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23. Mai 2012
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Getriebefan – Pratt & Whitney und MTU bauen Antrieb der Zukunft

München, 20. Juni 2011 - Leiser, sparsamer und schadstoffärmer, so müssen Luftfahrtantriebe von morgen sein. Mit dem Getriebefan (GTF) PurePower PW1000G realisieren Pratt & Whitney und die MTU Aero Engines das Antriebskonzept der Zukunft und wollen auf ihm aufbauend eine komplette Triebwerksfamilie schaffen. Die neue Technologie verspricht eine Absenkung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen um je 15 Prozent und eine Halbierung des subjektiv empfundenen Lärms.

Das Konzept überzeugt: So bietet Airbus den GTF für die A320neo an. Damit lockt der größte absehbare GTF-Auftrag, denn der europäische Flugzeughersteller schätzt das Marktvolumen dieses Typs über die gesamte Lebensdauer gesehen auf rund 4.000 Maschinen. Bombardier stattet mit ihm exklusiv die neue CSeries aus, Mitsubishi den MRJ und Irkut die MS-21. Weiter optimiert könnten mit dem GTF insgesamt 30 Prozent Einsparungen erzielt werden. Die MTU Aero Engines hat das in ihrem Technologieprogramm Claire (Clean Air Engine) formuliert.

Der Clou der neuen GTF-Antriebstechnologie ist ein Untersetzungsgetriebe zwischen Fan und Niederdruckturbine; bei herkömmlichen Triebwerken sind beide durch eine Welle miteinander verbunden. Die Turbine treibt den Fan an. Durch die Entkoppelung kann der Fan mit seinem großen Durchmesser langsamer drehen und die Turbine erheblich schneller. Dadurch erreichen beide Komponenten ihr jeweiliges Optimum und verhelfen dem Getriebefan zu einem sehr hohen Wirkungsgrad. Das verringert Treibstoffverbrauch, Kohlendioxidausstoß und Lärmentwicklung erheblich; zudem wird der Antrieb leichter, da weniger Teile und Stufen benötigt werden.

Die MTU steuert zum GTF mit der schnelllaufenden Niederdruckturbine eine Schlüsselkomponente bei. Das Besondere: Diese Technologie beherrscht weltweit nur Deutschlands führender Triebwerkshersteller. Desweiteren hat die MTU zusammen mit Pratt & Whitney einen neuen Hochdruckverdichter entwickelt. Dieser transsonische Kompressor erreicht mit nur acht Stufen ein Druckverhältnis von 17:1 und einen deutlich höheren Wirkungsgrad. Damit schlägt er die meisten zivilen Modelle um Längen. Die ersten vier Stufen stammen von der MTU, die letzten vier von Pratt & Whitney. Der komplette Kompressor entsteht in der innovativen Blisk-Bauweise. Blisks (Blade Integrated Disks) sind Hochtechnologie-Bauteile, bei denen Scheibe und Schaufeln aus einem Stück gefertigt sind und nicht mehr zusammengesteckt werden. Das erhöht die Festigkeit und verringert das Gewicht. Insgesamt hält die MTU am GTF einen Programmanteil von 15 Prozent.

Claire

Im Getriebefan steckt weiteres Einsparpotenzial: Optimiert man ihn weiter durch eine noch effizientere Schuberzeugung – etwa durch die Weiterentwicklung des Antriebs oder den Einsatz eines ummantelten gegenläufigen Fans, dessen Grundlagen die MTU bereits in den 1980er-Jahren entwickelt hat - und im nächsten Schritt um einen Wärmetauscher lassen sich eine Kraftstoff- und CO2-Reduzierung bis zu 30 Prozent erzielen. Die MTU peilt diese Marke mit ihrem Technologieprogramm Claire an und will sie im Jahr 2035 erreichen. Damit werden die ACARE-Ziele deutlich übertroffen und die Geräuschentwicklung drastisch verringert.

Die MTU Aero Engines ist Deutschlands einziger unabhängiger Triebwerkshersteller, weltweit eine feste Größe und technologisch führend bei Hochdruckverdichtern, Niederdruckturbinen, Fertigungs- und Reparaturverfahren. Im Geschäftsjahr 2010 haben rund 7.900 Mitarbeiter einen Umsatz in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die MTU Maintenance ist der weltweit größte unabhängige Anbieter von Instandhaltungsdienstleistungen für zivile Luftfahrtantriebe; im militärischen Bereich ist die MTU der Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr.


Ihre Ansprechpartner:

Eckhard Zanger
Tel.: + 49 (0)89 14 89-91 13
Mobil: + 49 (0) 176-1000 6158

Odilo Mühling
Tel.: +49 (0)89 14 89-26 98
Mobil: +49 (0) 176-1001 7859

 
 
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