MTU@Paris Air Show 2019

Moderne Marke für moderne Triebwerke

In klarer Schrift und in modischer Kleinschreibung steht das Kürzel „mtu“ für den etwas sperrigen Namen des Gemeinschaftsunternehmens, das am 11. Juli 1969 entstanden ist: MTU Motoren- und Turbinen-Union München GmbH M. A. N. Maybach Mercedes-Benz. Die Triebwerks- und Dieselmotorenaktivitäten von Daimler-Benz und MAN an den Standorten München und Friedrichshafen wurden dafür zusammengelegt. Der ausgeschriebene damalige Firmenname deutet schon an, dass die Wurzeln des Unternehmens, das seit dem Jahr 2000 als MTU Aero Engines firmiert, zurückreichen bis zu den Anfängen der Motorfliegerei.

Einer der „Gründergroßväter“ der MTU war Karl Rapp aus Ehingen, dessen Motorenwerke im Münchner Norden 1917 von den Bayerischen Motorenwerken, kurz BMW, übernommen wurden. Das blau-weiße BMW-Logo zeigt die Herkunft aus dem Flugmotorenbau noch heute: Es stellt stilisiert einen Flugzeugpropeller von vorne in Bewegung dar. Mit Motoren für Zeppelin-Luftschiffe beschäftigten sich Wilhelm Maybach, ehemals Konstrukteur bei Daimler, und sein Sohn Karl, die dafür 1909 in Friedrichshafen ein Unternehmen gründeten. 1934 war das Gründungsjahr der BMW Flugmotoren GmbH auf dem Firmengelände am Nordrand Münchens, auf dem ihre Rechtsnachfolgerin MTU Aero Engines heute noch ihre Zentrale hat. 1989 wurde die MTU Teil der Daimler-Unternehmensgruppe Dasa, 2000 trennten sich die Unternehmensteile bei der Gründung der EADS, heute Airbus Group. Die MTU Friedrichshafen mit ihrem Schwerpunkt auf Großdieselmotoren gehört heute zu Rolls-Royce Power Systems. 

„Die Daimler-Benz AG und die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG entschieden sich, die bereits bestehende Gemeinsamkeit in der Entwicklung und Forschung von Fluggasturbinen und Strahltriebwerken nunmehr auch auf die Fertigung und den Vertrieb auszudehnen“, hieß es in der ersten Ausgabe der „mtu heute“, der damaligen MTU-Mitarbeiterzeitung. Und die Top-News war der Flugzulassungslauf, den das neue Triebwerk MTU/RB 193-12 absolviert hatte – für den geplanten Senkrechtstarter VAK 191 B. Der ist über das Prototypenstadium nie hinaus gekommen und längst Geschichte, doch eine weitere Schlagzeile mutet hochaktuell an: „Der Mangel an Arbeitskräften in der deutschen Wirtschaft ist auch für die MTU ein besonderes Problem“, hieß es in der „mtu heute“ von 1970. Grund war der Hochlauf des modernsten Triebwerks seiner Zeit, des CF6-50, an dem sich die MTU beteiligen konnte.

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