Die 2010er-Jahre

2010 – MTU Maintenance steigt in das GE90-Programm ein

Die MTU Maintenance Hannover erweitert ihr Produktportfolio und nimmt die GE90-110/115 das schubstärkste Triebwerk der Welt in die Instandhaltung auf. Schon knapp neun Monate später kann das Hannoveraner Unternehmen mit drei Erstkunden für diesen Giganten aufwarten. Die beiden Versionen des GE90 bringen die Boeing 777, das größte zweistrahlige Passagierflugzeug der Welt, in die Luft.

2010 – Airbus startet A320neo

Der europäische Flugzeugbauer entscheidet sich für den Bau einer deutlich verbesserten Version der A320-Familie – der A320neo. Hauptmerkmal dieses Flugzeugs sind seine Triebwerke; sie tragen maßgeblich zu einer Kraftstoff- und CO₂-Reduzierung um 16 Prozent bei und verringert den Lärmteppich um 75 Prozent. Die MTU Aero Engines ist am PW1100G-JM beteiligt, das als erstes für die A320neo gewählt wurde.

2011 – MTU nimmt 18 Prozent am PW1100G-JM

Die MTU Aero Engines übernimmt am Getriebefan PurePower® PW1100G-JM einen Programmanteil von 18 Prozent. Das Triebwerk bringt die Airbusfamilie A320neo in die Luft. Die MTU ist beim PW1100G-JM nicht nur für die schnelllaufende Niederdruckturbine und die Hälfte des Hochdruckverdichters zuständig; sie erhält auch die Endmontage von rund einem Drittel der Triebwerke.

2011 – TP400 erhält Typenzulassung

Der Antrieb für den Militärtransporter A400M von Airbus erhält von der europäischen Luftfahrtbehörde EASA die Typenzulassung. Das TP400-D6 ist der stärkste Turboprop der westlichen Welt; er wird vom europäischen Konsortium Europrop International (EPI) gemanagt. Die MTU Aero Engines ist einer der EPI-Partner und beim Triebwerk für Mitteldruckverdichter, -turbine und -welle, die Software der Regelung sowie die Endmontage und die Serienabnahmeläufe verantwortlich.

2011 – Die MTU Maintenance Dallas

Die MTU Maintenance Dallas ist MTUs Kompetenzzentrum für On-Site- und On-Wing-Services und ging aus der Übernahme eines 75-Prozent-Anteils am Vor-Ort-Service-Spezialisten Retan Aerospace durch die MTU Aero Engines im August 2011 hervor. Betreut wird ein breites Spektrum von Triebwerkstypen; darunter CF34, CFM56, V2500, CF6, GE90, PW2000 und PW4000. Im Oktober 2013 ist die MTU-Tochter an einen größeren Standort gezogen, um ihre Triebwerksinstandhaltungs- und die damit verbundenen Lagerkapazitäten zu vergrößern. Die Niederlassung steht für hochflexible, schnell reagierende Instandhaltung vor Ort. Mit der MTU Maintenance Dallas erweitert die MTU konsequent ihr Netzwerk in Richtung On-Wing-Service für ihre wichtigen Märkte in den USA und auf dem amerikanischen Kontinent.

2012 – MTU baut neue Fertigungshalle

Auf dem Werksgelände an der Dachauer Straße beginnt die MTU Aero Engines mit dem Bau einer komplett neuen Fertigungshalle. In ihr werden die Verdichter-Blisken des Getriebefans PurePower® PW1000G produziert. Die MTU ist weltweit einer der führenden Blisk-Hersteller; ab 2020 sollen pro Jahr bis zu 3.000 Stück dieser hochmodernen Verdichter gefertigt werden.

2013 – Die Zukunft: Claire II/III

Clou der GTF-Antriebstechnologie ist ein Untersetzungsgetriebe zwischen dem Fan und der Niederdruckwelle mit Niederdruckverdichter und der antreibenden Niederdruckturbine. Das erhöht den Wirkungsgrad und senkt den CO₂-Ausstoß um 16 Prozent. Durch weitere Optimierungen soll bis 2030 ca. 25 Prozent weniger CO2 emittiert und der Lärmpegel weiter gesenkt werden.

Beim dritten und letzten Claire-Schritt geht es um gravierende Veränderungen, die jenseits der bekannten Gasturbinen liegen können. Die MTU erarbeitet gemeinsam mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen Studien für diese Phase. Es geht etwa um hocheffiziente Wärmekraftmaschinen mit extrem hohen Drücken oder die Einführung rekuperativer Elemente zur Verbesserung des thermodynamischen Kreisprozesses. Auch abgeschirmte Propellerantriebe oder am ganzen Flugzeug verteilte Fans sind denkbar. Für das Jahr 2050 sind 40 Prozent weniger Kraftstoff anvisiert.

2013 – MTU und Sumitomo Corporation bündeln Kompetenzen im Triebwerksleasing

Die MTU Maintenance und die japanische Sumitomo Corporation, eines der größten Handelshäuser der Welt, haben zwei neue Joint Venture-Gesellschaften gegründet, um gemeinsam ihr Leasinggeschäft mit zivilen Flugtriebwerken auszubauen.

Die MTU Maintenance Lease Services B.V., ein 80:20 Joint Venture zwischen der MTU Maintenance und Sumitomo Corporation, hat ihren Sitz in Amsterdam, Niederlande, und bietet Airlines, MRO-Unternehmen (MRO, Maintenance, Repair und Overhaul) und Lessoren kurz- und mittelfristige Leasingoptionen an. Die Sumisho Aero Engine Lease B.V., ein 90:10 Joint Venture zwischen Sumitomo Corporation und MTU Aero Engines ist auf langfristige Leasingangebote für ihre Kunden ausgerichtet.

Als Teil ihrer Zusammenarbeit wird die MTU Maintenance der Sumitomo Corporation mit ihrem langjährigen technischen Know-how zur Seite stehen, insbesondere bei den Triebwerkstypen aus ihrem bestehenden Portfolio. Dazu gehören die Typen CFM56, V2500, GE90, CF34, CF6, und PW2000. Darüber hinaus wird die MTU Maintenance aber auch ihr Wissen über zukünftige Triebwerksprogramme einbringen.

2014 – Die MTU beteiligt sich am GE9X für die neue „Triple Seven“

Als sich die Spitzen von GE, MTU Aero Engines, der IHI Corporation, Safran Aircraft Engines und Safran Aero Boosters Mitte Juli auf der Farnborough International Airshow trafen, feierten die Manager einen wichtigen Meilenstein: den Partnervertrag für das neue Triebwerk GE9X. Es ist der Exklusivantrieb des neuen Langstreckenjets Boeing 777X, der im Jahr 2020 in Dienst gestellt werden soll.
(Foto: Boeing)

2014 – Logistikzentrum feierlich eingeweiht

Auf den 5.600 Quadratmetern des neuen Logistikzentrums mit momentan zwei Hallenebenen werden in Zukunft Wareneingang, Zoll und Außenwirtschaft sowie Wareneingangsprüfung zusammengeführt. Die Investition in Höhe von rund zehn Millionen Euro war mit Blick auf den Produktionsanstieg unter anderem durch das PW1100G-JM in den nächsten Jahren notwendig geworden. „Die neue Halle ermöglicht uns, wesentlich effizientere Prozesse in der internen Logistikkette umzusetzen“, sagte Martens: „Dabei haben wir viel Wert auf Standardisierung und klare Abläufe gelegt.“