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10. Feb. 2012
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MTU Aero Engines arbeitet am Triebwerk von morgen

München, 20. Juni 2011 – Seit Jahren arbeitet die MTU Aero Engines an neuen Technologien, um künftige Antriebe noch umweltverträglicher zu machen. Die Mühe lohnt sich: Branchenexperten sagen der Luftfahrt gute Wachstumschancen voraus. Bis zum Jahr 2020 soll sich der Verkehr über den Wolken verdoppeln. In enger Kooperation mit bedeutenden Akteuren der Branche entwickelt Deutschlands führender Triebwerkshersteller neuartige Antriebssysteme und Technologien in allen Schub- und Leistungsklassen. Die MTU ist in den wesentlichen Forschungsvorhaben auf nationaler und internationaler Ebene aktiv.

Getriebefan

Das Antriebskonzept der Zukunft ist der Getriebefan (GTF). Er zeichnet sich durch ein Untersetzungsgetriebe zwischen Fan und Niederdruckturbine aus. Bei herkömmlichen Antrieben sind beide durch eine Welle miteinander verbunden. Durch die Entkoppelung kann der Fan mit seinem großen Durchmesser langsamer drehen und die Turbine erheblich schneller. Beide Komponenten erreichen so ihr Optimum und verhelfen dem Getriebefan zu einem sehr hohen Wirkungsgrad sowie einer niedrigeren Geräuschentwicklung. Realisiert wird der GTF von der MTU in Zusam-menarbeit mit Pratt & Whitney; er ist Ausgangpunkt für eine neue Triebwerksfamilie. Hauptanwendung findet der GTF als Re-engining-Option in der A320neo von Airbus. Weitere Anwendungen sind die Regionalflugzeuge CSeries von Bombardier, der MRJ von Mitsubishi sowie das neue Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeug von Irkut, die MS-21.

Claire

Zusammen mit dem Bauhaus Luftfahrt hat die MTU ein ambitioniertes Programm zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes von Luftfahrtantrieben erarbeitet: Mit dem Technologievorhaben Clean Air Engine (Claire) will man bis zum Jahr 2035 eine CO2-Reduzierung von bis zu 30 Prozent erreichen. Damit werden nicht nur die ACARE-Ziele deutlich übertroffen, sondern auch die Geräuschentwicklung drastisch gesenkt.

Das Claire-Programm basiert auf dem Getriebefan und hat drei Stufen: Mit dem Einsatz der bis dahin serienreifen GTF-Technologie will man in der ersten Etappe ab etwa 2012 die CO2-Emission um rund 15 Prozent senken und den subjektiv empfundenen Lärm halbieren. Schlüsselkomponenten sind die einzigartige schnelllaufende Niederdruckturbine made by MTU und ein Hochdruckverdichter, der gemeinsam von der MTU und Pratt & Whitney gebaut wird. Dieser neue transsonische Kompressor wird mit nur acht Stufen ein Druckverhältnis von 17:1 und einen deutlich höheren Wirkungsgrad erreichen. Damit schlägt er die meisten zivilen Modelle um Längen.

Im zweiten Schritt soll die CO2-Reduzierung bis zum Jahr 2025 auf mindestens 20 Prozent erfolgen. Der Schlüssel zum Erfolg ist eine noch effizientere Schuberzeugung - etwa durch die Weiterentwicklung des GTF oder den Einsatz eines ummantelten gegenläufigen Fans, dessen Grundlagen die MTU bereits in den 1980er-Jahren entwickelt hat. Für das Jahr 2035 rechnet die MTU mit dem Erreichen der gesteckten Zielmarke von 30 Prozent. In der dritten und letzten Phase wird die Nutzung der Energie im Kerntriebwerk weiter optimiert, zum Beispiel durch einen Wärmetauscher.

Weitere Technologieinitiativen

Maßgeblich beteiligt ist die MTU auch am nationalen Luftfahrtforschungsprogramm sowie den EU-Forschungsprojekten Clean Sky, Newac und Dream.

Beim Luftfahrtforschungsprogramm ist die MTU der industrielle Hauptpartner. Sie arbeitet eng mit Universitäten und Instituten zusammen und konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Technologien für Hochdruckverdichter und Niederdruckturbinen, um deren Wirkungsgrad weiter zu erhöhen. Die Optimierung von Blisk-Fertigungsverfahren ist ebenfalls ein Programmbestandteil. Blisk steht für Blade Integrated Disk und bezeichnet ein Hochtechnologie-Bauteil, bei dem Schaufel und Scheibe integral hergestellt werden. Das erhöht die Festigkeit und reduziert das Gewicht. Bei dieser Technologie nimmt die MTU weltweit einen Spitzenplatz ein. Neue Lösungen zu niedrigeren Herstellkosten unterstreichen ihre Führungsposition.

Clean Sky

Clean Sky ist das größte Technologieprogramm, das die EU im Luftfahrtbereich jemals gestartet hat. Los ging’s im Herbst 2008; laufen soll es bis mindestens 2014. In seinem Rahmen bauen die führenden europäischen Triebwerkshersteller fünf verschiedene Demonstrator-Triebwerke - eines davon verantwortet die MTU. Basis ist der Getriebefan. Im Mittelpunkt der MTU-Arbeiten steht die schnelllaufende Niederdruckturbine für die nächste Generation von Getriebefans. Ziel ist die Demonstration der Technologiereife neuer gewichtssparender Bauweisen und Materialien unter weiter gesteigerten mechanischen und thermischen Belastungen sowie der Nachweis fortschrittlicher aerodynamischer Designs der Beschaufelung. Künftige GTF-Antriebe sollen damit noch effizienter und leichter gemacht werden.

Newac

Ein weitgehend abgeschlossenes Programm auf europäischer Ebene ist Newac (New Aero Engine Core Concepts). Unter der Leitung der MTU befassen sich die führenden europäischen Triebwerkshersteller im Verbund mit Universitäten und Forschungsinstituten mit neuen Konzepten für Kerntriebwerke, die von verbesser-ten konventionellen Gasturbinen über Triebwerke mit Zwischenkühler bis zum Abgaswärmetauscher-Antrieb reichen. Die MTU konzentriert sich auf die aktive Regelung von Hochdruckverdichtern, um künftige Kompressoren effektiver zu machen.

Dream

Beim Technologieprogramm Dream (ValiDation of Radical Engine Architecture SysteMs) geht es um die Entwicklung neuer Triebwerkskonzepte. Die MTU Aero Engines untersucht gemeinsam mit Partnern Turbinenzwischengehäuse und beschäftigt sich mit Aktiver Spaltkontrolle.

Durch alle Technologieaktivitäten will die MTU ihre Position als Kooperationspartner der führenden Hersteller dieser Branche stärken. Paradedisziplinen sind die Hochdruckverdichter- und Niederdruckturbinen-Technologien sowie Fertigungs- und Reparaturverfahren. Das Unternehmen ist Deutschlands einziger unabhängiger Triebwerkshersteller und weltweit eine feste Größe. Heute beschäftigt die MTU ins-gesamt über 7.900 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein Umsatz in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro erzielt. Die MTU Maintenance ist der weltweit größte unabhängige Anbieter von Instandhaltungsdienstleistungen für zivile Luftfahrtantriebe und im militärischen Bereich ist die MTU der Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr.


Ihre Ansprechpartner:

Eckhard Zanger
Tel.: + 49 (0)89 14 89-91 13
Mobil: + 49 (0) 176-1000 6158

Odilo Mühling
Tel.: +49 (0)89 14 89-26 98
Mobil: +49 (0) 176-1001 7859

 
 
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