Geschäftsfelder und Segmente

Geschäftsfelder und Segmente

Das Geschäft der MTU Aero Engines basiert auf drei Säulen: dem zivilen Triebwerksgeschäft mit dem zivilen Neu- und Ersatzteilgeschäft, dem militärischen Triebwerksgeschäft sowie der zivilen Instandhaltung. Für Zwecke der Rechnungslegung wird die Geschäftstätigkeit der MTU in zwei Segmente gegliedert: Das erste Segment, das OEM-Geschäft (Original Equipment Manufacturing), besteht aus dem zivilen und militärischen Triebwerksgeschäft, die dieselben Produktions-, Entwicklungs- und sonstigen Kapazitäten gemeinsam nutzen. Das zweite Segment, das MRO-Geschäft (Maintenance, Repair and Overhaul), umfasst die zivilen Instandhaltungsaktivitäten der MTU. Die Umsatzerlöse werden für jedes der drei Hauptgeschäftsfelder separat erfasst. Alle sonstigen Finanzkennzahlen werden für die beiden Segmente OEM-Geschäft und MRO-Geschäft ausgewiesen.

OEM Business

Zivil

  • Technologische Spitzenstellung bei Niederdruckturbinen und Hochdruckverdichtern
  • Risk-and-Revenue-Sharing Partner der größten Triebwerkhersteller (OEMs) 
  • Circa 30 % der aktiven Flugzeugflotte fliegt mit MTU-Komponenten

Mehr über das Zivile Neu- und Ersatzteilgeschäft

Im zivilen Geschäft entwickelt und fertigt die MTU Aero Engines Triebwerksmodule und -komponenten. Insbesondere die technologische Spitzenstellung bei Niederdruckturbinen und Hochdruckverdichtern macht die MTU zu einem führenden Subsystem- und Komponentenhersteller der globalen Triebwerksbranche. In diesem Markt mit seinen hohen Eintrittsbarrieren agieren darüber hinaus die Triebwerkshersteller (Original Equipment Manufacturer, abgekürzt OEM) sowie die Komponentenzulieferunternehmen.

Mit ihren Produkten ist die MTU in allen Schub- und Leistungsklassen vertreten: von Triebwerken für Geschäftsreise-Jets bis hin zu den schubstärksten Antrieben der Welt. Die aktuell umsatzstärksten Triebwerksprogramme sind das V2500, das die Airbus A320-Familie antreibt, das GP7000 (A380), das GENX (B787 / 747-8) sowie das PW2000 und das CF6-80 für Mittel- und Langstreckenflugzeuge.

An den wesentlichen zivilen Triebwerksprogrammen ist das Unternehmen als Risk- and Revenue-Sharing-Partner beteiligt. Das bedeutet: Die MTU übernimmt für ihre Komponenten und Module die volle Entwicklungs- und Produktionsverantwortung. Typischerweise beträgt der Programmanteil, in Abhängigkeit der Wertigkeit des Moduls, zwischen 10 und 20 %. Durch die Übernahme weiterer Komponenten gelingt es der MTU, wachsende Programmanteile zu realisieren. Beispiele hierfür sind die unterschiedlichen Anwendungen der GTF Triebwerksfamilie oder die Erhöhung des Programmanteils bei der V2500. Am Erlös wird die MTU gemäß ihrer Programmanteile prozentual beteiligt. Kooperationspartner sind die größten Triebwerkshersteller (OEMs) der Welt – Pratt & Whitney, GE und Rolls-Royce.

Für die Zukunft hat sich die MTU mit Beteiligungen an verschiedenen bedeutsamen Triebwerksprogrammen sehr gut am Markt positioniert. Zu diesen Zukunftsprogrammen gehören das GP7000 für den Mega-Airbus A380 sowie das GEnx Triebwerk für die Boeing 787 Dreamliner und das Langstreckenflugzeug Boeing 747-8. Die moderne Getriebefan-Technologie wird in den Pratt & Whitney Triebwerken der Pratt & Whitney GTFTM  Familie angewendet. Aktuell haben sich vier namhafte Flugzeughersteller für die GTF Triebwerke als Antrieb für ihre neuen Flugzeugmuster entschieden: Airbus bietet die GTF Triebwerke für den A320neo und A220 an, Mitsubishi hat das Triebwerk exklusiv seinen Regional-Jet MRJ ausgewählt. Irkut wird die MS-21 damit ausstatten und schließlich hat sich auch Embraer für die GTF Triebwerke als Exklusivantrieb für die E-Jets der zweiten Generation entschieden.

Militärisch

  • Entwicklungs- und Herstellerkompetenz für komplette Triebwerke
     
  • MTU hat hohe Programmanteile an allen wichtigen europäischen Militärprogrammen
     
  • F&E sind in der Regel kundenfinanziert

Mehr über das Militärische Triebwerksgeschäft

Im militärischen Triebwerksgeschäft ist die MTU Aero Engines seit Jahrzehnten der Systempartner für nahezu alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr. Das bedeutet: Die MTU stellt Basistechnologien bereit, entwickelt und produziert Triebwerksmodule und -komponenten. Zudem fertigt das Unternehmen Ersatzteile und verantwortet Triebwerksendmontagen. Weitere Schwerpunkte sind die Instandhaltung sowie die Schulung von Soldaten und zivilen Mitarbeitern der Streitkräfte. Kunden im militärischen Bereich sind die Luftstreitkräfte verschiedener Nationen.

Auf europäischer Ebene ist die MTU der nationale Partner in allen wichtigen militärischen Programmen. Beispiele sind der Eurofighter-Antrieb EJ200, das Tornado-Triebwerk RB199, das Triebwerk TP400 für den Militärtransporter A400M sowie das MTR390, das den europäischen Kampfhubschrauber Tiger antreibt.

Im US-amerikanischen Militärmarkt, dem größten der Welt, ist die MTU an den amerikanischen Triebwerksprogrammen F414, F404 und dem Schwerlast-Hubschrauberantrieb T408 beteiligt.

MRO Business

Zivil

  • Weltweit größter unabhängiger Anbieter ziviler Instandhaltung (MRO: Maintenance, Repair & Overhaul) 
  • Hoher Anteil an stark wachsenden Triebwerksprogrammen (V2500, CFM56, CF34, GE90)
  • Starke Präsenz in Asien

Mehr über die Zivile Instandhaltung

Die zivilen Instandhaltungsaktivitäten der MTU Aero Engines sind unter dem Dach der MTU Maintenance gebündelt. Das Unternehmen verfügt über Standorte in allen wichtigen Märkten und ist weltweit der größte unabhängige Anbieter ziviler Instandhaltungsdienstleistungen. Neben unabhängigen Spezialisten wie der MTU sind in diesem Markt auch die Triebwerkshersteller (OEMs) sowie die Fluggesellschaften tätig.

Die MTU Maintenance setzt Triebwerke instand, an denen das Unternehmen als Risk- and Revenue-Sharing-Partner beteiligt ist. Darüber hinaus betreut die Gruppe auch Triebwerke anderer Hersteller. Die MTU Maintenance bietet damit umfangreiche Serviceleistungen sowie Komplettlösungen für alle gängigen Triebwerkstypen in nahezu allen Schubklassen an und repariert darüber hinaus auch Industriegasturbinen.

Wo es technisch möglich und sinnvoll ist, lautet die Devise bei Instandhaltungsaktivitäten „Reparieren statt Ersetzen“. Mit seinen selbst entwickelten Verfahren erreicht das Unternehmen Reparaturtiefen, die weltweit einmalig sind. So kann die MTU selbst stark abgenutzte Teile noch reparieren.

Die MTU Maintenance ist für zukünftiges Wachstum gut aufgestellt. Das Instandhaltungsportfolio umfasst einen hohen Anteil an stark wachsenden Triebwerksprogrammen wie das V2500 für die A320-Familie, das CFM56, das GE90G sowie das CF34. Auch auf den regionalen Märkten ist die MTU gut positioniert und verfügt insbesondere in Asien über eine starke Präsenz. Die operative Leistungsfähigkeit spiegelt sich in kurzen Durchlaufzeiten, einer hohen Flexibilität sowie einer ausgeprägten Kundenorientierung wider. Kunden des Instandhaltungsgeschäfts sind Fluglinien auf der ganzen Welt.