Additive Fertigung

Additive Fertigung

Additive Verfahren erobern eine Wirtschaftsbranche nach der anderen. Im Triebwerks-bau ist der MTU ein Durchbruch gelungen: Als eines der ersten Unternehmen stellt sie Serienbauteile her. Per selektivem Laserschmelzverfahren (Selective Laser Melting = SLM) entstehen in München Boroskopaugen für das A320neo-Triebwerk, das Pu-rePower® PW1100G-JM von Pratt & Whitney.

Beim SLM-Verfahren wird das 3D-Modell des zu fertigenden Teils am Rechner in einzelne Schichten zerlegt. Nach diesem Bauplan baut ein Laser die Schichten auf einer Bauplattform nach und nach aus einem pulverförmigen Ausgangsmaterial auf. Die Pulver-partikel werden lokal aufgeschmolzen und so miteinander verbunden. Die Vorteile: Mit Additiven Verfahren können komplexe Bauteile, die herkömmlich nicht oder nur sehr aufwendig gefertigt werden, mit geringerem Material- und Werkzeugeinsatz hergestellt werden. Die Realisierung neuer Designs wird möglich, Entwicklungs-, Fertigungs- und Lieferzeiten verkürzen sich deutlich und die Herstellkosten sinken. Das Additive Verfahren eignet sich vor allem für schwer zerspanbare Werkstoffe, etwa Nickellegierungen. Dank seiner Flexibilität empfiehlt sich das Verfahren insbesondere für die Fertigung von Kleinserien oder individuell aufgebauten Bauteilen.

In Technologieprojekten und Technologieprogrammen entwickelt die MTU das additive Verfahren mit hoher Priorität weiter: Es geht um neue Designs, neue Bauteile - denkbar sind Verdichter- und Turbinenschaufeln sowie Strukturbauteile - und neue Werkstoffe. Im Rahmen des größten europäischen Technologieprogramms Clean Sky arbeitet die MTU derzeit an einem additiv gefertigten Dichtungsträger: Der Innenring mit integralen Honigwaben soll im Hochdruckverdichter verbaut und zu einer Gewichtsreduzierung beitragen - einem Hauptziel in der Luftfahrt.