fast 25 Jahre alter Flugzeugtyp auf einmal die Nachfrage dominiert: Die A321 hatte 1993 ihren Roll-out und verkaufte sich jahrelang eher schleppend. Und nun bestellen plötzlich alle die A321 oder die A321neo oder B737 MAX 10. Narrowbodys für Langstrecken sind definitiv im Kommen – die hier präsentierte neue MAX 10 ist Boeings Antwort auf die A321LR. Die diesjährige Paris Air Show ist auch die erste Airshow, bei der Russen und Chinesen fliegende Flugzeuge in dieser Kategorie haben. Das bedeutet für mich eine Zeitenwende.

Welche Trends beobachten Sie außerdem in der Branche?
Zivile Drohnen, die in den bisherigen Luftverkehr integriert werden müssen. In vier bis sechs Jahren will Uber personalisiertes, autonomes Fliegen anbieten; DHL und Amazon arbeiten an unbemannten fliegenden Transportsystemen. Das muss sich mit dem restlichen Luftverkehr vertragen.

22 June

Path of Excellence: MTU-Technologie für Reparaturen am V2500

Die Nut-und-Feder-Lösung hält Drahtenden am Platz und schont damit die Haltenuten.

„Path of Excellence” heißt das Konzept des neuen Messeauftritts der MTU, der Lifetime Excellence für Triebwerke sichtbar und begreifbar machen soll. Wie auf einem Laufsteg präsentieren sich die Original-Exponate und State-of-the-art Multimedia-Anwendungen vor einer eleganten Grafik aus stilisierten Triebwerksgehäusen.

MTUPlus V2500 LPT Vane Braze Repair
Dieses bei der MTU entwickelte und für das V2500 zugelassene spezielle Lötverfahren erlaubt die Reparatur breiterer Risse und Dellen in Niederdruckturbinen-Leitschaufeln, die sonst ersetzt werden müssten. Die Beschädigungen werden mit Lot gefüllt und zwanzig Stunden lang wärmebehandelt. Das flüssige Lot fügt sich lückenlos auch in die kleinste Vertiefung. Die Bauteile sind danach wieder voll flugtauglich.

MTUPlus V2500 HPC Drum Repair
Kleine Reparatur – große Wirkung: Lose Drahtenden an dünnen Ringen zur Schaufelschwingungsdämpfung reduzierten die Lebensdauer des V2500-Hochdruckverdichtergehäuses teilweise um mehr als 50 Prozent. Eine simpel erscheinende Nut-und-Feder-Lösung, entwickelt bei der MTU, hält die Drahtenden nun am Platz und schont die Haltenuten. Am MTU-Messestand gut zu vergleichen: die übereinander gelegten Drahtenden des Neutriebwerks und die reparierten, ineinander geschobenen Drahtenden.

V2500: Kleine Reparatur – große Wirkung (Beitrag im AEROREPORT 11/2015)

MTUPlus ERcoatnt®
Mit Nanotechnologie schützt diese bei der MTU entwickelte Beschichtung Triebwerksschaufeln vor Erosionsschäden, etwa bei Flügen über Wüstengebiete. Denn der Sand in der Luft wirkt wie ein Sandstrahlgebläse. Die beschädigten Schaufeln verlieren an Wirkungsgrad, der Treibstoffverbrauch steigt und die Bauteile müssen unter Umständen deutlich vor Ablauf der vorgeschriebenen Lebensdauer ausgetauscht werden. Die Wirksamkeit der Beschichtung ist zwei Jahre lang im Flug in einem Kundentriebwerk getestet worden. Das Ergebnis: Der Schaufel mit ERcoatnt® ist kaum eine Abnutzung anzusehen. 

Beschich­tungen schützen Trieb­werks­bau­teile (Beitrag im AEROREPORT 05/2017)

22 June

Über dem Wetter

Schnittig: Die Falcon 8X von Dassault Aviation

Die Falcon 8X ist das Flotten-Flaggschiff bei Dassault Aviation. Fast 12 000 Kilometer beträgt ihre Reichweite, über 15 Kilometer ihre Dienstgipfelhöhe. Unser Fotograf war gerade in der Maschine.

Einen richtig kleinen Flugzeugpark hat der Businessjet-Hersteller Dassault nach Le Bourget mitgebracht. Das Flotten-Flaggschiff sticht dabei freilich besonders hervor: Die Falcon 8X. Im Vergleich zum Vorgänger, der „7X“, kann sie 6.450 nautische Meilen (knapp 12.000 Kilometer) in der Luft bleiben – die weiterentwickelte Aerodynamik, zusätzliche Kraftstoffkapazitäten sowie die neuen Pratt & Whitney Canada PW307D-Triebwerke machen es möglich.

So komfortabel wie nirgendwo anders sei die Reise in der „8X“, sagt der Hersteller, wobei dies natürlich immer auch im Auge des Passagiers liegt. Zumindest was etwaige Turbulenzen im Reiseflug angeht, dürfte die Wertung unstrittig sein: Die Dienstgipfelhöhe liegt bei 51.000 ft, was 15.545 Metern entspricht. Über schlechtes Wetter fliegt die „8X“ also einfach hinweg.

Weitere Bilder finden Sie unten in den "Bildern des Tages" vom 22. Juni

22 June

Branchenvielfalt beim Pressegespräch

Pressegespräch am Mittwoch mit internationalen Fach- und Wirtschaftsjournalisten

Internationale Fach- und Wirtschaftsjournalisten folgten am Mittwochmittag der MTU-Einladung zum Pressegespräch. Der Vorstandsvorsitzende Reiner Winkler informierte sie über Highlights der Paris Air Show aus MTU-Sicht wie etwa Aufträge oder den Auftragsbestand in Rekordhöhe mit Auslastung für die nächste Dekade sowie den Status der GTF-Programme, von denen zwei sich bereits im Liniendienst bewähren. 

Eine Kernbotschaft der MTU bezog sich auf das Maintenance-Geschäft: Der Markt wächst und die MTU Maintenance wächst stärker als der Markt, denn sie konnte sich in den letzten Jahren sehr gut positionieren. Die Journalisten erfuhren auch, warum die MTU hier so erfolgreich ist und sich vom Markt abhebt: unter anderem wegen ihrer starken Partnerschaften sowohl mit OEMs als auch mit Airlines, wegen ihres breiten Portfolios – des größten im Markt mit über 30 Engines - und wegen ihrer Kundennähe, Flexibilität und ihres vielseitigen Serviceangebots. „Wir haben damit einen breiten Fächer an Marktzugängen“, erklärte Programmevorstand Michael Schreyögg.

Die Fragen der Journalisten spiegelten die aktuellen, vielfältigen Themen in der Branche wider, vom Ramp-up der GTF-Programme über die Tornado-Nachfolge, neue Technologien bis zur Frage nach einem neuen Flugzeug mittlerer Reichweite von Boeing und den Optionen dafür aus Triebwerkssicht.

22 June

„Die Maschine hat nicht einmal gezittert“

Liebling der Piloten: das übersichtliche und geräumige Cockpit mit LCD-Displays.

Gleich der zweite Flug hat die nagelneue CS300 von Air Baltic nach Paris geführt, wo sie drei Tage lang der Hingucker vor dem Chalet von Bombardier ist. Ihr Pilot zeigt begeistert das übersichtliche und geräumige Cockpit, die breiten Sitze mit bequemem Abstand zueinander und das durchdachte Trolleysystem. Am Freitag ist die Maschine von Montreal nach Riga überführt worden und am Montag in Paris gelandet, wo ihr leuchtend grüner Heckflügel im Static Display schon von weitem zu sehen ist. Die neuen Regionaljets CS300, MRJ und E195-E2 locken trotz der Hitze viele Messebesucher aus den Hallen.

Im Chalet von Bombardier berichten am Mittwochmorgen vier Piloten von ihren Flugerfahrungen mit der C Series. Pauls Calins von Air Baltic ist ebenso begeistert wie sein Kollege draußen: „Wir hatten mit Schwierigkeiten beim Übergang auf ein solch hochautomatisiertes Flugzeug gerechnet, aber es gab überhaupt keine. Swiss und Air Baltic waren zudem in die Flugzeugentwicklung eingebunden.“ Björn Fehrm, Fachjournalist und ehemaliger Kampfpilot, schwärmt von der Verlässlichkeit und Sicherheit des Flugzeugs: „Ich habe sie mit Maximalschub voll nach rechts und wieder nach links gerissen – sie hat nicht einmal gezittert.“ Swiss-Pilot Sven Thaler hat bereits 200 Flugstunden auf der CS100 hinter sich und lobt vor allem die Verlässlichkeit des Flugzeugs: „Sie ist wesentlich besser als wir bei einem neuen Flugzeug erwartet hätten, liegt im hohen 90-Prozent-Bereich.“

Weitere Bilder finden Sie unten in den "Bildern des Tages" vom 22. Juni

Bilder des Tages

21 June

Humanitäre Mixed-Flotte

23.248 Tonnen Hilfsgüter lieferte der UNHAS im Jahr 2015 per Luftfracht in Krisengebiete, dazu kommen 45.203 Tonnen mit Fallschirmen abgeworfene Lebensmittel und tausende Evakuierungen. (Copyright: WFP)

Wenn Flugzeuge aus seiner Flotte starten, ist der Anlass in der Regel wenig erfreulich. Denn der Humanitäre Flugdienst der Vereinten Nationen (UN Humanitarian Air Service) fliegt dann los, wenn irgendwo große Not herrscht. Nach Waldbränden, nach Überschwemmungen, nach Vulkanausbrüchen, nach Schädlingsplagen, wie die Vertreter am UNHAS-Stand erklären.

23.248 Tonnen per Luftfracht in Krisengebiete gelieferte Hilfsgüter, dazu kommen 45.203 Tonnen mit Fallschirmen abgeworfene Lebensmittel und tausende Evakuierungen. Die Zahlen aus dem Jahr 2015 zeigen, dass der Flugdienst weit mehr ist als nur eine Flugbereitschaft der UN. Vielmehr ist er eine Fluggesellschaft von beachtlicher Größe. 61 Flugzeuge zählt die Flotte. Und es dürfte kaum irgendwo eine diversifiziertere geben: Unterschiedlichste Antonows - An-24, An-26, An30 und An-74 - sind Teil von ihr. Hinzu kommen verschiedene Modelle aus Boeings 737er Reihe, einige Dash-Turboprops von Bombardier sowie Saab 340-Maschinen und Dutzende weitere Einzelexemplare, beispielsweise die Lockheed C130B und H, die Fokker F-27, CASA C-295.

Hier geht's zu den Hintergründen und Projekten: https://www.wfp.org/logistics/aviation/unhas-current-operations

21 June

„Spannender Wettbewerb um die besten Technologien“

Ulrike Ebner schreibt für das Fachmagazin „Flug Revue“.

Messegespräch mit Ulrike Ebner, Luftfahrtjournalistin und Triebwerksexpertin der "Flug Revue"

Frau Ebner, was ist die aufregendste Antriebstechnologie, die Sie hier in Paris gesehen haben?

Ulrike Ebner: Auf jeden Fall der Getriebefan von Pratt & Whitney. Mitsubishi Regional Jet, Bombardier CS300 und Embraer E195-E2: Dieses Jahr sind ja (mindestens) drei Flugzeuge in Paris, die zeigen, dass sich diese Art von Antrieb immer mehr verbreitet.

Middle of the market - was bedeutet das für Triebwerke?

Ebner:
Das wird ein spannender Wettbewerb um die besten Technologien. Mit im Rennen dürften Pratt & Whitney mit einem stärkeren Getriebefan und CFM International mit dem Leap sein, aber auch Rolls-Royce arbeitet mit Advance und UltraFan an möglichen Konzepten.

Welche Trends beobachten Sie generell in der Branche?

Ebner:
Es ist beeindruckend, wie Ingenieure mit neuen Materialien wie CMCs (Keramische Faserverbundwerkstoffe) und neuen Architekturen wie dem Getriebe zwischen Niederdruckturbine und Bläser Treibstoffeinsparungen von 15 Prozent und mehr herausholen. Diese verschiedenen Ansätze, also Steigerung von thermischer Effizienz und Vortriebseffizienz, zusammenzubringen, wird sicher die nächste Triebwerksgeneration ausmachen. Aber auch Hybridantriebe und verteilte Antriebe werden vermutlich künftig eine Rolle spielen.

21 June

Path of Excellence: MTU-Technologie für fortschrittliche Widebodys

Der Turbine Center Frame des GEnx: Entwickelt wurde das Triebwerk speziell für mittelgroße Langstreckenflugzeuge. Es kommt an der Boeing 787, dem eleganten „Dreamliner“, sowie exklusiv an der 747-8 zum Einsatz.

„Path of Excellence” heißt das Konzept des neuen Messeauftritts der MTU, der Lifetime Excellence für Triebwerke sichtbar und begreifbar machen soll. Wie auf einem Laufsteg präsentieren sich die Original-Exponate und State-of-the-art Multimedia-Anwendungen vor einer eleganten Grafik aus stilisierten Triebwerksgehäusen.

Turbine Center Frame des Dreamliner-Antriebs GEnx
Aufbauend auf der erprobten Architektur des GE90, soll das GEnx den Bestseller CF6 ablösen, immer noch das meistgeflogene Widebody-Triebwerk. Es wurde speziell für mittelgroße Langstreckenflugzeuge entwickelt und kommt an der Boeing 787, dem eleganten „Dreamliner“, sowie exklusiv an der 747-8 zum Einsatz. Erstflug des Triebwerks war im Februar 2007. Die MTU ist am GEnx mit einem Anteil von 6,65 Prozent beteiligt und liefert ein buchstäblich zentrales Bauteil: den Turbine Center Frame, der den Übergang von der Hochdruck- zur Niederdruckturbine bildet.

Mittendrin: Das Turbinen­zwischen­ge­häuse für Groß­trieb­werke (Beitrag im AEROREPORT 11/2015)

Bilder des Tages

20 June

„Paris Air Lab“: Boarding for Tomorrow

Überschallflügel als Dach: Startups, Industrieverbände, Raumfahrtagenturen und Forschungszentren treffen sich beim „Paris Air Lab“.

3 000 Quadratmeter haben die Forscher und Entwickler in der „Concorde Hall“ ganz für sich. Um einen Blick in ihre Labore zu geben, um zu zeigen, was in der Luft- und Raumfahrtbranche einmal in fünf, zehn oder zwanzig Jahren Anwendung finden könnte. Fast 100 Startups beteiligen sich über die Woche verteilt am „Paris Air Lab“, dazu kommen verschiedene Industrieverbände, Raumfahrtagenturen und Forschungszentren.

Zahlreiche prominente Köpfe der Branche sind dabei: Greg Hyslop zum Beispiel, CTO und Senior Vice President „Engineering Test and Technology“ bei Boeing, und Paul Eremenko, CTO der Airbus Group. Mit André Borschberg ist der CEO und Mitbegründer der Solar Impulse vor Ort und mit François Chopard der Gründer und Managing Director von Starburst Ventures, einer Art Brutkasten für Startups aus dem Aerospace-Bereich. Die Kombination aus den sprichwörtlichen jungen Wilden und etablierten Unternehmern zeigt: Alleine geht es nicht in einer Branche, die die Grenze des technologisch Machbaren immer noch ein kleines Stückchen weiter hinausschiebt. Der Schmelztiegel der Ideen kann sich erst im Zusammenspiel so richtig bilden.

Wie passend, dass sich die knapp 30 Messestände und Virtual Reality-Auftritte unter den beiden Original-Concordes der Halle verteilen: Der Überschalljet war in den 1960er-Jahren das technologische Maß der Dinge. Unter ihren Flügelflächen geht es jetzt darum, wie die Luftfahrt in den kommenden Jahrzehnten aussehen könnte – zum Beispiel mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz oder Jettreibstoff aus, tatsächlich: Abfall.

Fixpunkt jedes Messetags sind die „Battle Confs“ um 11 Uhr. Besucher können sich in unkompliziertem Rahmen mit Wissenschaftlern, Entwicklern, Astronauten und sogar Philosophen austauschen. Das EU-Technologieprogramm Clean Sky, an dem sich die MTU unter anderem mit einem Triebwerksdemonstrator beteiligt, präsentiert sich ebenfalls im „Paris Air Lab“.

Zum kompletten „Paris Air Lab“ Programm: https://www.siae.fr/Data/Sites/4/fichiers/ParisAirLab2017programmesemaine.pdf

20 June

„A380plus“ – so sieht sie innen aus

Eine A380, deren Inneres mit Testinstrumenten vollgepackt ist.

Die Airbus-Werksnummer MSN 4 verrät, dass der Flieger zu den allerersten Airbus A380 überhaupt gehört. Airbus nutze die MSN 4 lange als Testflugzeug, doch zuletzt stand sie vor allem im Hangar. Der Grund: Airbus nahm das Flugzeug als Basis für seine Entwicklungsstudie „A380plus“.

Auffallend sind die neuen großen Winglets, die die Entwickler den beiden Flügelenden verpassten. 3,50 Meter reichen sie nach oben, etwa 1,20 Meter sind es nach unten. Zusammen mit einigen zusätzlichen kleinen Änderungen am Flügel sollen sie die Aerodynamik verbessern und den Luftwiderstand reduzieren. Bis zu vier Prozent Kraftstoffersparnis erhofft sich Airbus von den Modifikationen.

Weitere Bilder finden Sie unten in den "Bildern des Tages".

20 June

Path of Excellence: Zukunftstechnologien von MTU und Bauhaus Luftfahrt

Additiv gefertigte Bauteile, hier ein Dichtungsträger, könnten eine große Zukunft in der Luftfahrt haben.

„Path of Excellence” heißt das Konzept des neuen Messeauftritts der MTU, der Lifetime Excellence für Triebwerke sichtbar und begreifbar machen soll. Wie auf einem Laufsteg präsentieren sich die Original-Exponate und State-of-the-art Multimedia-Anwendungen vor einer eleganten Grafik aus stilisierten Triebwerksgehäusen.

Additive Fertigung und Hochtemperaturwerkstoffe
Immer effizienter heißt die Devise in der Triebwerksentwicklung. Dazu trägt Gewichtsreduzierung bei, die nicht nur durch Verbesserungen in der aerodynamischen Konstruktion sondern ganz wesentlich durch neue Werkstoffe und Fertigungsverfahren erreicht wird. Die MTU beschäftigt sich mit ihren Partnern schon seit Jahren mit Additiver Fertigung. Ein erstes per selektivem Laserschmelzen hergestelltes Bauteil fliegt bereits serienmäßig: Die Niederdruckturbine des A320neo-Antriebs PW1100G-JM hat Boroskopaugen, die bei der MTU „3D-gedruckt“ werden. Ebenfalls in der Technologie-Vitrine am MTU-Stand zu sehen: Studien weiterer additiv gefertigter Bauteile, leichtgewichtige und hoch hitzeresistente Bauteile aus fortschrittlichen Hochtemperaturwerkstoffen sowie ein Linersegment aus Keramikverbundwerkstoff und ein Dichtring aus Kohlefaser.

Interaktives Display mit Simulationen aus verschiedenen Bereichen der Triebwerksentwicklung
Hier zeigt die MTU ihre langjährige Kompetenz in der industriellen Anwendung von Simulationen physikalischer Vorgänge bei der Triebwerksauslegung. Zu sehen sind beispielsweise Simulationen zur Prüfung der Homogenität von Legierungen, von Turbulenzen in der Niederdruckturbine oder von Gasströmungen im laufenden Verdichter.

Verkehrskonzept für Citys: CentrAirStation vom Bauhaus Luftfahrt
Der Luftfahrt-Think Tank Bauhaus Luftfahrt, an dem die MTU beteiligt ist, bringt ein Modell seiner „CentrAirStation“ nach Paris mit: ein mehrstöckiger City-Flughafen, der weitere Verkehrswege integriert und mit dem die Anbindung des Luftverkehrs an wachsende Metropolregionen verbessert werden kann. Auch das dazu passende Flugzeug, „CityBird“, haben die Flugverkehrsvordenker in Modellform dabei. Das Konzept wurde von den Bauhaus-Wissenschaftlern zusammen mit zwölf Studenten der Glasgow School of Art entwickelt.

Interview mit Prof. Dr.-Ing. Mirko Hornung, Vorstand Wissen­schaft und Technik, Bauhaus Luftfahrt e. V. (Beitrag im AEROREPORT 5/2016)

Simulationen sind eine Schlüsseltechnologie der Luftfahrt (Beitrag im AEROREPORT 5/2016)

Das CentAirStation-Konzept von Bauhaus Luftfahrt (Beitrag im AEROREPORT 11/2016)

20 June

Pratt & Whitney mit neuem Markenauftritt

Kernstück des Pratt & Whitney-Auftritts: ein Original PW1100G-JM mit geöffneter Gondel

Zum größten Luftfahrtereignis des Jahres hat MTU-Partner Pratt & Whitney neben einem Chalet wieder einen eigenen Messepavillon mitgebracht. Dessen Kernstück: ein Original PW1100G-JM in geöffneter Gondel.

Daneben wartet der Triebwerks-OEM jedoch mit einem Multimedia-Highlight auf: Auf einem großen Display, das über ein Board mit Glasquadern bedient wird, leuchten Geschichten über Themen aus den drei Geschäftsbereichen zivile Triebwerke, militärische Triebwerke und die kleineren Ziviltriebwerke von Pratt & Whitney Canada auf. Protagonisten der Geschichten sind auch Kunden oder Mitarbeiter – entsprechend dem neuen Markenauftritt des Unternehmens. „Go Beyond“ heißt der Leitgedanke, der sowohl für das Unternehmen wie auch für seine Mitarbeiter gilt. „Es bedeutet, dass wir uns dem Verschieben von Grenzen verschrieben haben und auch ‚darüber hinaus gehen‘ wollen, um den nächsten innovativen Schritt in die Zukunft zu machen“, so Robert F. Leduc, President, Pratt & Whitney.

Den Messeauftakt markiert für Pratt & Whitney ein Memorandum of Understanding (MoU) mit einem strategisch wichtigen Kunden im europäischen Luftfahrtmarkt: IAG, zu der British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus gehören, hat 47 A320neo bestellt und ein MoU für die dazugehörigen PW1100G-JM-Triebwerke unterzeichnet. Das erhöht die Anzahl der Kunden für die PurePower ® PW1000G-Triebwerksfamilie auf mehr als 80 aus über 30 Ländern. 67 Flugzeuge mit GTF-Triebwerken fliegen bei 13 Airlines weltweit täglich 250 Linienflüge zu mehr als 100 Destinationen auf vier Kontinenten.

Zeitenwende im Markt der Kurz- und Mittel­strecken­jets (Beitrag im AEROREPORT 5/2015)

20 June

Paris Air Show - Tag 1 im Video

Präsident Macron, Flugshow-Impressionen, neuer MTU-Stand, Tag 1 im Video

Vom Elysée-Palast, dem Sitz des französischen Präsidenten, zum Flughafen in „Le Bourget“ sind es nicht einmal 20 Kilometer. Emmanuel Macron hätte also einfach seinen Dienstwagen nehmen können. Doch natürlich ist die Paris Air Show, die wichtigste Luftfahrtmesse weltweit, auch Werbung für den Wirtschaftsstandort Frankreich – deshalb flog Macron am ersten Tag der Messe mit einer A400M ein, jenem europäischen Militärtransportflugzeug, an dem auch die MTU beteiligt ist. Der Präsident war auf einem Militärflugplatz südwestlich von Paris eingestiegen und saß angeblich direkt hinter den Piloten im Cockpit.  

Macron, der der A400M entsteigt - das ist die erste Szene des kurzen Films mit Impressionen vom ersten Tag der Paris Air Show. Man sieht jede Menge Maschinen am Himmel über „Le Bourget“, staunende Besucher in den Hallen und auf dem Static Display, wo die Fluggeräte ausgestellt sind. Mittendrin: der neu konzipierte Messestand der MTU. Das Motto heißt: „Lifetime Excellence“. Die Leistungen der MTU umfassen den gesamten Lebenszyklus eines Triebwerks – von Forschung und Entwicklung über die Serienproduktion bis zur Maintenance. Der Stand und die MTU finden bei den Besuchern großen Anklang.

Hier geht es zum Film

20 June

Entscheidungen für die nächste Generation

Andrew Gollan, Analyst Aerospace & Defense, Berenberg Bank

Andrew Gollan, Analyst Aerospace und Defense bei der Berenberg Bank, über die Mitte des Passagierflugzeugmarkts, Mehrwert im Aftermarket, Erfolgsfaktoren und aktuelle Umbrüche in der Luftfahrtindustrie.

Herr Gollan, wird Boeing ein neues mittelgroßes Flugzeug auf den Markt bringen, das die 757 ablöst? Was hieße das für den Narrow- und Widebody-Markt?

Andrew Gollan: Für Boeing besteht die Hauptschwierigkeit darin, das Segment für mittelgroße Flugzeuge zu definieren. Dazu braucht es natürlich ein Flugzeug, das mit größeren Narrowbodys und den kleineren Widebody's konkurrieren kann. Derzeit bin ich insgesamt der Meinung, dass Boeing bis zum Ende dieser Dekade ein neues Flugzeugprogramm starten wird, da das Unternehmen es sich nicht leisten kann, nichts zu tun und noch mehr Marktanteile in seinen Hauptsegmenten zu verlieren. Ein solches Flugzeug müsste zu ähnlichen Kosten wie die jetzigen Narrowbodys hergestellt werden, auch wenn der bestehende Narrowbody-Markt hierdurch wahrscheinlich nicht nachhaltig beeinträchtigt würde. Damit könnte man aber in diesem Segment zumindest teilweise die Entwicklung der Flugzeuggeneration der kommenden zehn Jahre beeinflussen.

Welche neuen Eigenschaften könnte ein solches Flugzeug bieten?

Gollan: Wenn Boeing ein komplett neues Flugzeug herausbringt, wird es wohl eher im oberen Bereich des Segments liegen und 200 bis 250 oder sogar noch mehr Plätze haben, nachdem der Trend zu dichterer Bestuhlung und höherer Kapazität bei den Airlines zunimmt. Sehr wahrscheinlich hätte es zwei Gänge. Das macht es möglicherweise im Vergleich zu Single-Aisle-Maschinen weniger attraktiv hinsichtlich absoluter Treibstoffeffizienz und Emissionen. Insgesamt böte es jedoch bei Faktoren wie Durchlaufzeit und Stückkosten pro Passagier betriebliche Vorteile. Ein solches Flugzeug könnte die Entwicklung neuer Marktsegmente wie transatlantische Low-Cost-Flüge fördern und Kurzstreckenflüge mit Widebodies interessant machen.

Wie würde Airbus reagieren, wenn sich Boeing für ein neues mittelgroßes Flugzeug entscheidet?

Gollan: Da Airbus mit seiner A321ceo/neo einen hohen Marktanteil hat und Boeing ein neues Flugzeug nicht von heute auf morgen entwickeln kann, müsste Airbus auf eine neue mittelgroße Maschine nicht überstürzt reagieren. Gleichzeitig könnte man bei Airbus mit relativ geringem Entwicklungs- und Zeitaufwand eine größere A321, eventuell auch eine größere A322, ins Auge fassen. In letzter Zeit wurde tatsächlich über eine A321neo-plus und eine A321neo-plusplus gemunkelt.

Langsam macht der Wettbewerb Boeing und Airbus ihr Duopol auf dem kommerziellen Markt streitig. Wird sich die Branche tatsächlich verändern?

Gollan: Der Markt verändert sich zweifelsohne durch die Einführung der neuen Maschinen anderer Wettbewerber. Auf absehbare Zeit rechnen wir allerdings höchstens mit einer sehr schwachen Marktpenetration über ihre nationalen Kunden hinaus. Die Narrowbodys von Airbus und Boeing sind gut etabliert, ausgereift und bieten Betriebseigenschaften auf höchstem Niveau. Zudem werden die neuen Hersteller lange brauchen, um ihre Fertigungsprozesse zu optimieren und der Nachfrage allein auf ihrem jeweiligen nationalen Markt zahlenmäßig gerecht zu werden. Dennoch holen sie auf und werden definitiv einiges verändern.

Das komplette Interview mit Andrew Gollan

20 June

Mit Schlüsselkunden über Strategie austauschen

Dr. Klaus Welschof, Leiter Vertrieb Luft- und Raumfahrt, Otto Fuchs Gruppe

Messegespräch am MTU-Stand mit Dr. Klaus Welschof, Leiter Vertrieb Luft- und Raumfahrt, Otto Fuchs Gruppe

Herr Dr. Welschof, die Paris Air Show ist für Sie als Vertriebsleiter der Otto Fuchs Gruppe erfolgreich, wenn …?

Dr. Klaus Welschof: … wir die Gelegenheit finden, uns mit unseren Schlüsselkunden über die zukünftige Strategie auszutauschen. Wir beziehen die neuesten Überlegungen der Kunden in unsere Strategie ein, und wir berichten über unsere Weiterentwicklung: in diesem Jahr vor allem die operative Zusammenführung der deutschen Muttergesellschaft Otto Fuchs mit der US-Tochterfirma Weber Metals Inc. zur Otto Fuchs Aerospace Group.

Otto Fuchs arbeitet mit der MTU bei Verdichterscheiben aus Titan zusammen. Was ist die Besonderheit dieser Scheiben? Was ist Ihre Spezialität?

Welschof: Ich persönlich blicke auf fast drei Jahrzehnte Zusammenarbeit zwischen MTU und Otto Fuchs zurück – und immer stand der Begriff „Innovation“ im Vordergrund! Gemeinsam mit der MTU konnten wir mehrere völlig neue Titan-Hochleistungs-Legierungen für Verdichterscheiben serienreif machen. Für das Werkstoff- und Prozess-Knowhow ist Otto Fuchs weltbekannt. Otto Fuchs war der erste Supplier, der von MTU eine zweite Auszeichnung erhielt, in diesem Fall für „Innovation“, was bei uns große Freude und ein wenig Stolz ausgelöst hat.

Neue Werkstoffe und Fertigungsverfahren werden den nächsten Technologieschritt im Flugtriebwerksbau ermöglichen, heißt es. Wie sehen Sie das?

Welschof: Das ist absolut zutreffend. Die weitere Verbesserung der Energie- und Umwelteffizienz moderner Flugzeugtriebwerke geht von der Verbesserung des aerodynamischen und thermischen Wirkungsgrades aus: Im einen Fall dreht sich der Fan langsamer und die Niederdruckturbine schneller, die andere Richtung zielt auf die Steigerung von Betriebsdrücken und -temperaturen. In beiden Fällen braucht man verbesserte Werkstoffe und als Schlüsseltechnologie eine clevere Verarbeitung; in der Regel bedeutet das neue Schmiedeprozesse oder Additive Manufacturing. An beidem arbeiten wir.

Das komplette Interview mit Dr. Klaus Welschof


Dr.-Ing. Klaus Welschof (57), seit Ende 2007 Leiter Vertrieb Luft- und Raumfahrt Otto Fuchs Meinerzhagen, seit Anfang 2016 Executive Management Team “Aerospace Group” Spartenleitung Aerospace Otto Fuchs Meinerzhagen & Weber Metals Inc., Paramount CA, USA. 1988 Eintritt in die Otto Fuchs KG als Mitarbeiter in Entwicklung und Technische Kundenberatung; später verschiedene Aufgaben an der Schnittstelle von Entwicklung, Vertrieb und Projektmanagement. Davor Studium und Promotion in der Luft- und Raumfahrttechnik an der RWTH Aachen.

Otto Fuchs Gruppe
Mit 8.738 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von 2,4 Milliarden Euro (Stand 2015) fertigt die 1910 gegründete Otto Fuchs KG hochwertige Halbzeuge, insbesondere metallurgisch anspruchsvolle Schmiedestücke für die Luft- und Raumfahrtindustrie, die Automobilindustrie (Fuchsfelgen) sowie die Bauindstrie (Schüco-Fenster) und den Maschinen- und Anlagenbau. Zur Otto Fuchs Gruppe gehören Tochterfirmen in Deutschland, Ungarn, Südafrika, USA und China.

Bilder des Tages

19 June

„E2“ und MRJ: Sie sind da

Dieser Embraer-Jet, angetrieben von PW1900G-Triebwerken, sieht von vorne aus wie ein Adler.

Bis fast zuletzt blieb offen, ob Embraer seine neue E195-E2 sowie Mitsubishi Aircraft Corporation ihren neuen MRJ90 nach Paris fliegen. Beim MRJ bedeutet die Landung in Paris den ersten Besuch eines MRJ in Europa.

Bis fast zuletzt blieb offen, ob Embraer seine neue E195-E2 sowie Mitsubishi Aircraft Corporation ihren neuen MRJ90 nach Paris fliegen. Jetzt steht fest: Sie sind da! Die „E2“ ist mit einer Sonderlackierung in Le Bourget. Mitsubishi nahm einen seiner Flieger aus dem Flugtestprogramm und flog ihn anlässlich der Luftfahrtmesse via Winnipeg, Goose Bay und dem isländischen Keflavik nach Paris. Die Landung bedeute den ersten Besuch eines MRJ in Europa, teilte das Unternehmen mit.

Embraer, das eine E195-E2 nach Paris schickte, wählte eine besondere Optik: Die Brasilianer ließen einen stilisierten Greifvogelkopf auf die „E2“-Nase lackieren. Weil die E195-E2 wie der MRJ90 zu den Regional Jets gehört, hat auch dieses Flugzeug eine etwas längere Reise mit einigen Zwischenstopps hinter sich: Von der Embraer-Basis in São José dos Campos ging es via Recife und Espargos auf den Kapverdischen Inseln nach Paris.

Zeitenwende im Markt der Kurz- und Mittel­strecken­jets (Beitrag im AEROREPORT 5/2015)

19 June

Mitten in der Markteinführung

Ein MRJ in der Fertigungslinie – Copyright: Mitsubishi Aircraft Corp.

Der letzte Meilenstein ist gerade einmal ein paar Tage alt. Am 1. Juni startete die verlängerte C Series CS300 bei Swiss den Liniendienst. Seither sind die Schweizer die ersten, die mit der CS100 und der CS300 beide Typen aus der modernen Regional Jet-Familie von Bombardier betreiben. Deren aktuelle Auslieferungen stehen beispielhaft für den Schwung, den die neuen Jets in den Luftfahrtmarkt bringen.

„Mit ihren 20 zusätzlichen Sitzen ergänzt das zweite Modell der C Series-Familie unsere aktuelle Flotte ideal", sagte Swiss-Vorstand Thomas Klühr bei der Auslieferung. Ideal heißt im Luftfahrtjargon: Die Betriebskosten pro Sitzplatz sind bei dem für das Flugzeug vorgesehenen Einsatzszenario möglichst gering. Weil die Ausgaben für Treibstoff einen beachtlichen Teil der Airline-Betriebskosten ausmachen, ist der Verbrauch der Triebwerke bei der Rechnung essenziell.

Bei der CS100 und CS300 und den anderen Regionalflugzeugen der neuesten Generation ist die MTU daran ganz wesentlich beteiligt. Bei den PW1500G-Triebwerken aus der ebenso kraftstoffsparenden wie leisen PurePower ® PW1000G-Familie, so die offizielle Typen­bezeichnung, steuert die MTU die schnelllaufende Niederdruckturbine sowie mehrere Stufen des Hochdruckverdichters bei. Auch die Bürstendichtungen kommen aus München.

Das Kerntriebwerk der „Familie“ ist skalierbar. Dadurch lassen sich verschiedene Schubklassen abdecken, ohne den enormen Aufwand einer kompletten Neuentwicklung für jede neue Schubstärke und Größe leisten zu müssen. Gemein ist den Familienmitgliedern auch die Optik: Der vordere Teil der Triebwerke ist vergleichsweise groß – weil der große Fan untergebracht werden muss. Er ist Voraussetzung für die Effizienz des Triebwerks und dank der Geared-Turbofan-Technologie kann jedes Triebwerksmodul an seinem Betriebsoptimum arbeiten. Dies gelingt, weil das Getriebe die schnelllaufende Niederdruckturbine im Verhältnis von 3:1 – und nicht mehr 1:1 – mit dem großen Fan verbindet.

Die MTU ist – entweder exklusiv oder als eine von zwei Triebwerksoptionen – bei allen neuen Regionalanwendungen rund um den Globus mit von der Partie: An der E190-E2 des brasilianischen Herstellers Embraer befindet sich das PW1900G aktuell in der Flugerprobung. Gleiches ist beim PW1400G-JM an der MS-21 aus Russland der Fall sowie dem PW1200G am Mitsubishi Regional Jet (MRJ) aus Japan.

Gerade ein Blick nach Japan zeigt die Stellung, die Hersteller dem Segment der Regional Jets mittlerweile beimessen: Als der MRJ vor eineinhalb Jahren zum Erstflug abhob, war dies der erste neue japanische Passagierjet seit über einem halben Jahrhundert.

19 June

Path of Excellence: MTU-Technologie für die neuen Narrowbodys

Es ist eine der Triebwerkskomponenten, für deren Entwicklung und Fertigung die MTU weltweit bekannt ist: die schnelllaufende Niederdruckturbine.

„Path of Excellence” heißt das Konzept des neuen Messeauftritts der MTU, der Lifetime Excellence für Triebwerke sichtbar und begreifbar machen soll. Wie auf einem Laufsteg präsentieren sich die Original-Exponate und State-of-the-art Multimedia-Anwendungen vor einer eleganten Grafik aus stilisierten Triebwerksgehäusen.

Getriebefan-Technologie als Hologramm
Ein Planetengetriebe zwischen Fan und der Niederdruckwelle mit Niederdruckverdichter und der antreibenden Niederdruckturbine ermöglicht bei den Triebwerken der PurePower® PW1000G-Familie, Fan und Niederdruckturbine und -verdichter mit jeweils optimaler Drehzahl und Effizienz zu fahren. Dadurch verringert sich die Anzahl der Stufen und damit das Gewicht des Antriebs. Die Hologramm-Box, Blickfang auf dem MTU-Messestand, lässt den Betrachter direkt ins Triebwerk schauen und erklärt die technischen Feinheiten des Verkaufsschlagers von Pratt & Whitney, an dem die MTU mit bis zu 18 Prozent beteiligt ist, und im Speziellen die MTU-Komponenten Hochdruckverdichter und schnelllaufende Niederdruckturbine. Airbus A320neo, Embraer E190-E2 und E195-E2, Bombardier C Series CS100 und CS300, Mitsubishi Regional Jet und Irkut MS-21 sind die Anwendungen, die zum Teil exklusiv mit der neuen Antriebstechnologie fliegen. Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen werden um jeweils 16 Prozent, der Lärmteppich um bis zu 75 Prozent reduziert.

Niederdruckturbine des PW1000G
Wesentlicher Bestandteil der neuen Getriebefan-Triebwerke von Pratt & Whitney ist die dreistufige schnelllaufende Niederdruckturbine, die die MTU beisteuert und für die sie mit deutschen Innovationspreisen ausgezeichnet wurde. Sie kann bis zu dreimal schneller laufen als der Fan und benötigt deshalb lediglich drei statt der sonst üblichen fünf bis sechs Stufen. Das dadurch geringere Gewicht bewirkt Reduzierungen bei Kraftstoffverbrauch und Emissionen um 16 Prozent im Vergleich zu derzeitigen Narrowbody-Antrieben. Eine Besonderheit ist die Niederdruckturbine des A320neo-Antriebs PW1100G-JM: Hier kommen erstmals geschmiedete Titanaluminid-Schaufeln zum Einsatz. Zudem werden die Boroskopaugen per additivem Verfahren hergestellt – und das in Serie.

19 June

„Zwischen 100 und 130 Sitzen sind die C Series und E2 wirtschaftlicher“

David H Perry (JP Morgan)

David H Perry (JP Morgan) erklärt im Interview, warum die neuen Regional Jets von Bombardier, Embraer, Irkut und Mitsubishi den Hersteller-Wettbewerb antreiben und wie die beiden großen Hersteller darauf reagieren.

Mr. Perry, die C Series ist bereits im Passagierdienst, E2, MS-21 und MRJ folgen bald. Wie groß ist die Bedrohung für Airbus und Boeing?

David H Perry: Airbus und Boeing wissen, dass der Wettbewerb hart ist und sie ihre Produkte kontinuierlich verbessern müssen. Das passiert gerade mit den A320neo- und 737 MAX-Familien.

Warum fordern Airbus und Boeing die kleineren Hersteller nicht mit Nachfolgern für die 737-600 und A318 heraus?

Perry: Jede Flugzeugfamilie hat ihren „Sweetspot“, eine bestimmte Einsatzspanne, in der sie sich effizient betreiben lässt. Zwischen 100 und 130 Sitzen zum Beispiel sind die C Series und die E2 wirtschaftlicher als Airbus und Boeing, weil sie speziell auf diesen Markt hin entwickelt wurden.

Alle neuen Regional Jets werden von Turbofans angetrieben. Wie sieht die Perspektive für die Turboprops aus?

Perry: Bemerkenswerterweise ist der Turboprop-Markt in den vergangenen zehn Jahren sehr stabil geblieben. Die effizienten neuen Regional Jets werden ihn womöglich unter Druck setzen. Bombardier scheint seine C Series jedenfalls gegenüber dem Turboprop-Geschäft zu priorisieren.

Das komplette Interview mit David H Perry

19 June

Spannende Zeiten für Hersteller

Jim Criswell, PCC Structurals Vice President, Strategic Sales

PCC Structurals aus Portland/Oregon ist einer der wichtigsten Partner der MTU für Feinguss-Bauteile. Kurz vor der Paris Air Show gibt Jim Criswell, PCC Structurals Vice President, Strategic Sales, einen Ausblick auf das Messe- und aktuelle Branchengeschehen.

Herr Criswell, PCC Structurals erzielt rund 70 Prozent seines Umsatzes im Luft- und Raumfahrtgeschäft. Mit welchen Branchentrends rechnen Sie für die Paris Air Show?

Jim Criswell: Wir haben schon viel über die neue Generation moderner Turbofan-Triebwerke, vor allem die LEAP- und PurePower-Reihe, und die neuen, von ihnen angetriebenen Flugzeuge gehört. Viele dieser Technologien werden nun nicht mehr nur in Demonstratoren oder Prototypen, sondern in rundum zertifizierten Serienmodellen verwirklicht. Unternehmen wie Mitsubishi und Embraer werden wahrscheinlich Flugzeuge ausstellen, die sie über eine längere Zeit hinweg entwickelt haben – etwa die MRJ-90, KC-390 und hoffentlich auch einen E-Jet. Hersteller in unserer Branche erleben gerade spannende Zeiten.

Warum und inwiefern sind Werkstoffe und Produktionskompetenzen für innovative Flugzeugtriebwerkstechnologien entscheidend?

Criswell: Dieses Know-how war in unserer Branche schon immer sehr wichtig. Wir müssen uns ständig in allen geschäftlichen Aspekten verbessern. Materialentwicklung und -auswahl sind dafür vor allem bei Metallurgieprozessen entscheidend. Wir prüfen regelmäßig gemeinsam mit den PCC-Divisionen TIMET und Special Metals, mit welchen Werkstoffen wir die Kundenanforderungen optimal erfüllen können.

Wird die additive Fertigung die Gussteilindustrie revolutionieren? Was planen Sie?

Criswell: Die additive Fertigung ist für bestimmte Anwendungen im Gussteilebereich vorteilhaft. Auch wenn sich diese Technologie bei der Fertigung für die Luft- und Raumfahrt bislang nur begrenzt nutzen lässt, sind wir überzeugt, dass sie für die Branche immer wichtiger wird.

Das komplette Interview mit Jim Criswell


Precision Castparts Corporation (PCC) wurde 1956 in Portland (Oregon) gegründet. Heute setzt die Unternehmensgruppe mit weltweit rund 30.000 Mitarbeitern an etwa 160 Fertigungsstandorten jährlich ungefähr 10 Milliarden US-Dollar (2015) um. PCC Structurals, die Ursprungsdivision von PCC, bietet nach eigener Aussage „hinsichtlich Legierungen, Größe und Komplexität das branchenweit breiteste Portfolio an Gussteilen”. Der weltweit führende Hersteller von Feinguss-Strukturkomponenten ist auf Nickelbasis-Superlegierungen, Titan, Edelstahl und Aluminium spezialisiert. Er produziert unter anderem Gehäuse, Kanäle und Naben für die Luft- und Raumfahrt- sowie die Energiebranche. MTU und PCC Structurals arbeiten unter anderem bei Komponenten für das Turbinenzwischengehäuse des GEnx, GP7000 und GE9X zusammen.

Bilder des Tages

14 June

"Lifetime Excellence" mit der MTU

Der MTU-Stand in Le Bourget

Das Bild passt zur Modehauptstadt Paris: Einen „Catwalk“ für Technik und Emotion bringt Deutschlands führender Triebwerkshersteller mit zur International Paris Air Show 2017 (Halle 2A, Stand C254): Auf dem „Path of Excellence“ präsentiert die MTU Aero Engines die Haute Couture ihrer innovativen Produkte und Services – und zwar entlang des gesamten Lebenszyklus‘ ziviler und militärischer Antriebe.

„Der ‚Catwalk‘ ist das stilbildende Element des neuen Standdesigns“, erklärt Dongyun Yang, Leiterin der MTU-Marketingkommunikation. „Die Exponate führen den Besucher thematisch strukturiert über den ‚Path of Excellence‘ durch die MTU-Welt.“

Dabei sind drei Themen zentral: Zivile Luftfahrt, Technologie und Instandhaltung. „Die Schwerpunkte bilden einen Querschnitt durch das MTU-Portfolio, das von der Forschungs- und Entwicklungsarbeit über die High-Tech-Fertigung bis hin zu maßgeschneiderten Aftermarket-Services reicht“, erläutert MTU-Messeleiterin Antje Endter. Eine Holografiebox zur Getriebefan-Technologie zeigt die Vorzüge der PurePower® PW1000G-Triebwerksfamilie in Form eines interaktiven Kommunikationstools. Dazu kommen klassische Exponate wie die schnelllaufende Niederdruckturbine, das GEnx-Turbinenzwischengehäuse oder der Eurofighter-Antrieb EJ200.

Ihre State-of-the-Art-Schlüsseltechnologien bündelt die MTU in einer Technologie-Vitrine. Mit dabei: Additive Fertigung und Hochtemperaturwerkstoffe sowie der Themenbereich Computer-Simulationen. Letztere sind für die MTU inzwischen unersetzlich – werden Prozesse dank virtueller Entwicklung doch deutlich schneller, effizienter und ökonomischer. Doch auch die Airlines profitieren davon. Schließlich erlauben die Tools eine abgesicherte und verbesserte Auslegung der Antriebe.

„Wir verfügen über exzellente Innovationsfähigkeit im Triebwerksbau und ein einzigartiges Instandhaltungs-Know-how“, stellt Programm-Vorstand Michael Schreyögg klar. „Die MTU gehört damit ganz klar zu den Technologieführern in der Branche.“ Sie gehörte zu den ersten Unternehmen überhaupt, die additiv gefertigte Bauteile für den A320neo-Getriebefan produzierten. Bei den Fertigungstechnologien gehört sie seit jeher zur Weltspitze. Gerade erst legte das Unternehmen einmal mehr nach: Für die Herstellung von Hochdruckverdichter-Blisks aus Nickel entwickelte es ein neues Verfahren – das Präzise Elektrochemische Abtragen (PECM).

Lesen Sie mehr über das neue Messekonzept der MTU auf aeroreport.de

14 June

Branchentreff „Le Bourget“

Wenn sich ab Montagmorgen die weltweite Luftfahrtfachwelt in die Messehallen am Pariser Flughafen „Le Bourget“ drängt, wird es wieder eng: Etwa 2300 Aussteller erwarten die Veranstalter, dazu rund 150 000 Fachbesucher sowie 200 000 Gäste bei den Publikumstagen, und fast 300 offizielle Delegationen. Das sind Zahlen auf dem Rekordniveau von vor zwei Jahren. Die International Paris Air Show 2017 ist die große Leistungsschau der Branche. Nirgendwo gibt es in diesem Jahr die aktuellen Luftfahrt-Innovationen geballter und konzentrierter. Vom großen Hersteller bis zum kleinen Nischenzulieferer, was Rang und Namen hat, ist vom 19. bis zum 25. Juni in „Le Bourget“.

„Wir verfügen über exzellente Innovationsfähigkeit im Triebwerksbau und ein einzigartiges Instandhaltungs-Know-how“, sagt Programm-Vorstand Michael Schreyögg. „Die MTU gehört damit ganz klar zu den Technologieführern in der Branche.“

Zum Beispiel mit der schnelllaufenden Niederdruckturbine, ohne die der Geared Turbofan™ gar nicht erst möglich gewesen wäre. Die dahinterstehende PW1000G-Triebwerksfamilie verbraucht gegenüber ihrer Vorgängergeneration 16 Prozent weniger Treibstoff und erzeugt in gleichem Maße weniger Kohlendioxid. Den Lärmteppich beim Start verringert sie um 75 Prozent. „Die Airlines sind damit in der Lage, ihre Betriebskosten signifikant zu senken“, sagt Schreyögg. Auch die geringeren Schallemissionen gehören zu dieser Rechnung, da sie inzwischen mitentscheidend sind über die Höhe der Start- und Landegebühren an Flughäfen. Und bei den Anwohnern sind geringere Lärmemissionen wichtige Voraussetzung für die Akzeptanz eines wachsenden Luftfahrtmarktes.

Um dessen Zukunft geht es natürlich auch am MTU-Messestand (Halle 2A, Stand C254). Deutschlands führender Triebwerkshersteller ist mit einem neuen Konzept nach Paris gekommen. Auf dem „Path of Excellence“ präsentiert die MTU ihre neuesten Innovationen entlang des Lebenszyklus‘ ziviler und militärischer Antriebe. Mit dabei: State-of-the-Art-Schlüsseltechnologien wie additive Fertigungsverfahren, Computer-Simulationen und Hochtemperaturwerkstoffe sowie Reparaturverfahren der Spitzenklasse.

Auf dem „Static Display“ vor den Hallen – aber auch bei den Flugschauen in der Luft – präsentieren die Hersteller ihre neuen Fluggeräte. Airbus fliegt unter anderem einen Airbus A321neo ein, die A380 und den Militärtransporter A400M. Bombardier kündigte die große C Series CS300 an, Dassault die Falcon 8X, Embraer den Transporter KC390, Gulfstream die G550 und G650 sowie Mitsubishi den MRJ90. Und in all diesen Anwendungen ist die MTU mit ihrer Spitzentechnologie an Board.

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