Die Anfänge der MTU

1913 – Die Keimzelle der MTU

Als Keimzelle der MTU kann mit Fug und Recht das Flugmotorenwerk angesehen werden, das von Karl Rapp 1913 auf dem Münchner Oberwiesenfeld gegründet wurde.

1917 – Gründung der Bayerischen Motorenwerke (BMW)

Aus der Rapp Motorenwerke GmbH wurden 1917 die Bayerischen Motorenwerke (BMW), aus der 1934 die BMW Flugmotorenbau GmbH ausgegliedert wurde: ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur heutigen MTU.

1918 – BMW Illa - der „Bayernmotor"

1917 gegründet, entwickelte sich BMW rasch zum drittgrößten Flugmotorenhersteller der Welt. Über 3.500 Mann Belegschaft standen in München in Lohn und Brot und bauten ab 1918 den BMW Illa-Motor, der auch „Bayernmotor" genannt wurde. BMW war 1917 aus der Münchner Rapp Motorenwerke GmbH hervorgegangen.

1925 – Daimler und Benz: Kompetenz im Flugmotorenbau

Eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Flugmotorenproduktion spielte von Beginn an Daimler-Benz. War schon der Zeppelin LZ1 mit Daimler-Motoren ausgestattet gewesen, begann man 1925 mit der Entwicklung des richtungsweisenden Motors DB 600, der als Grundform die Gestalt der nachfolgenden Generationen der Daimler-Benz AG-Flugmotoren maßgeblich bestimmte. Und dieses Know-how der Daimler-Benz AG, die in den 1940er-Jahren Deutschlands führender Flugmotorenhersteller war, hat entscheidend zur Spitzenstellung der späteren MTU beigetragen.

1926 – Eine Zusammenarbeit, die Geschichte schreibt: Die Fusion von Daimler und Benz

Nach dem verlorenen Weltkrieg litt auch die Flugmotorenproduktion unter den Auflagen des Versailler Vertrags. So war es einerseits notwendig, auf andere Produkte auszuweichen, andererseits wurde jedoch auch die Dringlichkeit zu verstärkter Zusammenarbeit immer wichtiger. 1926 fusionierten Daimler und Benz und legten den Grundstein einer unvergleichlich erfolgreichen Unternehmensgeschichte. BMW kooperierte eng mit Pratt & Whitney und stieg nach dem Ende der Versailler Beschränkungen wieder verstärkt in den Flugmotorenbau ein.

1934 – Gründung der BMW Flugmotoren GmbH

Am 22. Dezember 1934 wurde die BMW-Flugmotorenbau GmbH aus der BMW AG ausgegliedert. Grund war die Einflussnahme der Nationalsozialisten auch auf diesen Produktionszweig. Mit der Gründung der neuen GmbH versuchte man sich diesem Einfluss zu entziehen.

1936 – Flugmotorenbau in München-Allach

1936 bezog die BMW Flugmotorenbau GmbH das neue Werk in München-Allach, den heutigen Standort der MTU Aero Engines.

1940 – Großserienfertigung in München-Allach

Mit dem BMW 801 entwickelte die BMW Flugmotoren GmbH den ersten deutschen Doppelsternmotor. Für das sich immer aufrüstende NS-Regime und den späteren Kriegseinsatz, etwa als Antrieb im Jagdflugzeug Focke-Wulf Fw190, ging man bei  Entwicklungsgeschwindigkeit und Produktionskapazitäten an die Grenzen – und leider mit dem Einsatz von Tausenden Zwangsarbeitern, besonders gegen Ende des Krieges, auch weit darüber hinaus. Nach nur zwei Jahren Entwicklung wurden 1940 die ersten Motoren ausgeliefert und die Produktion, die mehrheitlich in München-Allach stattfand, bis Anfang 1944 auf etwa 1.000 Stück im Monat hochgefahren. Insgesamt wurden rund 30.000 BMW 801 gefertigt.

1945 – Nachkriegszeit

Das Ende des Krieges und damit das Aus für die Produktion von Flugmotoren kam in München-Allach mit der Besetzung des Werks durch amerikanische Truppen. Im Gegensatz zu anderen Fabriken blieb das Werk größtenteils von Demontagen verschont. Eine Zeit ohne Flugmotorenbau in Deutschland hatte begonnen. Diese sollte bis 1955 dauern.