Nahaufnahme aus Berlin (II)

Das ILA Future Lab

Erstmals ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit einem Stand auf der ILA präsent und gibt damit auch einen Ausblick auf das künftige Konzept der zweijährlich stattfindenden deutschen Luftfahrtmesse: „Die deutsche Branche kann nur erfolgreich sein, wenn sie innovativ ist“, so Bernhard Gerwert, Präsident des ILA-Veranstalters Bundesverband der deutschen Luftfahrtindustrie (BDLI). Dementsprechend soll die ILA sich zur Innovationschau entwickeln.

In der gleichen Halle wie die wichtigsten Vertreter der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie zeigt das Ministerium Innovationen, die im Rahmen seiner Förderprojekte wie dem Luftfahrtforschungsprogramm entwickelt worden sind. Im Teilbereich Digitalisierung ist die MTU vertreten mit einer interaktiven Präsentation, die den Einsatz von Simulationen in der Entwicklung zeigt. „Bei der industriellen Anwendung von Simulationen liegen wir weit vorn“, sagt Dr. Gerhard Ebenhoch, Leiter Technologie-Management bei der MTU (TETM) und Projektleiter des MTU-Auftritts. Die Präsentation stelle dar, was man im Triebwerksbau inzwischen bereits ohne teure Tests simulieren könne, so Ebenhoch: „Wir zeigen, wie wir die Möglichkeiten der Simulation physikalischer Vorgänge bei der Triebwerksauslegung nutzen.“

Airbus als größter Luft- und Raumfahrtkonzern in Deutschland ist mit mehreren Projekten vertreten, etwa dem sparsamen Bluecopter, mit Innovationen im Cockpit oder mit dem Laufroboter Mantis, der zur Verbesserung der Arbeitsplatzergonomie beitragen kann. Lufthansa Technik zeigt mit einem 3D-Display Shark Skin Coating, also Flugzeuglack, dessen Oberfläche der Strömungswiderstand senkenden Haifischhaut nachempfunden sind. Liebherr Aerospace ist mit Entwicklungen zur Additiven Fertigung vertreten; Premium Aerotech und Airbus präsentieren Flugzeugteile aus Kohlefaserverbundwerkstoff; Diehl stellt digital gedruckte Kabineneinrichtungsteile aus.

Mark Schäfer vom Technologie-Management betreut das MTU-Exponat und fasst seine Eindrücke zusammen: „Es ist interessant, wie viele verschiedene Disziplinen unter dem Luftfahrtforschungsprogramm zusammengefasst sind, von Rosetta bis zum Kabinenausstatter.“

Impressionen von der ILA, Tag 2

  • Kaum sind am Morgen die ILA-Pforten geöffnet, wird es auch vor den Flugzeugen des Static Displays voll.

  • Gestatten, mein Name ist „Mantis“. Ich bin ein Laufroboter und Teil einer Studie zu „modernen Mensch-Roboter-Kollaborationen“. Beteiligt daran sind Airbus Innovation, die Hochschule Bremen und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Der Roboter unterstützt den Menschen punktuell, mobil und ergonomisch bei seiner Arbeit, zum Beispiel, indem er sich selbständig zum Arbeitsbereich bewegt und dort Lasten hebt.

  • Eindrucksvolle 3D-Darstellung bei Lufthansa Technik: Es geht um Oberflächenstrukturen bei Flugzeuglacken, die den Reibungswiderstand verringern sollen. Vorbild ist die Haut des Haifischs.

  • Datenbrillen sind der Trend auf der ILA 2016. Auf  zahlreichen Ständen können Besucher sie ausprobieren.

  • Festgezurrt, damit sie sich im Wind nicht drehen: Zwei TP400-D6-Triebwerke des Airbus A400M.

  • Die A320neo steht wie kein anderes Flugzeug für das alles überwölbende Thema auf dieser ILA: Den Trend zu besonders wirtschaftlichen und ökoeffizienten Antrieben. Ihren „Entry Into Service“, wie die Fachleute sagen, hatte die A320neo Anfang dieses Jahres. Hier ist sie beim Abflug von der Berlin Air Show zu sehen.

  • Die Verteidigungsministerin zu Gast auf dem MTU-Stand: Ursula von der Leyen beim gemeinsamen Foto mit MTU-CEO Reiner Winkler.

  • Doch die Verteidigungsministerin war nicht der einzige prominente Gast am Donnerstagnachmittag: Kurz danach traf auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ein und ließ sich von Winkler die Funktionsweise moderner MTU-Technologien erläutern.

  • Brigitte Zypries, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium der Verteidigung, und MTU-Technikvorstand Dr. Rainer Martens.

     

    02.06.2016