Die 70er- und 80er-Jahre

1971 – Start ins zivile Triebwerksgeschäft

Neben den Aktivitäten im militärischen Triebwerksbau gewann in den 1970er-Jahren die Entwicklung ziviler Antriebe immer mehr an Bedeutung. Nachdem sich bereits die MTU-Vorgängerin M.A.N. Turbo in diesem Marktsegment engagiert hatte, wurde dieser Unternehmenszweig nun kontinuierlich ausgebaut. 1971 kam es zur Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags mit GE für die Fertigung des CF6-50, dem Antrieb für den Airbus A300.

1979 – Diversifikation dank Nachfrage

Steigende Nachfrage nach Repair & Overhaul-Aktivitäten führten 1979 zur Gründung der MTU Maintenance Hannover in Langenhagen und der Trennung dieses Unternehmensbereichs von der Produktion in München. Und dies war nur der Anfang der Entwicklung mit stetig steigender Nachfrage nach Maintenance-Aktivitäten: 1991 wurde die MTU Maintenance in Ludwigsfelde/Brandenburg gegründet. Wartungen und Prüfläufe sowie weltweiter Service bestimmten die Anfänge der MTU Maintenance-Dienstleistungen.

1983 – Die MTU beteiligt sich an V2500

Die IAE (International Aero Engines) zur Entwicklung und Vermarktung des V2500 wird gegründet. Gründungsmitglieder sind neben der MTU Aero Engines, Rolls-Royce und Pratt & Whitney, die Japanese Aero Engines Corporation JAEC und FiatAvio. Die Fiat-Gruppe trennt sich in den 1990er-Jahren von ihren Anteilen, welche je zur Hälfte von Rolls-Royce und Pratt & Whitney übernommen werden.

1985 – Die MTU wird 100-prozentige Tochter der Daimler-Benz AG

Die M.A.N. AG verkauft ihren 50-Prozent-Anteil an die Daimler-Benz AG. Entsprechend wird die MTU eine 100-Prozent-Tochtergesellschaft von Daimler-Benz. Im gleichen Jahr beginnt die Zusammenarbeit mit Pratt & Whitney Canada.

1986 – Die MTU beteiligt sich am EJ200

Die Eurojet Turbo GmbH wird 1986 von Spanien, Italien, Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland als gemeinsames Unternehmen gegründet, um das Antriebssystem EJ200 für den Eurofighter zu entwickeln und zu produzieren. Die Anteilseigner sind neben der MTU Aero Engines, Rolls-Royce, FiatAvio und ITP.

1989 – Gründung der Deutschen Aerospace (DASA)

Am 19. Mai 1989 wurde die MTU-Gruppe Teil der neugegründeten DASA, der Deutschen Aerospace AG, zu der auch Teile der AEG sowie Dornier und MBB gehörten. Damit war erstmals praktisch die gesamte deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie unter einem gemeinsamen Dach vereint. Daimler-Benz war zu einem Konzern geworden, der Motoren, Fahrzeuge sowie Flug- und Raumfahrtgeräte für die Fortbewegung zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum baute und die Visionen des Daimler-Chefs Edzard Reuter von einem integrierten Technologie-Konzern umgesetzt hat.

1989 – Power für den „Tiger“

Das Unternehmen MTR wird von MTU, Safran Helicopter Engines und Rolls-Royce gegründet. In Kooperationen entsteht das Wellenleistungstriebwerk MTR390 mit freier Nutzturbine. Es kommt im deutsch-französischen Unterstützungs- und Panzerabwehrhubschrauber „Tiger“ zum Einsatz. Für die Export-Kunden Australien und Spanien wird in späteren Jahren eine leistungsstärkere Version – das MTR390 Enhanced (MTRI) – entwickelt. Der MTU-Anteil am MTR390 umfasst das Kerntriebwerk mit Brennkammer und Gaserzeugerturbine sowie einige Anbaugeräte.