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MTU Aero Engines AG spürt im ersten Halbjahr Auswirkungen der Corona-Krise

• Umsatz und Ergebnis rückläufig
• Neue Prognose für 2020

München, 3. August 2020 – Die MTU Aero Engines AG hat im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 2.048,8 Mio. € erwirtschaftet; im ersten Halbjahr 2019 waren es 2.243,0 Mio. €. Das operative Ergebnis1 erreichte 224,2 Mio. € nach 365,2 Mio. € im Vergleichszeitraum. Die Ergebnismarge lag in den ersten sechs Monaten 2020 bei 10,9 % (1-6/2019: 16,3 %). Der Gewinn nach Steuern2 ging von 261,0 Mio. € auf 161,3 Mio. € zurück. „In den Zahlen zeigen sich erste Auswirkungen der Corona-Pandemie“, sagte Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines AG. „Inzwischen lassen sich die quantitativen Folgen der Corona-Krise auch besser abschätzen, weshalb wir am Freitag eine neue Prognose für das Jahr 2020 vorgelegt haben.“ Die MTU erwartet jetzt einen Umsatz in Höhe von etwa 4 bis 4,4 Mrd. € für das Gesamtjahr. Dabei dürfte das zivile Seriengeschäft organisch im mittleren bis hohen Zwanziger-Prozentbereich abnehmen, das Ersatzteilgeschäft im hohen Zwanziger-Prozentbereich. Für die zivile Instandhaltung wird ein organischer Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Der Umsatz des Militärgeschäfts dürfte leicht zunehmen. Die MTU rechnet für 2020 mit einer bereinigten EBIT-Marge zwischen 9 und 10 %. Der bereinigte Gewinn nach Steuern dürfte sich analog zum operativen Ergebnis entwickeln. Darüber hinaus hat sich die MTU zum Ziel gesetzt, das Gesamtjahr mit einem positiven Free Cashflow abzuschließen.

In der zivilen Instandhaltung ist der Umsatz im ersten Halbjahr mit 1.272,3 Mio. € stabil geblieben (1-6/2019: 1.287,3 Mio. €). Wichtigster Umsatzträger war das V2500 für die klassische A320-Familie, gefolgt vom PW1000G-JM für den Airbus A320neo, bei dem die MTU im Zuge des Retrofit-Programms zunehmende Shop Visits verzeichnete. „Diese Arbeitsanteile konnten den Umsatzrückgang im Kerngeschäft ausgleichen“, erläuterte Winkler.

Im zivilen Triebwerksgeschäft ist der Umsatz von 773,0 Mio. € auf 630,6 Mio. € zurückgegangen. „In den Zahlen spiegeln sich die Drosselung der Flugzeug-Produktionsraten und rückläufige Flugzeug-Auslieferungen wider“, so Winkler. Die höchsten Umsatzanteile entfielen auf das V2500, das PW1100G-JM sowie das GEnx, das in den Boeing-Modellen 787 und 747-8 zum Einsatz kommt.

Im militärischen Triebwerksgeschäft hat insbesondere die dreiwöchige Betriebsunterbrechung im April zu einem Umsatzrückgang auf 183,2 Mio. € geführt (1-6/2019: 216,0 Mio. €). Hauptumsatzträger war der Eurofighter-Antrieb EJ200.

Der Auftragsbestand lag am Halbjahresende mit 18,4 Mrd. € weiterhin auf hohem Niveau (31. De-zember 2019: 19,8 Mrd. €). Die meisten Aufträge entfielen auf das V2500 und die Getriebefan-Triebwerke der PW1000G-Familie, insbesondere das PW1100G-JM für die A320neo.

Das Halbjahresergebnis der MTU ist vor allem im OEM-Geschäft deutlich zurückgegangen: Hier sank das bereinigte EBIT von 242,5 Mio. € auf 128,1 Mio. €. Winkler: „Wir haben den Rückgang in allen Bereichen zu spüren bekommen: Das zivile Seriengeschäft hat organisch um einen hoch einstelligen Prozentsatz abgenommen, die Ersatzteilumsätze sind im mittleren Zwanziger-Prozentbereich gesunken, gleichzeitig war auch das Militärgeschäft rückläufig. Das wirkt sich natürlich negativ auf das Ergebnis aus.“ Die Ergebnismarge im OEM-Geschäft lag bei 15,7 Prozent nach 24,5 Prozent im gleichen Vorjahreszeitraum. Die zivile Instandhaltung erreichte ein Halbjahresergebnis in Höhe von 96,3 Mio. € (1-6/19: 122,3 Mio. €) und eine Ergebnismarge von 7,6 % nach 9,5 % im ersten Halbjahr 2019. Winkler: „In den Zahlen spiegeln sich die höheren Arbeitsanteile für Getriebefan-Triebwerke wider.“

Für Forschung und Entwicklung hat die MTU im ersten Halbjahr 98,1 Mio. € ausgegeben (1-6/2019: 112,0 Mio. €). „Wir bereiten uns in Forschung und Entwicklung aktiv auf die Zukunft vor und stellen das Thema emissionsfreies Fliegen in den Mittelpunkt unserer Aktivitäten“, so Winkler. Entsprechend hat die MTU ihre F&E-Arbeit auf die Getriebefan-Programme und ihre Weiterentwicklung, Technologiestudien für zukünftige Antriebsgenerationen und die Digitalisierung im Triebwerksbau konzentriert.

Der Free Cashflow lag per Juni 2020 bei 125,2 Mio. € (1-6/2019: 235,4 Mio. €). Finanzvorstand Peter Kameritsch: „Die Sicherung unserer Liquidität hat für uns nach wie vor oberste Priorität. Unseren finanziellen Handlungsspielraum konnten wir im ersten Halbjahr deutlich ausbauen: Wir haben unsere Liquiditätsreserven auf rund 1,5 Milliarden Euro aufgestockt.“ Dazu hat die MTU eine bestehende Kreditlinie um 100 Millionen Euro auf 700 Millionen Euro erweitert und eine Schuldverschreibung über 100 Millionen Euro sowie eine Unternehmensanleihe im Gesamtwert von nominal 500 Millionen Euro erfolgreich platziert.

Die Netto-Auszahlungen in Sachanlagen beliefen sich im ersten Halbjahr auf 63,0 Mio. € nach 99,0 Mio. € im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die MTU hatte am Halbjahresende 10.661 Mitarbeiter, ebenso viele wie am Jahresende 2019 (31. Dezember 2019: 10.660 Mitarbeiter). „Die derzeitige Geschäftslage zwingt uns leider, unsere Personal-Kapazitäten bis Ende 2021 um zehn bis 15 Prozent zu reduzieren“, sagte Winkler. „Dabei gehen wir so maßvoll wie möglich vor, um nach der Krise eine möglichst große Zahl unserer hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter mit an Bord zu haben.“

MTU Aero Engines – Eckdaten 1. Halbjahr 2020
(Beträge in Mio. €)

MTU Aero Engines

 

Q2 2019

Q2 2020

per Juni 2019

 

per Juni 2020

Veränderung

Umsatz

1.111,8

776,1

2.243,0

2.048,8

- 8,7 %

   davon OEM-Geschäft

498,3

316,9

989,0

813,8

- 17,7 %

          davon ziviles Triebwerksgeschäft

387,4

231,3

773,0

630,6

- 18,4 %

          davon milit. Triebwerksgeschäft

110,9

85,6

216,0

183,2

- 15,2 %

   davon zivile Instandhaltung

632,2

477,4

1.287,3

1.272,3

- 1,2 %

EBIT (bereinigt)

177,6

42,4

365,2

224,2

- 38,6 %

   davon OEM-Geschäft

112,0

11,9

242,5

128,1

- 47,2 %

   davon zivile Instandhaltung

65,5

30,6

122,3

96,3

- 21,3 %

EBIT-Marge (bereinigt)

16,0 %

5,5 %

16,3 %

10,9 %

 

   im OEM-Geschäft

22,5 %

3,8 %

24,5 %

15,7 %

 

   in der zivilen Instandhaltung

10,4 %

6,4 %

9,5 %

7,6 %

 

Net Income (bereinigt)

127,5

33,3

261,0

161,3

- 38,2 %

Net Income (reported)

102,8

13,2

229,3

125,0

- 45,5 %

Ergebnis je Aktie (unverwässert, reported)

1,92

0,20

4,34

2,30

- 47,0 %

Free Cashflow

94,0

56,5

235,4

125,2

- 46,8 %

Forschungs- und Entwicklungskosten

54,0

38,6

112,0

98,1

- 12,4 %

   davon eigenfinanzierte F&E

43,9

34,2

95,9

83,7

- 12,7 %

   davon fremdfinanzierte F&E

10,1

4,5

16,1

14,4

- 10,6 %

eigenfinanzierter F&E-Aufwand gemäß GuV

11,3

9,1

28,4

24,2

- 14,8 %

Netto-Auszahlungen in Sachanlagen

61,6

24,6

99,0

63,0

- 36,4 %

 

 

 

 

 

31. Dez. 2019

30. Juni 2020

Verände-rung

Bilanz-Kennzahlen

 

 

 

 

 

Immaterielle Vermögenswerte

 

 

1.162,5

1.161,7

- 0,1 %

Zahlungsmittel und Zahlungsmittel-äquivalente

 

 

139,5

307,3

+ 120,3 %

Rückstellungen für Pensionen

 

 

976,2

996,3

+ 2,1 %

Eigenkapital

 

 

2.421,2

2.517,8

+ 4,0 %

Netto-Finanzverschuldung

 

 

960,7

787,2

- 18,1 %

Bilanzsumme

 

 

7.765,3

7.775,4

+ 0,1 %

 

 

 

 

 

     

Auftragsbestand

 

 

19.820,5

18.363,0

- 7,4 %

 

 

 

 

 

    

Mitarbeiter

 

 

10.660

10.661

+ 0,0 %

1 EBIT adjusted = Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern, vergleichbar gerechnet

2 Net Income adjusted = Ergebnis nach Ertragsteuern, vergleichbar gerechnet

Über die MTU Aero Engines
Die MTU Aero Engines AG ist Deutschlands führender Triebwerkshersteller. Die Kernkompetenzen der MTU liegen bei Niederdruckturbinen, Hochdruckverdichtern, Turbinenzwischengehäusen sowie Herstell- und Reparaturverfahren. Im zivilen Neugeschäft spielt das Unternehmen eine Schlüsselrolle mit der Entwicklung, Fertigung und dem Vertrieb von Hightech-Komponenten im Rahmen internationaler Partnerschaften. MTU-Bauteile kommen bei einem Drittel der weltweiten Verkehrsflugzeuge zum Einsatz. Im Bereich der zivilen Instandhaltung zählt das Unternehmen zu den Top 5 der weltweiten Dienstleister für Luftfahrtantriebe und Industriegasturbinen. Die Aktivitäten sind unter dem Dach der MTU Maintenance zusammengefasst. Auf dem militärischen Gebiet ist die MTU Aero Engines der Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr. Die MTU unterhält Standorte weltweit; Unternehmenssitz ist München.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen
Diese Pressemitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen spiegeln die gegenwärtigen Auffassungen, Erwartungen und Annahmen der Geschäftsführung der MTU Aero Engines wider und basieren auf Informationen, die der Geschäftsführung zum gegenwärtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen enthalten keine Gewähr für den Eintritt zukünftiger Ergeb-nisse und Entwicklungen und sind mit Risiken und Unsicherheiten verbunden. Die tatsächlichen zukünftigen Ergebnisse der MTU Aero Engines und Entwicklungen betreffend die MTU Aero Engines können daher aufgrund verschiedener Faktoren wesentlich von den hier geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Zu diesen Faktoren gehören insbesondere Veränderungen der allgemeinen wirt-schaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, die Zyklizität der Flugzeugindustrie und Risiken in Zusammenhang mit der Beteiligung der MTU Aero Engines an Konsortien für die Entwicklung und den Bau von neuen Triebwerken. Darüber hinaus können die Entwick-lungen auf den Finanzmärkten und Wechselkursschwankungen sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere in Bezug auf steuerliche Regelungen und Gesetze betreffend die Herstellung und den Einsatz von Triebwerken im Luftverkehr, sowie andere Faktoren einen Einfluss auf die zukünftigen Ergebnisse und Entwicklungen der MTU Aero Engines haben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die MTU Aero Engines übernimmt keine Verpflichtung, die in dieser Mitteilung enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

 

Eckhard Zanger
Leiter Unternehmenskommunikation und Public Affairs
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Eva Simon
Pressesprecherin Finanzen
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