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Technologieprogramm NEWAC präsentiert Ergebnisse

• Zweitägiger Workshop in München

München, 30. Juni 2010 – Wie sehen die Triebwerke der Zukunft aus? Wie kann man Hochdruckverdichter noch effizienter gestalten? Welche Möglichkeiten des Einsatzes von Zwischenkühlern  und Wärmetauschern gibt es? Wie muss die Brennkammer der Zukunft aussehen? Welche Auslegungs- und Fertigungsprozesse benötigt die Industrie für das Triebwerk der Zukunft? Antworten auf diese Fragen liefert das von der MTU Aero Engines geführte europäische Technologieprogramm NEWAC (New Aero Engine Core Concepts). Ende Juni kamen die Ergebnisse auf den Tisch.

In München trafen sich 99 Experten zu einem zweitägigen Workshop und präsentierten und diskutierten die Resultate: In über vierjähriger intensiver Forschungsarbeit wurden vier neue, hochinnovative Kerntriebwerks-Konfigurationen für künftige Luftfahrtantriebe erarbeitet und teilweise getestet, die auch die Integration von Zwischenkühlern und Wärmetauschern vorsehen. Neue Brennkammerkonzepte mit Magerverbrennung, die sehr niedrige NOx-Emissionen garantieren, wurden entwickelt und getestet. Intensive Erprobungsläufe haben die Partner auch mit Verdichtern und neuartigen, aktiven Beeinflussungsmöglichkeiten durchgeführt, um Stabilität und Effizienz zu verbessern. Auch diese Tests liefen sehr erfolgreich. Erarbeitet wurden auch neue Methoden, um leichte, effiziente Verdichter zu konstruieren und herzustellen.

„Die von der EU und den beteiligten Partnern investierten Mittel sind gut angelegt: Sie sorgen nicht nur für eine sauberere Umwelt, sondern helfen dabei, Europas Triebwerksbranche weltweit wettbewerbsfähig zu halten“, erklärte der Leiter des NEWAC-Technologieprogramms, Stephan Servaty, der bei der MTU die EU-Programme koordiniert. Alle Ergebnisse sollen bei künftigen Triebwerken berücksichtigt werden, um sie kraftstoffsparender und emissionsärmer zu machen. Angepeilt wird eine Kraftstoff- und CO2-Reduzierung um bis zu sechs Prozent sowie eine Verringerung des NOx-Ausstoßes um 16 Prozent. Servaty: „Zusammen mit dem VITAL-Programm wird damit ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der ACARE-Ziele 2020 geleistet werden.“  Die ACARE-Ziele sehen die Entwicklung von Technologien  bis 2020 vor, die eine Reduzierung des Kraftstoff- und CO2-Ausstoßes um 50 Prozent für die Luftfahrt ermöglichen, wovon das Triebwerk ca. 15 bis 20 Prozent liefern muss. Ferner ist eine 80prozentige Absenkung der NOx-Emission sowie eine Minderung des Lärms um zehn dB je Messpunkt, das entspricht in etwa der Halbierung des empfundenen Lärms, vorgegeben.

Das Technologieprogramm NEWAC ist Bestandteil des von der EU geförderten sechsten Rahmenprogramms. Sieben europäische Triebwerkshersteller - AVIO, MTU Aero Engines, Rolls-Royce, Snecma (Safran Group), TechspaceAero, Turbomeca, Volvo Aero -, fanden sich dabei mit mittelständischen Unternehmen, Universitäten und Instituten in Arbeitsgruppen zusammen und definierten Testaufbauten, Rechenmodelle und theoretische Methoden. Die Programmleitung lag bei der MTU Aero Engines, Deutschlands führendem Triebwerkshersteller.


Über die MTU Aero Engines
Die MTU ist weltweit eine feste Größe und beschäftigt insgesamt rund 7.600 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2009 wurde ein Umsatz in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro erzielt. Die MTU Maintenance ist der weltweit größte unabhängige Anbieter von Instandhaltungsdienstleistungen für zivile Luftfahrtantriebe. Im militärischen Bereich ist die MTU der Systempartner für fast alle Luftfahrtantriebe der Bundeswehr. Technologisch ist sie weltweit führend bei Niederdruckturbinen, Hochdruckverdichtern, Herstell- und Reparaturverfahren.