Basis-Presseinformation
MTU Aero Engines - Experte für militärische Antriebe
- Systempartner für fast alle Flugtriebwerke der Bundeswehr
- Internationalisierung durch Export und lokale Präsenz
München, 20. Juni 2011 – Die MTU Aero Engines ist Deutschlands führender und einziger unabhängiger Triebwerkshersteller sowie eine feste Größe weltweit. Sie verfügt über die volle Systemfähigkeit im Triebwerksbau, entwickelt, fertigt, vertreibt und betreut zivile und militärische Luftfahrtantriebe. Als Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr erledigt sie sämtliche Systemführungsaufgaben – angefangen bei der Bereitstellung von Basistechnologien über die Entwicklung und Fertigung von Triebwerken und deren Komponenten bis hin zur Instandhaltung und einem umfassenden Kundendienst. Die wichtigsten militärischen Programme sind das TP400-D6, der Antrieb des neuen Militärtransporters A400M, das EJ200 des Eurofighters, der Tornado-Antrieb RB199 und das MTR390 des deutsch-französischen Kampfhubschraubers Tiger. Das Unternehmen ist auch an vier militärischen Antrieben von General Electric (GE) beteiligt, dem F404, F414, F110 und dem GE38.
Antrieb für den A400M
Das TP400-D6 des Militärtransporters A400M ist die stärkste Propellerturbine der westlichen Welt; vier Triebwerke bringen ein Flugzeug in die Luft. Das dreiwellige Triebwerk hat einen Propeller mit einem Durchmesser von 5,3 Metern und kommt auf eine maximale Leistung von 11.000 Wellen-PS. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der größten Triebwerkshersteller Europas: neben der MTU die spanische ITP, die französische Snecma und Rolls-Royce, Großbritannien. Die MTU entwickelt und baut den Mitteldruckverdichter sowie die Mitteldruckturbine und entwickelt zusammen mit Snecma die Triebwerksregelung. Bei der MTU Maintenance Berlin-Brandenburg in Ludwigsfelde steht der einzige Serienprüfstand; er ist einer der modernsten der Welt. Auf ihm laufen Entwicklungstests und Serienabnahmetests. Zudem erfolgt von hier aus die Auslieferung der Antriebe an den Kunden.
Power für den Eurofighter
Das EJ200 ist weltweit eines der modernsten Triebwerke seiner Klasse. Der Eurofighter-Antrieb ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt und wird unter dem Dach des Triebwerkskonsortiums Eurojet von vier Unternehmen entwickelt und gebaut: der MTU, Avio (Italien), ITP (Spanien) und Rolls-Royce (Großbritannien). Aus Deutschland kommen Nieder- und Hochdruckverdichter sowie die elektronische Triebwerksregelung. Die MTU ist auch für Montage und Prüfläufe der deutschen Triebwerke verantwortlich – Programmanteil: 30 Prozent. Das EJ200 hat gute Exportchancen: Die erste Bestellung über 15 Eurofighter/Typhoon-Maschinen kam aus Österreich; 72 Maschinen gehen nach Saudi-Arabien. Verbunden mit einer umfang-reichen industriellen Kooperation interessiert sich auch Indien für den Kampfjet: Der Eurofighter/Typhoon ist einer von zwei Kandidaten, die für die Beschaffung von 126 neuen Flugzeugen für die Indische Luftwaffe in Frage kommen.
Tiger-Antrieb
Auch der deutsch-französische Kampfhubschrauber Tiger hat die ersten Exporterfolge erzielt: Australien hat 22 Maschinen geordert, Spanien 24. Die spanischen Helikopter werden mit den um 14 Prozent leistungsstärkeren Antrieben MTR390-E ‚Enhanced’ ausgestattet. Entwickelt werden diese Antriebe in Zusammenarbeit mit der spanischen ITP unter dem Dach der MTRI GmbH. Die Gesellschaft ist ein Schwesterunternehmen der MTU Turbomeca Rolls-Royce GmbH (MTR), die für die Vermarktung des MTR390-2C-Basisantriebs des Tigers zuständig ist. Partner sind die MTU, die französische Turbomeca und Rolls-Royce aus Großbritannien. Deutschland und Frankreich erhalten je 171 Triebwerke für jeweils 80 Hubschrauber. Beide Nationen sind an der leistungsgesteigerten Antriebsvariante interessiert und haben ihrer Bestellung zum Teil auf die neue Version umgestellt.
Schub für den Tornado
Das Tornado-Triebwerk RB199 ist ein Gemeinschaftsprojekt der MTU, Avio und Rolls-Royce und wird noch über viele Jahre zum Portfolio des Münchner Unternehmens gehören. Nach Auslauf der Serie konzentrieren sich die Aktivitäten auf die Ersatzteilversorgung und die technische und logistische Betreuung; die Instandsetzung findet in der Betriebsstätte der MTU im Fliegerhorst Erding in Kooperation mit der Luftwaffe statt. Die MTU hat zwischenzeitlich unter anderem Hoch- und Mitteldruckverdichter, die Mitteldruckturbine und den Triebwerksregler DECU optimiert. Das verlängert die Lebensdauer, reduziert Lebenswegkosten, verhindert Schadensfälle und Verschleiß.
Neben den aktuellen Programmen ist für die MTU die Instandhaltung von Triebwerken ein wichtiges Segment, die nicht mehr in Serie gefertigt werden: Repariert und überholt werden beispielsweise das Tyne der Transall, das RR250-C20 des PAH1-Helikopters und das T64 des Hubschraubers CH-53.
Kooperation mit der Luftwaffe
Mit ihrer Kooperation haben die Bundeswehr und die MTU im Jahr 2002 einen neuen Weg der Zusammenarbeit eingeschlagen. Die Vereinbarung regelte im ersten Schritt die Zusammenarbeit der Streitkräfte mit der Industrie bei der Instandhaltung des Eurofighters und seiner Ausrüstung. Die Betreuung des EJ200-Triebwerks findet nur mehr bei der MTU Aero Engines in München statt; sie trägt die Verantwortung. Die Neuorganisation verhindert Doppelkapazitäten, nutzt Ressourcen optimal, spart Zeit und Kosten. Die Luftwaffe bleibt in den Gesamtpro-zess eng eingebunden und sichert sich so wertvolles Triebwerks-Knowhow.
Die Kooperation läuft so erfolgreich, dass sie auf weitere Antriebe ausgedehnt wurde: Mitte November 2005 vereinbarten die MTU und das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung, dass auch die Triebwerke RB199 (Tornado), J79 (Phantom) und RR250-C20 (PAH1-Hubschrauber) im Rahmen der Kooperation betreut werden. Das EJ200 wird bei der MTU in München instandgesetzt; die Betreuung von RB199, RR250-C20 und J79 erfolgen am Luftwaffenstandort in Erding. Die MTU-Betriebsstätte in Erding ist die erste zivile Instandsetzungslinie innerhalb einer Luftwaffen-Liegenschaft. Auch der Tiger-Antrieb MTR390 wurde zwischenzeitlich in die Kooperation aufgenommen; instandgehalten wird er ebenfalls in Erding.
Präsenz auf dem US-Militärmarkt
Die MTU hat den Sprung auf den US-Militärmarkt, den größten der Welt, geschafft und hält als Risk- and Revenue-Sharing-Partner Programmbeteiligungen an den GE-Triebwerken F404, F414, F110 und GE38. Das F414 treibt das zweistrahlige Kampfflugzeug F/A-18 Super Hornet der U.S. Navy an. Das F404 gehört zu den erfolgreichsten militärischen Luftfahrtantrieben; mehr als 3.800 Triebwerke bringen weltweit verschiedene Flugzeugtypen in die Luft, darunter die F/A-18A/B/C/D. Das F110 treibt die Jets F-15 und F-16 an.
Am Hubschrauberantrieb GE38 hält die MTU 18 Prozent und steuert die Nutzturbine bei; zudem hat sie sich die Lizenzen für die Instandhaltung, Endmontage und das Testing der GE38-Modelle eines künftigen europäischen schweren Transporthubschraubers gesichert. Erste GE38-Anwendung ist der Helikopter CH-53K von Sikorsky Aircraft Corporation, der mit je drei Antrieben ausgestattet wird. Über 200 Maschinen sind als Ersatz für die CH-53E SUPER STALLIONTM-Hubschrauber geplant. Mit dem GE38 verbindet die MTU eine Premiere: Erstmals übernimmt sie im Rahmen eines militärischen US-Triebwerksprogramms neben Fertigungsaufgaben volle Entwicklungsverantwortung. In München finden auch Zulassungstests statt.
Beteiligung im Nahen Osten
Die MTU engagiert sich auch im Nahen Osten und hat sich eine Beteiligung an der Middle East Propulsion Company (MEPC) in Saudi-Arabien gesichert. Das Unternehmen ist auf die Instandhaltung militärischer Triebwerke spezialisiert; Hauptkunde ist die Royal Saudi Air Force (RSAF) mit ihren F100-Triebwerken von Pratt & Whitney, die den Boeing-Kampfjet F-15 antreiben, sowie den T56-Triebwerken der Hercules C-130. Das MEPC-Portfolio wird jetzt erweitert: Hinzukommen unter anderem Module des Tornado-Triebwerks RB199 und des Euro-figher-Antriebs EJ200.
Die MTU Aero Engines ist global aufgestellt und hat Tochtergesellschaften in Deutschland – Berlin-Brandenburg und Hannover -, Polen, Nordamerika, Malaysia und China. Weltweit sind rund 7.900 Mitarbeiter beschäftigt; im Geschäftsjahr 2010 wurde ein Umsatz von rund 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die MTU Maintenance ist der weltweit größte unabhängige Anbieter von Instandhaltungsdienstleistungen für zivile Luftfahrtantriebe. Technologisch nimmt die MTU Aero Engines einen Spitzenplatz ein: Paradedisziplinen sind die Niederdruckturbinen- und Hochdruckverdichter-Technologien sowie Herstell- und Reparaturverfahren.
Ihre Ansprechpartner:
Eckhard Zanger
Tel.: + 49 (0)89 14 89-91 13
Mobil: + 49 (0) 176-1009 6158
Odilo Mühling
Tel.: +49 (0)89 14 89-26 98
Mobil: + 49 (0) 176-1001 7859

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